Reisebericht Neuseeland

  Neuseeland

Neuseeland. Land der weißen Wolke. Aoteroa. Das andere Ende der Welt.
Würde man die Erde durch den Mittelpunkt durchbohren, kämen wir Europäer ungefähr in
Neuseeland heraus. (genau gegenüber liegt Spanien)
Im übrigen, die Neuseeländer sind ja pfiffige Kerlchen, in einigen einheimischen Darstellungen liegt
Neuseeland in der Mitte der aufgeklappten Erddarstellung. Es ist halt alles Ansichtssache.
Nach dem Besuch Südamerikas war die Euphorie noch so groß, und: man sollte mit dem Besuch nicht
bis auf die letzten Tage warten. Immerhin stehen 48 Flugstunden an, die etwas dadurch gemildert
wurden, dass es einen zweitägigen Zwischenstopp in Seoul/ Südkorea gab.
Also: Neuseeland
An einem trüben Februartag ging es los.

19.02.2009: Die Anreise bis Seoul

Treffen: 19.02.: 09.00 Bahnhof Wittenberge.
Mit der Bahn ging es über Hamburg nach Frankfurt, den Frankfurter Flughafen empfanden wir als
übel; weit auseinander liegend die Abfertigungshallen, dazwischen große Baustellen,
Unübersichtlichkeit wo es nur geht0
Ein Nachtflug war gebucht. Abflug: 20.25 Uhr. Das Frankfurter Kreuz ist das letzte, was ich sicher
zuordnen kann. Die üblichen Service-Runden werden gedreht und: wir fliegen der Zeit entgegen.
Relativ schnell wird es hell. Gut ist Sibirien mit seinen Ölförderstellen zu erkennen, der zugefrorene
Baikalsee mit der Industrie (viel Zellstoff).
Ich bin im Halbschlaf, ein leichtes „vor sich hin dämmern“…

Nach einem Zwischenstop in Seoul fliegen wir weiter nach Neuseeland, dem eigentlichen Ziel unserer Reise.

Neuseeland (englisch: New Zealand; maorisch üblicherweise: Aotearoa) ist ein geographisch
isolierter Inselstaat im südlichen Pazifik. Er besteht aus der Nord-und der Südinsel sowie zahlreichen
kleineren Inseln. Die nächstgelegenen Staaten und Gebiete sind Australien im Westen (die
Westküste der beiden Hauptinseln Neuseelands ist ca. 2.000 km von der Südostküste Australiens
entfernt), Neukaledonien, Tonga, Fidschi im Norden und Antarktika im Süden. Weder geographisch
noch kulturell lässt sich Neuseeland eindeutig einem bestimmten Kontinent zuordnen: das Land liegt
teils auf der Australischen, teils auf der Pazifischen Platte und ist sowohl mit dem europäisch
geprägten Kulturraum Australiens als auch mit dem polynesischen Teil Ozeaniens verbunden.
Neuseeland ist ein Königreich im Commonwealth of Nations mit demokratisch-parlamentarischer
Verfassung. Für ein Industrieland eher ungewöhnlich sind die Hauptwirtschaftszweige: Land-und
Forstwirtschaft, Nahrungsmittelindustrie sowie Tourismus. Neuseeland wird vielfach als „grüne
Insel“ betrachtet, was vor allem an der relativ dünnen Besiedlung, der damit verbundenen
Unberührtheit der Natur sowie der äußerst vielfältigen und bedingt durch die isolierte Lage
einzigartigen Vegetation liegt.
Die gesamte Landfläche Neuseelands beträgt 268.680 km² und ist damit etwas kleiner als die Italiens
oder der Philippinen, aber etwas größer als die des Vereinigten Königreichs oder Westdeutschlands.
Während die Hauptinseln des Archipels in Ost-West-Richtung nie breiter als 450 km sind, erstrecken
sie sich entlang der Hauptachse in nordöstlicher Richtung über 1.600 km. Die gesamte Küstenlinie
umfasst dabei ungefähr 15.134 km. Die Hoheitsgewässer Neuseelands sind mit 167.653 km² relativ
zur Landmasse sehr groß, die Ausschließliche Wirtschaftszone ist mit 3.931.136 km² sogar eine der
weltweit größten.
Neuseeland befindet sich südlich des Äquators in der südlichen Hemisphäre. Alle neuseeländischen
Inseln liegen isoliert im südwestlichen Pazifischen Ozean, das Land wird damit im Allgemeinen
Ozeanien (insbesondere, wenn der Begriff Ozeanien auch Australien mit einschließt) zugeordnet,
beziehungsweise in kleinräumigerer Betrachtung als eine Insel Polynesiens angesehen. Teilweise
wird es aber aufgrund der kulturellen Gemeinsamkeiten auch dem Kontinent Australien zugeordnet.
Als Randmeer des Pazifiks liegt die Tasmanische See im Westen der Hauptinseln und trennt
Neuseeland vom circa 1.600 km entfernten Australien. Nach Australien ist das antarktische Festland,
etwa 3.000 km im Süden, die nächste größere Landmasse. Weitere Staaten oder Kolonien in der
Nähe Neuseelands sind im Norden Neukaledonien, Tonga und Fidschi. Neuseeland ist der Staat, der
am weitesten von Mitteleuropa entfernt liegt: Teile des Landes befinden sich auf der Erdkugel exakt
gegenüber von Spanien, sind also dessen Antipoden.
Nimmt man nur die beiden Hauptinseln, so ist West Cape der westlichste und East Cape der
östlichste Punkt des Landes. Der offizielle Mittelpunkt des Landes befindet sich etwa 24 km
südwestlich von Collingwood im Norden der Südinsel
Am Vormittag landen wir in Auckland International Airport und müssen weiter zum Binnenflughafen.
Hier geht es um 14.30 nach Christchurch. Wir erreichen die Stadt gegen 16.00 Uhr.

Sonntag, 22.02.2009: Christchurch

Christchurch ist eine an der Ostküste (Region Canterbury) der Südinsel Neuseelands gelegene Stadt
mit über 350.000 Einwohnern (Stand Juni 2005).
Christchurch gilt als die „englischste“ Stadt Neuseelands, was sich heute noch in der Architektur
nachvollziehen lässt. Der Maori-Name der Stadt ist Otautahi, benannt nach einem Häuptling der
Maori, der am Avon River siedelte.
Uns begrüsst Jutta.
Jutta ist gebürtige Badenserin und lebt seit 28 Jahren in Neuseeland. Sie wird uns die kommenden 2
Wochen bis zu ihrem gesundheitlichen Kollaps einen Tag vor Ende der Reise begleiten und uns Land
und Leute, Sitten und Gebräuche versuchen näherzubringen.
Unser Fahrer auf der Südinsel ist Allen, ein Mann trockenen (britischen) Humors.

Christchurch ist die größte Stadt in Canterbury, Neuseeland. Sie liegt am südlichen Ende der Pegasus
Bay, in der Mitte der Ostküste auf der Südinsel, zwischen Banks Peninsula, die bis zum 6. März 2006
einen eigenen Distrikt verkörperte und durch eine Volksabstimmung in den Stadt-Distrikt von
Christchurch eingegliedert wurde, und den Canterbury Plains. Die Stadt reicht im Osten bis an den
Pazifischen Ozean sowie an die Flussmündungen vom Avon und vom Heathcote River, im Süden und
Südosten bis zu den Vulkanausläufern der Port Hills und im Norden bis an den Waimakariri River. Das
Umland erstreckt sich noch weiter ins Landesinnere. Zu diesem Gebiet gehören außerdem die Städte
Kaiapoi, Prebbleton, Lyttelton und Diamond Harbour. In Folge dieser Eingliederung wurde
Christchurch nach Dunedin und vor Upper Hutt zum zweitgrößten Stadt-Distrikt in Neuseeland. Das
City Council grenzt im Norden an den Waimakariri-Distrikt, im Westen an den Selwyn-Distrikt und im
Osten an den Pazifischen Ozean. Am 6. März 2004 hatte die Großgemeinde, laut Christchurch City
Council eine Einwohnerzahl von 344.100, womit die Stadt die zweitgrößte Neuseelands und die
größte auf der Südinsel ist. Das Umland ist hingegen das drittgrößte im Land, hinter Auckland und
Wellington. Anhand archäologischer Funde in einer Höhle an den Redcliffs vermutet man eine erste
Besiedlung durch Stämme von Moa-Jägern in der Gegend um Christchurch. Mündliche
Überlieferungen unter den Maoru erzählen von Menschen, die dort schon um 1000 n. Chr. lebten.
Diesen ersten Bewohnern folgten die Waitaha, von denen man annimmt, dass sie im 16. Jahrhundert
von der Ostküste der Nordinsel hierher übersiedelten. Weitere Stämme, wie die Ngati Mamoe und
Ngai Tahu folgten bis etwa 1830.
Auch wenn schon vor 1830 europäische Siedler in der Gegend wohnten, so kam der erste Schwung
Europäer am 16. Dezember 1850 an, als die First Four Ships, gechartet von der Canterbury
Association, in Lyttelton Harbour einliefen. Diese vier Schiffe hießen Randolph, Charlotte Jane, Sir
George Seymour and Cressy.
Kapitän Thomas, der Landvermesser der Canterbury Association, vermaß die gesamte Gegend. Im
Dezember 1849 gab er den Bau einer Straße von Port Cooper, das spätere Lyttelton, über Sumner
nach Christchurch in Auftrag. Dieses Vorhaben drohte beinahe zu scheitern, da eine steile Passage
über den Hügel zwischen dem Hafen und dem Heathcote-Tal angelegt werden musste, um zu der
vorgesehenen Siedlung zu gelangen. Dieser Pfad wurde als Bridle Path (Zaum-Pfad) bekannt, da er so
steil war, dass die Pferde am Zaum geführt werden mussten. In den frühen 1960er Jahren wurde an
dieser Stelle ein Straßentunnel angelegt. Heute verläuft dort der Highway 73.
Waren, die zu schwer oder zu sperrig für die Packpferde waren, wurden mit kleinen Segelbooten die
acht Meilen an der Küste entlang und die Flussmündung landeinwärts nach Ferrymead verschifft.
Neuseelands erste öffentliche Eisenbahnstrecke fuhr ab 1863 von Ferrymead nach Christchurch.
Noch heute erinnert der Ferrymead Heritage Park an die Verkehrswege dieser Zeit. Wegen der
Gefahren auf dem Bridle Path sowie auf dem Seeweg wurde zwischen Lyttelton und Christchurch ein
Eisenbahntunnel angelegt, der 1876 eröffnet wurde.
Die Stadtrechte bekam Christchurch am 31. Juli 1856, weshalb sie die älteste Stadt Neuseelands ist.
Benannt ist sie nach dem Oxforder College Christ Church. Viele der neugotischen Gebäude des
Architekten Benjamin Mountfort sind aus dieser Zeit.
Christchurch war Gastgeber der British Commonwealth Games 1974.
Christchurch spielte eine wichtige Rolle in der Geschichte der Antarktis-Expeditionen. Sowohl Robert
Falcon Scott als auch Ernest Shackleton benutzten den Hafen von Lyttelton als Ausgangspunkt ihrer
Reisen. Eine Statue von Scott (angefertigt von seiner Witwe) in der Innenstadt erinnert daran.
Das Gebäude Christ Church Cathedral ist Mittelpunkt der Stadt. Die Turmspitze aus Metall verdankt
die Kathedrale den vielen Erdbeben, welche die frühere Steinkonstruktion ständig zum Einsturz
brachten.
Am Cathedral Square gelegen findet man das ehemalige Main Post Office, in dem nun ein großes
Tourismusbüro zu finden ist. Rund um die Kathedrale (Christchurch Cathedral) liegt die Innenstadt
von Christchurch. Hier finden sich die wichtigsten Geschäfte und ein großes gastronomisches
Angebot.
Im alten Universitätsviertel befindet sich jetzt das so genannte „Arts Centre“, mit vielfältigen
kulturellen Angeboten vom Kino bis zum Kunsthandwerk-Markt.
Ebenfalls in fußläufiger Entfernung befindet sich der botanische Garten. Von dort aus kann man auf
dem Avon mit einem Kahn eine Bootstour durch den Park machen.
Eine Touristenattraktion ist zweifelsohne die restaurierte Straßenbahn, mit der man die Innenstadt
im Sitzen erkunden kann.
Die größte Stadt auf der Südinsel Neuseelands begrüßt den Frühling, wenn die ersten
Pfuhlschnepfen (Godwits) nach ihren Rekordflügen aus der Arktis kommend im seichten
Mündungsgebiet der beiden Flüsse Heathcote und Avon landen. Sobald die ersten der 40 Zentimeter
großen Zugvögel am Strand gesichtet werden, läuten die Glocken der Kathedrale am nächsten Tag
um 12 Uhr Mittag Sturm. Jeden Herbst werden sie liebevoll verabschiedet. Vor der Abreise pilgern
ganze Scharen von Vogelfreunden an den Strand, und ein Maori-Priester segnet die Pfuhlschnepfen
vor der langen Reise.
Wir machen eine kurze Stadtrundfahrt ohne länger auszusteigen und fahren in unser Hotel am
Stadtrand. Es besitzt einen wunderschönen Garten, der eifrig fotografiert wird.
Das Abendessen ist lecker, jedoch schauen wir uns nach dem Essen gegen 20.30 Uhr an: Soll das alles
von Christchurch gewesen sein?
Kantors denken genau so und mit Rene fahren wir in einem Großraum-Taxi wieder in den Ort und
durchqueren ihn bis weit nach Mitternacht nochmals zu Fuß.
So sehen wir vor dem Einwanderungsbüro die Gedenksteine an die ersten Siedler, betreten die Art
Scool, gehen am Avon entlang und geraten durch einen der vier grossen Parkanlagen gegen 0:30 Uhr
wieder zu unserem Hotel zurück.
Faszinierend für mich, Jutta hatte uns im vorab darauf hingewiesen: Neuseeland ist ein sicheres
Land. Auch bei der Wanderung durch den mehrere km² großen Park hatte ich nie dias Gespühr, es
könnte gefährlich sein. Im Gegenteil, Einwohner fragten nach dem Weg und gaben Hinweise.

Montag, 23.02.2009: Von Christchurch nach Dunedin

Von den Hügeln vor der Stadt haben wir einen letzten Blick auf Christchurch.
Wir fahren die A 1, die vom Süden des Landes bis in die Nordspitze führt.
Wie fahren auf der Autobahn.
Eine Autobahm in Neuseeland zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht kreuzungsfrei ist, durch
Ortschaften mit Ampeln und Kreuzungen führt, aber den Vorteil hat, dass sie Brücken im Gegensatz
zu Landstrassen zweispurig sind.
Wichtig ist es, da das Land relativ dünn besiedelt ist (4,4 Mio Einwohne leben auf der Fläche der
alten Bundesrepublik) alle Rasrstätten mit den dazugehörigen Angeboten, wie Getränke, Snacks und
Toiletten zu nutzen. Es kann passieren, dass danach stundenlang nichts mehr kommt.
Wir fahren zu den Moeraki Boulders.
Die Moeraki Boulders sind Felsblöcke, die 40 Kilometer südlich von Oamaru in der Nähe des kleinen
Ortes Moeraki verteilt an der Küste der Südinsel von Neuseeland liegen.
Es sind Konkretionen, die sich vor ungefähr 65 Millionen Jahren gebildet haben. Ihre runde Form ist
außergewöhnlich, sie wurde nicht von Wind und Meer geformt, sondern durch einen
Kristallisierungsprozess von Kalzium und Karbonaten. Es ist ein ähnlicher Prozess, wie der bei dem
Perlen in Muscheln entstehen. Dieser findet um geladene Partikel in schlammigen
Unterwassersedimenten statt. Kalziumoxidmineralien haben sich dann mit der Zeit um den Kern, der
häufig aus einem Fossil oder Knochen gebildet wurde, angesammelt und nach ungefähr vier
Millionen Jahren entstand so die Form, die die Felsblöcke heute haben. Sie sind eingebettet in
Tonstein der vor 15 Millionen Jahren an die Meeresoberfläche gehoben wurde. Erosion hat die
erosionsresistenten Felsblöcke freigelegt.

Einer Legende der Maori nach entstanden die runden Felsblöcke jedoch auf ganz andere Weise. Sie
sagen, es seien Flaschenkürbisse -eine traditionelle Speise der Maori. Diese sollen von dem großen
Reisekanu Areiteuru gefallen sein, als das Kanu vor etwa 1000 Jahren Schiffbruch erlitt.

Wir erreichen den Großraum Dunedin.
Dunedin ist als Zentrum des Ökotourismus bekannt. Auf dem Taiaroa Head befindet sich eine
Brutkolonie der Königsalbatrosse, die, wie die Gelbaugenpinguine und die Pelzrobben an der Küste,
auf geführten Touren besichtigt werden können.
Als absolut sehenswert gilt die einzige kontinentale Königsalbatroskolonie der Welt, auf der Dunedin
vorgelagerten Halbinsel Otago Peninsula. Die Königsalbatrosse (auf Latein: Diomedea epomorphora,
auf Englisch: Royal Albatross, auf Maori: Toroa) erreichen eine Flügelspannweite von bis zu über 3
Metern, was dem Vogel beim Gleiten durch die Lüfte etwas Majestätisches verleiht.
Weitere Attraktionen der Stadt sind die Seehund-und Pinguinkolonien, unter denen sich eine des
seltenen Gelbaugenpinguins (auf Latein: Megadyptes antipodes, auf Englisch: Yellow-Eyed Penguin,
auf Maori: Hoiho) befindet. Mit einer nur noch 4500 Tiere zählenden Gesamtpopulation gelten diese
Tiere als vom Aussterben bedroht.
Das Wetter ist nicht gerade Touristenfreundlich. Wir werden in freundliches grünes Gummi gehüllt
und begeben uns auf die Suche nach den Pinguinen. Am besten sind sie in der Krankenstation zu
erkennen….

Dienstag, 24.02.2009: Von Dunedin nach Te Anau

Dunedin (in Maori: Otepoti) ist die zweitgrößte Stadt der Südinsel Neuseelands und zugleich die
Hauptstadt der Region Otago.
Der Name Dunedin stellt die anglisierte Form des schottisch-gälischen Namens Dùn Èideann für
Edinburgh dar und bedeutet Stadt auf dem Hügel.
Als einwohnermäßig achtgrößte Stadt des Landes reiht sich Dunedin als viertwichtigste Kulturstadt
Neuseelands hinter Auckland, Wellington und Christchurch ein. Dunedin war einstmals größte und
reichste Stadt des Landes, Sitz der ersten Universität Neuseelands und brachte die erste täglich
erscheinende Zeitung, die Otago Daily Times heraus. Historisch gesehen ist Dunedin mit Sicherheit
einer der interessantesten Orte Neuseelands.
Wir besuchen den Bahnhof von Dunedin. Er wurde, im flämischen Stil erbaut, 1906 seiner
Bestimmung übergeben. Das Gebäude wurde als das wohl am meisten fotografierte historische
Gebäude Neuseelands neben der alten Universität zum Wahrzeichen Dunedins.
Bereits frühzeitig wurde Dunedin in der Entwicklung der Eisenbahn in Neuseeland über den
Schienenstrang erschlossen. Am 1. Januar 1873 wurde die Dunedin and Port Chalmers Railway als
erste Strecke in der seit 1871 in Neuseeland verbindlichen Spurweite von 1.067 mm eröffnet. Am 7.
September 1878 erfolgte die Eröffnung der insgesamt 367 Kilometer langen South Island Main Trunk
Railway zwischen Christchurch und Dunedin. Weitere Erschließungen des Landes in Richtung Süden
folgten wenig später. Durch seinen wichtigen Hafen für Einwanderer aus Europa aber auch den
Export von Gütern nach Australien und Europa entwickelte sich schnell ein Bedarf an
entsprechenden Umschlagplätzen. Bereits im Jahr 1875 entstand in der Nähe der Queen Victoria
Statue von Dunedin direkt neben dem ersten ein zweiter Bahnhof, schon fünf Jahre später bestand
wieder Bedarf zur Erweiterung der Anlagen. Doch erst am 3. Juni 1904 erfolgte endlich die
Grundsteinlegung für ein neues, großes und ausreichend dimensioniertes Bahnhofsareal durch den
Minister of Railways, Joseph Ward.
Nach den Entwürfen des ersten offiziellen Architekten der neuseeländischen Eisenbahnen, Georg A.
Troup, der auch für die Stationen in New Plymouth, Lower Hutt und Bluff verantwortlich zeichnete,
entstand hier sein Meisterstück. Im flämischen Renaissance Baustil gehalten, wurde das Gebäude
aus dunklem Basalt und hellem, als Oamaru-Gestein bezeichnetem Kalkstein aus nahe gelegenen
Steinbrüchen errichtet. Polierte Granitplatten prägen die Torgänge der Vorderseite des Gebäudes,
über 725.760 Porzellan-Fliesen sind in den Gängen und im großen Hauptsaal des Gebäudes zu
Mosaikflächen verbaut und zeigen interessante Bilder von Eisenbahnfahrzeugen, Rädern, Signalen,
Lokomotiven und die großen Buchstaben NZR für New Zealand Railways. Der Hauptbahnsteig ist mit
rund einer Kilometer Länge der längste des Landes. Der markanteste Bestandteil des imposanten
Bahnhofsgebäudes ist aber der rechteckige Turm an der Südwestecke des Gebäudes mit einer Höhe
von über 37 Metern und trägt auf 3 Seiten eine 1,5 Meter große Uhr, die nachts von Innen
beleuchtet wird. Das neue Bahnhofsgebäude wurde im Oktober 1906 wiederum durch Joseph Ward,
dem nunmehrigen Premierminister von Neuseeland eröffnet, die letzten Arbeiten an der Anlage
wurden aber erst bis zum November 1907 abgeschlossen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf
120.500 Pfund (etwa 241.000 NZ$), eine zu damaliger Zeit gewaltige Summe.
Wurden in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts noch mehrerer Zehntausende
Reisende täglich auf dem Bahnhof gezählt, ging diese Zahl schrittweise zurück, meist verbunden mit
der Einstellung von Eisenbahnstrecken nach Dunedin. 1976 wurde die Strecke Dunedin –
Alexandra der Central Otago Line eingestellt. Im Jahre 1982, als der Vorort-Verkehr mit der Eisenbahn in
Dunedin beendet wurde, waren noch rund 4.000 Fahrgäste täglich registriert worden. 1990 drohte
der Bahnhof Dunedin vollends in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, nachdem New Zealand Rail
die Central Otego Line mit dem berühmten Abschnitt durch die Taieri Gorge stillgelegt hatte. Mit der
Einstellung der The Southerner genannten Personenfernverkehrsverbindung zwischen Invercargill,
Dunedin und Christchurch im Jahr 2002 verlor der gigantische Bahnhof vollends seine ursprüngliche
Bedeutung.
Trotz des Rückzugs der staatlichen Eisenbahn NZR und der privaten Nachfolger Tranz Rail bzw. Toll
NZ aus dem Personenverkehr ist der Bahnhof noch immer in entsprechender Nutzung. Seit 1990
betreibt der Otago Excursion Train Trust die Taieri Gorge Railway als größte neuseeländische
Touristikbahn –
mit Ausgangsstation am Bahnhof Dunedin. 1994 übernahm die Stadtverwaltung von
Dunedin das Bahnhofsgebäude von der Regierung für eine kleine Summe. Gemeinsam mit dem New
Zealand Historic Places Trust wurde das Gebäude in den Folgejahren umfassend rekonstruiert,
nachdem in den 90 Jahren seit der Eröffnung nur relativ wenige ordentliche Erhaltungsmaßnahmen
durchgeführt worden waren.
Heute beherbergt das Bahnhofsgebäude die Verkaufsräume der Taieri Gorge Railway, die New
Zealand Sports Hall of Fame, eine Galerie, ein Restaurant sowie Büroräume der Stadtverwaltung.
Wir fahren zunächst zur Bakdwin Street.
Unter der Kategorie Witziges stellt Dunedin gerne die Baldwin Street, als die -laut Guinness-Buch
der Rekorde -steilste Straße der Welt, zur Schau. Da Asphalt wegen des starken Gefälles (Verhältnis
1:2.86 oder 35%) abrutschen würde, wurde die Straße mit Betonplatten gepflastert. Einmal im Jahr
im Februar sorgt das Baldwin Street Gutbuster Rennen mit rund 1000 zumeist jungen
Wettbewerbern für großen Spaß.
Dunedin beherbergt jährlich bis zu 23.000 Studenten aller Bildungseinrichtungen, was der
zweitsüdlichsten Großstadt der Welt ein lebendiges Treiben und eine ausgesprochen aktive
Kulturszene verschafft. Dunedin ist neben Auckland, Wellington und Christchurch eines der
Popmusik-Zentren des Landes. Die bekanntesten Kiwi-Bands: The Sneaky Feelings (1980), The
Straitjacket Fits (1986), Look Blue Go Purple (1983) und The Jean-Paul Sartre Experience (1986),
entsprangen allesamt der Studentenszene Dunedins.
Mit einer Fläche von 3.341 km² ist Dunedin der größte Stadt-Distrikt Neuseelands und wird im
Norden vom Waitaki District, im Westen vom Central Otago District, im Süden vom Clutha District
und im Osten vom Südpazifischen Ozean begrenzt.
Eingerahmt von einer Hügelkette liegt die Stadt selbst direkt am Pazifischen Ozean und am Otago
Harbour, einer Bucht, die von der Otago Peninsula umschlossen wird.
Dunedin ist auch für sein Mikroklima bekannt. Das Klima von Dunedin gilt, wie für die gesamte
Otago-Küsten-Region, als gemäßigt; im Sommer mild und nicht zu warm, im Winter ebenfalls mild
und nicht zu kalt. Das vom Pazifischen Ozean geprägte Klima mit den schützenden Hügeln ringsrum
lassen sogar im Winter einige winterfeste Blumen blühen. Erheblicher Frost und Schneefall ist selten.
Dafür klettert das Thermometer im Sommer als Ausgleich auch sehr selten über die 30-Grad-Marke.
. Nicht selten unterscheidet sich das Wetter von Stadtteil zu Stadtteil. Bedingt durch die Topologie
verändern sich Windrichtung, Niederschlag und Sonneneinstrahlung über den Tag ständig.
Ortsansässige sprechen davon, dass es vorkommen kann, dass Dunedin vier Jahreszeiten an einem
Tag erlebt.
Dunedin verzeichnet mit ca. 1.700 Sonnenstunden im Jahr im Vergleich zu anderen Regionen und
Städten Neuseelands relativ wenig Niederschlag (750 mm). Trotzdem entstand der Ruf, zu feucht
und zu kalt zu sein. Das mag an der vorherrschenden kühleren südwestlichen Windrichtung liegen
oder auch daran, dass Nieselregen in einer häufigeren Anzahl Tagen auftritt als in anderen Regionen.
Die Archäologen datieren die erste Besiedlung der Otago Küstenregion um 1100 n. Chr.. Es waren
Polynesier, die die Küstenregionen erkundeten und schließlich dort siedelten. Sie bildeten eine
eigene Kultur heraus und nannten sich Maori, was in der Bedeutung des Wortes soviel heißt wie
natürlich, normal oder lokal. Als die Europäer nach Neuseeland kamen, gab es im Großraum des
heutigen Dunedin erhebliche Spannungen zwischen Maori-Stämmen, im Wesentlichen zwischen den
Ngai Tahu und den Ngati Toa. Die Fehde zwischen den Stämmen eskalierte im frühen 19.
Jahrhundert, was zur einer erheblichen Dezimierung der Bevölkerung führte. Des Weiteren brachten
Krankheiten, eingeschleppt durch den Kontakt mit den Europäern, weitere Verluste in der
Bevölkerung. In Otakou, einer historisch bedeutsamen Maori-Siedlung auf der Otago Peninsula,
wurden um 1848 herum lediglich etwas mehr als 100 Einheimische vom Stamm der Ngai Tahu
gezählt.
Dokumentiert ist der erste Besuch und Kontakt eines Europäers durch Kapitän James Cook im
Frühjahr 1770. Er beschrieb einen sattelförmigen Hügel, der als Saddle Hill, westlich von Dunedin
bekannt wurde, den Eingang zur Bucht des Otago Harbour, eine exponierte Position der Otago
Peninsula, die er nach Sir Charles Sounders, Cape Saunders benannte und dokumentierte die
reichlich vorhandenen Seehundkolonien an der Küste.
Die ersten Europäer, die ihren Fuß an der Küste Otagos an Land setzten, waren dann auch Robben-
und Walfänger, die von Australien um 1809 herum zur Jagd herüber kamen. Der Robbenjäger John
Boultbee dokumentierte in den 1820ern als erster die Siedlungen rund um den Otago Harbour
herum. 1831 kamen die Gebrüder Weller aus Sydney und machten eine Walfangstation in der Bucht
von Otago Harbour auf. Auch nach ihrem Bankrott 1841 bestand der Robben-und Walfang noch bis
ca. 1848 fort. Mit der Landung der ersten schottischen Siedler kann das Jahr 1848 als Wendepunkt
der Wahlfangzeit zur organisierten Besiedelung angenommen werden.
Im Spätherbst 1848 erreichten die ersten 347 schottischen Siedler, geführt von Reverent Thomas
Burns und dem Kapitän William Cargill, Port Chalmers, benannt nach dem Mathematiker, Professor
für Moralphilosophie und Führer der Free Church of Scotland, Thomas Chalmers. Ihr Ziel war die
Gründung von New Edinburgh. Sie kamen mit zwei Schiffen, John Wickliffe und Philip Laing, voll
beladen mit allem, was man für die erste Ansiedlung brauchte.
Nach der Abspaltung der Free Church of Scotland von der Church of Scotland wegen ihrer streng
calvinistischen Haltung, gab es einen starken Drang in einem neuen Land etwas Neues aufbauen zu
können und mehr freiheitlich leben zu können. 1843 verließ so ein Drittel der Gläubigen die
traditionelle Kirche Schottlands. Hinzu kamen schottische Auswanderer, die aus rein wirtschaftlichen
Gründen in der Landwirtschaft und Viehzucht in dem „gelobten Land“ einen Neuanfang machen
wollten.

