Reisebericht Vietnam

Vietnam, warum nicht Vietnam, zudem mit Muße, so hat man es uns versprochen. Waren unsere letzten Reisen eher „Turbo-Reisen“ konnte uns Vietnam mit Muße gefallen. Im Oktober, zum Ende der Regenzeit sollten wir 14 Tage finden, Land und Leute näher kennen zu lernen. Vietnam errang im 10. Jahrhundert die Unabhängigkeit von China, wurde von wechselnden Dynastien regiert und kam um 1880 unter französische Vorherrschaft. 1941 von Japan erobert, wurde es 1945 in das kommunistische Nordvietnam (Hauptstadt Hanoi) und das vom Westen unterstützte Südvietnam (Hauptstadt Saigon) geteilt. Nach dem Vietnamkrieg kam es 1976 zur Wiedervereinigung und Saigon wurde nach dem verstorbenen Staatschef Nordvietnams in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. Vietnams Fläche entspricht ungefähr jener Deutschlands. Das Land umfasst die weiten Ebenen der Flussdeltas von Rotem Fluss und Mekong, die gesamte östliche Festlandküste Südostasiens sowie die langen Gebirgszüge und Hochebenen des Hinterlandes. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 1.650 km, die Ost-West-Breite bis zu 600 km, während die schmalste Stelle in Mittelvietnam nur 50 km breit ist. Die Küstenlinie hat eine Länge von über 3.400 km, auch die Landgrenzen zu den 3 Nachbarstaaten überschreiten wegen der langgestreckten Form 3.000 km Gesamtlänge.

Die Geografie Vietnams wird auch als „Bambusstange mit zwei Reisschalen“ beschrieben: Im Norden und Süden liegen zwei fruchtbare reisliefernde Flussdeltas, dazwischen als Verbindung ein schmales, eher karges, von Wald und Gebirge geprägtes Gebiet. Insgesamt ist Vietnam ein zu 3/4 von Bergen und Hochebenen geprägtes Land. Das Klima unterscheidet sich erheblich zwischen Nord-und Südvietnam. Der Norden weist ein gemäßigtes tropisches Wechselklima auf, es gibt eine kühle Jahreszeit von November bis April und eine heiße von Mai bis Oktober. Der Süden ist tropisch: warm bis sehr heiß während des ganzen Jahres, etwas kühler von November bis Januar, heiß von Februar bis Mai und mit einer Regenzeit zwischen Mai und Oktober. Die Wetterscheide zwischen diesen Gebieten bildet der Wolkenpass nördlich von Ðà N.ng, diesen Pass sollten wir in den kommenden Tagen noch überqueren. Während der Regenzeit wüten häufig Taifune, die besonders im Mekong-Delta, aber auch in anderen Küstenregionen Überschwemmungen anrichten können, wir gerieten an den Rand eines solchen Taifuns, aber alles der Reihe nach.

Sonntag, 10.10.2010

Nach einem zwölfstündigen Nachtflug erreichen wir gegen 7.30 Uhr Ortszeit Saigon. Beim Verlassen des Flugzeuges kommt mir, obwohl es geregnet hat, sofort die feuchtwarme Tropenluft entgegen. Es sind früh am Morgen bereits 24 °C und die Luftfeuchtigkeit liegt wohl knapp unter 100 %. Einreiseformalitäten, Kofferaufnahme, alles geht zügig und am Flughafen erwartet uns Dung. Er hat, wie auch die anderen Reiseführer, die wir noch treffen werden, in den siebziger Jahren in der DDR studiert, Maschinenbau in Dresden. Wir fahren zunächst mit dem Bus in das Stadtzentrum von Saigon, das nunmehr Ho Chi Minh Stadt heißt. Auffallend ist die hohe Anzahl von Motorrollern auf denen so gut wie alles transportiert werden kann und auf denen auch mehr als 2 Personen Platz finden. Der Eindruck soll sich in den kommenden Tagen noch verstärken, schließlich ist ja heute Sonntag. Ho-Chi-Minh-Stadt, vietnamesisch Thành ph. H. Chí Minh, ist die größte Stadt Vietnams. Im gesamten Verwaltungsgebiet der Stadt leben 7,1 Millionen Einwohner (Volkszählung 2009). Es stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern ist – mit seiner außerhalb der Kernstadt dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur – eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar.

Unter ihrem alten Namen Sài Gòn (Saigon) war sie bis zum April 1975 Hauptstadt der Republik Vietnam. Sie ist Industriestadt, Verkehrsknoten und Kulturzentrum mit Universitäten, Theater, Kinos, Museen und Baudenkmälern. Die Stadt liegt etwas nördlich des Mekong-Deltas auf dem Westufer des Saigon-Flusses und liegt durchschnittlich 19 Meter über dem Meeresspiegel. Die Entfernung zum Südchinesischen Meer (vietnamesisch: Ostmeer) beträgt rund 40 Kilometer. Das administrative Stadtgebiet hat eine Ausdehnung von 2095 Quadratkilometern.

Die Distanz vom nördlichsten Teil (Dorf Phu My Hung, Bezirk Cu Chi) zum südlichsten Teil des Stadtgebietes (Dorf Long Hoa, Bezirk Can Gio) beträgt 120 Kilometer, vom östlichsten Teil (Stadtteil Long Binh, Bezirk 9) zum westlichsten Teil (Dorf Binh Chanh, Bezirk Binh Chanh) 46 Kilometer. Südlich der Stadt münden die Zwillingsflüsse des Mekong, auch Ti.n Giang oder Sông Ti.n („Oberer Mekong“. und H.u Giang oder sông H.u („Unterer Mekong“) genannt, in das über 70.000 Quadratkilometer ausgedehnte Mekong-Delta verbreitert, in das Südchinesische Meer.

Dong Khoi war unter dem Namen Rue Catinat schon während der französischen Kolonialherrschaft die Flaniermeile Saigons. Während des Vietnamkriegs war sie Standort von zahlreichen Bars und Bordellen, die die Bedürfnisse der US-amerikanischen Soldaten befriedigten. Seit Doi Moi wird die Straße des Aufstands, wie die deutsche Übersetzung lauten würde, wieder ihrem alten Ruf gerecht und man findet hier viele Bars, Restaurants und teure Designerläden. Nguyen Hue ist die Parallelstraße zu Dong Khoi. Sie wurde als Boulevard Charner errichtet und wurde als Champs Elysées des Ostens bezeichnet. Heute ist Nguyen Hue eher eine laute Durchzugsstraße – sehenswert ist jedoch der Blumenmarkt während des T.t Nguyên Ðán, dem vietnamesischen Neujahrsfest. An der Dong Khoi liegt das das zwischen 1886 und 1891 errichtete Hauptpostamt. Abgesehen von einer Renovierung und Modernisierung der Schalter erfolgten seit der Entstehung fast keine Änderungen. Die Stahlkonstruktion des Gebäudes wurde vom französischen Ingenieur Gustave Eiffel entworfen. Von einem riesigen Gemälde in der Halle aus wacht H. Chí Minh über die Arbeit der Postangestellten. Die zwischen 1877 und 1883 aus Backstein errichtete neoromanische Kathedrale Notre-Dame ist eines der bedeutendsten Kolonialgebäude der Stadt und das Zentrum der katholischen Kirche in Südvietnam. Notre- Dame befindet sich am Nordende von Dong Khoi. Jeden Sonntag werden Messen in englischer Sprache gehalten. Auf dem davor liegenden Platz der Pariser Kommune steht eine Statue der Jungfrau Maria. Diese Kirche wird auch Notre-Dame des Ostens genannt.