Bereits am 26. April 1844 landete Frederick Tuckett in der Deborah Bay im Otago Harbour, mit dem
Auftrag der New Zealand Company, eine geeignete Stelle für die Ansiedlung und Stadtgründung zu
suchen. Im Juli kaufe er von den Maori 162 Hektar Land, den sogenannten Otago Block. Dieser
erstreckte sich von der Nordspitze der Otago Peninsula bis 50 Meilen südwärts zum Nugget Point
kurz hinter der Mündung des Clutha River. Am 23. Februar 1846 kam Charles Henry Kettle, erstellte
Pläne zur Gründung Port Chalmers und Pläne für die Siedlung Dunedin am Ende der Bucht des Otago
Harbour. Die Ansiedlung konnte nun beginnen.
Es gibt kaum publizierte Zahlen über das Bevölkerungswachstum dieser Zeit. Dunedin wurde aber
schnell die größte und wichtigste Stadt des Südens und bereits 1852 die Hauptstadt der Province
Otago.
Gabriel Read, dessen Goldfund 1861 den Otago-Goldrausch verursachte. Im August schürften bereits
über 2000 Goldsucher in Gabriels Gully (Gabriels Ausgrabung) in Otago nach dem Edelmetall. Da alle
Goldsucher über Dunedin reisen mussten, entwickelte sich Dunedin schlagartig zum Umschlagplatz
aller Waren und wurde somit der Lagerverwalter der Goldsucher. Die Menschen kamen aus allen
Teilen der Welt. Da Goldsucher bereits in Australien tätig waren, kamen von dort auch die meisten
nach Otago herüber. In den folgenden sechs Jahren kamen allein aus Australien über 50.000
Menschen, um ihr Glück zu machen. Dunedin wurde zum wichtigsten Handelsplatz Neuseelands und
Ankunfts-, Abreise-und Aufenthaltsort für die vielen Reisenden. Nach einer polizeilichen
Volkszählung im August 1864 zählte Dunedin bereits 15.790 Einwohner. Die Verwaltung der Stadt
verstand es, aus dem Boom Geld zu machen, wogegen die Stadtentwicklung selbst dem Ansturm
nicht gewachsten war. Viele Menschen lebten auf kleinstem Raum oder sogar in Zelten. Die Straßen
und Wege, die Müllentsorgung und hygienischen Zustände waren katastrophal. „It is a dirty, muddy
city with the worst-made streets …“ (Es ist eine schmutzige, schlammige Stadt mit den am
schlechtesten gebauten Straßen…), wurde seinerzeit von einem Besucher Dunedins in Melbourne,
Australien publiziert.
Die erste Tageszeitung Neuseelands, die Otago Daily Times, wurde mit Beginn des Goldrauschs
gegründet und erschien zum ersten Mal am 15. November 1861.
Wir besuchen das Gelände der University of Otago. Sie wurde 1869 als die erste Universität
Neuseelands in Dunedin gegründet. Der erste Studienjahrgang startete 1871 mit nur drei
Professoren und 81 Studenten. Als allererste Universität im gesamten Britischen Empire wurden
auch Frauen zu allen Fächern zugelassen.
1882 wurde in Dunedin die erste Cable Car nach dem Vorbild derjenigen von San Francisco hinauf
nach Roslyn installiert und war damit die Erste auf dem südlichen Teil des Globus überhaupt. Im
selben Jahr wurde weltweit erstmals gefrorenes Fleisch per Schiff transportiert und zwar von Port
Chalmers nach England. 1900 kamen die ersten Autos nach Dunedin. Die meisten Autos waren
Amerikanische. Sie waren größer und hatten mehr Kopffreiheit für die Hüte tragenden Männer und
Frauen.
Die Zeit vom Goldrausch bis zur Jahrhundertwende waren die erfolgreichsten Jahre Dunedins.
Wichtige politische Beschlüsse führten zu weitreichenden Veränderungen und zu wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Wachstum. Dunedin wurde zum wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen
Zentrum des Landes. Die größten neuseeländischen Firmen hatten hier ihren Hauptsitz. Dunedin war
zur größten und reichsten Stadt des Landes geworden.
Der Absturz kam mit dem technologischen Wandel um die Jahrhundertwende und dem fehlendem
Engagement der wirtschaftlichen Elite. Viele der reich gewordenen Einwohner setzten sich zur Ruhe
oder kehrten zurück nach Australien oder England. Dem wirtschaftlichen Wachstum der Nordinsel
war Dunedin auf einmal nicht mehr gewachsen. Mit dem Beginn der Weltwirtschaftskrise von 1929
verlor Dunedin wirtschaftlich weiter an Bedeutung.
Dunedin ist politisch, wirtschaftlich und kulturell die viertwichtigste Stadt Neuseelands und
Hauptstadt der Region Otago. Wie jede große Stadt sich ein Image zugelegt hat, so versucht Dunedin
mit dem Image die freundlichste Stadt Neuseelands zu sein, zu punkten. Mit dem Slogan I am
Dunedin will man Identität und Selbstbewusstsein erzeugen und durch ein stringentes Marketing der
Stadt eine neue und größere Bedeutung geben.
Dunedins ältester und wichtigster Wirtschaftszweig ist der Bildungssektor. Mit der University of
Otago, als der Stadt größter und wichtigster Arbeitgeber, und den verschiedenen High Schools und
Colleges mit gut zahlenden internationalen Studenten, fließt reichlich Geld in die Kassen der Stadt.
Hinter Bildung stehen Forst-und Landwirtschaft auf Rang 2 und 3. Weiter an Bedeutung nimmt der
Hafen Port Chalmers zu und als neuester vielversprechender Wirtschaftszweig wird zur Zeit die
Modebranche angesehen. Produzierendes industrielles Gewerbe gibt es nicht in großem Umfang.
Dafür steht aber Tourismus auf der Liste der weiter wachsenden Branchen.
Trotz aller Bemühungen, Dunedin wirtschaftlich wieder auf die vordersten Plätze zu bekommen, liegt
die Stadt mit dem durchschnittlichen Brutto-Einkommen aller Bürger, verglichen mit allen anderen
Städt und Regionen, immer noch am untersten Ende der Skala.
Dunedin wird gerne als eine schottisch geprägte Stadt dargestellt. Wenn man den einschlägigen
Publikationen Glauben schenkt und das Zelebrieren schottischer Musik, schottischer Tänze und
Märsche zu gegebenen Anlässen als Ausdruck des Schottischen ansieht, kann man durchaus diesen
Eindruck bekommen.
Doch spätestens seit dem Otago-Goldrausch kamen Menschen aller Nationalitäten und Kulturen
nach Dunedin und Otago und hinterließen ihren unverkennbaren Einfluss.
Dunedin besitzt für eine Stadt dieser Größenordnung zahlreiche Museen und Galerien. Das größte
und wichtigste Museum, das Otago Museum bietet dem Besucher Einblicke in die Kultur, Geologie
und Naturkunde der Region.
Das 1871 erbaute Larnach Castle wird gerne als das „einziges Schloss Neuseelands“ bezeichnet. Es
wurde von dem Bankier und Politiker William Larnach für seine Frau gebaut.
Cadburyworld ist eine Scholokadenfabrik, die besichtigt werden kann und sich vor allem an Kinder
wendet. Die Brauerei Speight’s betreibt ein kleines Museum und kann ebenfalls besichtigt werden.
Olveston, war das Haus einer wohlhabenden Familie von 1906 und kann im Rahmen geführter
Touren besucht werden.
Wir erreichen Te Anau. Te Anau (gesprochen Tee-ah-now) ist eine kleine Stadt am Rande des Fjordlandes auf der Südinsel Neuseelands. Sie liegt am Ufer des Lake Te Anau, des zweitgrößten Sees des Landes und mit 344 km²
Fläche der größte der Südinsel. Der Name des Sees und damit auch der Stadt geht vermutlich auf das
Höhlensystem Te Ana-au zurück.
Weil Te Anau direkt an der Grenze zum Fiordland-Nationalpark liegt, ist die Ortschaft ganz auf den
Tourismus eingestellt: Es bestehen Unterkünfte für etwa 3000 Besucher; es starten hier Busse und
Rundflüge zum 120 Kilometer nördlicher gelegenen Milford Sound sowie viele Wanderungen ins
Fiordland. Unweit des Ortes beginnt bzw. endet der Wanderweg Kepler Track, einer der
sogenannten Great Walks. In einem Besucherzentrum am Ortseingang kann man sich darüber
informieren. Per Boot kann man auch zu den Te Ana-au-Höhlen fahren, einem kilometerlangen
Höhlensystem mit einem unterirdischen Wasserfall und sog. glowworms (Arachnocampa luminosa,
nicht zu verwechseln mit den deutschen Glühwürmchen), die wohl schon den MaorU
bekannt waren, aber erst 1948 wiederentdeckt wurden.
Neben dem Tourismus wird hauptsächlich Landwirtschaft betrieben.
Te Anau bietet eine Reihe an Hotels und Restaurants sowie Einkaufsmöglichkeiten und Tankstellen.
Der Ort ist durch drei Highways mit den nächstgelegenen Siedlungen verbunden: Im Süden besteht
eine Straßenverbindung nach Manapouri, im Südosten nach Invercargill und im Osten nach Gore.
Die Te Ana-au Caves (inoffiziell auch Aurora) sind ein kulturhistorisch und ökologisch bedeutsames
System von Karsthöhlen an der Westküste des Sees Lake Te Anau im Südwesten Neuseelands.
Ebenfalls an der Westküste befinden sich die Te Ana-au Caves, ein ausgedehntes Höhlensystem, dem
der See seinen Namen verdankt. Das Höhlensystem wurde 1948 durch Lawson Burrows entdeckt, der den oberen Eingangsschacht aufgrund von Hinweisen in Legenden der MaorU nach dreijähriger Suche fand. Es wurde später eine
bedeutende Sehenswürdigkeit der Region, da seenahe Teile der Höhle sog. glowworms (Arachnocampa
luminosa, nicht zu verwechseln mit den deutschen Glühwürmchen) beherbergen.
Da die Höhlen in den Murchison Mountains liegen, wo der vom Aussterben bedrohte Südinseltakahe
lebt, und die Höhlen selbst sehr empfindlich sind, ist der Zutritt beschränkt. Es finden jedoch täglich
kommerzielle Bootstouren durch die wassergefüllten Höhlen statt, wir besuchen sie am späteren
Abend gegen 21.00 Uhr.

Mittwoch, 25.02.2009: Von Te Anau nach Queenstown

Entlang am Lake Te Anau geht es heute zum Milford Sound. Der Lake Te Anau ist ein See im Südwesten der neuseeländischen Südinsel. Sein ursprünglicher
Maori-Name war Te Ana-au, was soviel wie Höhle des wirbelnden Wassers bedeutet.
Der See nimmt eine Oberfläche von 344 km² ein, womit der nach dem Lake Taupo den zweitgrößten
See des Landes und vor dem Lake Wakatipu den größten See der Südinsel bildet. Der Hauptteil des
Sees verläuft etwa 65 km in Nord-Süd-Richtung. An der Westseite schließen sich außerdem drei
große Fjorde an, die -nach ihrer geographischen Lage -als North Fiord, Middle Fiord und South Fiord
bezeichnet werden. Am Eingang zum Middle Fiord befinden sich einige kleine Inseln. Dieser Fjord
verzweigt sich ganz im Westen in einen nordwestlichen und einen südwestlichen Arm. Da der See
auf einer Höhe von 210 m über NN liegt, er aber teilweise bis zu 270 m tief ist, liegen Teile des
Wassers unterhalb des Meeresspiegels.
Der See wird durch mehrere Zuflüsse mit Frischwasser versorgt. Unter ihnen ist der Eglinton River
der größte, der von Osten in den See mündet. Vom südlichsten Ende des Sees fließt der Waiau River
zuerst in den weiter südlich gelegenen Lake Manapouri, bevor das Wasser in der Te Waewae Bay an
der Foveaux Strait ins Meer mündet.
Der größte Teil des Sees befindet sich innerhalb der Grenzen des Fiordland-Nationalparks und somit
innerhalb des Te Wahipounamu-Weltnaturerbes. An der Nordküste befindet sich der Startpunkt des
Milford Track. Die Ostküste des Sees ist von hügeliger Beschaffenheit. Hier liegen auch die einzigen
zwei Siedlungen am Ufer des Sees: Das etwa 1.800 Einwohner zählende Te Anau und das kleine
Bauerndorf Te Anau Downs. Die Gebiete an den anderen drei Seiten des Sees sind äußerst gebirgig,
besonders am Westufer, an dem die Kepler und Morchinson Mountains bis zu 1.400 m in die Höhe
ragen.
Die nähere Umgebung des Sees bildet den Lebensraum für zahlreiche geschützte und teilweise vom
Aussterben bedrohte Tiere, wie zum Beispiel dem Südinseltakahe. Viele dieser Vögel bewohnen das
abgeschiedene Gebiet zwischen den Fjorden.
Wir gelangen zum Spiegelsee (Lake mirror), der zu einem Fotostopp einlädt, weiter geht es über den
Homer-Tunnel durch die das Homer Massiv hindurch an den Milford Sound.
Der Milford Sound ist ein Fjord auf der Südinsel Neuseelands. Der 15 Kilometer lange Fjord ist die
wichtigste Touristenattraktion des Fiordland-Nationalparks im Südwesten der Insel und gehört somit
auch zum Weltnaturerbe der UNESCO. Der Milford Sound wurde nach dem walisischen Ort Milford
Haven benannt. In der Sprache der MaorU
heißt er Piopiotahi. Der Milford Sound ist als einziger Fjord
über eine gute Straßenverbindung erreichbar. Besonders bekannt ist der Mitre Peak, ein Berg mit
1.621 Metern Höhe, der direkt an der tiefsten Stelle des Fjords mit 265 Metern liegt. Gut zugänglich
ist auch der Doubtful Sound, mit 40 Kilometern der längste und mit 421 Metern Wassertiefe auch
der tiefste Fjord. Hier befinden sich auch die Browne-Falls-Wasserfälle mit etwa 600 Metern
Fallhöhe.
Die natürliche Schönheit dieser Gegend zieht jeden Tag Tausende Besucher an. Von Queenstown aus
dauert eine Autofahrt zum Milford Sound über fünf Stunden; viele Busfahrten dorthin starten von
dort genauso wie Hubschrauberflüge. Schneller geht es von Te Anau, wo die 119 km lange Milford
Road beginnt, welche extra für touristische Zwecke angelegt wurde. Die Fahrt führt durch
unveränderte Gebirgsregionen, vorbei an den Mirror Lakes, Lake Gunn, mit seinem mit Moosen und
Farnen bewachsenen Zauberwald, bevor der 1200 m lange Homer Tunnel durchfahren wird, der sich
in eine mit Regenwald bedeckte Schlucht öffnet, die zum Milford Sound führt.

Bootstouren zum Sound werden von verschiedenen Firmen angeboten, sie starten am Milford Sound
Visitor’s Center. Wandern und Kanu-Fahrten sind ebenfalls möglich. Ein Unterwasserobservatorium
(Milford Deep) ermöglicht es, schwarze Korallen zu sehen, die gewöhnlich sonst nur in tieferem
Wasser gefunden werden. Berühmt unter Wanderern sind die mehrtägigen Wandertouren rund um
den Milford Sound. Die bekannteste unter ihnen ist der Milford Track, der rund 4 Tage dauert und
zwischen Oktober und April auf eine Anzahl von Wanderern beschränkt wird.
Die Gruppe teilt sich. Die eine Hälfte macht einen Hubschrauberfug über den Milford Sound und
fliegt bis Queenstown, die zweite Gruppe fährt mit dem Bus nach Queenstown.
Gegen 17.00 Uhr erreichen wir Queenstown.
Die Stadt Queenstown ist Hauptstadt des Queenstown-Lakes-Distrikt in der Region Otago auf der
Südinsel Neuseelands. Sie befindet sich am Rande der Neuseeländischen Alpen auf der Südinsel
Neuseelands und liegt am Lake Wakatipu. 2006 hatte sie 10.442 Einwohner. Das ist eine Steigerung
von 22.1% im Vergleich zum Jahre 2001.
Queenstown weist für neuseeländische Verhältnisse ein ausgesprochen kontinentales Klima auf. Die
Neuseeländischen Alpen wirken hier als Schutzwall gegen die kühlen Westwinde der sogenannten
Roaring Forties. So ist etwa die durchschnittliche Höchsttemperatur in Queenstown im Sommer um
zwei Grad höher als die der nördlicher (näher am Äquator) gelegenen Hauptstadt Wellington. Nicht
ohne Grund gilt das Hinterland (Otago) Queenstowns als einer der besten Weinbaustandorte
Neuseelands. Im direkten Vergleich mit Deutschland ist das Wetter aber eher mild und ausgeglichen.
Im Frühling (Sept, Okt, Nov) liegen die Temperaturen zwischen 5°C. und 16°C., im Sommer (Dez, Jan,
Feb) bei milden 10°C. -22°C., im Herbst (Mär, Apr, Mai) zwischen 6°C. und 16°C. und im für
neuseeländische Verhältnisse recht frostigen Winter (Jun, Jul, Aug) zwischen 1°C. und 10°C. Mit
Niederschlag ist zu allen Jahreszeiten zu rechnen. Dieser fällt aber mit insgesamt 840 mm Regen im
Jahr dank des Regenschattens der Süd-Alpen eher moderat aus.
In der verhältnismäßig kleinen Innenstadt befinden sich unzählige Bars und Cafés. Der Lake Wakatipu
und seine Umgebung wird von Wanderern, Mountainbikern und Wassersportlern genutzt.
Queenstown ist ein Zentrum des Abenteuertourismus. Skifahren, Jetboot-Fahren, Bungeespringen,
Mountainbiking und Wandern sind die Hauptaktivitäten, die man von der Stadt aus unternehmen
kann.
Angeblich wurde das kommerzielle Bungee Jumping von A.J. Hackett dort erfunden. A.J. Hacket
Bungy betreibt mehrere Bungee-Sprungstätten in der Nähe von Queenstown. Unter anderem auf
der Kawarau Bridge und der 134m hohen Nevis Highwire Platform.
Die ehemalige Goldgräberstadt gilt als Zentrum für Extremsportler. Es befinden sich im Umkreis des
Touristenörtchens zahlreiche Thrillaktivitäten, wie der höchste Bungeesprung Neuseelands (134m),
mehrere Shotoverjets und verschiedene Para-und Hanggliding-Rampen.
Mit der Gondelbahn (Skyline Gondola) gelangt man zu einer Bergstation auf dem Bob’s Peak, von wo
aus man einen guten Blick über Queenstown und den Lake Wakatipu hat. Den Lake Wakatipu kann
man am besten mit dem alten Dampfer Earnslaw erkunden, was wir am morgigen Tag vorhaben.
Obwohl das Skigebiet im Tongariro-Nationalpark auf der Nordinsel eine noch weitere Ausdehnung
aufweist, erlangt Queenstown als Wintersportzentrum immer größere Bedeutung und gehört zu den
Zentren des neuseeländischen Skitourismus.
Wie schon oben erläutert, ist der mit Abstand vorherrschende Wirtschaftszweig der Tourismus.
Queenstown ist nicht nur ein Wintersportort, sondern zieht auch zu den anderen Jahreszeiten viele
Besucher an. Der Boom hat eine rege Bautätigkeit ausgelöst und zahlreiche Komplexe mit
Ferienwohnungen sind derzeit im Bau bzw. in der Planung.
Der Flughafen von Queenstown wurde in den 1990er Jahren ausgebaut, um auch von größeren
Passagierjets bedient werden zu können. Internationale Flüge aus Australien landen hier. Außerdem
ist er der bedeutendste Helicopter-Stützpunkt Neuseelands. Hier landen auch zwei Gruppen von uns,
die den Milford Sound nochmals aus der Vogelperspektive betrachtet haben.