In der Gegend herrscht eine flache, üppige und grüne Vegetation vor. Durch den fruchtbaren Schwemmlandboden ist intensive Landwirtschaft in den zum Verwaltungsgebiet der Stadt gehörenden Landkreisen und der Umgebung möglich, durch die jährlich die Produktion von Reis in drei Ernten sichergestellt ist. Zudem werden Nahrungsmittel wie Fisch, diverse tropische Früchte, Zuckerrohr und Kokosnüsse produziert. Wir werden das Umland in den kommenden Tagen bereisen. Wir verlassen im Stadtzentrum den Bus und gehen ca. eine Stunde zu Fuß durch das Zentrum, vorbei an der Oper, hin zu unserem Hotel, das Rex-Hotel unmittelbar neben dem Rathaus. Nach einer zweistündigen Mittagspause, in der wir unsere Zimmer aufsuchen konnten, geht es weiter mit der Stadterkundung.

Wir besuchen den Bezirk Cholon. Cholon (Qu.n 5) ist das Chinatown von Ho-Chi-Minh-Stadt. Ursprünglich war Cholon – zu deutsch großer Markt – eine Stadt für sich selbst, ist jedoch vor allem durch den hohen Zuzug von Flüchtlingen mit dem früheren Saigon verschmolzen. Sie wird von einer halben Million ethnischer Chinesen bewohnt, die durch ihre chinesischen Apotheken, Restaurants und Geschäfte das Viertel dominieren. Getreu dem Namen ist Cholon auch der Bezirk mit der meisten geschäftlichen Aktivität. Die Vorfahren der Bewohner sind aus verschiedenen Regionen Südchinas nach Vietnam eingewandert und haben ihre Dialekte und Sitten behalten. Es gibt eigene Tempel für die Leute, die aus Chaozhou abstammen, und eigene Tempel für jene aus Guangzhou.

Um die Jahrhundertwende war Cholon auch ein verruchtes Vergnügungsviertel, wo der Konsum von Opium nur eines der angebotenen Vergnügen war. Der britische Schriftsteller Graham Greene war unter den Besuchern. Seit den 1950er Jahren waren die verstopften Straßen Cholons ein ideales Versteck für Vi.t Minh und später die NLF, während nach der Wiedervereinigung mit Nordvietnam und speziell während des Krieges mit der Volksrepublik China 1979 die Chinesen einen großen Anteil der Boat People ausmachten. Cholon beherbergt auch die sehenswerte Quan-Am-Pagode und die Thien-Hau-Pagode.

Als Cholons Gemeinde der Fujian-Chinesen die Quam-Am-Pagode an der Chau van Liem Ende des 19. Jahrhunderts errichtete, widmete sie den Tempel der Göttin der Barmherzigkeit. Im Zentrum der Haupthalle steht hingegen die heilige Mutter und himmlische Kaiserin A Pho hinter einem Altar, der entfernt an einen Grabstein erinnert. Der dahinter liegende Hof wird von einem ganzen Pantheon von Gottheiten bevölkert und lockt einen ständigen Strom von Gläubigen an. Am auffälligsten sind die beiden Statuen der Quam Am – eine mit dem Rücken zu A Pho, die andere in würdevollem Dunkelgold. Der Thien-Hau-Tempel in der Nguyen Trai wird vor allem von einheimischen Frauen aufgesucht, die Me Sanh, der Göttin der Fruchtbarkeit, und Long Mau, der Göttin der Mütter und Neugeborenen, ihre Opfergaben darbringen. Als kantonesische Einwanderer den Tempel Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten, benannten sie ihn nach Thien Hau, der Beschützerin der Seefahrer. Wer gerade aus China angekommen war, begab sich unverzüglich dorthin, um der Göttin für das sichere Geleit im Südchinesischen Meer zu danken. Drei Statuen der Göttin stehen hintereinander auf dem Altar, während ein auffälliges Gemälde an der vorderen Innenwand eine Szene beschreibt, in der Thien Hau einige heftig schaukelnde Schiffe sicher durch das vom Sturm

gepeitschte Meer führt. Ein bemerkenswertes Detail des Tempels ist sein Dach, auf dem sich zahlreiche Figuren befinden. Es beginnt zu regnen, warmer Tropenregen, zunächst nur ein wenig, aber immer stärker werdend. Als wir die Großmarkthalle erreichen, schüttet es aus vollen Kannen. Die Stadt befindet sich in der tropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 27,2 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 1931 Millimeter im Mittel. Hauptregenzeit ist zwischen Mai und Oktober, in einzelnen Stadtgebieten muss dann mit Überschwemmungen gerechnet werden. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit 312 Millimeter im Mittel, der wenigste im Februar mit durchschnittlich vier Millimeter. In der Großmarkthalle ist so ungefähr alles zu kaufen, was man sich vorstellen kann, von Nahrungsmitteln bis zur Bekleidung wird nichts ausgelassen. Sehr begehrt sind für den Moment Ganzkörperkondome, wir werden sie in den kommenden Tagen noch des öfteren überstreifen… Nach den Markthallen besichtigen wir noch eine Manufaktur für Kleinkunst, in der mit viel Geduld und unzähligen Arbeitsgängen Bilder, Vasen und Schmuckkästchen gestaltet werden. Zum Abendessen gehen wir zum Saigon-Fluss und steigen auf ein Schiff, welches uns für ca. 2 Stunden auf dem Fluss herumfährt. Zum Essen gibt es traditionelle Musik, wir dürfen das Ensemble verstärken, indem wir mit kleinen Porzellantässchen rhythmische Geräusche erzeugen… Das Essen, man spricht von 8…10 Gängen, ist lecker und sehr in Richtung Fisch und Meeresgetier orientiert. Nach dem Essen geht’s in das Hotel, für heute ist Feierabend!!

Montag, 11.10.2010

Wir fahren in das Umland von Ho Chi Minh Stadt, nach C. Chi. C. Chi (Huy.nC. Chi) ist ein Landkreis im Verwaltungsgebiet von Ho-Chi-Minh-Stadt. Bekannt sind die Tunnel von C. Chi, in denen sich vietnamesische Partisanen im Vietnamkrieg von 1965 bis 1975 versteckt hielten. Das Tunnelsystem ist nach dem gleichnamigen Dorf im Landkreis benannt. Die ersten Tunnel sind 1948 entstanden. In den 1960er Jahren gruben nordvietnamesische Partisanen immer weiter und tiefer, bis das Tunnelsystem auf eine beachtliche Länge von 200 Kilometern auf drei Ebenen angewachsen war. Unter der Erde entstanden richtige Städte mit Schulen, Lazaretten, Büros und Schlafgelegenheiten. Alle unterirdischen Gebäude waren mit Tunneln von circa 0,8 Metern Höhe und 0,6 Metern Breite verbunden. Zur Außenwelt konnte man durch Klapptüren, die mit Laub und Gras bewachsen waren, gelangen. Alle Eingänge waren durch primitive, aber wirkungsvolle Fallen gesichert. Dung sagt: Hier fand ganz normales Leben statt. Das glaube ich ihm nicht. Ich finde es bedrückend. Im Anschluss sehen wir noch einen Film der damaligen Nutzung, das sieht mir relativ stark nach Propaganda aus. Angeschlossen ist ein Schießstand, hier kann man, für 1 $/ Schuss, mit allem herumballern, was aus dem Vietnamkrieg übrig geblieben ist, von der Kalaschnikow bis zum M 16. Unser nächstes Ausflugsziel sind die Mönche der Cao Dai Sekte nahe Ho Chi Minh Stadt. Vorbei an einer Kautschuk-Plantage erreichen wir die Anlagen zum Mittagsgebet. Caodaismus oder Cao Ðài (vietnamesisch: Ð.o Cao Ðài, Hán nôm: … , chinesisch: … Gaotáijiào; großes Gebäude) ist eine offiziell am 7. September 1926 gegründete Religion im heutigen Südvietnam. Die Schätzungen der Zahl der Anhänger gehen stark auseinander, wobei die Mehrzahl zwei bis drei Millionen angibt, andere Quellen aber acht Millionen Gläubige in Vietnam. Nach Buddhismus und Katholizismus ist sie die drittgrößte Religion des Landes. Durch Auswanderung gibt es ungefähr 30.000 Caodisten in den USA, Europa und Australien. Die Offenbarung dieser Religion, durch spiritistische Sitzungen empfangen, beinhaltet einen umfassenden Synkretismus aus asiatischem und christlichem Glaubensgut. Der Caodaismus lehrt die Seelenwanderung und hält die moralischen Grundsätze wie Vegetarismus, Alkoholverbot, Selbstlosigkeit, Nächstenliebe und Armut als moralische Pflicht. Der Kult wird in reich ausgestatteten Tempeln mit Weihrauch, Geisterbeschwörungen und Gebeten vollzogen. Unter den „hohen Geistern“ des Caodaismus befinden sich u.a. Sun Yat Sen, Isaac Newton, die Jungfrau von Orleans und Victor Hugo[1], um deren Wichtigkeit für die Menschheit aufzuzeigen. Im Laufe der Geschichte soll der Gott Cao Ðài mehrere Offenbarungen kundgetan haben wie zum Beispiel für das Christentum:“die Lehre des Moses ist die Knospe, die Lehre Christi ist die Blüte, der Caodaismus ist die Frucht“ die asiatischen Religionen: „der erhabene Laozi (Lão T.) hatte das Verdienst, am Heil der Menschheit mitzuwirken“, „der weise Konfuzius (Kh.ng T.) hat deutlich den Weg des rechten Mittelmaßes vorgezeichnet“, „der barmherzige Buddha (Ph.t) hat Demut und Nächstenliebe gepredigt“ um schließlich mit dem Caodaismus das „Große Gebäude“ (Cao Ðài) der Religionen zu vollenden.

Dienstag, 12.10.2010

Wir brechen auf zu einer Bootstour auf dem Mekong. Das Mekong-Delta ist eine Region im Südwesten von Vietnam, in dem der Fluss Mekong mit einem Netz aus Flussarmen, das durch Kanäle verbunden ist, in das Südchinesische Meer mündet. Das Delta ist durch Sedimentation entstanden und wächst heute immer noch jährlich um 80 Meter. Es umschließt eine Fläche von 39.000 km² und das überschwemmte Gebiet variiert saisonal. Im Mekong-Delta herrscht eine flache, üppige und grüne Vegetation vor. Trotzdem brennt die Sonne und unsere erste Handlung ist: Kauf einer entsprechenden Kopfbedeckung. Durch den fruchtbaren Schwemmlandboden ist intensive Landwirtschaft in dem dicht bevölkerten Gebiet möglich, durch die jährlich die Produktion von 16 Mio. Tonnen Reis in 3 Ernten sichergestellt ist. Es wird auch deshalb „die südliche Reiskammer Vietnams“ genannt. Zudem werden Nahrungsmittel wie Fisch, diverse tropische Früchte, Zuckerrohr und Kokosnüsse produziert. Schwimmender Markt bei C.n Tho Die Mangrovensümpfe um die Provinz Cà Mau bilden im Delta einen Gegensatz zu dem nördlich davon liegenden fruchtbaren und dicht besiedelten Gebiet. Aufgrund der gegebenen Wasserlandschaften ist es normal, dass die Einwohner zum größten Teil auf dem Wasser arbeiten, wohnen und leben. Jede noch so kleine Hütte hat hier Zugang zu einem Wasserweg, während eine Anbindung an eine befahrbare Straße längst nicht überall gegeben ist. Wir besuchen eine kleine Manufaktur für Bonbons und Reiswaffeln. Die gesamte Familie ist eingespannt für die Fertigung bis hin zur Verpackung. Gegen 16.00 Uhr verlassen wir das Delta, wir fahren zum Flughafen und wollen weiter nach Danang. Der Flieger hat etliche Stunden Verspätung, so dass wir erst gegen Mitternacht unsere Hotelanlage erreichen. Trotzdem es bereits so spät ist, hat man das Abendessen vorgehalten, wir werden absolut freundlich bedient, eben Vietnam mit Muße…

Am späten Abend noch empfängt uns Hai, er hat in den 80ern in der DDR Landwirtschaft studiert.

Mittwoch, 13.10.2010

Wir sind in H.i An (zu dt. etwa ruhige Gemeinschaft oder friedvoller Versammlungsort). Die Stadt ist eine Küstenstadt am Südchinesischen Meer in Zentralvietnam (Annam). Sie liegt 30 km südlich von Ðà N.ng in der Provinz Qu.ng Nam an der Mündung des Sông Thu B.n und hat heute ca. 75.000 Einwohner. H.i An war einst der größte Hafen in Südostasien und gilt als ein Hafen der Seidenstraße. Unter den Cham wurde die Stadt Lâm .p Ph. (Champa-Stadt) genannt, später Hài Ph. (Ort am Meer) und unter den Franzosen aufgrund eines Missverständnisses Faifo. Der Name H.i An erschien erstmals 1630 auf einer Karte. einer Hotelanlage am gelben Meer nahe der Kleinstadt Hoi An. Die Stadt wurde im 4. Jahrhundert von den Cham gegründet. Mit deren Rückzug verlor sie erstmals an Bedeutung. Unter der Herrschaft von Regent Nguy.n Ho.ng (1558 -1622) und dessen Sohn Nguy.n Phúc Nguy.n (1623 -1634) wurde der Hafen nach außen geöffnet. Es siedelten sich zahlreiche Händler-Familien aus China und Japan an, deren Länder sich Ende des 15. Jahrhunderts offiziell abgeschottet hatten, und ihre Waren in ausländischen Häfen umschlagen ließen. Durch die Nähe zu China eignete sich H.i An für japanische Schiffe, die die Genehmigung dazu besaßen, Shuinsen genannt, und den Hafen bei Nordost-Monsun in 40 Tagen erreichen konnten. Zu dieser Zeit war die Stadt zweigeteilt, jenseits der japanischen Brücke (Chùa C.u) wohnten die japanischen Familien. Als 1635 der Außenhandel in Japan endgültig verboten wurde, verlagerte sich die Bedeutung des Hafens erneut. Zu dieser Zeit wurden europäische Handelsniederlassungen in H.i An gegründet: 1613 die English East India Company, 1636 die holländische Vereenigde Oostindische Compagnie und 1644 die französische Compagnie des Indes Orientales. Zu der Zeit ließen sich Inder, Portugiesen, Holländer und Franzosen nieder. Der geschäftliche Erfolg der Gesellschaften war allerdings gering, so dass sie sich bald zurückzogen. Als 1644 die Ming-Dynastie in Bejing von den mandschurischen Qing gestürzt wurde, flohen zahllose Chinesen nach Südostasien und übernahmen H.i An geradezu. Mit der zunehmenden Versandung des Hafens mussten die immer größeren Handelsschiffe in den Hafen von Ðà N.ng ausweichen. So verlor H.i An im 18. Jahrhundert immer mehr an Bedeutung. Während der Tây Son- Rebellion wurde die Stadt 1780 weitgehend zerstört und nochmals aufgebaut. 1888 erklärten die Französische Kolonialmacht Ðà N.ng zur Hauptstadt von Annam und auch die Eisenbahn wurde 1930 an H.i An vorbei gebaut[1]. Diesem Niedergang hat die Stadt allerdings den Erhalt des historischen Stadtbildes zu verdanken. Zudem gilt die Altstadt als Einzige, die im Vietnamkrieg unzerstört blieb. Die Altstadt wurde 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, da sie als gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens aus dem Zeitraum vom 15. bis zum 19. Jahrhundert gilt, deren Gebäude eine Verschmelzung einheimischer und fremder Einflüsse, vor allem dem Stil südchinesischer Kleinstädte, zeigen. Nach Kauf eines Pauschaltickets zu 90.000 d (Stand: 17. Januar 2010) lässt sich dort eine von drei chinesischen Versammlungshallen, eines von vier alten Häusern (z. B. mit einer traditionellen Apotheke) und entweder die japanische Brücke oder den Quan Công Mi.u (Tempel von Quan Công) besichtigen. Außerdem gilt das Pauschalticket zum Besuch eines von drei Museen sowie für ein Konzert traditioneller Musik oder einen Kunsthandwerk-Workshop. Wir besuchen eine Seidenraupenzucht mit Spinnerei und Webstühlen, angeschlossen eine Schneiderei, die innerhalb von 24 Stunden die bestellte Ware anliefert. Viele lassen Maß nehmen, wir werden das auf den kommenden Tag verschieben. Ein regionaler Markt ist ebenfalls eine Veranstaltung, die man erlebt haben sollte, egal ob man etwas kauft, oder nicht. Über eine chinesische Versammlungshalle geht es weiter zur Japanischen Brücke, einem der ältesten Bauwerke in Hoi An. Zurück geht es mit dem Boot über den Sông Thu B.n Fluss. Alle sind gut drauf, für flüssigen Proviant ist gesorgt. Am Nachmittag nehmen wir ein Bad im Chinesischen Meer. Der Wellengang ist kräftig, das Wasser hat ca. 28 °C, der Strand ist sauber und relativ leer.