Donnerstag, 26.02.2009: Queenstown und Arrowtown

Wir fahren am Kawarau-River entlang nach Arrowtown.
Arrowtown ist eine ehemalige Goldgräberstadt nordöstlich von Queenstown auf der Südinsel
Neuseelands. Sie liegt im Tal des gleichnamigen Flusses im Queenstown-Lakes-Distrikt und zu Füßen
der Crown Range und hatte beim Zensus 2006 2.151 ständige Einwohner.
Zwei Jahre, nachdem sich die ersten europäischen Siedler mit ihren Farmen in der Wakatipu-Region
niederließen, wurde das erste Gold in der Nähe von Arrowtown gefunden. Für kurze Zeit wurde das
Geheimnis bewahrt, aber die Neuigkeit verbreitete sich dennoch schnell: 1862 fand Jack Tewa, ein
Schafscherer, Gold im Arrow River. Innerhalb einiger Wochen wuchs die Stadt auf 1500 Einwohner
an, die Nachricht über den Goldfund zog Scharen von Goldgräbern nach Arrowtown. Bereits ein Jahr
später erlitt der Goldbergbau jedoch einen herben Rückschlag, als
zahlreiche Goldsucher in den Fluten eines verheerenden Hochwassers umkamen. Die Stadt wurde
mit soliden Häusern an den Ufern des Flusses wieder aufgebaut. Insgesamt gab es 80 Goldfelder, die
innerhalb eines Jahrzehnts wieder verschwanden.
Während des Höhepunkts des Goldfiebers stieg die Einwohnerzahl Arrowtowns auf über 7.000. Die
geschäftige Stadt wurde zum Mittelpunkt einer größeren Gemeinde, die die neuen Orte Macetown,
Skippers und Bullendale (heute nur noch Geister-Städte) umfasste. Von 1996 bis 2001 erlebte der
Ort einen Bevölkerungszuwachs von über 18%, was in der Stadt einen neuen Bauboom auslöste, der
aber durch strikte Verbote und Einschränkungen in Grenzen gehalten wird, um das historische
Erscheinungsbild zu erhalten.
Viele alte Bergmannshäuser, Geschäfte und Restaurants sind in den letzten Jahren für den Tourismus
restauriert worden. Die ehemaligen Bank of New Zealand beherbergt heute einen Zweig des Lakes
District Centennial Museum. Es beschäftigt sich mit der Geschichte der Gebiete rund um den
Wakatipu-See, u.a. mit der Darstellung zum Thema Goldgewinnung.
Am Arrow River kann man mit ausgeliehenen Pfannen selbst sein Glück beim Goldwaschen
versuchen.
Am westlichen Ostrand findet man die sogenannte Chinesensiedlung. Um 1870 kamen viele
Chinesen in die Gegend, um in den Schluchten von Arrow River und Shotover River nach Gold zu
suchen. Trotz oder auch wegen ihres Fleißes gab es viele Reibereien mit den Weißen. Deshalb
mussten die Chinesen außerhalb der Siedlung leben. Die kleinen Stein-und Lehmziegelhütten sind
inzwischen restauriert.
Im 19. Jahrhundert wurde aus dem Fluss Gold gewonnen. Einige Hütten der Bergleute sind noch
heute erhalten. Nunmehr wird in dem Gebiet auch Weinbau betrieben.
1924 wurde ein Unternehmen gegründet, das den Fluss durch das Blockieren des Ablaufs des Lake
Wakatipu trockenlegen sollte, um im Flussbett nach Gold zu graben. 1927 waren zehn massive Tore
fertiggestellt. Obwohl der Wasserspiegel sank, wurde das Flussbett jedoch nicht wie erhofft
trockengelegt. Die Tore sind heute Teil des State Highway 6. Das Goldfields Mining Centre in der
Schlucht widmet sich dem Goldabbau.
Der Kawarau River ist ein Fluss im Nordwesten von Otago in Neuseeland. Er ist der Abfluss des Lake
Wakatipu und fließt dann etwa 60 km in östliche Richtung. Dabei passiert er die Schlucht Kawarau
Gorge, um dann nach einem kurzen Schwenk nach Norden bei Cromwell in den Lake Dunstan zu
münden. Der Shotover River ist ein linker, der Nevis River ein rechter Nebenfluss des Kawarau River.
Der Fluss zeichnet sich durch zahlreiche Stromschnellen und starke Strömung aus. Der Fluss forderte
daher schon mehrere Menschenleben.
Der Fluss hat einen mittleren Durchfluss von 216 m²/s an der Messstation Chards Road.
Das Wasserkraftwerk Roaring Meg mündet in den Kawarau, der bereits einige Male die untere
Kraftwerkstation überflutet hat. Wenige hundert Meter unterhalb des Kraftwerkes befindet sich eine
Naturbrücke, der Fluss verengt sich dort auf nur 1,2 m. Früher nutzten die Goldgräber diese Stelle als
Übergang von Dunedin auf dem Weg zu den Arrow-Goldfeldern.
Der Fluss diente auch als Kulisse für den Film Der Herr der Ringe: Die Gefährten (Film).
Der Name des Flusses wird von den Einheimischen „K’worra“ ausgesprochen. Mit dem Ort Kawerau
in der Bay of Plenty hat der Fluss keine Verbindung.
Auf dem Fluss werden Jetbootfahren, Rafting, River Surfing und Bungee Jumping angeboten. Die
Kawarau Bridge 43 m über dem Fluss, heute ein Kulturdenkmal[3], war der Ort, an dem weltweit
erstmals kommerzielle Bungeesprünge angeboten wurden. Der Fluss ist auch der erste in
Neuseeland, wo kommerzielles Rafting stattfand.
Die Brücke über die Schlucht bildet ein herrliches Panorama. Jutta lässt den Bus stoppen und meint,
wir blieben solange, bis wir einen Sprung gesehen haben.
Das reicht nicht: Ines möchte selber springen. Sie ist die erste, die sich anmeldet. Ich frage monika.
Sie stellt die Gegenfrage: Muss ich? Nein, aber wenn Du willst, hast Du hier die beste Möglichkeit. Sie
will! Also: zunächst auf die Waage. Dann ist zu unterschreiben, dass man nicht an Bluthochdruck,
Rückenleiden etc. erkrankt ist.
Jutta klärt uns auf: Man kann sich anmelden und wiegen, bakommt man beklemmende Gefühlr,
kann man zurücktreten und es gibt Geld zurück. Steht man auf der Brücke und bekommt das
Geschirr (Hosengurt) angelegt, kann man zurücktreten und es gibt Geld zurück. Bekommt man die
Fussfesseln umgelegt und bekommt Angst, kann man zurückterten, es gibt aber kein Geld zurück…
Monika springt. Rene meint, was Monika kann, kann er auch. Auch Rene springt…
Wir fahren zurück nach Queenstown.
Der Lake Wakatipu ist der drittgrößte Binnensee Neuseelands und nach dem Lake Te Anau der
zweitgrößte auf der Südinsel.
Der See befindet sich im äußersten Südwesten der Region Otago, direkt an der Grenze zum
Southland. Mit einer Länge von etwa 80 Kilometern ist der Lake Wakatipu der längste See des
Landes. Er befindet sich in einer Höhe von 310 m ü. NN am Fuße der Neuseeländischen Alpen, ist an
den tiefsten Stellen bis zu 380 m tief und befindet sich somit teilweise unterhalb des Meeresspiegels.
Die auffälligste Eigenschaft des Lake Wakatipu ist seine ungewöhnliche S-Form. Am nördlichen Ende
des Sees bildet der Dart River den Zufluss, daraufhin führt der See etwa 30 Kilometer lang nach
Süden, bevor er sich abrupt nach Nordosten wendet. Nach weiteren 20 Kilometern schlägt er wieder
seine ursprüngliche Richtung nach Süden ein, wo er nach 30 Kilometern bei der Ortschaft Kingston
endet.
Der Kawarau River, der sich auf der Höhe von Queenstown an den See anschließt und weiter nach
Osten führt, bildet den Abfluss des Sees. In dem äußerst tiefen See hebt und senkt sich das Wasser
aufgrund der Seiche, die vor allem bei Alpenseen besonders stark ist, in regelmäßigen Abständen um
etwa 200 mm.
Aufgrund seiner landschaftlich äußerst reizvollen Lage am Fuße der Remarkables gewinnt das Gebiet
um den See herum immer mehr an Bedeutung für den Tourismus. Das Gebiet um den See dient als
Zentrum des Extremsports, wie zum Beispiel Bungee-Jumping. Hier befinden sich ausgedehnte
Skigebiete, Wanderwege und auf dem See verkehrt regelmäßig die T.S.S. Earnslaw, ein altes
Dampfschiff.
Wir machen einen Dampferausflug. Das Schiff wird auch für den kommerziellen Transport genutzt,
Motorradfahrer, technische Ausrüstung und Lebensmittel werden am Wendepunkt entladen.
Am Abend geht es zum Bob’s Peak, dem Aussichtspunkt hoch über Queenstown. Ein einzelner
Musiker geht im Getümmel der Besucher fast unter. Er spielt auf eigene Art Titel von Johnny Cash
und den Beatles. Ich gelange mit ihm in’e Gespräch, es ist Noel Coutts; im Anschluß kaufe ich eine
CD.
Anschließend gibt es einen Absacker in einer von den vielen Bars in Queenstown.