Donnerstag, 14.10.2010

Wir haben einen freien Tag. Wir fahren nochmals in die Schneiderei mit Seidenraupenzucht, Monika möchte ein Kleid und Gerhard Ernst einen Smoking schneidern lassen. Also hin zur Stoffauswahl und Anprobe, dann ist auch schon Zeit für einen Lunch.

Freitag, 15.10.2010

Wir besuchen M. Son My Son (vietnamesisch: M. Son) ist eine Tempelstadt in Zentralvietnam. Im Jahr 1999 wurde sie zum Weltkulturerbe erklärt. Ab dem 2. oder 3. Jahrhundert entstand an der Küste Vietnams die Cham-Kultur. Kulturell war diese stark von der indischen Kultur beeinflusst, was sich insbesondere in der Übernahme hinduistischer Glaubensvorstellungen (Verehrung des Hindu-Gottes Shiva) und Kunst ausdrückte. Aus Champa, dem Reich der Cham, sind in My Son mehr als 70 Tempel, die in der Regel aus einem zentralen turmartigen Bauwerk und kleineren umliegenden Gebäuden bestehen, erhalten geblieben. Im Jahr 2002 begannen Ausgrabungen, die Teil eines Projektes sind, das mit 70.000 Dollar von der UNESCO gefördert wird. Der berühmteste Turm war 24 Meter hoch und mit Bildhauereien von Löwen und Elephanten verziert. Er wurde 1969, als das Gebiet während des Vietnamkrieges von US-amerikanischen Flugzeugen bombardiert wurde, zerstört. Während dieser Bombardements wurden insgesamt 50 der rund 70 zuvor von den Archäologen der École française d’Extrême-Orient in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verzeichneten Tempel schwer beschädigt oder zerstört. Wiederaufbauarbeiten -beispielsweise unterstützt durch italienische Experten -gestalten sich außerordentlich schwierig, da die fugenlose Bauweise der Cham bisher nicht reproduzierbar ist und der Einsatz von Mörtel zu unschönem Moosbewuchs führt. My Son wurde in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen, weil die Tempelstadt von My Son den Kulturaustausch und den Einfluss der hinduistischen Architektur auf Südostasien symbolisiert. Darüber hinaus war Champa ein wichtiger Bestandteil der politischen und kulturellen Geschichte Südostasiens, was von den Ruinen My Sons illustriert wird.

Die Busfahrt zu den Anlagen dauert ca. 90 Minuten. Es regnet in Strömen, viele haben an den Füßen nur

Badelatschen, sicher keine schlechte Wahl… Es gibt noch eine andere Qual der Wahl: Ganzkörperkondom oder Regenschirm…Ich entscheide mich für Regenschirm, obwohl dadurch eine Hand immer belegt ist. Schon auf dem Weg zur Anlage erkennen wir, dass heute kein Faden trocken bleibt. Der Regen ist so unangenehm nicht, immerhin ist er ca. 28 °C warm. Nach 2 Minuten im Freien sind meine Schuhe vollkommen durchnässt. Aber ich habe Angst vor Fußverletzungen und habe daher auf festeres Schuhwerk gesetzt. Eine kleine Brücke über ein Bächlein ist bereits überspült, wir müssen durch kniehohes Wasser waten. Nach Besichtigung der ersten Gruppe von Tempeln kommt ein Aufseher und bewegt uns zur Umkehr. Die kleine Brücke ist nicht einmal mehr zu erahnen, zur Sicherung sind bereits Taue gespannt und das Wasser reicht uns bis zur Hüfte. Aber seltsamerweise mault niemand, alle empfinden den Ausflug als Abenteuer, pfadfindermäßig eben…Leider müssen wir den Besuch abbrechen und witterungsbedingt zurückkehre. Im Bus fiel mir auf, dass es keine Textilen Bezüge auf den Sitzen gibt, jetzt weiß ich warum.

Samstag, 16.10.2010

Der Regen hat sich gelegt. Heute fahren wir über den Wolkenpass von Hoi An nach Hue. Der Hai-Van-oder Wolken-Pass (viet. Ðèo H.i Vân, franz. Col des Nuages) bildet die natürliche Grenze und Wetterscheide zwischen Nord-und Süd-Vietnam. Er ist ca. 20 km lang, erreicht 496 Meter Höhe und führt über den Ausläufer der Truong-Son-Berge, der bis zum Meer reicht. Vom höchsten Punkt hat man einen Panoramablick über den Ozean, nach Da Nang und die Halbinsel Son Tra. Oftmals aber ist der Pass in Wolken gehüllt. Über den Pass verläuft die Nationalstraße 1. Seit 2005 wird die äußerst wichtige Verkehrsverbindung durch den 6,3 km langen Hai-Van-Tunnel entlastet. Am Pass verläuft die Grenze zwischen der Provinz Th.a Thiên-Hu. und der regierungsunmittelbaren Stadt Ðà N.ng. Auf Grund der hohen strategischen Bedeutung war dieser Ort im Vietnamkrieg heiß umkämpft. Der Pass macht seinem Namen alle Ehre. Wolkenfetzen hängen am Horizont, so dass vom Meer nichts zu sehen ist. Es ist zu erkennen, dass der Pass nach Norden und Süden eine wichtige militärische Bedeutung hatte, Bunkerruinen sind noch zu erkennen. Jenseits des Passes sehen wir auch den Tunnel der Nationalstraße No. 1, durch den der Nord-Süd-Verkehr nunmehr abgewickelt wird. Wir machen im Nirgendwo eine Pause zum Mittag, es schmeckt sehr gut, allerdings war es das einzige mal, wo es im Anschluss Probleme mit der Verdauung gab…

Am späten Nachmittag erreichen wir die ehemalige Kaiserstadt Hue, unser Quartier liegt in einem Vorort und ist wie so oft, als Hotelanlage auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Aber vollkommen unscheinbar im Eingang eröffnet sich uns eine Anlage vom Feinsten, wir haben uns sehr wohlgefühlt.

Sonntag, 17.10.2010

Hu. ist eine Stadt in Zentralvietnam mit ca. 300.000 Einwohnern, gelegen am Huong Giang (Parfümfluss). Hu. war von 1802 bis 1945 Hauptstadt Vietnams, darüber hinaus ist die Stadt Sitz des Erzbistums Hu.. Die Zitadelle mit der Verbotenen Stadt, die nach dem Vorbild in Peking entstand, wurde 1993 zum UNESCO- Weltkulturerbe erklärt. Sie ist während der Tet-Offensive 1968 sehr stark beschädigt worden. Unter der Nguy.n-Dynastie von 1802 bis 1945 war Hu. Hauptstadt von Vietnam. Die Grenze zwischen Nord- und Südvietnam verläuft nördlich der Stadt. Die sogenannte Entmilitarisierte Zone erlebte während des Vietnamkrieges schwerste Kämpfe. Hu. war eines der Zentren buddhistischen Mönchtums im vom Buddhismus geprägten Südvietnam und Sitz eines katholischen Erzbistums. Als Südvietnams katholischer Diktator Ngô Ðình Di.m das Hissen der bunten buddhistischen Fahnen bei den traditionellen Umzügen am 8. Mai 1963 zu Buddhas Geburtstag -ähnlich den katholischen Fronleichnamsprozessionen -provozierend auf die rot-gelb gestreifte Nationalflagge begrenzen wollte, kam es in Hu. zu Protesten, die mit Toten endeten. Die Proteste des nächsten Tages, die mit Tränengas von der Polizei bekämpft wurden, endeten ebenfalls katastrophal, weil sich die Tränengaspatronen aus ehemals französischen Kolonialbeständen inzwischen zu Säure umgewandelt hatten und die Protestierenden verätzten. Provozierende Äußerungen von Ngô, seinem als Präsidentenberater fungierenden Bruder Ngô Ðình Nhu und dessen Ehefrau sowie die systematische religiöse Diskriminierung, die mit dem Verbot von Scheidung, Empfängnisverhütung, Tanzen, Schönheitskonkurrenzen, Glücksspiel, Wahrsagen, Hahnenkämpfen und Prostitution einhergingen, luden die Situation schon länger auf. Am 10. Juni 1963 verbrannte sich der buddhistische Mönch Thích Qu.ng Ð.c auf einem Platz im Zentrum von Saigon vor laufenden Kameras aus Protest selbst. Madame Nhu und ihr Ehemann gaben dazu zynische Kommentare vor der Weltpresse ab, die den Protest noch steigerten. Innerhalb einer Woche kam es an verschiedenen Orten, auch in Hu., zu drei weiteren Selbstverbrennungen. In Hu. kam es zu schweren Zusammenstößen, als schwer bewaffnetes Militär mit aufgepflanztem Bajonett die verkohlte Leiche des fünften Mönchs, der sich selbst verbrannt hatte, sicherstellen wollte. Als Ngô Ðình Nhu nun einen „Gegenschlag“ gegen die Buddhisten führte, wurden am 20. August schwerbewaffnete Verbände seiner Privatmiliz, seines Geheimdienstes und andere Bewaffnete in Saigon und Hu. zur Pagode entsandt, mit dem Ziel, möglichst viele Buddhisten gefangen zunehmen und die Pagode zu schleifen. Unter den Augen des amerikanischen Konsuls wurden dreißig buddhistische Mönche ermordet und die in ganz Asien bekannte Riesenstatue Buddhas zerstört. Buddhisten flohen in die Residenz des amerikanischen Konsuls und die amerikanische Agentur für internationale Entwicklung, die sich im gleichen Viertel wie die Pagode befand. Am

2. September jenes Jahres gab US-Präsident John F. Kennedy ein Interview, in dem er Änderungen in der Politik und „im personellen Bereich“ forderte, womit er Präsident Ngô de facto den Rücktritt nahelegte.

Vom 3. Januar bis zum 3. März 1968 war Hue während der Tet-Offensive Schauplatz erbitterter Häuser-und Straßenkämpfe zwischen Nordvietnamesen auf der einen und Südvietnamesen sowie US-Marines auf der anderen Seite (Schlacht um Hu.). Dabei wurde die Stadt zum Großteil zerstört und zehntausende Zivilisten obdachlos. 5.000 nordvietnamesische und 452 südvietnamesische Soldaten sowie 216 US-Marines wurden getötet.

Wir besuchen zunächst die Grabanlage des letzten Kaisers von Vietnam. Der Sohn von Kaiser Thi.u Tr. wurde am 22. September 1829 geboren und folgte seinem Vater am 10. November 1847 auf den Thron. Seine Ära begann jedoch mit einer Rebellion. Diese hatte ihre Ursache in der Unterdrückungspolitik der vorherigen Kaiser der Nguy.n-Dynastie, aber erst die Umstände der Wahl von T. Ð.c zum Kaiser gaben der Unzufriedenheit einen Anführer, zudem einen königlich legitimierten: Thi.u Tr. hatte seinen gemäßigteren ältesten Sohn H.ng B.o in der Thronfolge übergangen und den Thron stattdessen T. Ð.c gegeben, der für seinen treuen Konfuzianismus, für seinen Widerstand gegen Ausländer und Innovationen bekannt war. Kronprinz H.ng B.o wurde der Anführer einer Rebellion gegen T. Ð.c. Sie bestand aus konfuzianischen Gelehrten, die darüber verärgert waren, dass durch das Übergehen des ältesten Sohnes die Familienhierarchie entehrt wurde. Manche waren übriggebliebene Unterstützer der Lê-Dynastie, die von vielen immer noch als legitime Dynastie in Vietnam angesehen wurde, ebenso wie die gewöhnlichen Bauern, die über die Nguy.n- Besteuerung und die gewöhnlich korrupten Mandarine genauso verärgert waren, wie über die katholischen Missionare und christlichen Bekehrten, die von Minh M.ng und Thi.u Tr. verfolgt worden waren. Rasch unterdrückte T. Ð.c die Rebellion mit militärischer Gewalt. Seine Mutter, Kaiserinwitwe T. Ð., brachte ihn davon ab, seinen Bruder hinrichten zu lassen, doch beging H.ng B.o im Gefängnis Selbstmord. Kaiser T. Ð.c führte die Politik seiner Vorgänger fort: Er koppelte Vietnam von der Außenwelt ab und lehnte alle Versuche, das Land zu modernisieren, ab. Berichte über sein Privatleben zeigen einen vornehmen und gebildeten Mann, aber seine Politik brachte einen Konflikt mit Europa, den Vietnam nicht gewinnen konnte. Er unterdrückte alle Ausländer in Vietnam, vor allem die christliche Gemeinschaft, indem er ihre Religion eine „perverse Doktrin“ nannte. Der christliche Mandarin Nguy.n Truong To versuchte T. Ð.c zu überzeugen, dass dies eine selbstmörderische Politik sei, aber dieser hörte nicht auf ihn, überzeugt davon, dass Frankreich zu sehr in das Chaos in Europa von 1848 involviert wäre, aber er sollte sich täuschen. Frankreich antwortete mit großer militärischer Expeditionsgewalt und griff vom südlichen Vietnam aus an. Die Nguy.n-Armee kämpfte einige Zeit tapfer, aber ihre antiquierten Waffen und Strategien waren keine Gefahr für die Franzosen, die mehr unter dem Klima und Krankheiten als unter des Gegners Widerstand litten. Während die französischen Truppen immer näher an ihn heranrückten, rief T. Ð.c seinem chinesischen Überherrn, dem Qing-Kaiser zu Hilfe. So ergab sich der Sino-Französische Krieg. In der Schlacht um Hanoi obsiegten die Franzosen gegen Chinesen und Jolly-Roger-Piraten. China gab seine Position als Lehnsherr Vietnams auf und erkannte Frankreich als die regierende Macht in der Region an. Um alles noch schlechter zu machen, musste Kaiser T. Ð.c mit erneuten, inneren Rebellionen zurechtkommen, die für die Nguy.n-Dynastie zur Gewohnheit wurden. Es gab wortwörtlich hunderte kleiner Rebellionen und Aufstände gegen die Nguy.n-Regierung. Unterdrücken christlicher Missionare war auch eine große Quelle von Störungen, inklusive der Exekution eines spanischen Bischofs, was zum Fall von Saigon zu den Franzosen führte. Nach einer Anordnung von 1848 forderte T. Ð.c alle vietnamesischen Katholiken auf, ihre Religion zu widerrufen, ansonsten würden sie im Gesicht mit dem Zeichen der Häresie gebrandmarkt und alle Rechte und Privilegien verlieren. Diese Unterdrückung rief alle europäischen Mächte gegen Vietnam zusammen und T. Ð.c hat damit alle Hoffnungen aufgegeben, für Vietnam als Opfer Hilfe der Außenwelt zu erringen. Als weitere Rebellionen ausbrachen und die Franzosen zur Hauptstadt vordrangen, fürchtete T. Ð.c um seine Macht. Er zog eine Vereinbarung mit den Franzosen vor, um die Rebellion niederschlagen zu können. Denn er erwartete zwar, dass Frankreich erniedrigende Zugeständnisse von ihm verlangen würde, die Rebellen würden ihn jedoch absetzen und/oder töten wollen. T. Ð.c trat den südlichen Großteil Vietnams als Cochinchina an Frankreich ab und akzeptierte den Status als französisches Protektorat für sein Land. Dies verursachte einen großen Aufruhr. Viele, wie der berühmte Mandarin Truong Công Ð.nh, weigerten sich, diesen Vertrag anzuerkennen. Sie kämpften, T. Ð.c wegen der Aufgabe von Teilen ihres Heimatlandes verurteilend, weiter für die Verteidigung ihres Landes. Kaiser T. Ð.c erlebte die schlimmsten Auswirkungen der Kolonialisierung auf sein Land nicht mehr. Da er der letzte war, der es unabhängig regierte, wird er oft als letzter Kaiser Vietnams angesehen. Infolge einer Pocken- Erkrankung war er impotent, so dass er trotz eines riesigen Harems an Frauen in seinem Palast keine Kinder hatte. Noch mit seinem Todeshauch soll er die Franzosen verflucht haben – so jedenfalls die Legende. Die Anlage erinnert eher an eine Sommerresidenz als an eine Grabanlage und ist sehr weitläufig angelegt.