Freitag, 27.02.2009: Von Queenstown nach Franz Josef

Für die meisten Neuseeländer ist die Westküste der Südinsel ein von dem übrigen Land abgetrenntes
Gebiet. Es ist trotz ihrer Schönheit eine isolierte und einsame Region und die Bewohner haben ihr
eigenes Wesen. Deshalb ist sie als „The Coast“ bekannt und ihre Einwohner werden „Coasters“
genannt, fast so, als wäre sie die einzige Region in Neuseeland, die eine Küste hat. Die Isolation der
Ostküste auf der Nordinsel hat ihr aus dem gleichen Grund den Spitznamen „The East Coast“
eingebracht, wieder, als ob es auf den Inseln sonst keine Ostküste geben würde.
West Coast reicht von Kahurangi Point im Norden bis Awarua Point im Süden, eine Entfernung von
600 Kilometern. Somit ist West Coast flächenmäßig die drittgrößte Region Neuseelands. Im Westen
liegt die Tasmanische See und im Osten die Neuseeländischen Alpen. Ein Großteil des Landes ist
gebirgig, obwohl es auch Küstenebenen gibt, in denen die meisten Menschen leben.
Gemeinsam mit dem Westland-, dem Mount-Cook-, dem Mount-Aspiring-Nationalpark und
kleineren Schutzzonen bildet der Fiordland-Nationalpark die sogenannte Te Wahipounamu World
Heritage Area. Er wurde 1952 eingerichtet und ist bis heute der unzugänglichste Teil Neuseelands.
Seit 1990 gehört das Gebiet zum Weltnaturerbe der Unesco. Besonders die Fjorde sind wichtige Ziele
des neuseeländischen Tourismus.
Die bis zu 2.746 Meter hohen Berge des Parks sind bis zur Baumgrenze von gemäßigtem Regenwald
bedeckt, da die Westseite der Gipfelkette zu den regenreichsten Gebieten der Erde
gehört. Die überwiegend aus Scheinbuchen bestehende Flora steht meist auf einer nur dünnen
Erdschicht, weshalb Baum-und Gerölllawinen häufig sind.
In Fiordland leben zahlreiche neuseeländische Vogelarten. Er dient dem Südinseltakahe als
Rückzugsgebiet, die letzten Kakapos lebten im Park bis sie zu ihrem Schutz auf eine Insel vor der
Küste gebracht wurden. In den Fjorden leben unter anderem Dickschnabelpinguine und
Neuseeländische Seebären.
Die im Park liegenden Seen sind sowohl die tiefsten Neuseelands als auch flächengrößten der
Südinsel. Am Lake Manapouri liegt ein Kavernenkraftwerk, dessen Einrichtung zur ersten großen
organisierten Umweltbewegung Neuseelands führte.
Der Fiordland-Nationalpark beginnt im Norden an der Martins Bay und reicht bis zum Waitutu Forest
im Süden. Im Westen begrenzt ihn die Tasmanische See und im Osten verläuft seine Grenze entlang
einer Kette großer glazial geprägter Seen. Zum Park gehören mehrere Inseln, von denen die
größeren Breaksea Island, Outer Gilbert Island, und Entry Island sind. Die bekannteren Secretary
Island und Resolution Island liegen ebenfalls vor der Küste, sind aber nicht Teil des Nationalparks.
Bergketten, die in Fiordland liegen, sind die Darren Mountains, die Kepler Mountains und die
Murchison Mountains. Die höchsten Erhebungen im Park reichen bis zu den 2.746 Metern des
Tutoko. Die Berge sind dabei auch von Gletschern geformt worden. Oft stehen einzelne massive
Berge fast 2.000 Meter über den angrenzenden Tälern. Im südlichen Waitutu-Gebiet befindet sich
eine Terrassenlandschaft in der auf insgesamt zehn Terrassen Gesteinsformen aus 600.000 Jahren
sichtbar sind.
Im Binnenland gibt es zahlreiche glaziale Seen, darunter Lake Te Anau, Lake Manapouri, Lake
Monowai, Lake Hauroko und Lake Poteriteri. Lake Hauroko ist dabei mit 462 Metern Tiefe der tiefste
und der von den Cathedral Mountains eingeschlossene Lake Manapouri mit 444 Metern Tiefe der
zweittiefste See Neuseelands.
Die Entstehungsgeschichte Fiordlands sorgte ebenso dafür, dass zahlreiche Wasserfälle entstanden
sind, darunter die Sutherland Falls und die Browne Falls, die beide über 500 Meter tief fallen.
Während der Regenfälle bilden sich oft spontan Wasserfälle an den vielen Kliffs, die auch mehrere
hundert Meter Höhe erreichen können, nach dem Regen aber wieder verschwinden.
Fiordland hat ein stark ozeanisch geprägtes, gemäßigtes Klima. Die Durchschnittstemperaturen auf
Meereshöhe reichen von fünf Grad im Juni/Juli bis hin zu 23 Grad im Januar. An über 200 Tagen im
Jahr regnet es. Der Regen ist dabei gleichmäßig über das Jahr verteilt. Westlich der Berge sind starke
Föhn-Winde häufig. Das Wetter wird nachhaltig von den Westwinden der Roaring Forties
beeinflusst. Durch die Winde der Westwinddrift, die Wasser über der tasmanischen See aufnehmen
und über den Bergketten der Neuseeländischen Alpen wieder abregnen lassen (Steigungsregen),
kommt es auf der Westseite der Berge zu den stärksten Regenfällen der Erde. Im Milford Sound
fallen etwa 8000 mm Regen pro Jahr. In Te Anau liegt die Regenmenge noch bei 1200 mm. Zum
Vergleich: In Berlin fallen durchschnittlich 600 mm, in London knapp 800 mm Niederschläge im Jahr.
Flora und Fauna hängen in Fiordland von der Höhenlage und von der Regenmenge ab. Letztere ist
westlich der Gipfel größer als östlich von ihnen. Die gesamte Landfauna und -flora ist durch die
Hochgebirge geprägt. In den Fjorden selbst existiert eine reichhaltige marine Lebenswelt.
Verschiedene Neozoen sind im Park vorhanden, werden jedoch hartnäckig bekämpft. Besonders
Wapitis sind durch professionelle Jäger mit Hubschraubern fast vertrieben, Kleinsäuger wie Ratten
oder Kusus machen es den Jägern allerdings schwerer. Einige Inseln vor der Küste sind völlig
Neozoen-frei, was Naturschützer nutzen um gefährdete, heimische Arten dorthin auszusiedeln.
Aufgrund der immensen Niederschläge verfügt Fiordland über eine reichhaltige immergrüne Fauna,
von der etwa 700 Arten weltweit ausschließlich in Fiordland vorkommen; davon sind 24 Arten an die
Gebirge angepasste (alpine) Pflanzen. Oft steht diese aber nur auf einer dünnen, fruchtbaren
Erdschicht über den Berghängen, so dass häufig Baum-und Gerölllawinen niedergehen. Aufgrund
dieser Lawinen liegt die Baumgrenze bereits in 1.000 Metern Höhe.
Westlich der Gipfelketten wächst ein gemäßigter Regenwald mit einem reichhaltigen Unterholz aus
Moosen, Farnen, Flechten und Sträuchern. Die auffallendste Vegetationsform darin sind
Scheinbuchen, von denen im Park Exemplare mit einem Alter von bis zu 800 Jahren vorkommen.
Sehr häufig, besonders in den unteren Höhenlagen, ist die Silberne Scheinbuche. Die Rote
Scheinbuche steht oft in den Tälern, dominant im Eglington Valley, während die Schwarze Berg-
Südbuche in größeren Höhenlagen vorkommt.
Im Waitutu Forest im Süden des Parks wachsen ebenfalls Scheinbuchen, die oft von den
Steineibengewächsen Miro (Prumnopitys ferruginea), Rimo (Dacrydium cupressinum) und Totara
(Podocarpus totara) umgeben ist. Insgesamt kommen im Park 14 verschiedene Steineibenarten vor.
Oberhalb der Baumgrenze bis hin zur Schneegrenze dominieren Schneegräser zusammen mit
montanen Arten der Gänseblümchen, des Hahnenfuß, insbesondere Ranunculus lyallii, die weltweit
größte Hahnenfuß-Art, und anderen Kräutern.
Der Park umfasst mehrere Sümpfe und Moore mit entsprechender Vegetation. Geröllfelder, die
durch Gletscher entstanden sind, sind oft von Moosen der Grimmiaceae-Familie bewachsen.
Wie ganz Neuseeland besitzt Fiordland keine einheimischen Landsäuger; ihre Stelle im Ökosystem
nehmen oft Vögel ein. Endemisch ist unter anderem der Südinseltakahe, der seit 1898 als
ausgestorben galt, bis er 1948 in Fiordland wiederentdeckt wurde. Die Takahes leben in den
Murchinson Mountains. Nachdem der Bestand von 250 bis 500 Exemplaren in den 1950ern auf etwa
120 Tiere im Jahr 1981 abgesunken war, scheint er sich heute bei einer Population von 160 bis 170
Takahes einzupendeln. Der einzige flugunfähige Papagei der Welt, der Kakapo, hatte sein letztes
Rückzugsgebiet im Fiordland, wurde aber mittlerweile auf Inseln vor der Küste
umgesiedelt, um ihn vor eingeführten Katzen, Ratten etc. zu schützen. Im Parkgebiet selbst ist er
wahrscheinlich ausgestorben. In Fiordland wie in den ganzen Neuseeländischen Alpen lebt auch der
einzige alpine Papagei, der Kea. Auch der ebenfalls vom Aussterben bedrohte Mohua lebt vor allem
im Fiordland.
Die Gegend hat die größte Ansammlung an Waldvögeln Neuseelands, dazu gehören der Haastkiwi
und der Streifenkiwi, der Felsschlüpfer und der Grünschlüpfer aus der Familie der Maorischlüpfer. In
den dichten Wäldern lebt der Springsittich. Zu den nur in Neuseeland vorkommenden Vögeln, die
auch in Fiordland leben, zählen die Saumschnabelente, Schiefschnabel und die Wekaralle, ebenso
wie Südliche Lappenstar und Gelbkopfschnäpper. Aucklandschnabelente und Saumschnabelente
profitieren von den reichhaltigen Seen und Flüssen der Region.
Fiordland beherbergt etwa 3.000 Insektenarten, von denen geschätzte 10 Prozent nur im Park
vorkommen. Oft bleiben diese aber verborgen, einzig Raubfliegen fallen schnell und unmittelbar auf.
Die Te-Ana-au-Höhlen sind besonders durch ihre große Population an sogenannten glowworms
(Arachnocampa luminosa, nicht zu verwechseln mit den deutschen Glühwürmchen) bekannt. Der
Park beherbergt etwa 700 Mottenarten, davon 35 endemisch. Etwa 25 Arten der Schneckengattung
Powelliphanta sind im Park bekannt. Einziges bekanntes Reptil ist der Fiordland-Skink (Oligosoma
acrinasum).
Anfang des 20. Jahrhunderts setzen Siedler europäische Rothirsche und Wapitis frei, primär um sie
danach jagen zu können. Die Tiere verbreiteten sich, waren in den 1930ern zu größeren
Populationen angewachsen. Sie hatten bis in die 1960er hinein die Fauna der Grasländer Fiordlands
maßgeblich verändert, so dass sie eine Gefahr für das Habitat der flugunfähigen Vögel wurden. Seit
den frühen 1970ern werden sie aber von professionellen Jägern intensiv aus Hubschraubern heraus
bejagt, die einen großen Teil des erjagten Fleischs nach Deutschland verkauften. Der Bestand der
Tiere ging um etwa 80 Prozent zurück. Seit Mitte der 1980er können die Tiere auf einem niedrigen
Bestandslevel gehalten werden. Da die fehlenden Tiere zu einem Rückgang der kommerziellen Jagd
führten, haben sich die Bestände in den letzten Jahren wieder etwas erhöht. Das Department of
Conservation ermuntert aber Freizeitjäger. Im Park leben noch Ratten, Fuchskusus und Hermeline,
die mit Fallen bejagt werden. Etwa 30 Prozent des Parks sind noch Kusu-frei, womit diese Teile des
Nationalparks die einzigen Regionen Neuseelands sind, in der keine Kusus vorkommen.
Umweltschützer befürchten aber, dass sie sich im Laufe der Zeit über den ganzen Park verbreiten
werden. Dieselbe unwegbare Landschaft, die die ursprüngliche Natur vor den Menschen schützte,
schützt auch die Räuber vor den Naturschützern.
In den Seen und Flüssen leben einheimische Aale sowie später eingeführte Forellen,
Regenbogenforellen und Atlantische Lachse.
In den Fjorden leben unter anderem Robben und Pinguine. Der Dickschnabelpinguin ist an der
neuseeländischen Südküste endemisch, wo etwa 1.000 bis 2.000 Brutpaare leben. Die größten
Paarungsgründe der Neuseeländischen Seebären liegen vor Fiordland. Nachdem sie im 19.
Jahrhundert durch professionelle Jagd beinahe ausgerottet wurden, liegt ihre Zahl im Südwesten
Neuseelands heute bei etwa 50.000 Exemplaren. Im Doubtful Sound lebt eine Kolonie Großer
Tümmler.
Durch die exzessiven Regenfälle liegt auf der Oberfläche der Fjorde eine bis zu 40 Meter hohe
Süßwasserschicht. Da Süßwasser und Salzwasser eine unterschiedliche Brechzahl haben, wird an
ihrer Grenzfläche ein Großteil des einfallenden Lichtes reflektiert, sodass in den bis zu 450 Meter
tiefen Fjorden teilweise Tiefseefische leben und sich andere Fischarten wesentlich näher der
Wasseroberfläche aufhalten als in anderen Gegenden der Erde. Das Niederschlagswasser ist deutlich
wärmer als das Seewasser, sodass hier auch Fische vorkommen, die es normalerweise so weit
südlich nicht mehr gibt.
So leben in den Fjorden subtropische Schwämme, Muscheln und Korallen, darunter die weltgrößte
Kolonie der Schwarzen Koralle. In den Fjorden häufig sind die Armfüßer (Brachiopoda), ein seit 570
Millionen Jahren existierender Tierstamm, der im Devon seinen größten Artenreichtum hatte.
Fast die gesamte Fläche des Parks ist Staatseigentum Neuseelands; der Nationalpark wird vom
neuseeländischen Department of Conservation verwaltet. Die Vertretung der zu den Maori
gehörenden Ngai Tahu, das Ngai Tahu Maori Trust Board, beansprucht das Land vor dem Waitangi-
Tribunal.
Fiordland liegt in der am dünnsten besiedelten Region Neuseelands. Eine der größten Städte ist Te
Anau mit etwa 2.000 Einwohnern. Sie ist mit zirka 4.000 Fremdenbetten Zentrum des Tourismus und
verfügt über Restaurants und Läden, die für Touristen ausgestattet sind. Neben dem Tourismus
zählen einzelne landwirtschaftliche Betriebe, kleine Minen und einzelne Fischerboote im Milford und
Doubtful Sound zu den nennenswerten ökonomischen Aktivitäten. Zum größten Teil ist der
Landstrich jedoch kaum erschlossene Wildnis.
Das 1.240 km² große Glaisnock im nördlichen Teil des Parks ist als Wilderness Area ausgewiesen und
darf nicht betreten werden. Große Teile im südwestlichen Park sind zwar offiziell für Menschen
offen, aber so schwer zugänglich, so dass es sich bei ihnen faktisch auch um Wilderness Areas
handelt. Bis in die 1970er Jahre hinein galten einzelne Täler immer noch als völlig unerforscht.
Fiordland gehörte einst wie der größte Teil der Südinsel zum Gebiet der Ngai Tahu, einem Iwi
(Stamm) der Maori. Sie nutzten Fiordland zum Jagen, Fischen und um Jade zu sammeln. Ob sie hier
auch Siedlungen anlegten, ist nach derzeitigem Forschungsstand unsicher. Als die Europäer die
Gegend entdeckten, bestanden keine Maori-Siedlungen im Fiordland.
Der erste Europäer, der das Land im Dezember 1642 sah, war der niederländische Entdecker Abel
Janszoon Tasman. Die ersten, die das Gebiet planvoll erforschten waren die Expeditionsteilnehmer,
die unter James Cook einen Monat im Dusky Sound verbrachten. Weitere Forscher folgten, der Spanier Alessandro Malaspina fertigte als erster Zeichnungen an, welche der Öffentlichkeit die Landschaft und die Natur Fiordlands nahebrachten.
Der Franz-Josef-Gletscher (Maori: Ka Roimata o Hinehukatere) ist ein Gletscher im Westland-
Nationalpark auf der Südinsel Neuseelands. Er wurde 1865 von dem Deutschen Entdecker Julius von
Haast nach Franz Josef I. von Österreich benannt. Wie sein südlicher Nachbar, der Fox-Gletscher,
wird er aus den Neuseeländischen Alpen (Southern Alps) gespeist, seine Abflüsse fließen über den
Waiho River in die Tasmanische See.
Der Gletscher war vor etwa 150.000 Jahren so groß, dass er den Mount Cook und die umliegenden
Berge komplett mit einschloss. Das mehrmalige Schmelzen und Wiederanwachsen des Gletschers
hatte zur Folge, dass sich im Tal in Richtung Meer mehrere Hügelketten gebildet haben, die aus dem
Moränengestein, welches der Gletscher vor sich hergeschoben hat, gebildet wurden. Der Franz-
Josef-Gletscher gilt als ein warmer Gletscher und fließt pro Tag etwa einen halben Meter. Ein über
dem Gletscher abgestürztes Flugzeug wurde deswegen bereits nach vergleichsweise kurzen sieben
Jahren wieder vom Eis freigegeben. Die hohe Fließgeschwindigkeit ergibt sich auch durch das relativ
warme Gestein und das viele Wasser, welches über Wasserfälle rechts und links des Eises unter den
Gletscher fließt und so als eine Art Gleitmittel dient.
Entstanden ist der Gletscher aufgrund der besonderen Lage der tektonischen Platten, auf denen sich
Mount Cook und seine umliegenden Berge befinden. An der Westküste von Neuseeland treffen zwei
Kontinentalplatten aufeinander und haben so ein sehr hohes Bergmassiv direkt an der Küste
geformt. Die Nährzone des Franz-Josef-Gletschers befindet sich auf 3.300 m Höhe und er fließt dann
über einen Bergkamm nach zwei Seiten ab, wobei nur eine der beiden Gletscherzungen von der
Küste aus sichtbar ist. Die große Menge an Niederschlag ergibt sich aus der Tatsache, dass warme
und feuchte Luft über die Tasmanische See herangeführt wird und an dem hohen Massiv stark
abkühlt und ausregnet. Dadurch kommt es auf der Westseite der Südinsel Neuseelands zu etwa
zehnmal mehr Niederschlag als an der Ostküste.
Zur Zeit wächst der Gletscher wieder und verlängert seine Zunge um etwa 80 m pro Jahr (Stand
2007). Das zeigt, dass die lokalen Auswirkungen des Klimawandels doch sehr unterschiedlich sind
und Gletscher als „globale“ Indikatoren eher ungeeignet erscheinen. Ebenso wie der Fox-Gletscher
war auch der Franz-Josef-Gletscher einmal so groß, dass er direkt ins Meer kalbte. Auch heute ist er
noch gemeinsam mit dem Fox-Gletscher der niedrigste Gletscher über Meereshöhe (ca. 200 Meter).
West Coast ist eine Region Neuseelands und befindet sich an der Westküste der Südinsel. Das
23.000 km² große Gebiet wird in die drei Distrikte Buller, Grey und Westland unterteilt. Größte
Ortschaften sind Greymouth, Westport und Hokitika. Mit rund 30.000 Einwohnern ist es die am
dünnsten besiedelte Region Neuseelands, die wir am Folgetag erreichen werden.
Samstag, 28.02.2009: Von Franz Josef nach Greymouth Malaspinas Zeichnungen lockten Walfänger und Robbenjäger an, die erste Siedlungen bauten. Die kommerzielle Robbenjagd begann 1792 und bereits 1820 war die Zahl der Robben auf einen Stand gesunken, der eine weitere Jagd wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll erscheinen ließ. Die Landschaft
Fiordlands bot den letzten Robben hinreichenden Schutz, um die Jagd zu teuer und riskant erscheinen zu lassen, die Robbenfänger selbst zogen auf die subantarktischen Inseln weiter, wo sie größere Populationen einfacher bejagen konnten. Walfänger, die Fiordland nur als Ausgangsbasis für weitere Fahrten benutzten, blieben länger.
Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Binnenland weiter zu erforscht. Anfang der 1860er Jahre
brach nach Goldfunden ein kleiner Boom über die Gegend hinein. Die daraufhin gegründeten
Siedlungen in Fiordland hielten sich nicht lange. Weitere Versuche im oder mit dem Fiordland Geld
zu verdienen und sich dort dauerhaft niederzulassen, scheiterten aufgrund der
besiedlungsfeindlichen Natur. 1875 stellte die britische Regierung die letzten Robbenpopulationen
unter Schutz. Im Jahr 1904 wurden zusätzlich 9.000 km² des Gebietes unter Schutz gestellt. 1910
wurden zehn Elche im Park ausgesetzt, diese starben aber wieder aus. Seit 1990 ist der Park
zusammen mit drei weiteren als Te Wahipounamu Teil des Welterbes der UNESCO. 1992 schlug die
neuseeländische Regierung ihm größere Teile des Waitutu-Gebiets zu. Seit 2004 sind auch zwei
kleinere Areale vor der Küste als Marine Conservatories geschützt.
Der einzige Straßenzugang in den Nationalpark führt über den State Highway 94, der von Invercargill
aus an Te Anau vorbeiläuft und direkt dahinter die Parkgrenze überschreitet. Die 120 Kilometer
lange Straße, die Milford Sound Road, von Te Anau führt an der Quelle des Eglinton Rivers in den
Park, um am Milford Sound zu enden. Die Straße ist wegen ihrer spektakulären alpinen Ausblicke
berühmt und bietet zahlreiche Gelegenheiten zum Rasten oder zum Wandern. Die Straße entstand
zwischen 1930 und 1952 im Rahmen eines Regierungsprojektes, das Arbeitslosen Beschäftigung
bringen sollte. Es war durch zahlreiche Unfälle in der gefahrenträchtigen Wildnis geprägt.
Teil der Straße ist der 1270 Meter lange Homer Tunnel, der auf 945 Höhenmetern eine Steigung von
11 Prozent überwindet und bis zu seinem letzten Ausbau der weltweit längste Tunnel mit einer
Schotteroberfläche war. Auf der Straße fahren in der Saison etwa 800 Fahrzeuge am Tag, davon 100
Touristenbusse.
Die Milford Sound Road ist im Winter stark lawinengefährdet. Bis in die 1970er Jahre hinein war sie
in den Wintermonaten geschlossen, dann aber konnte die Lobbyarbeit der Tourismusindustrie eine
ganzjährige Öffnung durchsetzen. Das letzte Todesopfer war ein Straßenarbeiter, der 1983 von einer
Lawine verschüttet wurde. Eine Ampel, die vor dem Homer Tunnel den Verkehr aus beiden
Richtungen regeln soll, ist nur in der Hochsaison in Betrieb. Das Risiko, beim Warten vor dem Tunnel
Opfer einer Lawine zu werden, wird als größer angesehen, als bei ausgeschalteter Ampel im engen
Tunnel in den Gegenverkehr zu geraten.
Eine weitere Straße verbindet den Doubtful Sound mit Laka Manapouri. Auf den großen Seen sind
regelmäßig Wassertaxis unterwegs. Ferner gibt es größere Zahlen an privaten Segel-und
Motorbooten. Die Fjorde sind oft besser über die Tasmanische See erreichbar als über den Landweg.
Zahlreiche Jachten und etwa 40 Kreuzfahrtschiffe fahren jährlich in die Fjorde, wobei aber nur ein
kleinerer Teil anlegt. Im Park liegen fünf Landeflächen für landgebundene Kleinflugzeuge, wobei die
am Milford Sound mit etwa 8.500 Flugbewegungen pro Jahr die wichtigste ist. Wasserflugzeuge
können auf den zahlreichen Seen und Fjorden landen.
Den Fiordland-Park besuchen jährlich etwa eine halbe Million Menschen. Die Hauptsaison läuft von
Oktober bis April, die meisten Besucher kommen jedoch im Januar und Februar. Das Hauptgebiet für
den Tourismus ist der Nordwesten des Parks zwischen Te Anau und dem Milford Sound. Die größte
Besuchergruppe stellen Tagestouristen aus Queenstown; der Anteil ausländischer Touristen ist hoch
und steigt in den letzten Jahren.
Der Park hat insgesamt 648 Kilometer Wanderwege. Zahlreiche kurze Wege gehen beispielsweise
von der Straße nach Te Anau zum Milford Sound ab. Einige Tracks sind aber auch für Touren über
mehrere Tage vorgesehen. Besonders die Great Walks, der Milford Track vom Lake Te Anau zum
Milford Sound, der Routeburn Track und der Kepler Track sind international bekannt. Der Hollyford
Track entlang des Hollyford Rivers ist keiner der Great Walks, aber auch ein wichtiges Touristenziel.
Zumindest längere Wanderungen über mehrere Tage sind dabei anspruchsvoll. Während der Saison
sind die Wege gut ausgebaut, erfordern aber eine Anmeldung, außerhalb der Saison sind sie frei
zugänglich, aber Brücken, Stege etc. sind oft abgebaut, um sie vor dem Winter zu schützen. Das
Gelände ist äußerst steil, kaum erschlossen und der immense Regen macht Wege oft über Tage
unpassierbar. In den Darran Mountains ist Bergsteigen möglich. Hier besteht allerdings die Gefahr,
dass der Regen die oft mehrere hundert Meter hohen Steilwände in Wasserfälle verwandelt.
Besonders die anspruchsvollen Wege ziehen ein internationales Publikum an, Umfragen des
Department of Conservation haben ergeben, dass die Wanderer auf den Great Walks zu etwa zwei
Dritteln aus dem Ausland stammen.
In den Herr-der-Ringe-Filmen ist die Landschaft des Parks zu sehen. Die Szene am Ende des ersten
Films, in der sich die Gefolgschaft trennt, drehte das Team in der Umgebung des Milford Sound;
während Frodo, Sam und Gollum im zweiten Teil durch die Totensümpfe ziehen, ist die Landschaft
um Te Anau zu sehen.
In den 1960er Jahren fand in Fiordland eine der größten Naturschutzdebatten statt, als Consolidated
Zinc (später Comalco) ein Wasserkraftwerk bauen, und dafür den Wasserstand des Lake Manapouri
um 24 Meter anheben und so Lake Manapouri und Lake Te Anau zusammenschließen wollte. Die
Bewegung dagegen erfasste ganz Neuseeland, eine Unterschriftenliste der Royal Forest and Bird
Protection Society gegen das Projekt hatten letztendlich 264.907 Neuseeländer, etwa jeder zehnte
Einwohner des Landes, unterschrieben. Die Labour Party gewann die Wahl 1970 unter anderem
deshalb, weil sie sich im Wahlkampf klar gegen das Projekt aussprach. Das Kavernenkraftwerk
Manapouri Power Station entstand; der Wasserstand des Sees wurde aber nicht angehoben. Das 200
Meter tief in den Berg gebaute Kraftwerk der Meridian Energy Unlimited ist Neuseelands stärkstes
Wasserkraftwerk. Es leitet Wasser vom Lake Manapouri unterirdisch in den Doubtful Sound auf
Meereshöhe und nutzt die dabei entstehende Energie. Der größte Teil davon wird benötigt, um ein
Aluminiumwerk bei Bluff etwa 160 Kilometer südöstlich des Sees zu betreiben.
Hokitika ist eine Gemeinde an der Westküste der neuseeländischen Südinsel. Der zur Volkszählung
im Jahr 2006 3.078 Einwohner [1] (hinzu kommen etwa 1.400 Einwohner im Umfeld) zählende Ort
befindet sich in der Region West Coast und ist Verwaltungssitz des Westland-Distrikts. Das Städtchen
liegt etwa 40 Kilometer südlich von Greymouth nahe der Mündung des Hokitika Rivers.
Das Städtchen Hokitika befindet sich im äußersten Norden des Westland-Distrikts auf der Südinsel
des Pazifikstaates. Wie beinahe die gesamte Westküste dieser Insel ist auch die Gegend um Hokitika
extrem abgeschottet von den restlichen Landesteilen. Diese besondere Situation ergibt sich dadurch,
dass das Gebiet im Westen von der Tasmanischen See und unmittelbaren Osten von den
Neuseeländischen Alpen begrenzt wird. Der Weg in südliche Richtung wird nur durch eine einzige
Fernstraße, den State Highway 6 erschlossen, der in Richtung Haast Pass und dem Te Wahipounamu-
Weltnaturerbe der UNESCO im südlichen Westland führt. Einzig in nördlicher Richtung befinden sich
weitere größere Ortschaften, von denen die Hauptstadt der Westküsten-Region, Greymouth, die
bedeutendste ist. Hokitika selbst grenzt direkt an die Tasmansee. Etwa acht Kilometer weiter
nördlich mündet der Arahura River in das angrenzende Meer. Südlich von Hokitika schließen sich
zwei kleine Seen an: Während der von schneebedeckten Gipfeln umgebene Lake Kaniere
vornehmlich zum Baden aber auch zum Wasserskifahren eignet, wird auf dem angrenzenden Lake
Mahinapua auch Segelsport betrieben.
Aufgrund der eingeengten Lage westlich der Neuseeländischen Alpen zeichnet sich das Klima von
Hokitika durch einen – sogar für neuseeländische Verhältnisse – hohen Jahresniederschlag von 2764
Millimetern aus. Neben der charakteristischen Lage ist diese Tatsache auf die Roaring Forties
(deutsch: Brüllenden Vierziger), einer starken Westwindzone auf Höhe des 40° südlicher Breite,
zurückzuführen. Während der Oktober mit 277 mm der niederschlagsreichste Monat ist, fallen im
Juni durchschnittlich nur 203 mm an Niederschlägen, insgesamt verteilt sich der Regen jedoch relativ
gleichmäßig auf alle Monate. Die höchsten Temperaturen werden meist im Februar erreicht; die
Durchschnittstemperatur beträgt in diesem Monat 15,1 °C, während sie im Juli nur bei 6,9 °C liegt.

Die Geschichte der Gemeinde Hokitika ist noch relativ jung: Die Ortschaft wurde im Jahr 1864 als
Goldgräbersiedlung gegründet und stellte eines der Zentren des Goldrausches in Westland dar. Ärger
gab es mit der großen Nachbarstadt östlich der Neuseeländischen Alpen, da das meiste abgebaute
Gold direkt vom Hafen von Hokitika nach Melbourne verschifft wurde und meist kein Umweg über
das Gebirge nach Christchurch gemacht wurde. Zwei Jahre nach seiner Gründung im Jahr 1866 zählte
Hokitika mit über 6.000 Einwohnern zu den größten Siedlungen im damaligen Neuseeland und
fungierte seit 1873] sogar als Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Westland, bis diese Form der
Verwaltungsgliederung im Jahr 1876 abgeschafft wurde. Damit erfuhr das Städtchen einen herben
Bedeutungsverlust und damit einhergehend einen stetigen Bevölkerungsschwund.
Die wichtigsten Wirtschaftszweige waren über Jahrzehnte hinweg die Verarbeitung von Pounamu
(englisch: Greenstone), einer besonderen Art Jade sowie Forstwirtschaft und der Bergbau, wobei
vornehmlich Kohle und Gold abgebaut wurden. Das ganze letzte Jahrhundert über verloren diese
Wirtschaftszweige aber weitgehend an Bedeutung, was die negative Bevölkerungsbilanz der letzten
Jahre erklärt. In den letzten Jahren jedoch gewinnt die Ortschaft wieder an Bedeutung, weil sie sich
zu einem wichtigen Stopp für Touristen in der Westküsten-Region entwickelt hat. Dabei ist die
Ortschaft vor allem bei Ökotouristen beliebt. Ausserdem bildet die Milchwirtschaft einen wichtigen
Wirtschaftszweig der Gemeinde. Dabei hat die Westland Milk Products eine Monopolstellung inne.
Der Einzugsbereich dieser Molkerei, die den Großteil ihrer Produktion exportiert, erstreckt sich über
beinahe die gesamte nördliche Westküste.
An der infrastrukturell relativ schlecht erschlossenen Westküste der neuseeländischen Südinsel
gelegen, ist Hokitika vergleichsweise gut an das nationale Straßen-sowie Bahnnetz angebunden. So
führt der SH 6 in Nord-Süd-Richtung direkt durch die Ortschaft. In den 1890er Jahren wurde der
Hokitika Branch, eine Eisenbahn-Nebenstrecke von Greymouth aus nach Hokitika eingeweiht. In den
folgenden Jahrzehnten wurde die Strecke ausgebaut und verlängert. Im Jahr 1967 wurde der
Personenverkehr eingestellt. Seitdem wird die Bahnstrecke nur noch für den Güterverkehr genutzt.
Greymouth ist die größte Stadt der Westküsten-Region auf der Südinsel Neuseelands. Mit 2001
9.528 [1] Einwohnern leben etwa 20 % der Westküsten-Bewohner in Greymouth, die den
Verwaltungssitz des Grey District Council darstellt.
Die Stadt befindet sich an der Mündung des Grey River, wovon sich auch der Name der Stadt
ableiten lässt. Auf einem schmalen Küstenstreifen liegt sie zu Füßen der Südlichen Alpen. An klaren
Tagen, kann man den Mount Cook (höchster Berg Neuseelands) von hier aus im Süden sehen.
Greymouth liegt am Highway 6, der entlang der Westküste verläuft und Greymouth mit Hokitika im
Süden und Westport im Norden verbindet. Außerdem beginnt hier der Highway 7, der über den
Lewis Pass die Südlichen Alpen überquert und kurz vor Christchurch an der Ostküste endet.
Bevor europäische Siedler nach Greymouth kamen, lebten die MaorU
schon einige Zeit in der Gegend.
Sie nannten sie Mawhera, ein anderer Name heute für den Grey River. Der erste Europäer, der die
Gegend besuchte, war 1846 Thomas Brunner. Er entdeckte Kohle im Grey-Tal. Sein Name stand Pate
für die Stadt Brunner und den Lake Brunner. Brunner selber benannte den Grey River nach dem
prominenten neuseeländischen Politiker Sir George Grey.
Greymouth war bekannt für seine Kohle-und Goldminen. Als das Goldschürfen aufhörte, wurde die
Forstwirtschaft zu einem wichtigen Wirtschaftszweig der Region.

Sonntag, 01.03.2009: Von Greymouth nach Nelson

In den letzten Jahren versucht Greymouth Ökotourismus als neuen Wirtschaftszweig aufzubauen.
Die Pancake Rocks sind eine Felsformation im Paparoa-Nationalpark auf der Südinsel Neuseelands
etwa 40 Kilometer nördlich von Greymouth. Direkt an der Tasmanischen See gelegen, sehen die
Felsen aus wie übereinander geschichtete Eierkuchen, wodurch sie zu ihrem Namen kamen.
Vor 30 Millionen Jahre übereinander geschichtete Ablagerungen von Kalksedimenten und
Tonmineralien, erodieren unterschiedlich schnell, seit sie durch eine Landhebung an die Oberfläche
gehoben wurden und Wellen, Wind und Regen ausgesetzt sind. Das Wasser der Brandung bricht sich
an den zahlreichen Felsnasen, in Höhlen und Ausspülungen und drückt zurückfließendes Wasser und
durchströmende Luft durch enge Löcher und Röhren im Felsen, was oberhalb der Felsen als
Blowholes sicht-und durch starkes Zischen in der Luft hörbar wird.
Ein kleiner, behindertengerecht ausgebauter Rundweg führt durch diese Felsformationen, von
verschiedenen Plattformen aus hat man einen direkten Einblick in die tosenden und spritzenden
Brandungslöcher. Das Informationszentrum des Paparoa National Park befindet sich direkt am
Eingangsbereich der Pancake Rocks. Ein Parkplatz befindet sich ebenfalls direkt gegenüber dem
Zugang am vorbeiführenden State Highway 6.
Die Stadt Nelson befindet sich im Norden der neuseeländischen Südinsel an der Cookstraße und hat
etwa 50.000 Einwohner. Sie ist Verwaltungssitz der Region Nelson, die zugleich auch die Aufgaben
eines Distrikts wahrnimmt. Sie wird als Unitary Authority verwaltet, das heißt die Distrikt-und die
Regionalverwaltung ist zusammengelegt. Somit bildet sie den einzigen Stadt-Distrikt (engl. City-
Council), der zugleich eine Region verkörpert.
Angeblich ist Nelson der geographische Mittelpunkt von Neuseeland. Praktischerweise soll dieser
Punkt auf einem Hügel im Zentrum der Stadt liegen. Dieser Mittelpunkt war allerdings nur der
Mittelpunkt, um frühe Landvermessungen durchzuführen. Der wahre geographische Mittelpunkt
liegt tatsächlich in dichtem Gestrüpp eines Waldes auf der Spooner Range in der Nähe von
Tapawera, 35 Kilometer südwestlich von Nelson.
Um die Region Nelson herum befinden sich die drei meistbesuchten Nationalparks Neuseelands
(Abel-Tasman-Nationalpark, Kahurangi-Nationalpark und der Nelson-Lakes-Nationalpark), was
vielleicht daran liegt, dass in dieser Provinz die jährliche Sonnenscheindauer mit durchschnittlich
2400 Stunden die längste im gesamten Land ist.
Schon 1550 besiedelte der Maori-Stamm Ngati Tumatakokiri den Großteil der Provinz. Der erste
Kontakt mit dem holländischen Entdecker Abel Tasman 1642 verlief blutig – der Name Murderers
Bay zeugt noch heute davon. Im 18. Jahrhundert wurde die Tumatakokiri von den Stämmen Ngatiapa
aus Wanganui und Ngati Kahu der Südinsel gemeinsam vertrieben. Der Sieg war nur von kurzer
Dauer, da sie zwischen 1828 und 1830 durch eine große Anzahl bewaffneter Kanus weiterer Stämme
aus Taranaki und Wellington, die ebenfalls auf die Südinsel übersetzten, vernichtend geschlagen
wurden.
Auf Initiative der New Zealand Company siedelten sich die ersten Weißen in der Region an, um das
fruchtbare Farmland nutzen zu können. Angebliche Landkäufe wurden durch zweifelhafte Verträge
mit den ortsansässigen Ngati Toa erzielt und entwickelten ein gewaltiges Konfliktpotenzial, welches
sich am 17. Juni 1843 in dem sogenannten Wairau-Tumult entlud. Als sich Te Rauparaha, der Führer
der Ngati Toa, seiner Verhaftung und der Zwangsenteignung widersetzte, kam es zu
Kampfhandlungen, in deren Verlauf 22 Siedler und 4 Maori getötet wurden. Unter den Getöteten
war auch Arthur Wakefield, dem Gründer von Nelson. Im Jahre 1843 waren die Siedler Nelsons
knapp mit Nahrungsmitteln, die New Zealand Company in Nelson führungslos und in Finanznöten. In
dieser Situation erklärte sich Frederick Tuckett (Mitbegründer von Nelson) bereit, die Führung
Nelsons für die New Zealand Company zu übernehmen. Die Ankunft deutscher Siedler mit der Sankt
Pauli im gleichen Jahr, rettete die Region vor dem wirtschaftlichen Ruin. Die deutschen Siedler
bekamen große Unterstützung von Tuckett und gründeten mehrere Siedlungen in der Umgebung.
Die größte Siedlung nannte sich Sarau. 1858 wurde Nelson als zweiter Ort Neuseelands das
Stadtrecht zuerkannt.
Die im Art Deco Stil erbaute Christ Church Cathedral mit einer großen Freitreppe befindet sich im
Zentrum der Stadt. Vom Baubeginn 1925 bis zur Einweihung 1972 lag eine Bauzeit von 47 Jahren. In
der Nähe der Kathedrale liegt eine restaurierte Häuserzeile mit Arbeiterunterkünften aus dem 19.
Jahrhundert. Eine der Hauptattraktionen ist die 2001 eröffnete Galerie World of WearableArt mit
angeschlossenem Automuseum, wo die jährlichen Preisträger unkonventioneller Modekleidung und
klassische Autos ausgestellt werden. In Nelson gibt es auch einige gute Brauereien. Die jährlich
stattfindenden Arts Festival und Jazz Festival locken viele Besucher in die Stadt. Nelson dient in den
Sommermonaten als touristischer Mittelpunkt der Region und als Ausgangsbasis für die drei
benachbarten Nationalparks. Die Stadt selbst bietet in kultureller Hinsicht auch die Möglichkeit,
selbst interaktiv tätig zu werden: Beispielsweise kann man in oder nahe der Stadt töpfern, Glass
schmieden, Wein & Olivenöl verkosten lernen, Kiwi Pavlova backen oder gar sein eigenes
Knochensouvenir in der traditioneller Kunst der Maori schnitzen.
Nelson hat noch viele aus Holz erbaute Häuser aus der Kolonialzeit, und einige der Hostel, die
Touristen Unterkünfte bieten, haben in diesen Platz gefunden. Die Frühgeschichte der Stadt lässt
sich in einem nachgebauten Dorf aus der Kolonialzeit im Founders Historical Park & Brewery
besichtigen. Freitags findet dort außerdem der wöchentliche Farmer’s Market statt.

Montag, 02.03.2009: Von Nelson nach Wellington

Die Hafenstadt Picton, ursprünglich Waitohi, mit knapp 3.000 Einwohnern befindet sich am
Endpunkt einer der Fjorde des Marlborough-Sunds, dem Queen-Charlotte-Sound in der Region
Marlborough im Norden der Südinsel Neuseelands.
Picton wurde nach dem 1815 in der Schlacht bei Waterloo gefallenen Thomas Picton, einem
militärischen Verbündeten von Arthur Wellesley, 1. Herzog von Wellington benannt.
Die Stadt dient als Fährhafen der von Wellington über die Cookstraße reichenden
Verbindungsstrecke zwischen der Nord-und Südinsel Neuseelands.
Abgesehen von dem zwischen der Nord-und Südinsel verkehrenden Publikum besitzt Picton als
Ausgangspunkt für viele Fahrten im Marlborough-Sund eine große Bedeutung für die
neuseeländische Touristik. Sehenswürdigkeiten von Picton sind der im Hafen vor Anker liegende,
restaurierte Dreimaster Edwin Fox sowie ein kleines dem Walfang gewidmetes Museum.
Wellington (Te Reo Maori: Te Whanganui-a-Tara) ist die Hauptstadt von Neuseeland und nach
Auckland der zweitgrößte Ballungsraum des Landes. Sie hat 448.956 Einwohner und befindet sich an
der Südspitze der Nordinsel des Landes. Das Gebiet ist das politische und kulturelle Zentrum des
Landes sowie Mittelpunkt der neuseeländischen Film-und Theaterindustrie. Bekanntheit erlangte es
für seine malerische Lage zwischen Naturhafen und grünen Hügellandschaften, in die abgestufte
Vororte eingebettet sind, die oft aus kolonialen Villen bestehen.
Die Maori-Bezeichnung Te Whanganui-a-Tara bezieht sich auf den angrenzenden Wellington
Harbour und bedeutet übersetzt „Der große Hafen des Tara“, während Poneke
nur die transkribierte
Version von „Port Nick“, der früheren Bezeichnung für die Stadt ist. Dank ihrer Lage an einer
Landspitze bietet die Stadt eine Angriffsfläche für starke Windströmungen, daher auch der
Spitzname der Stadt: Windy Wellington, also „Windiges Wellington“.
Der Ballungsraum Wellington liegt an der Südwestspitze der neuseeländischen Nordinsel am
Wellington Harbour. Durch die Cookstraße wird die Stadt von den Marlborough Sounds auf der
Südinsel getrennt. An klaren Tagen kann man von Wellington aus die oft schneebedeckten Kaikoura
Ranges im Süden erkennen. Nördlich des Großraums befindet sich die Kapiti Coast mit ihren
ausgedehnten weißen Sandstränden, während das Stadtgebiet im Osten durch die Rimutaka Range
von den bekannten Weinbaugebieten im Wairarapa getrennt wird.
Die Gegenden im Westen des bebauten Gebiets von Wellington City steigen relativ steil zu einer
hügeligen Mittelgebirgskette an, so dass die dort gelegenen Stadtteile mitunter um einiges höher als
das Stadtzentrum liegen. Aufgrund seiner geographischen Beschaffenheit wird Wellington oft mit
San Francisco verglichen. Der südlich des Stadtzentrums gelegene Mount Victoria ist ein beliebter
Aussichtspunkt und eine der markantesten geographischen Besonderheiten der Stadt. Die Miramar-
Halbinsel (spanisch; Seeblick) bildet den östlichsten Punkt der Agglomeration. Auf dem zu dieser
Halbinsel führenden Isthmus befindet sich der Internationale Flughafen der Stadt. Direkt östlich
dieser Halbinsel befindet sich die Hafeneinfahrt in den Wellington Harbour und das berüchtigte
Barrett-Riff, dem schon zahlreiche Schiffe zu Opfer fielen, das bekannteste ist wahrscheinlich die
„Wahine“, die hier im Jahr 1968 sank und 52 Menschen in den Tod riss. Im Naturhafen selbst gibt es
die drei Inseln Matiu/Somes Island, Ward (Makaro) und Mokopuna, von denen nur erste bewohnt
ist. Im Norden mündet einer der großen Flüsse der Nordinsel, der Hutt River, der sich zuvor durch
das gleichnamige Tal windet, in die Bucht. Im Hutt Valley befinden sich zwei weitere große Städte
des Ballungsraumes: Upper Hutt im Norden wird von Lower Hutt im Süden durch die Taita-Schlucht
abgegrenzt. Die Städte werden von beiden Seiten durch Gebirgsketten eingegrenzt. Im Westen sind
dies die Akatarawa Ranges und im Osten die Rimutaka Range. Die letzte große Ansiedlung des
Ballungsraumes, Porirua, liegt ganz im Nordwesten der Agglomeration am Porirua Harbour, der im
Westen in die Cookstraße mündet.
Der gesamte Ballungsraum Wellington wird von einer aktiven geologischen Verwerfung durchzogen.
Unweit des heutigen Stadtzentrums schiebt sich die leichte, dicke Australische Platte über die
dünnere, aber schwerere Pazifische Platte. Die Bewegungen dieser beiden Platten führten zur
Bildung dreier großer Störungen, die entweder mitten durch die Städte oder nahe an ihnen vorbei
führen: die Ohariu-Verwerfung, die Wairarapa-Verwerfung und die Wellington-Verwerfung. Wenn
sich nun eine dieser Störungszonen plötzlich bewegt, entstehen Erdbeben. Letztere dieser
Verwerfungen führt durch das gesamte Hutt Valley geradewegs durch das Stadtzentrum von
Wellington City. Durch die starke Erdbebengefährdung und die häufigen Verschiebungen der Platten
im Ballungsraum Wellington entwickelte sich die Stadt zu einem der weltweit führenden Zentren zur
Untersuchung von geologischen Plattenverschiebungen.
Zahlreiche Erdbewegungen veränderten das Aussehen der Gegend entscheidend. So wurde der
Erdboden sowohl an der West-als auch an der Ostküste nach einem Erdbeben im Jahr 1400 um bis
zu drei Meter gehoben, was den gesamten Küstenverlauf vollkommen veränderte. Im Jahr 1855
wurde der Erdboden aufgrund eines Bebens innerhalb des Hafenbeckens um mehrere Meter
angehoben. Das mit einer Stärke von 8,1 auf der Richterskala schwerwiegendste Erdbeben, das
jemals in Neuseeland gemessen wurde, ging als Wairarapa-Erdbeben in die Geschichte ein.
Wellington befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Schon alleine der Spitzname der Stadt, Windy
Wellington, sagt einiges über das Klima des Ballungsraums aus. Zum einen sorgt die exponierte Lage
Wellingtons an einer Landspitze für eine größere Angriffsfläche für starke Windströmungen,
außerdem ist Wellington die einzige Hauptstadt der Erde, die innerhalb des Einflussbereichs der
Roaring Forties (deutsch: Donnernde Vierziger) liegt. Der Begriff „Roaring Forties“ bezeichnet eine
Zone starker Westwinddriften zwischen dem 40° und dem 50° südlicher Breite. Trotz dieser
besonderen Lage treten schwere Stürme nur im Herbst und im Winter auf.
Insgesamt scheint in Wellington öfter und länger die Sonne als in Auckland, Melbourne oder London,
pro Jahr sind es über 2035 Stunden; außerdem regnet es weniger als in Sydney oder Auckland, die
durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Jahr liegt bei etwa 1251 mm, wobei die Wintermonate,
also Mai bis August, in der Regel verregneter als die Sommermonate sind. Die durchschnittlichen
Januar-Temperaturen schwanken zwischen 13,3 °C (durchschnittliches Minimum) und 20,6 °C
(durchschnittliches Maximum), während die durchschnittlichen Temperaturen im Juli zwischen 5,6 °C
und 11,7 °C liegen.
Das Agglomeration setzt sich aus den Stadt-Distrikten (City Councils) Wellington City im Süden,
Porirua im Norden und den Städten Upper-und Lower Hutt im Hutt Valley im Nordosten bzw.
Nordwesten zusammen. Das Stadtgebiet wiederum befindet sich vollständig innerhalb der Grenzen
der Region Greater Wellington.
Die früheste Bezeichnung für die Gegend um den heutigen Ballungsraum ist „Te Upoko o Te Ika a
Maui“ oder „Der Kopf von Mauis Fisch“. Der Begriff ist auf die fischähnliche Formgebung der
neuseeländischen Nordinsel zurückzuführen. Dieses Gebiet war von jeher etwas besonderes, da der
„Kopf eines Fisches“ nach den Bräuchen der Maori mehr wert ist, als der Rest. Neuzeitliche
archäologische Funde nahe dem Cape Palliser datieren die Ankunft der ersten Ureinwohner auf etwa
1350 zurück. Damit bildet das Region um Wellington neben der Far-North-Gegend das erste
Siedlungsgebiet des Landes.
Nach der Mythologie der Maori kam dem Helden Maui die Ehre zuteil, einen großen Fisch zu fangen,
der heute die neuseeländische Nordinsel bildet, während sein Kanu die Südinsel darstellt. Weiter
heißt es, dass der Wellington Harbour auf der einen und der Lake Wairarapa auf der anderen Seite
die Augen des Fisches sind. Der Mund wird von der Palliser Bay repräsentiert, während Cape Palliser
und Turakirae Head als äußerste Kieferknochen fungieren. Die Bergketten Rimutaka, Tararua und
Ruahine Range stehen für das Rückgrat des Fisches.
Lässt man diese Entstehungsmythen einmal unbeachtet, gilt der polynesische Entdecker Kupe nach
Legenden der Maori als erster Mensch, der das Gebiet um das heutige Wellington im 10.
Jahrhundert betrat. Nachdem er ein paar Inseln einen Namen gab, kehrte er ohne das Gebiet zu
„kolonisieren“ wieder in seine Heimat, die polynesischen Inselgruppen, zurück. Einige Jahre später
schickte ein großer Maori-Anführer namens Whatonga seine beiden Söhne Tara und Tautoki von der
Mahia-Halbinsel an der Hawke Bay aus Richtung Süden. Nachdem die beiden den heutigen
Wellington Harbour erreichten, errichteten sie eine erste Siedlung auf der Miramar-Halbinsel
(spanisch; Seeblick). Deren Nachkommen begründeten zahlreiche aufstrebende Stämme (z. B. Ngai
Tara, Ngati Apa oder Ngati Ira). Der Name „Tara“ ist in zahlreichen geographischen Merkmalen
verewigt, so wurde der Wellington Harbour seit dieser Zeit als „Te Whanganui a Tara“ (englisch: the
great Harbour of Tara) oder der „große Hafen des Tara“ bezeichnet, was heutzutage auch die
offizielle Maori-Bezeichnung der Stadt ist. Der Bezeichnung
Tararua Range zeugt ebenfalls von dieser Zeit. Nachdem 1819 Waikatostämme die Stämme Ngati
Toa und Te Ati Awa vertreiben, wandern diese in Richtung Wellington weiter. Infolgedessen kommt
es zu kriegerischen Auseinandersetzung mit den dort heimischen Stämmen.
Zur Zeit der ersten europäischen Entdecker des Gebiets – Abel Tasman im Jahr 1642 und James Cook
im Jahr 1770 – waren die Ufergegenden am Wellington Harbour übersät mit kleinen MaoriSiedlungen
(Maori: Pa). Obwohl beide Europäer anlegen und das Gebiet erforschen wollten,
scheiterten sie aber bei ihren ersten Versuchen wegen der äußerst starken Strömung und den
schwierigen Windverhältnissen. Seit dieser Zeit hat die Gegend den Ruf, sehr „windig“ zu sein. Erst
knapp 70 Jahre später begann die erste geplante Besiedlungswelle durch die Europäer, als William
Wakefield im Auftrag der 1839 gegründeten New Zealand Company in Neuseeland große
Landflächen von den Maori erwerben sollte, bevor die britische Krone deren Aktivitäten beenden
konnte. Als Wakefield nun am 20. September desselben Jahres mit seinem Schiff, der Tory am
„großen Hafen des Tara“ ankam, spielte der ehemals dominierende Maori-Stamm Ngahi Tara keine
große Rolle mehr und wurde vom aufstrebenden Te Ati Awa-Stamm verdrängt. Letzterer
unterstützte die Europäer in deren Bestreben, eine Siedlung am von den Europäern als „Port
Nicholson“ bezeichneten Naturhafen zu errichten, weil sie sich im Gegenzug von den Europäern
Unterstützung gegen den verfeindeten Ngati Toa-Stamm erhofften. Sie verließen im Tausch gegen
100 Musketen, 100 Decken, 60 rote Nachtmützen, ein Dutzend Regenschirme und weitere
verschiedene Kleinigkeiten widerwillig ihr Land. Allerdings gab es Übersetzungsschwierigkeiten und
das Prinzip des Landbesitzes ist den Maori unbekannt. Hinzu kommt, dass nach den Auseinandersetzungen unter den verschiedenen Stämmen eine eindeutige Zuordnung der Siedlungsgebiete sowieso nicht möglich war.
Schon im folgenden Jahr, 1840, kehrte Wakefield mit der ersten „Schiffsladung“ an Siedlern an den
Naturhafen zurück und benannte die zukünftige Siedlung zu Ehren von Arthur Wellesley, 1. Herzog
von Wellington, einem Unterstützer der New Zealand Company Wellington. Ursprünglich errichteten
sie ihre erste Siedlung in Petone im Mündungsgebiet des Hutt River. Wegen der häufigen
Überschwemmungen waren sie aber gezwungen, die Ortschaft weiter nach Südwesten, nach
Lambton Harbour in den heutigen Stadtteil Thorndon zu verlegen. Eine Serie von kleineren Erdbeben
im Jahr 1848 führte zu zahlreichen Beschädigungen. Einige Jahre später wurde klar, dass die
eingeengte Lage der Stadt kein weiteres Wachstum mehr zuließ und es wurde der Beschluss gefasst,
große Flächen des angrenzenden Naturhafens trocken zu legen. Kurz bevor man mit der Arbeit
beginnen wollte, genauer gesagt am 23. Januar 1855, erschütterte ein schwarzer Tag, der sich
zugleich als eine große Chance für die Stadt herausstellte, die Region: Um 21.00 Uhr brachte das
Wairarapa-Erdbeben mit Port Nicholson (Wellington Harbour) als Epizentrum die gesamte Gegend
zum Beben. Mit einer Stärke von 8,1 auf der Richterskala wurde das heftigste jemals in Neuseeland
gemessene Erdbeben sogar noch in Auckland
wahrgenommen. Infolge dieses Bebens kam es zu Bodenerhebungen von zwei bis drei Metern. Unter
anderem wurde ein Teil des damaligen Hafens angehoben, auf dem sich heute das Zentrum der
Stadt befindet. Der damalige Lambton Quay (deutsch: Lambton-Kai) befindet sich zum Beispiel heute
über 250 Meter vom Meer entfernt.
Trotz aller Widrigkeiten wie Erdbeben, Großfeuer und den regelmäßig in Sturmstärke wehenden
Windströmungen entwickelte sich die dürftige Siedlung mit einigen Dutzend Bewohnern zu einem
florierenden Zentrum für Im-und Export mit einem bedeutenden Hafen und im Jahr 1865 lief
Wellington Auckland den Rang ab, offizielle Hauptstadt Neuseelands zu sein. Die Verlegung der
Hauptstadt aus dem schon damals viel größeren Auckland in aufstrebende Metropole am Port
Nicholson wurde als nötig erachtet, um aufgrund der nun zentraleren Lage Sezessionsbestrebungen
auf der Südinsel unterbinden zu können, die wegen des Goldrausches in Otago aufkeimten. Die erste
Sitzung des Parlaments fand schon am 7. Juli 1862 in Wellington statt, allerdings wurde erst nach
einem Antrag von Alfred Domett im November 1863, in dem es hieß „es ist notwendig geworden,
den Regierungssitz … in einen passenden Ort in der Cook Straße zu verlagern“, Wellington zur
Hauptstadt erklärt. Im Jahr 1886 erhielt die Siedlung Stadtrechte. Das 1876 erbaute ehemalige
Regierungsgebäude (Old Government Buildings) ist nach dem Todai-ji in Japan das zweitgrößte
Holzgebäude der Erde. Das bis zum Jahr 1981 fertiggestellte „Beehive“ (deutsch: Bienenstock), in
dem sich die Büros der Parlamentarier befinden, wurde schnell ein Wahrzeichen der Stadt.
Als sich die Schifffahrtindustrie immer mehr weiterentwickelte, wurden zahlreiche große Lagerhallen
und Produktionsstätten im Hafengebiet nicht mehr benötigt und viele Hallen wurden modernisiert
und dienten fortan anderen Zwecken, wie zum Beispiel als Museum oder Einkaufskomplex,
Wohnungen oder Büros; andere wurden abgerissen und in Parks umgewandelt. Im April 1968 sank
vor der Küste Wellingtons die Autofähre Wahine während eines Sturmes. Dieses Schiffsunglück wird
mit einer Opferzahl von 53 Menschen als schlimmste Schiffskatastrophe in der Geschichte des
Landes angesehen, wenn auch in früheren Schiffsunglücken höhere Opferzahlen zu beklagen waren.
In den 1980er-Jahren wurden große Teile der Stadt neu errichtet bzw. umgebaut und die meisten
Gebäude den heutigen Standards in Sachen Erdbebensicherheit angepasst. Weitere Aufwertungen
des Stadtzentrums erfolgten mit der Eröffnung des neuseeländischen Nationalmuseums Te Papa
Tongarewa im Jahr 1998, zahlreichen weiteren Museen und dem Westpac Stadium im Jahr 2000.
Erst im Jahr 2006 wurde das Hafenviertel von Wellington um den neu gestalteten Waitangi-Park
bereichert.
Über die Jahre hinweg verwandelte sich Wellington von einer kleinen, verschlafenen
Landeshauptstadt zu einer wichtigen Kultur-und Lifestylemetropole des Landes. Dazu tragen neben
den zahlreichen Museen und Theater eine lebendige Musik-und Filmszene bei. Am 1. Dezember
2003 wurde der dritte Teil der Filmtriologie Der Herr der Ringe im Wellingtoner Embassy Theatre
uraufgeführt. Das Ereignis sorgte für den größten Menschenandrang in der Stadtgeschichte, dem
schätzungsweise 100.000 Menschen beiwohnten[3] .
Die eingeengte Lage des Ballungsraumes zum Einen an einer Landspitze und zum Anderen auch noch
zwischen Mittelgebirgen und dem Wellington Harbour hat mehrere Besonderheiten zur Folge.
Erstens ist die Metropolregion Wellington dichter besiedelt, als vergleichbare neuseeländische
Städte. So leben im Stadt-Distrikt von Wellington City im Jahr 2005 634 Einwohner/km², während in
Auckland City nur 397 Einwohner/km² (2004) leben. Eine weitere Folge der eingeengten Lage ist das
geringere Bevölkerungswachstum im Vergleich zu anderen Großstädten des Landes. So konnte der
Ballungsraum Wellington von 1991 bis 2001 nur ein Wachstum von etwa 5 % verzeichnen, während
in Christchurch die Bevölkerung im gleichen Zeitraum um über 10 % zunahm, in Auckland um über
20 % und in Tauranga die Einwohnerzahl um fast 40 % anstieg. In der Metropolregion lebten zur
Volkszählung im Jahr 1991 324.000 Menschen, zehn Jahre später waren 340.000 Personen im
Ballungsraum beheimatet, was etwa 9,1 % der damaligen Gesamtbevölkerung des Landes ausmacht.
Weitere vier Jahre später, genauer gesagt zum Stichtag 30. Juni 2005 wurde die Einwohnerzahl des
Ballungsraumes auf 370.000 Menschen geschätzt.
Wellington ist eine multikulturelle Hauptstadt. Der Großteil der Bewohner der Metropolregion
Wellington fühlt sich der europäischen Volksgruppe zugehörig. Der Anteil der eigentlichen
Ureinwohner des Landes, der MaorU ist mit einem durchschnittlichen Anteil an der Bevölkerung
vertreten. Obwohl der Anteil von Asiaten und Pazifischen Insulanern an der Bevölkerung viel
geringer ausfällt, als zum Beispiel in Auckland, wird die Stadt dennoch von vielfältigeren kulturellen
Einflüssen geprägt, als die meisten anderen Städte des Landes.
Die exakten Ergebnisse der Volkszählung von 2001 für den Ballungsraum Wellington:
78,3% der Einwohner rechnen sich der europäischen Bevölkerungsgruppe zu,
12,4% der Einwohner rechnen sich der Maori-Bevölkerungsgruppe zu,
9,3% der Einwohner rechnen sich der pazifischen Bevölkerungsgruppe zu,
8,0% der Einwohner rechnen sich der asiatischen Bevölkerungsgruppe zu und
1,1% der Einwohner gehören zu anderen Bevölkerungsgruppen.
Die anfangs überwiegend britischen Siedler brachten ihre Religion, die Anglikanische Kirche, in die
Region Wellington, die heute Sitz einer der sieben Diözesen der Anglican Church in Aotearoa, New
Zealand and Polynesia ist. Die Nachfahren der ersten Siedler errichteten im Jahr 1855 die Old Saint
Paul’s Church, eines der ersten Kirchengebäude in dem Gebiet. Durch beständige Einwanderung aus
katholisch geprägten Ländern hat die katholische Konfession die anglikanische im Ballungsraum
Wellington von Platz eins verdrängt; In der Stadt befindet sich die einzige katholische Erzdiözese des
Landes. Des Weiteren existieren noch zahlreiche andere christliche Konfessionen, wie zum Beispiel
die Lutheranische Kirche.
Obwohl das Christentum die größte religiöse Gruppierung der Metropolregion Wellington darstellt,
gibt es viele Anhänger weiterer Religionen, wie zum Beispiel des Buddhismus, des Hinduismus oder
des Islam. Letztere Gruppierung betreibt inzwischen drei islamische Zentren in der Metropolregion
und plant bereits die Errichtung eines weiteren Zentrums im neuen Stadtteil Newlands.
Wellington gilt als kultureller und künstlerischer Mittelpunkt des Landes. In einer Studie von Mercer
Consulting zur Lebensqualität in ausgewählten Städten reihte sich Wellington auf dem 12. Platz ein
und stellt nach Auckland und Sydney die drittlebenswerteste Stadt der Südhalbkugel dar[4] .
Bekannte Sehenswürdigkeiten sind die neuseeländischen Parlamentsgebäude und das in den
1970er-Jahren fertiggestellte Beehive, in dem sich Räumlichkeiten der Abgeordneten befinden, das
historische Cable Car und der dadurch an die City angeschlossenen Botanische Garten mitsamt
Aussichtspunkt oberhalb der Victoria-Universität, das Old Government Building als größtes
Holzgebäude der Südhalbkugel (heute die juristische Fakultät der Universität), Old St. Paul’s, die alte
anglikanische Hauptkirche der Stadt im Stil englischer Gotik sowie Mount Victoria als Aussichtspunkt.
Ein äußerst beliebter Treffpunkt in der Nähe des Nationalmuseums ist die Oriental Bay, deren Strand
mitten im Stadtgebiet zum Baden einlädt.
Als Sehenswürdigkeit im weiteren Sinne kann auch Ben Hana bezeichnet werden, der „Blanket Man“
vom Courtenay Place in Wellington. Hana ist ein stadtbekannter Bettler, der Tag und Nacht, ob im
Sommer oder Winter, nur bekleidet mit Unterhose und seiner Decke (daher der Spitzname „Blanket
Man“) auf der Straße sitzt. Über ihn wurden schon mehrere Zeitungsartikel und Reportagen verfasst.
Wellington kann eine breitgefächerte Museumslandschaft aufweisen, die sich vom mehrfach
ausgezeichneten, 1998 eröffneten Nationalmuseum Te Papa Tongarewa über die neuseeländische
Nationalbibliothek, das Hyde Park Museum, das sich mit der Geschichte der Stadt beschäftigt, das
Museum of Wellington City & Sea, das die maritimen Ursprünge der Stadt beleuchtet, sowie viele
weitere bis hin zum Film Centre erstreckt. Mit einem als SUMMER ’79 bezeichneten Veranstaltung im
Jahr 1979 begann die Wandlung der einst nüchternen Hauptstadt zu einer festival-reichen
Kulturmetropole. Heute findet zweijährlich das International Festival of the Arts statt und jedes Jahr
werden der berühmte Cuba Street Carnival, Fringe Festival, Summer City, die New Zealand
Affordable Art Show, das ehemals in Nelson ansässige World of Wearable Art-Festival sowie zahllose
weitere Veranstaltungen abgehalten.
Die Stadt ist das Zentrum der neuseeländischen Filmindustrie. In Anlehnung an Hollywood, dem
wichtigsten Standort der amerikanischen Filmindustrie, wird Wellington inzwischen oft als
Wellywood bezeichnet. Diesen Spitznamen trägt die Stadt seit der Weltpremiere von Der Herr der
Ringe: Die Rückkehr des Königs im Jahr 2003. Neben Peter Jackson waren noch viele weitere Menschen, zum Beispiel Richard Taylor und Jamie Selkirk, daran beteiligt, im Stadtteil Miramar auf
der gleichnamigen Halbinsel im Süden Wellingtons eines der großen Zentren der Filmindustrie zu
schaffen. Für viele Millionen Dollar wurden Filmstudios, Sound-Studios sowie Einrichtungen zur Vor-
und Postproduktion errichtet. Die größte dieser Einrichtungen ist der Weta Workshop. Große
Bedeutung in der Filmszene der Stadt haben Jane Campion sowie Vincent Ward. Junge
Persönlichkeiten wie Costa Botes (Forgotten Silver), Taika Cohen (Tama tu) oder Jennifer Bush-
Daumec (Lands Of Our Fathers) tragen in immer größerem Maße zur filmischen Vielfalt „Wellywoods“ bei.
Aufgrund mehrerer Hochschulen und der damit verbundenen Anzahl an Studenten, strahlt die Stadt
ein junges, lockeres Flair aus, das sich zum Beispiel an der musikalischen Vielfalt oder dem
abwechslungsreichen Nachtleben zeigt.
Die bekanntesten Bands aus Wellington sind The Phoenix Foundation, Shihad, Steriogram, Fat
Freddy’s Drop und The Black Seeds. Wellington ist Heimatort des staatlichen Sinfonieorchesters bzw.
des -balletts und zahlreicher Theater, wie zum Beispiel des St. James Theatre, des Downstage
Theatre und des Bats Theatre.
Auch im sportlichen Bereich spielt Wellington über die Grenzen Neuseelands hinaus eine große
Rolle: Die Hurricanes vertreten die Stadt im drei Nationen umfassenden Super 14-Cup, die
Wellington Lions bei den nationalen Rugby-Union-Meisterschaften NPC, die Wellington Firebirds im
Cricket, die Wellington Orcas im Rugby-League-Bereich, die Capital Shakers im Netball, Wellington
Phoenix im Fußball (seit der Saison 2007/2008 Mitglied der australischen A-League) sowie die
Wellington Saints in der National Basktetball League. Zwischen 1985 und 1996 fand in der Innenstadt
von Wellington das unter dem Namen Wellington 500 bekannt gewordene Straßenrennen für
Tourenwagen statt. Für 2007 ist eine Neuauflage geplant.
Der Flughafen Wellington wurde im Jahre 1959 eröffnet und befindet sich nur fünf Kilometer
südöstlich des Stadtzentrums auf der Miramar-Halbinsel. Er entlastete damit den Flugplatz in
Paraparaumu, der heute meist nur noch für private Flüge und nahe gelegene inländische
Verbindungen genutzt wird. Im Osten und Westen ist er von Wohn-bzw. Gewerbegebieten
umgeben, im Süden schließt sich direkt der Pazifische Ozean an, während das Flughafengelände im
Norden nur durch einen Highway vom Naturhafen getrennt wird. Trotz dieser eingeengten Lage ist
er – am Passagieraufkommen gemessen – nach dem Flughafen Auckland und dem Flughafen
Christchurch der drittgrößte des Landes und befördert pro Jahr über 4,5 Millionen Menschen. Die
meisten Flugbewegungen sind Inlandsflüge, die vornehmlich von Air New Zealand und kleineren
Gesellschaften bedient werden. Darüber hinaus werden – hauptsächlich durch JetConnect, einer
Tochterfirma von Qantas und durch Freedom Air, einer Tochter der Air New Zealand – auch Flüge in
benachbarte australische Städte sowie nach Fidschi angeboten. Ein wichtiges Argument, das gegen
den Flughafen nahe dem Stadtzentrum spricht, ist, dass die
Landebahn weniger als 2 Kilometer lang ist. Es gibt zwar Pläne für eine Verlängerung, aber ohne
Unterstützung durch eine große Fluglinie scheint eine baldige Realisierung unwahrscheinlich. Im Jahr
2007 soll das internationale Terminal ausgebaut werden, damit der Flughafen auch von Flugzeugen
mit der Größe einer Boeing 787 genutzt werden kann.
Der Personentransport auf Langstrecken mittels Zügen hat in Neuseeland zwar eine lange Tradition
– auf dem North Island Main Trunk zwischen Auckland und Wellington fahren bereits seit 1908
regelmäßig Personenzüge -, hat aber eine weitaus niedrigere Priorität als der Straßenverkehr. Nach
der „indirekten Teilprivatisierung“ gehören die Schienen zwar dem Staat, der Betrieb unterliegt aber
privaten Firmen, hier dem Transportunternehmen Toll Rail. Verständlicherweise stets auf
Wirtschaftlichkeit bedacht, beschloss das Unternehmen am 25. Juli 2006, die traditionsreiche
Verbindung, die als Overlander bezeichnet wird, einzustellen. Nach heftigen Protesten und einer
Bewegung der Green Party of Aotearoa New Zealand, beschloss das Unternehmen die Verbindungen
in reduzierter Weise fortzuführen. Ein weiteres Unternehmen, die Manning-Gruppe, zeigte sein
Interesse an einer zukünftigen Verbindung[5] .
Ein wichtiger Teil des Fernverkehrs ist auch die Fährverbindung zwischen neuseeländischer Nord-
und Südinsel. Verschiedene Firmen bieten Fährverbindungen von Wellington nach Picton auf der
Südinsel an und überbrücken damit die Cookstraße. Die größte heißt Interislander und transportiert
pro Jahr etwa 1.000.000 Menschen und 230.000 Fahrzeuge auf etwa 5.700 Fahrten.
Auch das Straßennetz in der Agglomeration Wellington musste den schwierigen geographischen
Verhältnissen angepasst werden. So winden sich Zugangsstraßen zu den abseits der Stadtzentren
gelegenen Vororten in die immer hügeliger werdenden Gegenden hinein und passen sich
zwangsläufig den Hügellinien an. Für den Anschluss des Stadtzentrums von Wellington an Porirua
und das Hutt Valley ist im Allgemeinen eine einzige Autobahn zuständig: der großteils sechsspurige
Wellington Motorway, der an der geologischen Verwerfung zwischen Wellington Harbour und den
Hügelketten entlangführt, bis er sich in den Porirua Motorway und die Western Hutt Road aufteilt.
Erstere gehört – wie auch der Wellington Motorway – innerhalb des State-Highway-Netzes zum SH1,
der wichtigsten Straßenverbindung des Landes, die den Pazifikstaat von Norden nach Süden
durchquert. Seit den 1960er-Jahren bestehen Pläne, auch die südlich des Zentrums gelegenen Stadtteile besser
an das nationale Straßennetz anzubinden. Dieses Vorhaben zog sich aber über mehrere Jahrzehnte;
mittlerweile wurde das Projekt, eine Autobahn zu errichten, verworfen, jedoch wird mit dem seit
2005 im Bau befindlichen Inner City Bypass eine vierspurige Alternative verwirklicht, die mitunter
heftige Proteste auslöste.
Der öffentliche Personennahverkehr im Großraum Wellington erfolgt über die drei Transportmittel
Bus, Bahn und Fähre. Seit dem Jahr 2006 treten diese Transportmedien ähnlich wie im Großraum
Auckland unter einem gemeinsamen Namen auf: Metlink. Zwar werden auch heute noch die Fähren
von anderen Firmen betrieben als die Züge und bei den Bussen gibt es sogar verschiedene Betreiber;
doch jetzt ist der gesamte öffentliche Nahverkehr in Wellington unter einem Dachverband
vereinheitlicht. Wellington kann im neuseelandweiten Vergleich den höchsten Anteil an Nutzern des
öffentlichen Nahverkehrs aufweisen. Jeden Wochentag erreichen etwa 26.000 Menschen die
Innenstadt von Wellington mit Bussen oder Bahnen und durchschnittlich werden 28 % aller
Bewegungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln getätigt, verglichen mit Auckland (18 %) und
Christchurch (9 %).
Der Busverkehr ist in Wellington das wichtigste öffentliche Nahverkehrsmittel. Das ausgedehnte
Busnetz erfasst beinahe alle Vororte des Ballungsraumes. Der größte Betreiber, Stagecoach, bietet
einige spezielle Verbindungen an: So bietet der Flyer eine schnelle Verbindung von Flughafen über
das Stadtzentrum Wellingtons bis nach Upper Hutt und das Stadium Shuttle bringt sportbegeisterte
Fans von allen Teilen des CBD ins WestpacTrust Stadium nahe dem Bahnhof. Beide Linien konnten
sich etablieren, da die Transportbedürfnisse in diesen Gegenden nur in begrenzter Weise durch die
Vorortbahn gestillt werden können. Die Stilllegung des ausgedehnten Straßenbahnnetzwerks im Jahr
1964 hatte die Einführung von Oberleitungsbussen zur Folge, von denen im Jahr 2006 noch etwa 60
Stück in Betrieb sind. Es wurde beschlossen, das Oberleitungsnetz zu erhalten und in Zukunft neuere
Busse einzusetzen.
Wellington besitzt ein nicht vollständig den S-Bahn-Kriterien entsprechendes Schnellbahnetz,
welches zudem das einzige elektrifizierte Schienennahverkehrsnetz des Landes ist. Es firmiert unter
dem Namen Tranz Metro und besteht aus fünf Linien auf vier Strecken, die im Norden über die Stadt
Porirua hinaus bis nach Paraparaumu, der Hauptstadt des Kapiti-Coast-Distrikts, und im Nordosten
an Lower-und Upper Hutt vorbei bis nach Masterton führen. Alle Linien haben ihren Ursprung am
Bahnhof Wellington, der leicht nördlich des Stadtzentrums gelegen ist. Obwohl das System
effizienter ist und mehr frequentiert wird, als in Auckland und sogar vielen amerikanischen Städten,
wurde in das Netz und die Züge seit den 1960er-Jahren fast kein Geld mehr investiert. 1983 wurde
noch das Teilstück nach Paraparaumu elektrifiziert und danach hin und wieder neue Park-and-Ride
Flächen geschaffen oder alte Bahnhofsgebäude modernisiert. Durch die Schließung der Trambahn
erhielt der Schienenverkehr im Ballungsraum einen weiteren Dämpfer. Eine „Überlebender“ der
Schließungswelle der historischen Schienenstrecken ist das Wellington Cable Car, das heute fast nur
für den Tourismus von Bedeutung ist und mittlerweile sogar als Symbol der Stadt an der Cookstraße
fungiert. Auf dem gut 600 Meter langen Schienenstrang befinden sich vier Stationen, beginnend am
Lambton Quay; Endstation sind die Wellington Botanic Gardens.
Im Zuge der Modernisierung des gesamten Hafenviertels in den beginnenden 1990er-Jahren
entstanden Pläne für eine „Museums-Straßenbahn“ entlang des Ufers, ähnlich wie in Christchurch.
Nach der Wahl einer neuen Stadtverwaltung verliefen diese Planungen aber wieder im Sand.
Ein weiteres nötiges Projekt zur besseren Anbindung der südlichen Stadtteile und insbesondere des
Flughafens ist die Errichtung einer Stadtbahnlinie vom Hauptbahnhof aus. Beide Vorhaben werden
aber von offizieller Seite vorerst nicht weiterverfolgt.
Trotz seiner äußerst günstigen Lage am Wellington Harbour ist der Fährverkehr nicht so bedeutend,
wie man vermuten könnte. Trotzdem verkehren auf diesem Naturhafen drei Passagierfähren: die
erste zwischen Wellington und Picton auf der Südinsel, die zweite zwischen Wellington und
Eastbourne im Osten und die andere zwischen Wellington und Petone, im Norden.
Öffentliche Bildung hat in Wellington einen guten Standard. Die Victoria-Universität ist mit sechs
Fakultäten und über 20.000 Studenten die größte Bildungseinrichtung der Stadt[6] . Die Massey-
Universität betreibt in Wellington einen eigenen Campus und ist in den Bereichen Wirtschaft,
Kreative Künste, Geisteswissenschaften und Forschung aktiv.
Beide Hochschulen betreiben zusammen auch eine Musikhochschule (NZSM), die im Jahr 2005 aus
der Fusion der Musikhochschulen der Victoria-und der Massey-Universität entstand. In dem 1971
gegründeten Standort der Universität von Otago in Wellington wird Medizin unterrichtet und
Forschung betrieben, unter anderem werden Atemwegserkrankung untersucht[7] .
In Wellington existieren neben einer privaten Schule sieben weitere staatliche Einrichtungen, die
größten davon sind das 1867 gegründete Wellington College mit über 1500 Schülern und die 1905
gegründete Wellington High School mit etwa 1100 Schülern.
Im kulturwirtschaftlichen Bereich haben sich über 2500 Unternehmen angesiedelt, die 9.500
Menschen beschäftigen. Bis zum Jahr 2010 soll der Bereich etwa 5 % des regionalen GDP
erwirtschaften. Für die Bekleidungsindustrie arbeiten fast 2000 Menschen in über 400
Unternehmen. Fast 2000 Computerfirmen, darunter internationale Größen wie Hewlett-Packard
oder IBM, haben einen Standort in der Region, die über 11.000 Menschen beschäftigen, dies sind
23 % aller Angestellten im neuseeländischen IT-Sektor. Im produzierenden Gewerbe arbeiten 15.000
Beschäftigte in 1600 Firmen. Wichtige Unternehmen sind hier beispielsweise Fraser Engineering,
Formway, Metallion. In der Biotechnologie, der ein wichtiger und aufstrebender Faktor für die
Region ist, arbeiten 400 Menschen. Mehrere Crown Research Institutes (CRIs), wie das Institute of
Environmental Science & Research Limited, das National Institute of Water and Atmospheric
Research Limited, das Landcare Research New Zealand Limited und das New Zealand Forest
Research Institute Limited betreiben hier ihre Forschung.