Das Mittagessen erfolgt auf Einladung des GEBECO Reisebüros. Am Nachmittag besuchen wir die verbotene Stadt, in der umfangreiche Erneuerungsarbeiten ablaufen. Die Bootsfahrt auf dem Parfümfluss. Zum Ursprung dieses Namens gibt es verschiedene Theorien: eine verweist auf die Pollen und Blüten, die im Frühjahr auf dem Wasser treiben, eine andere auf die wohlriechenden Edelhölzer, die auf dem Fluss transportiert wurden. Es ist aber so etwas wie eine Verkaufsfahrt und Bootsfahrten hatten wir nunmehr schon einige hinter uns…

Montag, 18.10.2010

Wir verlassen am Morgen Hue und fliegen nach Hanoi. Bei Ankunft in Hanoi bemerke ich den Temperaturunterschied und den Unterschied in der Luftfeuchtigkeit schon Es ist wesentlich trockener und nicht mehr ganz so warm. Uns empfängt Vinh, er hat in den Siebzigern in Ilmenau Elektrotechnik studiert. Hanoi (viet. Hà N.i, wörtlich: Stadt innerhalb der Flüsse) ist die Hauptstadt der Sozialistischen Republik Vietnam und hat eine Einwohnerzahl von 6.448.837; diese resultiert aus der Neugliederung vom 1. August 2008, bei der die gesamte Provinz Hà Tây und Teile anderer Provinzen dem Verwaltungsgebiet Hanoi hinzugefügt wurden. Die Stadt liegt am fruchtbaren Delta des Roten Flusses (Sông H.ng), etwa 100 km von der Mündung in den Golf von Tonkin entfernt. Für Hanoi, die älteste noch bestehende Hauptstadt Südostasiens, ist das Gründungsjahr 1010 belegt. Und somit feierte die Stadt seinen 1000. Geburtstag, genau an dem Tag als wir Ho Chi Minh Stadt erreichten. Im Jahre 866 errichtete die chinesische Tang-Dynastie zur Konsolidierung ihrer Besatzung am Westufer des Roten Flusses eine Zitadelle namens Ð.i La, die König Lý Thái T., der Begründer der Lý-Dynastie, im Jahre 1010 zu seiner Residenzstadt auserwählte und „Thang Long“ („aufsteigender Drache“) nannte.

Zahlreiche Sagen und Legenden umranken Hanois Geschichte. Einer Legende nach glaubte König Lý Thái T. bei seiner Suche nach einer fruchtbaren Ebene für seinen Sitz aus den Nebeln des Roten Flusses einen in den Himmel steigenden goldenen Drachen gesehen zu haben, woraufhin er seine neue Residenz „Thang Long“ („aufsteigender Drache“) nannte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Hanoi wiederholt von Invasoren erobert, verlor zwischenzeitlich seine Funktion als Hauptstadt und wurde mehrfach umbenannt. Während der Ho-Dynastie (1400–1407) trug Hanoi den Namen Ðông Ðô (östliche Hauptstadt), während der Besetzung durch die chinesische Ming-Dynastie hieß die Stadt Ðông Quan (östliches Tor), die Le-Könige benannten sie 1430 in Ðông Kinh (östliche Hauptstadt) um. Als die Niederländische Ostindien-Kompanie im 17. Jahrhundert hier eine Handelsniederlassung einrichtete, gelangte dieser Name als Tongking ins europäische Schrifttum. Während der Nguyen-Dynastie (1802–1945) verlor Hanoi seinen Status als Hauptstadt und musste diesen an Hu. abtreten, blieb jedoch administratives Zentrum des Nordens. Da der Drache als Symbol der kaiserlichen Macht der Hauptstadt Hu. vorbehalten bleiben sollte, wurde die Stadt abermals umbenannt. Der Nguyen-Kaiser Minh Mang (1820-1841) gab ihr im Jahre 1831 ihren heutigen Namen: Hà N.i (Hán Nôm: ..) -die „Stadt innerhalb der Flüsse“, der nichts weiter als eine geografische Lage bezeichnet. 1873 wurde Hanoi von den Franzosen erobert. Von 1883 bis 1945 war die Stadt Verwaltungszentrum der Kolonie Französisch-Indochina. Die Franzosen errichteten südlich von Alt-Hanoi eine moderne Verwaltungsstadt, legten breite, rechtwinklig zueinander liegende, baumgesäumte Alleen mit Oper, Kirchen, öffentlichen Bauten und Luxusvillen an, zerstörten aber auch große Teile der Stadt, schütteten Seen und Kanäle zu oder verkleinerten diese; Kaiserpaläste und Zitadelle mussten ebenfalls weichen. Von 1940 bis 1945 war Hanoi, wie auch der größte Teil von Französisch-Indochina und Südostasiens japanisch besetzt. Am 2. September 1945 rief Ho Chi Minh in Hanoi die Demokratische Republik Vietnam (Nord-Vietnam) aus. Die vietnamesische Nationalversammlung beschloss am 6. Januar 1946, Hanoi wieder zur Hauptstadt der Demokratischen Republik Vietnam werden zu lassen. Zwischen 1946 und 1954 war die Stadt Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Franzosen und den Vi.t Minh (Indochinakrieg). Während des Vietnamkrieges wurde Hanoi von den Amerikanern bombardiert. Die ersten amerikanischen Bombenangriffe auf Hanoi erfolgten 1966, die letzten Ende 1972. Allein zum Weihnachtsfest 1972 trafen 40.000 t Sprengstoff die Stadt und zerstörten sie zu 25 Prozent. Seit der Wiedervereinigung des Landes 1976 ist Hanoi die Hauptstadt von ganz Vietnam. Wir besuchen zunächst das Mausoleum von Ho Chi Minh, können es nur von aussen sehen, er sei zur Balsamierung. Anschließend gehen wir zur Einsäulenpagode, die für jeden Vietnamesen zu besuchen, Pflicht ist. Die Einsäulenpagode gilt als eine der ältesten Sakralbauten von Hanoi. Im Inneren steht die Statue der Göttin der Barmherzigkeit. Umgeben ist er von einem kleinen Lotusteich.