Dienstag, 03.03.2009: Von Wellington nach Rotorua

Rotorua ist ein Kurort auf der neuseeländischen Nordinsel und hat 54.900 Einwohner (2005). Er liegt
in der Region Bay of Plenty. Der zugehörige Distrikt umfasst auch Teike der Region Waikato und ist
Verwaltungssitz des Rotorua-Distrikts.
Der Rotorua-Distrikt liegt in den nördlichen Ausläufern des Zentralen Vulkanplateaus im Zentrum der
Nordinsel. Der gesamte Distrikt ist bekannt für seine geothermalen Aktivitäten. Hier gibt es zum
Beispiel viele unterschiedliche Geysire, die teilweise bis zu 20 Meter hohe Fontänen heißen Wassers
ausstoßen können.
Die Stadt Rotorua selbst befindet sich direkt an der Südküste des nach dem Lake Taupo zweitgrößten
Sees auf der Nordinsel, des etwa 80 km² großen Lake Rotorua. 80 Kilometer weiter nördlich liegt die
Stadt Tauranga, 105 Kilometer nordwestlich Hamilton und 82 Kilometer südwestlich Taupo.
Der in zwei verschiedenen Regionen gelegene Distrikt hat keine direkte Verbindung zum Meer und
wird im Süden vom Taupo-Distrikt, im Westen vom South-Waikato-Distrikt, im Norden vom WesternBay-
of-Plenty-Distrikt und im Osten vom Whakatane-Distrikt begrenzt.
Der Großteil der Bevölkerung des Distrikts lebt in Rotorua selbst. Nur etwa 10.000 der etwa 70.000
Menschen wohnen in kleineren Ortschaften wie zum Beispiel Mamaku, Reporoa oder Kaingaroa.
Durch die hohe thermale Aktivität werden die meisten Häuser Rotoruas durch Erdwärme geheizt.
Außerdem ist ein permanenter Schwefelgeruch typisch für die Stadt.
Der Ortsname Rotorua hat seinen Ursprung in der Sprache der Maori, setzt sich aus den Worten rotu
(=See) und rua (=zwei) zusammen und bedeutet frei übersetzt also „Zweiter See“. Das heutige
Rotorua wurde erst um 1830 von den Maori, die landeinwärts zogen, gegründet. In den 1860er
Jahren war die Gegend ein bedeutender Schauplatz der Neuseelandkriege. Zwanzig Jahre später
wurde das Gebiet um Rotorua zu einem „special town district“, einem besonderen Stadt-Distrikt,
ausgerufen, um Rotoruas Potential als Kurort zu privilegieren. Bis 1886 befanden sich unweit von
hier bei Tarawera die Pink and White Terraces, ein beliebtes Ausflugsziel, das beim Ausbruch des
Tarawera-Vulkans vollständig zerstört wurde.
Der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Heutzutage sind der Pohutu Geysir,
die Thermalfelder von Whakarewarewa und die einzige Schnitz-und Kunstakademie der Maori diy
wichtigsten Attraktionen. Außerdem besitzt auch der Botanische Garten eine gewisse Bekanntheit.
Auch das damals sowohl von Maori als auch von Europäern gegründete Te Wairoa, eine kleine
Ortschaft nahe Rotorua, die bis 1886 als Ausgangspunkt zu den White and Pink Terraces diente, wird
heutzutage immer öfter besucht. Das Dorf wurde nämlich wieder ausgegraben und es wurde ein
Museum zur Geschichte der Siedlung eingerichtet.
Wir besuchen die Huka Wasserfälle.
Die Huka-Fälle sind eine Kaskade von Wasserfällen des Flusses Waikato unweit seines Ursprungs im
Tauposee in Neuseeland. Sie befinden sich im Taupo-Distrikt.
Der anfangs 100 m breite Fluss zwängt sich dabei in einen schmalen, nur 15 m breiten Canyon und
spült durchschnittliche 140.000 Liter pro Sekunde über die einzelnen Stufen, um schließlich 11 m tief
über die Klippe zu stürzen.
Eine beliebte Touristenattraktion sind Jetboot-Fahrten bis zum Fuße des Wasserfalls.
Die Wasserfälle galten lange als unbeschifflich, doch im Jahre 1981 waren die Kajakfahrer Greg Oke
und Nick Kerkham bei einem niedrigeren Wasserstand erstmals erfolgreich.

Mittwoch, 04.03.2009: Rotorua

Wir besuchen die Thermalquellen von Rotorua. Überall blubbert, dampft es und stinkt nach
Schwefel. Eine einzigartige Kulisse.
Wir besuchen den Wildlife Nationalpark. Ich versuche einen Baum zu umfassen, der gut 4,5 m
Umfang hat. Die Frage nach dem ungefähren Alter wird mit ca. 30 Jahren beantwortet.
In bleibender Erinnerung sind die Schnitzarbeiten der Maor. Gemeinschaftshäuser und Hütten
werden mit diesen Schnitzereien belegt. Hinzu kommen einzelne Ornamente aus Perlmut.
Der Nachmittag bleibt für einen Besuch im Stadtpark von Rotorua. Ein riesiges Gelände, sehr elegant
angelegt mit einzelnen Schwerpunkten. Mich intteressiert die Grasnarbe. Einzele Spieler tragen die internationale neuseeländische Bocchia Meisterschaft aus. Die Grasnarbe wirkt wie Filz, ist maximal 2…4 mm lang und sehr fein, aber alles natürliches gewachsenes Gras.
Der Abend wird beendet mit einem traditionellen in der Erde gegartem Essen und ebensolchen traditionellen Riten der Maori.

Donnerstag, 05.03.2009: Von Rotorua nach Auckland

Wir fahren von Rotorua nach Aukland.
Zwischendurch kehren wir in die Waitomoto Höhlen ein.Die Waitomo Cave ist berühmt für ihre sog.
Glowworms (Arachnocampa luminosa, nicht zu verwechseln mit den deutschen Glühwürmchen).
Dabei handelt es sich um durchsichtige wurmförmige Pilzmückenlarven, die an den Decken hängen.
Diese lassen lange klebrige Fäden herunterhängen. Durch das bläuliche Licht werden Insekten
angelockt, die sich in Fäden verfangen. Die Larve holt den Faden mit der Beute anschließend ein. Das
bläuliche Licht wird aus Luziferin mit Hilfe des Enzym Luziferase erzeugt.Das Wort Waitomo kommt
von den Maori-Wörtern wai (Wasser) und tomo (Doline oder Ponor). Die Aranui Cave ist die kleinste
der drei Höhlen und etwa 2 km von der Waitomo Cave entfernt. In ihr gibt es keine Glowworms,
dafür aber zahlreiche von der Decke herabhängende Stalaktiten. Sie wurde erst 1911 auf der Jagd
von dem Maori Ruruku Aranui entdeckt.Die Kalkstein-Höhlen sind beliebte Schauhöhlen, die mittels
Booten befahren werden. Wir essen auf einer KIWI-Plantage zu Mittag. Tourismus
schein das zweite Standbein des Farmers zu sein. Wir erleben die Pause vor dem Mittagessen in
einem hervorragend angelegten Garten. Es gibt Fotomotive bis zum Abwinken, ein wirklich schönes Fleckchen Erde…

Weiter geht es in Richtung Auckland.Der Ballungsraum Auckland [‚..kl.nd] (englisch: Greater
Auckland oder Auckland Metropolitan Area; maorisch: Tamaki-makau-rau oder Akarana) auf der
Nordinsel Neuseelands ist mit über 1,3 Millionen Einwohnern – einem Drittel der Landesbevölkerung – die mit Abstand größte Agglomeration des Landes. Der Großraum setzt sich zusammen aus den
Stadt-Distrikten Auckland City (ohne die Inseln im Hauraki-Golf) und North Shore, den Stadtgebieten
von Waitakere und Manukau, dem Papakura-Distrikt sowie Teilen des Franklin-und des Rodney-
Distrikts. Die Maori-Bezeichnung Tamaki-makau-rau bedeutet „Eine junge Schönheit mit 100
Liebhabern“, während Akarana die transkribierte Version von „Auckland“ ist.
Das landschaftliche Bild des multikulturellen Auckland wird von den ungefähr 50 inaktiven Vulkanen
geprägt, über deren Rücken sich die Großstadt erstreckt. Ihnen verdankt die Stadt die weitläufigen
Parkanlagen, die bis ins Zentrum reichen. Die Lage an geschützten Meeresbuchten trägt ebenfalls
wesentlich zum Bild Aucklands bei, nicht zuletzt durch die zahlreichen Segelboote, die der Stadt den
Beinamen City of Sails einbrachten.
Der Großraum Auckland wird im Osten durch den Pazifischen Ozean, genauer gesagt durch den
Hauraki-Golf und im Südosten durch die maximal 650 Meter hohen Hunua Ranges begrenzt,
während der Manukau Harbour, der in die Tasmanische See mündet, im Südwesten und durch die
bis zu 474 Meter hohen Waitakere Ranges sowie zahlreiche kleinere Hügelketten im Westen und
Nordwesten natürlich eingegrenzt wird. Das Zentrum dieses Ballungsraumes schließlich befindet sich
auf einem Isthmus, der durch den Waitemata Harbour vom Hauraki-Golf her und den Manukau
Harbour von der Tasmanischen See her gebildet wird. An der engsten Stelle, zwischen Mangere Inlet
und dem Tamaki River, der kein Fluss, sondern ein Meeresarm des Hauraki-Golf ist, ist die Landenge
weniger als zwei Kilometer breit. Beide Naturhäfen werden durch Brücken überspannt. Die
wichtigste Brücke des Waitemata Hafens ist die stark befahrene Auckland Hafen Brücke; die
Mangere Brücke führt über den Manukau Hafen.
Große Teile Neuseelands stehen unter dem Einfluss des Pazifischen Feuerrings, so auch die Gegend
um Auckland. Die Stadt selbst wurde auf einem aus Basalt bestehenden Vulkanfeld, dem
Aucklandfeld, erbaut. Dieses besteht aus 48 nicht mehr aktiven Vulkanen. Sie prägten die Landschaft
insofern, als sie entweder als Inseln aus dem Meer herausragten oder Hügel, Seen oder Lagunen
bildeten. Die ersten Eruptionen begannen etwa vor 60.000 bis 140.000 Jahren, während der letzte
große Ausbruch vor weniger als 1.000 Jahren den größten noch erhaltenen Vulkan – den Rangitoto
vor der Ostküste der Stadt – bildete (siehe Karte). Rangi bedeutet „Himmel“ und Toto „Blut“, was
darauf schließen lässt, dass die Insel ihren Namen von Maori bekam, die die letzte Eruption noch
erlebten. Somit brach dieser Vulkan um oder nach 1350 letztmals aus. Noch heute leben wegen des
stark säurehaltigen Bodens nur wenige Vögel und Insekten auf dieser Insel, die hauptsächlich von
Pflanzen bewachsen ist, die sich an die schwarze, steinige Bodenbeschaffenheit anpassen konnten.
Viele der ehemaligen Vulkane wurden abgetragen, um so Platz für ebene Bebauung zu schaffen, aber
noch heute kann man zahlreiche Hügel und Terrassen im Landschaftsbild erkennen. In den letzten
Jahren setzen sich verschiedene Distrikt-Verwaltungen bei der neuseeländischen Regierung dafür
ein, die einmalige landschaftliche und kulturelle Vielfalt der Vulkane auf die vorläufige Liste der
UNESCO-Welterbe-Kandidaten des Landes zu setzen.
Der Großraum Auckland hat ein subtropisches Klima. Die Temperaturschwankungen über das Jahr
verteilt sind gering. Das Klima zeichnet sich durch lange warme, humide Sommer und kühlere,
ziemlich feuchte Winter aus. Die durchschnittlichen Januar-Temperaturen schwanken zwischen 24 °C
und 30 °C, wobei der Februar oft noch wärmer ist, während sich die durchschnittlichen
Höchsttemperaturen im Juli auf 14 °C bis 20 °C belaufen. Obwohl es schon in den Sommermonaten
mehr regnet, als zum Beispiel in Wellington oder Christchurch, fallen die größten Teile des
Niederschlags in den Wintermonaten. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beläuft sich auf über
1243 Millimeter.
Obwohl das Klima der Stadt stark von geographischen Punkten, wie Hügeln, Meeres-oder
Luftströmungen abhängt, übersteigt die Temperatur selten die 35-°C-Marke. Am 27. Juli 1939 konnte
Auckland seinen einzigen offiziell bestätigten Schneefall verzeichnen, wobei Schnee für verschiedene
Orte des Landes, vor allem auf der Südinsel, z.B für Christchurch keine Seltenheit ist und dort
regelmäßig Meereshöhe erreicht. Insgesamt ist Auckland Neuseelands klimatisch mildeste
Großstadt.
Tamaki Makau Rau, heute bekannt als Auckland, wurde erstmals von den Maori, der indigenen
Bevölkerung Neuseelands, um das Jahr 1350 besiedelt. Auf den Überresten der Vulkane errichteten
sie befestigte Dörfer, sog. Pa. Am Höhepunkt der vorkolonialen Besiedlung hatte die Gegend der
heutigen Großstadt Auckland rund 20.000 Einwohner; mit dieser Zahl konnte man nach
neuseeländischem Gesetz später die Stadtrechte erlangen. Die terrassenähnlichen Anlagen dieser
frühen Besiedlung kann man an den größeren Hügeln, wie zum Beispiel dem Mount Eden oder dem
One Tree Hill, zum Teil noch heute erkennen.
Die Hauptgründe für die Besiedlung dieser Gegend waren die guten Möglichkeiten zur
Nahrungsbeschaffung sowie die strategischen Vorteile im Vergleich zu anderen Siedlungsgebieten.
Die fruchtbaren, äußerst produktiven Böden ließen die Landwirtschaft erblühen und der Zugang zu
zwei großen Naturhäfen erleichterte die Fischerei. Außerdem machten die befestigten Siedlungen
auf den vulkanischen Hügeln sowie die geschützte Lage auf der Landenge die Verteidigung leicht.
Ngati Whatua und Waikato-Tainui waren ursprünglich die beiden vorherrschenden Maori-Stämme
(Iwi). Als die Europäer in Neuseeland ankamen, benutzten diese unter anderem Waffen als
Tauschwaren, was das Kräftegleichgewicht unter den Stämmen störte und unvermeidlich in
bewaffnete Konflikte ausartete. Durch eben diese Auseinandersetzungen untereinander und durch
die Europäer eingeführte Krankheiten, besonders die Pocken und Tuberkulose reduzierte sich die
Zahl der Maori in dem Gebiet signifikant. In der folgenden Zeit „verkauften“ die Maori immer mehr Land, zum Beispiel das heutige Stadtzentrum an William Hobson, den ersten Generalgouverneur des Landes (damals noch
Lieutenant-Gouverneur)und einigten sich darauf, am 20. März in der Bucht der Inseln den Vertrag
von Waitangi zu unterzeichnen. Davon erhoffte sich der Ngati Whatua-Stamm einen besseren
Zugang zu den neu entstandenen Hafenanlagen, um ihre produzierten Güter aus den Waikato und
Hauraki Ebenen zu den Märkten in der damaligen Strafkolonie Australien und insbesondere nach
Sydney bringen zu können.
Nach der Unterzeichnung des Vertrags von Waitangi, der Neuseeland an das Vereinigte Königreich
band (damals war Neuseeland offiziell eine „Kolonie“ von New South Wales), musste William Hobson
einen geeigneten Standort für die neue Hauptstadt des Landes suchen. Zu diesem Zeitpunkt
konzentrierte sich der Großteil der europäischen Besiedlung auf die Bucht der Inseln im heutigen
Far-North-Distrikt (Region Northland). Aber die geographische Lage der „Bucht der Inseln“ machte
sie schwer erreichbar und äußerst abgelegen in Bezug auf die übrigen Gebiete des Landes.
Auf den ersten Blick schien Port Nicholson, der heutige Hafen von Wellington, eine gute Wahl für die
Hauptstadt zu sein. Port Nicholson war sehr günstig gelegen an der Südspitze der Nordinsel, somit
nahe an der Südinsel und außerdem mit einem großen Bevölkerungswachstum. Aber diese Stadt
wurde zu dem Zeitpunkt von der New Zealand Company sowie den Wakefield-Brüdern, Pioniere der
Kolonisierung Neuseelands, kontrolliert und hatte wegen illegaler Inbesitznahme von Maori-Land
einen ziemlich schlechten Ruf.
Auf die Empfehlung mehrerer Persönlichkeiten, allen voran des Missionars Henry Williams sowie des
obersten Landvermessers der Kolonie, Felton Mathew, und der Preisgabe von Land durch die Ngati
Whatua, wählte Hobson das südliche Ufer des Waitemata Harbour als Standort für die neue Hauptstadt, während er Okiato (auch bekannt als Old Russell), sieben Kilometer südlich des heutigen Russell in der Bay of Islands als vorübergehende Hauptstadt wählte. Nachdem William Cornwallis Symonds, ein enger Vertrauter von Hobson und Magistrat in dieser Gegend weitere Landflächen von den Ngati Whatua erworben hatte, wurde am 18. September 1840 um 13.00 Uhr wahrscheinlich in der heutigen oberen Queen Street die Gründungszeremonie der Stadt Auckland abgehalten. Er
benannte die Stadt nach George Eden, 1. Earl of Auckland, der einer seiner Gönner und Freunde war.
Am 26. November 1842 gab der neuseeländische Staatsanzeiger (New Zealand Government Gazette)
den Stadtnamen „Auckland“ amtlich bekannt.
Von diesem Zeitpunkt an erreichte ein stetiger Zuwanderungsstrom die neue Hauptstadt. Waren es zu Beginn meist Menschen aus anderen Gegenden Neuseelands und Schiffe aus der „Mutterkolonie“ New South Wales, liefen bereits 1842 die ersten direkt aus Großbritannien kommenden Einwandererschiffe in den Hafen von Auckland ein. Während die östlichen Gebiete der Stadt Regierungsmitgliedern vorbehalten waren, siedelten sich im westlichen Stadtgebiet vornehmlich Handwerker oder Künstler an. Dieses soziale Gefälle ist bis heute erhalten geblieben.
1862 wurde schließlich doch Port Nicholson die Hauptstadt des Landes und behielt diesen Status –
inzwischen bekannt als Wellington – bis heute. Eine zentrale Position an der Cookstraße wurde zu
dieser Zeit nämlich äußerst wichtig, um separatistische Bewegungen auf der Südinsel zu stoppen.
Diese keimten auf, da in Otago auf der Südinsel Gold gefunden wurde und Schlachtfleisch der
Südinsel wegen der Erfindung des Kühlschranks sicher als Kühlfleisch nach Großbritannien gebracht
werden konnte.
Die Stadt Auckland diente ab 1860 als Ausgangspunkt für den damaligen Gouverneur George Grey,
um die Maori bei den Neuseelandkriegen immer weiter nach Süden zu drängen. Zu seiner Taktik
gehörte die infrastrukturelle Erschließung der Gegenden südlich von Auckland. Dazu gehörte auch
die Great South Road (große Teile des State Highway 1 haben dieselbe Streckenführung), die es
möglich machte, die Region Waikato schneller mit bewaffneten Truppen zu erreichen. Diese Straße
lockte aber auch weitere Siedler in das heute als South Auckland bzw. Manukau bekannte Gebiet
und erweiterte somit die Einflusssphäre der Pakeha maßgeblich.
Mitte des 19. Jahrhunderts konzentrierte sich die Besiedlung Neuseelands hauptsächlich auf die
Südinsel. Trotzdem entwickelte sich Auckland nach und nach zum wirtschaftlichen Zentrum des
Landes. Während die Great South Road wirtschaftlich den Süden Aucklands erschloss, war die
Gummi-Gewinnung aus Kauribäumen ein wichtiger Wirtschaftssektor der Waitakere Ranges im
Westen.
Schon 1900 war Auckland schließlich die größte Stadt des Landes. Damit begann eine Ära des
Bauens. So wurde zum Beispiel im Jahr 1919 eine elektrifizierte Tram eröffnet. Diese bestand aus
neun Linien und musste in den nächsten Jahren mit privaten Stadtbussen konkurrieren, bis 1926 der
Staat eine Art „Beförderungsmonopol“ im öffentlichen Nahverkehr beschloss. In diesem Jahr wurden
mit der Tram-Bahn 63.000.000 Passagiere befördert. Gut 10 Jahre nach der Einführung der Tram,
wurde der Betrieb sukzessive eingestellt.
Die Weltwirtschaftskrise von 1929 wirkte sich auch stark auf die Stadt Auckland aus. Mit Michael
Joseph Savage wurde erstmals ein Anhänger der New Zealand Labour Party Premierminister von
Neuseeland. Dieser ließ auf Staatskosten in Auckland in den folgenden Jahrzehnten bis in die 1950er
Jahre zahllose Häuser für finanzschwache Bevölkerungsteile errichten. Die Häuser wurden für
gewöhnlich auf sehr großen Grundstücken – meist ein Viertel-Acre (etwa 1.000 m²) – gebaut. An der
Größe der Grundstücke um die kleinen Häuser hat sich seit dieser Zeit kaum etwas geändert. Das
führt zu einem immensen Platzverbrauch und zu einer extremen Ineffizienz des Öffentlichen
Nahverkehrs.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte erneut ein Bauboom, vor allem in Bezug auf Verbesserungen an
der Infrastruktur, ein. Die Auckland Harbour Bridge zum Beispiel wurde im Jahr 1959 eröffnet und
zehn Jahre später wegen chronischer Überlastung erweitert. Diese Brücke verbindet das
Stadtzentrum von Auckland mit dem nördlichen Vorort North Shore und überspannt damit den
Waitemata Harbour. Des Weiteren wurde 1966 südlich von Mangere, einem Stadtteil von Manukau,
offiziell der neue Flughafen eingeweiht, um die nach Einstellung der Flugboot-Dienste angeflogenen
Flugplätze in Ardmore und Whenuapai zu entlasten.
Im Jahr 1998 war der Central Business District für ganze fünf Wochen ohne Elektrizität. Nachdem am
20. Januar das erste (40 Jahre alte) unterirdische Stromkabel wegen ungewöhnlich heißen
Wetterbedingungen die Arbeit versagte, folgten bis zum 20. Februar die restlichen drei. Bis –
fünf Wochen später – die Stromversorgung wieder hergestellt werden konnte, verlagerten viele Firmen,
die der Vorfall Schätzungen zufolge ca. 60.000 NZ$ pro Woche kostete, zeitweilig ihre Büros in
Vororte der Großstadt, in andere neuseeländische Städte oder sogar nach Australien. Insgesamt
waren etwa 60.000 bis 74.000 Arbeitnehmer und 6.000 Einwohner betroffen. (siehe auch Auckland-
Stromkrise von 1998).
Obwohl der Großraum Auckland schon seit dem Jahr 1900 größter Ballungsraum des Landes ist,
hatte dieser damals nur etwas über 150.000 Einwohner. Erst im Jahr 1996 überschritt die
Agglomeration die Millionengrenze. Am 30. Juni 2003 lebten im größten Ballungsraum des Landes
1.199.300 Menschen. Drei Jahre später schließlich, im Jahr 2006, beträgt die Zahl der Bewohner laut
dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung bereits 1.320.700. Prognosen schätzen die
Einwohnerzahl für das Jahr 2050 auf über zwei Millionen.
Auckland ist die Heimat vieler unterschiedlicher Kulturen. Ein Großteil der Bewohner hat
europäische, vornehmlich britische Vorfahren. Aber es gibt auch große Gemeinschaften von Maori,
Asiaten und Menschen von den Pazifischen Inseln. In keiner anderen Großstadt der Erde leben so
viele Polynesier wie in Auckland. Ein großer Bevölkerungsanteil hat asiatische Ursprünge. Hier
stammen die meisten Einwanderer aus Ostasien sowie aus Südasien. Der Grund für diese kulturelle
Vielfalt trotz der relativen Abgelegenheit der Stadt ist die äußerst freizügige Immigrationspolitik des
Landes. Ein großer Teil der Einwanderer nach Neuseeland zieht nach Auckland, die dadurch mit
Abstand multikulturellste Stadt des Landes.