Der gerade mal 3 x 3 m kleine Bau steht leider heute auf einem Betonpfeiler und leider nicht mehr wie ursprünglich auf einem Holzpfeiler. Klein aber fein wird sie sehr viel von Einheimischen besucht. Ein sehr lohnenswertes Fotomotiv. Der Hoan-Kiem-See (vietnames. H. Hoàn Ki.m) oder Schwert-See (vietnames. H. Guom) ist Hanois berühmtester See und trennt Alt–Hanoi vom einstigen französischen Kolonialviertel. Der See ist ca. 700 m lang und entstand als Rückstausee des Roten Flusses. Noch im 18. Jahrhundert war der See um ein Mehrfaches größer als heute, besaß einen direkten Zugang zum Roten Fluss, diente Flottenparaden und war mit den anderen Seen der Stadt durch Kanäle verbunden. Im 18. Jahrhundert besaßen die Trinh– Fürsten 52 Paläste an seinen Ufern. Der See wurde im 19./20. Jahrhundert teilweise zugeschüttet.

Der Name des Sees („See des zurückgegebenen Schwertes“) geht auf eine variantenreiche Legende zurück.

Anfang des 15. Jahrhunderts, während der chinesischen Besatzung, übergab der Sage nach eine riesige, im See lebende, goldene Schildkröte dem armen Fischer Le Loi (vietnames. Lê L.i) ein magisches Schwert, welches ihn unbesiegbar machte. Er benutzte das Zauberschwert, um in einem erbitterten Kampf (1418–1428) die Truppen der Ming-Dynastie vernichtend zu schlagen, und wurde im Jahre 1428 König. Nach der Siegesparade begab sich der junge König zum See, um den Göttern zu danken. Da tauchte die goldene Schildkröte erneut auf und forderte das Schwert zurück. Bevor Le Loi sich entscheiden konnte, löste sich plötzlich das Schwert aus der Scheide, stieg zum Himmel empor und verwandelte sich in einen großen jadefarbenen Drachen, der über dem See schwebte und dann in die Tiefe stürzte. Le Loi ernannte das Tier zum Schutzgeist des Sees. Aus Dankbarkeit und zur Erinnerung an dieses Ereignis ließ Le Loi auf einer kleinen Insel in der Mitte des Sees den dreistöckigen Schildkröten–Turm (Thap Rua) errichten, der bis heute das Wahrzeichen Hanois ist. 1968 wurde tatsächlich eine 2,10 m lange und 250 kg schwere Schildkröte aus dem See geborgen, welche etwa 400 Jahre alt gewesen sein soll. Sie ist präpariert in einem Glaskasten im Jadeberg–Tempel ausgestellt. Der Jadeberg-Tempel befindet sich auf einer kleinen Insel, auf die die The-Huc-Brücke führt.

Dienstag, 19.10.2010

Wir besichtigen zunächst die letzten Wohnorte von Ho Chi Minh. Obwohl H. Chí Minh für einen einfachen Lebensstil, Bescheidenheit und Integrität bekannt ist, war er während seiner Präsidentschaft wie nach seinem Tod das Zentrum eines großen Personenkults. 1975 bekam die Stadt Saigon den Namen Ho-Chi-Minh-Stadt. In Hanoi wurde ein Mausoleum im Stile des Lenin-Mausoleums errichtet, wo sein einbalsamierter Leichnam gegen seinen Willen ruht (er wollte, dass seine Leiche verbrannt und die Asche in Nord-, Mittel-und Südvietnam vergraben wird). Das Mausoleum steht in der Nähe des Platzes, an dem H. Chí Minh am 2. September 1945 die Unabhängigkeitserklärung öffentlich verlas. Wir sehen zunächst eine Villa, in der er nur einen Tag gewohnt haben soll, das Haus sei für eine Person viel zu groß. In den angrenzenden Gebüden für das Personal fand man Räume, die ihm zusagten und in denen er lebte und arbeitet, bis man eine Abwesenheit von mehreren Wochen nutzte und ein schlichtes Pfahlhaus baute, in diesem verbrachte er seine letzten Jahre. Wir machen einen Abstecher in die Altstadt von Hanoi. Zentrum von Hanoi ist die Altstadt, ein unglaubliches Gewirr schmaler Gassen. Auf den Bürgersteigen haben Händler ihre Waren ausgebreitet, wobei sich in jeder Straße eine bestimmte Zunft niedergelassen hat. Und so sind die Straßen nach den Artikeln benannt, die hier solange man denken kann, verkauft werden. Hang Ca (was soviel bedeutet wie „Ware Fisch“) ist die Fischgasse, Hang Bo die Korbgasse, Hang Buom die Gasse der Segelmacher, Hang Non die Gasse der Hutmacher und Hang Hom die Sarggasse. Aber auch das Nachtleben Hanois spielt sich zu einem großen Teil in der Altstadt ab. Wenn die Sonne hinter den Dächern der Häuser verschwindet, gehen hier die Lichter an und der ausgehfreudige Tourist kann wählen zwischen Restaurants, Bars, Straßenimbissen und sogar der ein oder anderen Disco. Wir zogen es vor, durch die spärlich beleuchteten Gassen zu schlendern und den Menschen, die hier leben beim Feierabend zuzuschauen. Denn wenn die Gittertüren vor den Geschäften geschlossen werden, ist der Tag noch lange nicht zu Ende in Hanoi. Wir bummeln ca. 3 Stunden durch das Gewirr der Gassen und haben etwas die Orientierung verloren. Also frage ich in einem der unzähligen Geschäften: Sprechen Sie englisch? Aber ja! In welcher Richtung liegt der See des zurück gegebenen Schwertes? Achselzucken! Das Wasserpuppentheater? Achselzucken! Nachdem mir das dreimal passierte, musste ich die Taktik ändern. Also frage ich jemanden, der nicht asiatisch ausschaut, sich aber so verhält, als wäre er mit den Sitten und Brächen bekannt: Vermutlich Amerikaner, saß auf so einem kleinen Hocker und ließ sich etwas zum Essen bereiten. Er zog sofort sein I-Phone: Hier sind wir, da ist Norden und da der See! Viel Spaß.

Wir haben nun eine kleine Stadtkarte und gehen den Weg zum Nikko Hotel zu Fuß. Um 16.00 Uhr treffen wir uns zu einem letzten kleinen Bummel, Polo Shirts sollten noch gekauft werden. Am Abend besuchen wir eine Aufführung des Wasserpuppentheaters. Das Wasserpuppentheater (Múa R.i Nu.c) gibt es nur in Vietnam. Seine Ursprünge sind unklar, aber wahrscheinlich war es schon im 11. Jahrhundert ein fester Bestandteil im kulturellen Leben des Landes. Diese Kunstform wurde streng geheim gehalten und nur innerhalb einer Familie von den Alten an die Jungen weitergegeben. In den 1980er Jahren war sie fast ausgestorben, als eine französische Organisation mit neuen Puppen und einer neuen Bühne diese Tradition wieder zum Leben erweckte. Die Ensembles haben bereits mehrmals erfolgreich im Ausland gastiert, und man kann in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt den Aufführungen beiwohnen.

Die Zuschauer werden musikalisch von einem kleinen Orchester (einschließlich eines Monochords, vietnamesisch: Ðàn B.u) begrüßt, das die ganze Aufführung begleitet. Außerdem leihen die Orchestermitglieder den Puppen ihre Stimmen. Das Orchester sitzt üblicherweise neben der Bühne, die aus einem Wasserbecken besteht. Ursprünglich war dieses Wasserbecken der Dorfteich oder ein See. In dem Becken stehen hinter einem Vorhang aus geflochtenem Bambus die Akteure, die die auf 3 bis 4 m langen Stangen montierten Wasserpuppen handhaben. Die Stangen befinden sich unterhalb, die Puppen oberhalb der Wasseroberfläche. Die 30 cm bis 1 m großen und 1 bis 5 kg schweren Figuren werden aus dem weichen und leichten Holz des verbreiteten Feigenbaumes geschnitzt. Sie sind mit Harzen und Lacken wasserfest überzogen, was auch gegen Holzwürmer helfen soll. Die beweglichen Gliedmaßen oder sonstige bewegliche Komponenten werden durch Seilzüge gesteuert. Dargestellt werden häufig Szenen aus dem Landleben wie etwa Fischfang, ein Flötenspieler auf einem Büffel (s. Bild) oder ein rauchender Bauer. Außerdem sind mystische Tänze von Löwen und feuerspeienden Drachen zu sehen sowie die vier heiligen Tiere: Phönix, k. lân (Qilin, das chinesische Einhorn), Long (der chinesische Drache) und Schildkröte. Ein beliebtes Motiv ist auch die Legende des zurückgegebenen Schwertes, in der dem König Le Loi, der im 15. Jh. die Chinesen aus Vietnam vertrieb, das ihm von den Göttern überlassene Schwert bei einer Bootsfahrt auf dem Hoan-Kiem-See von einer goldenen Schildkröte entrissen wird, um es den Göttern zurückzubringen.

Im Thang Long Water Puppet Theatre in Hanoi kosten die Eintrittskarten 60.000 d (ca. 3 €, Stand 06.2009. Vor
dem Vorführungsraum liegen kostenlose Programme in verschiedenen Sprachen aus. Auch die Ankündigungen erfolgen außer in Vietnamesisch in Englisch und Französisch. Nach einem kurzen Fotostopp am See des zurückgegebenen Schwertes geht es zum Abendessen, dieses mal Buffet. Eine sehr große Anlage empfängt uns, am Ende sind aber alle zufrieden, es war ein riesiges Angebot und es wurde immer nachgelegt. Zum Absacker geht es in die Hotelbar.

Mittwoch, 20.10.2010

Wir verlassen Hanoi mit dem Bus und fahren nach HaiPhong an den Golf von Tonking, um zwei Tahe in der Halong Bucht zu verbringen. Haiphong liegt etwa 100 km südöstlich von Hanoi, der Hauptstadt des Landes, im Delta des Roten Flusses an einem nördlichen Mündungsarm namens c.a C.m (Verbotenes Tor), 20 km vor der Mündung in den Golf von Tonkin. Die Stadt wird von 16 Flüssen und Nebenarmen durchflossen. Die Altstadt liegt am Ufer des Tam B.c. Die Stadt besitzt den zweitgrößten Hafen Vietnams, der als Überseehafen für den gesamten Norden von hoher Bedeutung ist. Sie wird deshalb auch der Hafen von Hanoi genannt. Die Küstenlinie ist etwa 95 km lang. Wir steigen auf einen Zubringer, der uns auf unsere Dschunke bringen soll. Mit dieser werden wir 24 Stunden auf der Halong Bucht verbringen. Die Halong-Bucht (vietnamesisch: V.nh H. Long) ist ein rund 1.500 km² großes Gebiet im Golf von Tonkin, im Norden Vietschungelnams. Nach offiziellen Angaben ragen 1.969 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch, aus dem Wasser. Das Kalksteinplateau, auf dem die Bucht beheimatet ist, versinkt. 1994 erklärte die UNESCO die Bucht zum Weltnaturerbe. Der Name V.nh H. Long (Hán nôm: … ) bedeutet: „Bucht des untertauchenden Drachen“ im Gegensatz zu Thang Long -aufsteigender Drache (dem alten Namen von Hanoi). Der Legende nach entstand die Bucht durch einen Drachen, der in den Bergen nahe am Meer lebte. Als er zur Küste lief, zog er mit seinem Schwanz tiefe Furchen in das Land, welches vom Meer überflutet wurde, nachdem der Drache ins Wasser tauchte. Geologisch entstand die heutige Bucht durch einen im Holozän ertrunkenen Kegelkarst. Die Grotten und Höhlen können teilweise, wie einige Strände auch, nur bei Ebbe betreten werden. Viele von ihnen sind grün, also über und über mit Pflanzen bewachsen, auf den größeren existieren teilweise dichte Dschungel. In den Grotten wie z.B. Hang Tong (Trommelgrotte) und Höhlen wie z.B. Hang Dau Go (Höhle der hölzernen Pfähle und anderen) gibt es bizarr anmutende Stalaktiten und Stalagmiten. Teilweise haben die Naturkräfte regelrechte Durchgänge durch den Fels gebildet. Die mit 354 km² größte Insel ist Cát Bà, auf der etwa 12.000 Insulaner vorwiegend vom Fischfang, der Austernzucht und dem zunehmenden Tourismus leben. Die größte Erhebung beträgt über 330 m. Während der Kriege gegen die Franzosen und Amerikaner wurden einige der Inseln und große Höhlen darauf zu Auffanglagern für Flüchtlinge und Kranke und als Nachschubdepots ausgebaut. So existierte auf Cát Bà in einer Höhle ein Krankenhaus, in dem sich zeitweilig bis zu 300 Personen aufhielten. Zunächst gibt es einen kleinen Lunch, seafood versteht sich…Anschließend besichtigen wir eine der bereits genannten Höhlen um dann zum Ende des Tages ein Bad im Meer zu nehmen. Eigentlich wollte ich nach Amerika schwimmen, aber nach ca. 600 m bereits hat man uns zurück gepfiffen… Also fotografieren wir um die Wette, wer hat die schönsten Sonnenuntergangsfotos? Zum Abendessen gibt es Taschenkrabben, sehr lecker…Und noch das eine oder andere Fläschchen Wein…

Donnerstag, 21.10.2010

Wir treffen uns nach dem Sonnenaufgang auf dem Oberdeck. Herrliche Luft und der wunderbare Blick auf die Gesteinsformationen lockt einen nach dem anderen auf das Sonnendeck. Marketender-innen kommen mit ihren kleinen Booten und wollen Muscheln und andere Versteinerungen verkaufen. Nach dem Frühstück gehen wir wieder auf ein Beiboot und fahren zur Affeninsel. Ein Angler schaut relativ misstrauisch nach uns und lässt uns während der gesamten Vorbeifahrt nicht aus den Augen. Dann sehen wir schon die kleinen possierlichen Tierchen, ich hätte Bananen mitnehmen sollen, oder es sollte jemand welche verkaufen, das wäre ein gutes Geschäft.

Was ich bis dato nicht wusste, Affen gehen in’ s Wassermit dem ganzen Körper. Unsere Bootsführerin singt hingebungsvoll irgendwelche vietnamesischen Lieder…Es war ein ge-lungener Abstecher. Vorbei an vielen unterschiedlichen Felsformationen fahren wir langsam wieder zurück nach Haiphong. Die letzte Chance, einen Reisstrohhut zu kaufen, wird wahrgenommen. Schließlich ist es für uns das Zeichen von Vietnam. Mit dem Bus geht es zurück nach Hanoi. Unterwegs wird das letzte Geld ausgegeben, wenn das nicht reicht, nimmt man die Kreditkarte: Ein Morgenmantel ist noch ein Muss. Zurück in Hanoi gehen wir noch ein paar Schritte am See des zurück gegebenen Schwertes entlang, ich will im Wasserpuppentheater noch die Musik kaufen, was mir auch gelingt. Ein letztes Bier mit Blick auf die untergehende Sonne, dann geht es zum letzten Abendessen. Alles Gute Vietnam

Fragen, Anregungen oder ein nettes "gute Reise"?

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