Wie der Rest des Landes ist auch Auckland zum größten Teil christlich geprägt, aber laut der
Volkszählung von 2001 besuchen weniger als 10 % der Bewohner regelmäßig den Gottesdienst. Fast
40 % der Gesamtbevölkerung gehören keiner Kirche an. Die größten kirchlichen Gemeinschaften
bilden die Anglikanische Kirche, die Presbyterianische Kirche und die Römisch-Katholische Kirche, die
Stadt ist sogar katholischer Bischofssitz. In der Stadt gibt es auch eine kleine Anzahl an Lutheranern.
Die größten Zuwächse aber verzeichnet die Pfingstbewegung und die Charismatische Kirche. Die
ebenfalls charismatische und fundamentalistische Destiny Church, die 1998 gegründet wurde und
ihren Hauptsitz in Auckland hat, hat etwa 300 Anhänger und betreibt inzwischen 20 Kirchengebäude
in ganz Neuseeland und sogar in Australien. Insgesamt gesehen besucht ein größerer Prozentsatz
von eingewanderten Polynesiern regelmäßig Gottesdienste als Neuseeländer selbst. Diese
Auffälligkeit lässt aber ab der zweiten Generation nach.
In Auckland gibt es aber noch zahlreiche andere Religionsgemeinschaften, wie zum Beispiel den
Buddhismus, den Hinduismus oder den Islam. Seit langem schon existiert auch eine kleine jüdische
Gemeinde.
Die Stadt Auckland zieht Menschen aus verschiedenen Gründen an, sei es das milde Klima, die gut
ausgebauten Bildungseinrichtungen, die exzellente Situation des Arbeitsmarkts oder die zahllosen
Freizeiteinrichtungen. Laut einer Studie von Mercer Consulting bietet Auckland unter allen Städten
der Erde die fünfthöchste Lebensqualität. Damit reiht sich der Ballungsraum hinter Zürich, Genf,
Vancouver und Wien ein und stellt somit die lebenswerteste Stadt der Südhalbkugel dar.[2] Auckland
ist Heimat des „Auckland Philharmonia Orchestra“. Das zweitgrößte Profiorchester von Neuseeland
bietet eine reiche Palette von sinfonischer Klassik über Oper bis zu Konzerten mit populärer Musik.
Auckland wird oft als „City of Sails“ („Stadt der Segel“) bezeichnet, da es an den Küstengebieten
zahllose Yachthäfen gibt. Westhaven Marina nahe der Auckland Harbour Bridge ist mit etwa 1.400
Boots-Stellplätzen nicht nur der größte Yachthafen der Stadt, sondern der ganzen Südhalbkugel.
Außerdem gibt es in keiner anderen Stadt der Erde so viele Segelboote pro Person wie in Auckland.
Im Viaduct Basin, einem in den späten 1990er-Jahren neu gestalteten Stadtviertel, fand bereits
zweimal – in den Jahren 2000 und 2003 der America’s Cup statt. Dieses ehemals
heruntergekommene Hafenviertel wurde in ein Lifestyle-Zentrum mit Restaurants, zentrumsnahen
Wohnungen und öffentlichen Plätzen umgewandelt. Dieses Gebiet bildet nun mit seinen Cafes und
Bars eines der Zentren des Nachtlebens der Stadt.
Zahlreiche Strände laden unter anderem zum Baden oder Surfen ein. Die bekanntesten Strände an
der Ostküste sind Mission Bay, Devonport, Takapuna, Long Bay und Maraetai. Im Gegensatz zu den
weißsandigen Küstenabschnitten im Osten, bestehen die Strände an der Westküste zur Tasmanischen See hin aus schwarzem Sand. Die beliebtesten Abschnitte sind Piha und Muriwai. Viele dieser Strände werden durch Rettungsschwimmer der Organisation Surf Life Saving New Zealand, die aus dem australischen Surf Life Saving hervorgeht, abgesichert.
Seit 1972 wird jedes Jahr in Auckland im März das 8,4 Kilometer lange Straßenrennen Round the
Bays veranstaltet, das hauptsächlich an der Küste entlangführt. In der Stadt gibt es mehrere Stadien
für Rugby Union und Cricket, Veranstaltungsorte für Motorsport, Tennis, Badminton, Schwimmen,
Fußball, Rugby League und viele weitere. Auckland verfügt sogar über zwei Eishockey-Stadien.
Der Fußballklub der Stadt heißt Auckland City FC und wurde in der 2004 gegründeten obersten
Fußball-Liga des Landes, dem New Zealand Football Championship in den ersten beiden Spieljahren
bereits Meister. Eine wesentlich größere Rolle spielt aber Rugby, vor allem der Union-Stil. Die Blues,
also die Blauen, nehmen mit dreizehn anderen Mannschaften aus Neuseeland, Australien und
Südafrika an der Super 14-Meisterschaft teil und wurden bereits dreimal Meister, zuletzt im Jahr
2003. Die Heimspiele tragen die Blues im Eden Park aus, mit einer Kapazität von 48.000 Zuschauern
das größte Stadion des Landes. Des weiteren trägt die Provinzmannschaft der Auckland Rugby
Football Union, die am Air New Zealand Cup teilnimmt, ihre Heimspiele ebenfalls im Eden Park aus.
Diese ist mit 16 Meistertiteln und einer Rekordverteidigung des Ranfurly Shields die erfolgreichste
Provinzmannschaft Neuseelands. Außerdem ist im nördlichen Teil des Ballungsraumes von Auckland
die North Harbour Rugby Union (NHRU) beheimatet. Dessen Rugby-Union-Mannschaft spielt auch in
der nationalen Meisterschaft Air New Zealand Cup und trägt ihre Heimspiele im North Harbour
Stadium in Albany aus.
Ein Großteil der Bewohner Aucklands lebt in seinem eigenen Haus. Diese sind zumeist einstöckig, aus
Holz und befinden sich auf einem „Viertel-Acre“, also etwa 1.000 Quadratmeter großem Grundstück.
Die Stadt besteht zu großen Teilen aus Vororten mit äußerst flacher Bebauung. Da Auckland
trotzdem die am schnellsten wachsende Stadt des Landes ist, verbucht sie eine extrem große
Flächenverbauung. Greater London hat mit einer Fläche von etwa 1.500 km² weit über sieben
Millionen Bewohner, während in Auckland auf einer Fläche von über 1.000 km² nicht einmal
eineinhalb Millionen Menschen leben. Wegen der voranschreitenden, raschen Zersiedlung des
Ballungsgebiets, versucht die Verwaltung der Region diese Entwicklung zu stoppen und setzt zur
Realisierung der „Erhöhung der Bevölkerungsdichte“ auf höhere Stadthäuser, Reihenhäuser oder Apartments.
Die Stadt Auckland verfügt mit dem Auckland International Airport über den größten Flughafen des
Landes. Dieser befindet sich etwa 21 Kilometer südlich des Stadtzentrums in Mangere (Stadt
Manukau). Im Jahr 2004 wurden bereits über 11 Millionen Passagiere abgefertigt – davon 6 Millionen mit internationalen Zielen. Prognosen schätzen die Passagierzahl im Jahr 2050 auf über 50
Millionen. Seit Jahren schon – insbesondere seit 2004 – wird der Flughafen Schritt für Schritt
entscheidend erweitert. Der Ballungsraum Auckland leidet unter einem äußerst starken
Verkehrsaufkommen, das Tag für Tag in unterschiedlichen Teilen der Stadt für kilometerlange Staus
verantwortlich ist. Die verschiedenen Ansätze zur Lösung des Problems entschieden unter anderem
eine der letzten Bürgermeisterwahlen. Seit 2003, als das Britomart Transport Centre als Verknüpfung
von Bahn, Bus und Fähre eröffnet wurde, tritt der Öffentliche Nahverkehr im Ballungsraum Auckland
unter einem einheitlichen Namen auf: MAXX. Nach und nach werden alle Busse, Fähren, Züge,
Stationen usw. mit dem Logo des Verbundes versehen, um das gesamte System kundenfreundlicher
zu gestalten und die drei Transportmedien besser miteinander zu verknüpfen.
Eine herausragende Bedeutung im Straßennetz der Stadt nimmt die Auckland Harbour Bridge ein,
die das Stadtzentrum mit North Shore verbindet. Die 1969 wegen äußerst starker Verkehrsbelastung
der Brücke an beiden Seiten angefügten Fahrbahnen müssen spätestens im Jahr 2016 abgenommen
werden. Bis dahin muss das an chronischer Überlastung leidende Bauwerk entweder durch eine
weitere Brücke oder durch eine unterirdische Verbindung entlastet werden. Pläne für beides sind
bereits in Bearbeitung.
Busse bilden mit Abstand den größten Teil des öffentlichen Nahverkehrs in Auckland. Seit der
Amtsübernahme von Dick Hubbard werden die Busverbindungen ausgeweitet und die über das
gesamte Stadtgebiet verteilten Stationen ausgebaut. Ein sehr großes Projekt ist das Northern Busway
Project. Dabei wird entlang der geplanten und sich gerade im Bau befindlichen Northern Motorway
Extension eine Busspur mit eingebaut, die fest für den öffentlichen Nahverkehr reserviert ist.
In den letzten Jahren wurden einige praktische Sonderlinien eingeführt. Eine davon ist der
sogenannte NiteRider, eine Spätlinie, die am Wochenende bis um 3 Uhr morgens die wichtigsten
Haltestellen anfährt. Außerdem gibt es den Link Bus, der verschiedene Stationen im Stadtzentrum
miteinander verbindet und als letztes der City Circuit; diese Linie wird alle 10 Minuten bedient und
führt im Uhrzeigersinn durch das Stadtzentrum. Diese Linie, auf der ausschließlich besonders
designte Busse verkehren, ist kostenlos. Letztere werden teilweise sogar mit Hybrid-Technik
betrieben und sind somit viel umweltfreundlicher.
In früheren Jahren wurden in Auckland Pläne für eine Stadtbahn entworfen. Für den jetzigen
Zeitpunkt ist eine baldige Realisierung jedoch äußerst unwahrscheinlich. In die Bahn-Infrastruktur,
also die Gleise, die Stationen sowie die Zugeinheiten wurde seit Jahren fast kein Geld investiert. Eine
Trendwende markierte die Eröffnung des Britomart Transport Centre im Jahr 2003. Seitdem wird
auch wieder eine Station mitten im Stadtzentrum angefahren. Das momentane Bahnnetzwerk, das
eher einer Vorortbahn als einer S-Bahn gleicht, besteht aus drei Linien, die alle drei am Britomart
Centre starten: Die westliche Linie (Western Line) führt dabei bis über Waitakere hinaus, die südliche
Linie (Southern Line) endet in Pukekohe, während die östliche Linie (Eastern Line) nach der
Haltestation Glen Innes wieder nach südwesten führt und sich mit der südlichen Linie vereinigt.
Mit der Amtsübernahme von Dick Hubbard setzt sich nun auch der Distrikt Auckland City für eine
Ausweitung der Vorortbahn ein. Im Moment wird gerade der größte Teil der westlichen Linie
zweigleisig ausgebaut. Außerdem werden seit Mitte 2005 etwa 40 schon existierende Haltepunkte in
einem einheitlichen Design neu errichtet. Diese Verbesserungen reichen aber bei Weitem nicht aus,
um das im weltweiten Vergleich verschiedener Städte ähnlicher Größe in allen Belangen
zurückliegende System in Auckland attraktiver zu machen, obwohl die Passagierzahlen seit Beginn der Investitionen jeden Monat etwa 10 bis 40 Prozent über dem Vorjahr liegen (im Februar 2006: 423.000 Fahrten, im März
2006: 545.000 Fahrten). Das ARTA-Konsortium veröffentlicht regelmäßig die neuesten
Entwicklungen und Pläne für die nahe Zukunft sowie für eine mittelfristige Zeitspanne. In
verschiedenen Dokumenten wird folgenden Investitionen eine hohe Priorität eingeräumt: Zum einen
wurde seitens der Behörde viel Wert auf eine zukünftige Elektrifizierung des gesamten Netzes gelegt,
ohne jedoch auf vorangegangene Studien konkret zu reagieren. Außerdem befindet sich eine
Anbindung des Stadtzentrums von Manukau im fortgeschrittenen Planungsstadium und eine
Realisierung ist wahrscheinlich. Des Weiteren soll eine neue Linie parallel zum SH20 den Südwesten
der Stadt erschließen. Auch eine Anbindung des Flughafens sowohl von Norden her, als auch an eine
westliche Fortführung der noch zu errichtenden Manukau-Linie ist im Ausbauplan enthalten. Ein
erster Schritt für die Errichtung einer Flughafen-Innenstadt-Linie markierte die im März 2007
beschlossene Wiedereröffnung der seit 1973 brach liegenden Onehunga Line für das Jahr 2009[3] .
Eine Bahnanbindung von North Shore ist wegen der ungünstigen geographischen Lage jenseits des
Waitemata Harbour höchstens in der fernen Zukunft denkbar. Damit ein Versorgungstakt von fünf
Minuten zu Stoßzeiten möglich wird und auch das eigentlich als Durchgangsbahnhof geplante
Britomart Centre, das im Moment aber ein Kopfbahnhof ist, effizienter zu machen, ist ein weiteres
Projekt für ARTA von vordringlicher Bedeutung und befindet sich bereits in – wenn auch
mittelfristiger – Planungsphase: Vom Britomart Centre soll eine bis zu fünf Stationen umfassende
unterirdische Linie das westliche Stadtzentrum erschließen, Fahrtzeiten nach Waitakere kürzen und
das Britomart Centre zum Durchgangsbahnhof machen. An dieser U-Bahn-Linie, für die eine
Elektrifizierung zwingend erforderlich ist, hängt die ganze Effizienz der ARTA-Pläne. Mit all diesen
Erweiterungen würde die maximale jährliche Beförderungskapazität auf 67,9 Millionen Menschen
steigen. Im Großraum Auckland gibt es auch eine Bewegung für einen verbesserten und
umweltfreundlicheren öffentlichen Nahverkehr, die Campaign for Better Transport (CBT). Diese
Organisation setzt sich für unterschiedliche Verbesserungen im Zugverkehr ein. Ihr ist unter
Anderem auch die Wiedereröffnung der Onehunga Line zuzuschreiben.
Das Jahr 2007 markierte ein wichtiges Jahr der Eisenbahngeschichte von Auckland. Am 17. Mai 2007
wurde öffentlich bekannt gegeben, dass die neuseeländische Regierung eine Elektrifizierung der
Vorortbahn von Auckland finanziert. Die Kosten, die sich auf etwa eine Milliarde $NZ belaufen
werden für die Umbauten an den Stationen, für die Stromleitungen und für neue Zugeinheiten
verwendet. Der Beginn des Projekts ist für Ende des Jahres 2007 vorgesehen, 2013 sollen schließlich
alle wichtigen Verbindungen elektrifiziert sein[4] .
Für den Nahverkehr in Auckland sind Fähren um einiges bedeutender als zum Beispiel in Wellington.
Dort gibt es nur zwei Linien, während in Auckland zahlreiche verschiedene
Verbindungen angeboten werden. Am gefragtesten sind die Fährverbindungen zwischen Auckland
City und North Shore, da hier die völlig überlastete Auckland Harbour Bridge umgangen werden
kann. Täglich werden aber die auch zum Stadtgebiet gehörigen Inseln vor der Ostküste von
zahlreichen Fähren angelaufen. Verbindungen gibt es z. B. zur Half Moon Bay und zu den Rangitoto
und Waiheke-Inseln.
Auckland ist die wichtigste Hafenstadt Neuseelands. In Auckland befinden sich umfangreiche
Hafenanlagen für den Umschlag von Containern, Stückgut und ein bedeutendes Terminal für
Kreuzfahrtschiffe. Der überwiegende Teil der Häfen wird von der dem Auckland Regional Council
gehörenden Ports of Auckland Authority betrieben.
Die Ballungsraum Auckland verfügt über zahlreiche Veranstaltungsorte für die unterschiedlichsten
Sportarten und Konzerte. In der Stadt befindet sich mit dem Eden Park die größte Sportstadion des
ganzen Landes, in dem im Jahr 2011 das Finalspiel der Rugby-Weltmeisterschaft stattfinden sollte.
Nach Umbauten hätten dort 60.000 Menschen Platz gefunden. Durch das wahlweise ovale Spielfeld
können auch Cricket-Spiele abgehalten werden. Nach längeren Debatten im Jahr 2006 wurden
mögliche Stadionneubauten entweder in Waitakere oder in Hafengebiet der Innenstadt abgelehnt
und der Umbau des Eden-Park-Stadions beschlossen. Das North Harbour Stadium ist die
Heimspielstätte der New Zealand Knights, dem neuseeländischen Vertreter der höchsten
australischen Fußball-Liga, der aus acht Mannschaften bestehenden A-League. Zu guter Letzt ist das
25.000 Zuschauern Platz bietende Ericsson Stadium zu nennen.
In Auckland haben drei neuseeländische Universitäten ihren Hauptsitz: Die Universität Auckland, die
Technische Universität Auckland (AUT) und die Unitec (Institute of Technology).
Die älteste der Aucklander Universitäten ist die 1883 gegründete University of Auckland. Im April
2006 waren mehr als 39.000 Studenten an der University of Auckland eingeschrieben. Sie versteht
sich als „research-based university“ (etwa: forschungsorientierte Universität; vergleichbar einer
Universität in Deutschland) und bietet eine Vielzahl von Studiengängen an den Fakultäten
Ingenieurwesen, Jura, Medizin, Kunst, Wirtschaft, Gesellschafts-, Erziehungs-und
Naturwissenschaften an. Außerdem ist eine theologische Fakultät angegliedert. Der Campus der
Universität Auckland befinden sich etwas südöstlich des Stadtzentrums von Auckland City. Die hat
darüber hinaus noch fünf weitere: der größte befindet sich im zur Auckland City gehörenden
Stadtteil Tamaki, die medizinische Fakultät und weitere gesundheitswisschenschaftliche
Fachbereiche sind gegenüber dem Auckland Hospital unweit des Citycampus im Stadtteil Grafton
angesiedelt, ein weiterer Campus befindet sich im zu North Shore gehörenden Stadtteil Takapuna.
Seit der Verschmelzung mit dem Auckland College of Education 2004 gehört der Campus in Epsom
sowie die Außenstelle in Whangarei zur Universität.
Die 2000 gegründete Technische Universität Auckland (AUT) ist Neuseelands jüngste Universität,
auch wenn sie auf die 1895 gegründete Auckland Technical School zurückgeht. 2005 waren 25.750
Studenten eingeschrieben. Die AUT ist mit einer Technischen Hochschule in Deutschland
vergleichbar. Die AUT befinden sich ebenfalls südöstlich des Stadtzentrums. Sie hat außerdem einen
Campus im Stadtteil Akoranga in North Shore.
Die Unitec (Institute of Technology) wurde 1976 gegründet und Ende 2005 waren 65.636 Studenten
eingeschrieben. Ihr Status ist mit dem einer Technischen Hochschule oder Fachhochschule in
Deutschland vergleichbar. Sie befindet sich im Stadtteil Mt Albert und verfügt über eine Außenstelle
im Stadtteil Henderson von Waitakere.
Des Weiteren verfügen noch andere neuseeländische Universitäten über Campus oder Außenstellen
im Ballungsraum Auckland. So unterhält die hauptsächlich in Dunedin angesiedelte Universität von
Otago ein Gebäude in der Queen Street in der Aucklander Innenstadt und auch die Massey
University hat in Palmerston North und Wellington einen Campus in Albany (North Shore) an der
Nordgrenze des Ballungsraums Auckland.
Im Stadtteil Otara befindet sich das 1970 gegründete Manukau Institute of Technology (M.I.T). Seit
1996 gibt es eine Partnerschaft mit der University of Auckland. Laut eigener Homepage studieren
über 25.000 Studenten am M.I.T.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Von jeher ist Auckland nicht nur das infrastrukturelle, sondern auch das wirtschaftliche Zentrum
Polynesiens. Zwei besonders wichtige Faktoren der Wirtschaft Aucklands machen den Ballungsraum
zur bedeutendsten Stadt des Landes: Zum einen der Außenhandel und auf der anderen Seite das
Finanzwesen. Vor allem in letzter Zeit ist auch der Tourismus von immer größerer Bedeutung. Der
Internationale Hafen von Auckland ist für 68 % aller Importe und für 33 % aller Exporte des Landes
verantwortlich (Stand: jeweils 2004). Die Arbeitslosenrate lag mit durchschnittlich 3,3 % unter dem
Landesschnitt von 3,6 % (2004). Viele nationale Kreditinstitute haben ihren Hauptsitz in Auckland
und zahlreiche ausländische Banken unterhalten eine Zweigstelle in der Stadt. Seit der extrem
liberalen Wirtschaftspolitik des Landes haben australische Banken oft Mehrheitsanteile an ehemals
neuseeländischen Kreditinstituten. Beispiele hierfür sind die ANZ (Australia and New Zealand
Banking Group), die Bank of New Zealand oder die Auckland Savings Bank.
Insgesamt arbeiten alleine im CBD der Stadt knapp 70.000 Menschen, was in etwa 25 % aller
Arbeitsplätze in Auckland City bzw. 13 % aller Arbeitsplätze der Region entspricht. Obwohl das
Stadtzentrum nur unbedeutend kleiner als das der australischen Metropole Sydney ist, konkurriert
die größte Stadt Neuseelands auch in wirtschaftlicher Hinsicht eher mit Städten wie Perth oder
Brisbane.
Auckland ist die Heimat des Royal New Zealand Yacht Squadron (RNZYS), eines alten und in
Neuseeland führenden Yachtclubs. Bekannt wurde er durch erfolgreiche Teilnahmen am America´s
Cup.
Das eigentliche Stadtzentrum Aucklands liegt südlich des Hafens im Waitemata Harbour entlang der
Queen Street. Sehenswert und ein guter Ausgangspunkt für Bootstouren in den Hauraki-Golf zum
Beispiel auf Rangitoto oder Waiheke Island oder Little oder Great Barrier Island, ist der Hafen mit
dem 1912 erbauten Ferry Building. Unmittelbar westlich davon liegt das Viaduct Basin, das 2000 und
2003 Austragungsort der Rennen um den America’s Cup war. Das Aotea Center sowie die Town Hall
bilden ein wichtiges Kulturzentrum in der Innenstadt. Nicht weit entfernt von dort befinden sich die
Auckland City Gallery sowie die dazugehörige New Gallery.
Wir beziehen unser Hotel unmittelbar unter dem Fernsehturm, ein Bettenhaus mit 2300 Betten.
Angeschlossen iein Spielcasino. Black Jack, Roulett und 2300 einarmige Banditen prägen das Bild,
anscheinend ist dieses Haus auf die Japaner ausgelegt…
Auckland
Ein weiteres interessantes Museum ist das im Park Auckland Domain gelegene Auckland War
Memorial Museum, das u. a. Sammlungen zu Geschichte und Kultur der Maori sowie zur Natur
Neuseelands beherbergt. Wir besuchen es am Vormittag.
Einen Einblick in die noch existierende Fauna des Landes erhält man im Zoo der Stadt. Kostenlose
Ausgucke über große Teile des Ballungsraumes erhält man auf den vulkanischen Hügeln Mount Eden
und dem One Tree Hill. Den besten Überblick über das Gebiet erhält man von der Aussichtsplattform
des Sky Tower. Dieser 1997 eröffnete Turm bildet mit 328 Metern das höchste Gebäude der
Südhalbkugel. Hier nehmen wir am Abend unser Essen ein.
Östlich des Stadtzentrums befindet sich Kelly Tarlton’s Antarctic Encounter & Underwater World, ein
riesiges Aquarium mit einer Antarktisausstellung. In der Nähe der Stadt gibt es zahlreiche schöne
Strände, die zum Entspannen, Baden und Surfen einladen.
Die 113.729 km² große Nordinsel ist die am dichtesten besiedelte Insel Neuseelands. Auf ihr leben
etwa drei Viertel der Einwohner und sowohl die Hauptstadt Wellington als auch die größte Stadt des
Landes Auckland liegen auf der Nordinsel.
Auckland liegt auf einem an der engsten Stelle weniger als zwei Kilometer breiten Isthmus, der den
Pazifik von der Tasmanischen See trennt. Nördlich des Isthmus befindet sich die North Auckland
Peninsula, die sich wiederum in zahlreiche weitere Halbinseln bis hoch zur Aupouri Peninsula
aufgliedert. Die Westküste der North Auckland Peninsula verläuft relativ glatt. Sie ist geprägt von
langen Sandstränden, unter denen die Ninety Mile Beach der bekannteste sein dürfte, sowie zwei
großen Naturhäfen, dem Kaipara Harbour und dem Hokianga Harbour. Südlich des Hokianga
Harbours erstreckt sich der Waipoua Forest, der bedeutende Kauri-Bäume beherbergt. Die Ostküste
dagegen ist zerklüfteter und weist zahlreiche vorgelagerte Inseln auf, beherbergt aber auch einige
Naturhäfen, die bekanntesten dürften die Bay of Islands und der Hafen der größten Stadt der
Halbinsel, Whangarei, sein. Das Landesinnere wird von land-und forstwirtschaftlich genutztem
Hügelland bedeckt.
Südlich von Auckland findet sich die Region Waikato. Im Osten dieser Region befindet sich ein
Mittelgebirge, die so genannte Hakarimata Range, die aber an der Mündung des Flusses Waikato in
die Tasmanische See in eine sanfte Hügellandschaft übergeht. Östlich der Hakarimata Range
schließen sich die Waikato Plains an, eine ausgeprägte Tiefebene, die sich zu beiden Seiten des
Waikato erstreckt. Hamilton, die viertgrößte Agglomeration des Landes, ist hier zu finden. Weiter
östlich schließen sich dann mit den Kaimai und Mamaku Ranges wieder zwei, überwiegend
bewaldete Mittelgebirgszüge an. Diese trennen die Region von dem Gebiet rund um die Bay of
Plenty. Im Norden der Bucht liegt die Coromandel-Halbinsel, die von der bis zu 900 m hohen
Bergkette Coromandel Range geprägt wird, deren nördlicher Ausläufer die Great-Barrier-Insel ist.
Das Zentrum der Insel wird von der Zentralen Hochebene dominiert, deren Vulkane Ngauruhoe,
Tongariro und Ruapehu den von der UNESCO zum ersten kombinierten Weltkulturerbe und
Weltnaturerbe erklärten Tongariro-Nationalpark bilden. Der Ruapehu ist mit 2.797 m die höchste
Erhebung der Insel. Nördlich von ihm liegt, genau im Zentrum der Nordinsel, der Tauposee, der
größte See des Landes. Östlich von diesem liegt der Kaingaroa Forest und der Te-Urewera-
Nationalpark, zwei ausgedehnte Waldgebiete, die die Region bis zur Ostküste prägen. Dieses Gebiet
ist schwach besiedelt und von zahlreichen rauen Mittelgebirgen durchzogen. Die höchste Erhebung
ist der 1.754 m hohe, zur Ruakumara Range gehörende Hikurangi in der Nähe des East Capes. Im
Westen der Zentralen Hochebene geht die Landschaft in ein bewaldetes raues Hügelland über, dass
vom Whanganui River und zahlreichen Seitenflüssen durchzogen wird. In der Mitte dieses Tieflands
liegt der Whanganui-Nationalpark. Weiter westlich schließt sich daran die in die Tasmanische See
hineinragende Region Taranaki an. Diese wird vom 2.518 m hohen gleichnamigen Vulkan geprägt.
Um den freistehenden Vulkan herum befindet sich ein breiter Regenwaldgürtel, der durch den
Egmont-Nationalpark geschützt wird. Die Region ist sehr fruchtbar und ein Zentrum der
neuseeländischen Milchproduktion.
Südlich der Region um den Whanganui befindet sich die Manawatuebene, ein Auengebiet um die
Flüsse Manawatu und Rangitikei. Daran schließt sich im weiteren Küstenverlauf die Kapiti Coast an,
in deren Süden wiederum die Region Wellington rund um die Hauptstadt liegt. Nach Nordosten wird
die Region durch die Tararua Range begrenzt, nach Osten durch die Rimutaka Range, zwei
Mittelgebirgszüge, an die sich im Norden noch die Ruahine Range anschließt und die zu einem sich
parallel zur Ostküste ziehenden Gebirgsrücken gehören, dem im Norden auch die bereits oben
erwähnte Ruakumara Range angehört. Östlich der Gebirge befindet sich die sumpfige
Wairarapaebene, die wiederum durch ein weiteres gebirgiges Gebiet im Osten eingegrenzt wird.
Nordwestlich dieser Region findet man schließlich die Region Hawke’s Bay rund um die Hawke Bay.
In deren Innern ist neben der bereits erwähnten Ruahine auch die Kaweka Range zu finden. Die
übrige Region besteht aus sanftem Hügelland sowie der Auenlandschaft um den Wairoa im Norden
und der fruchtbaren Heretaungaebene im Süden. Im Norden schließt sich dann die bereits
beschriebene Region um Gisborne an.
Die mit 151.215 km² etwas größere Südinsel wird dominiert von den parallel zur Westküste
verlaufenden Neuseeländischen Alpen, auch Südalpen genannt. Dieses Hochgebirge ist die höchste
Bergkette Australasiens und Ozeaniens. Ihre höchste Erhebung ist der 3.754 m hohe Mount Cook,
gefolgt vom 3.498 m hohen Mount Tasman. Insgesamt haben 17 Gipfel eine Höhe von über 3.000 m.
Sowohl die nördlichsten als auch die südlichsten Gebiete der Insel bestehen aus Mittelgebirgen, die
teilweise auf über 1.000 m Höhe ansteigen. Die Region West Coast zwischen Südalpen und der
Tasman-See ist äußerst schmal und gehört zu den niederschlagsreichsten Gebieten der Erde.
Aufgrund dessen schieben sich einige Gletscher der Südalpen, wie der Fox-und der Franz-Josef-
Gletscher, durch sämtliche Vegetationszonen bis in die Regenwälder in Küstennähe; der äußerste
Südwesten bildet reich gegliederte Fjordlandschaften. Weite Teile des Südwestens stehen als
Nationalparks unter Schutz; gemeinsam bilden diese die Te Wahipounamu World Heritage Area.
Östlich der Südalpen befinden sich die Canterbury Plains, eine große Schwemmebene, die sich gut
für landwirtschaftliche Zwecke, etwa für die Viehzucht, eignet.
Heute befindet sich Neuseeland an der Grenze zwischen Australischer und Pazifischer Platte. Obwohl
sich die beiden Platten nicht frontal aufeinander zu bewegen, üben sie doch einen großen Einfluss
auf das Land aus. Es entstehen zwei Kräfte: eine frontal wirkende sowie eine seitlich wirkende. Die
frontale Kraft bildet Verwerfungen, die Druck auf verschiedene Gesteinsschichten ausüben und
somit den Boden stetig anheben. Die zweite – seitlich wirkende – Kraft, führt zu so genannten
Transform-Störungen. Letztere können mitunter Erdbeben hervorrufen.
Neuseeland gehört – wie alle anderen Länder, die an der Grenze zur Pazifischen Platte liegen – zum
Pazifischen Feuerring (englisch Ring of Fire). Diese Tatsache führt zu Erdbeben, Verwerfungen und zu
erhöhter vulkanischer Aktivität. In Neuseeland liegen einige der aktivsten Vulkane der Erde. Diese
befinden sich ausschließlich in der nördlichen Hälfte des Landes, ein Großteil von ihnen ist in der
Taupo Volcanic Zone (TVZ) konzentriert, die sich im Zentrum der Nordinsel befindet.
So sind zum Beispiel alle drei Vulkane der Zentralen Hochebene noch aktiv, die letzte Eruption des
Stratovulkans Ruapehu ereignete sich im Jahre 2007. In der Gegend der Bay of Plenty ist die
Erdkruste dünn wie kaum anderswo auf der Welt, so dass hier geothermische Aktivitäten jeglicher
Art anzutreffen sind. Ein bekannter Vulkan in diesem Gebiet ist White Island, dessen letzte große
Eruption im Jahr 2000 stattfand. Neben den Vulkanen zeigen sich die Kräfte der Erde in Form der
Geothermie, die als Geysire oder heiße Quellen (insgesamt 67 in Neuseeland) zu Tage treten. Neben
dem geothermalen Gebiet um Taupo existieren noch 29 weitere solcher Bereiche in Neuseeland,
hauptsächlich auf der Nordinsel, zum Beispiel Northland, die Hauraki Plains und die Bay of Plenty,
aber auch auf der Südinsel, ein bekanntes Beispiel sind die heißen Quellen in Hanmer Springs.
Neuseeland liegt in den gemäßigten Breiten der Südhalbkugel, so dass das Klima mild ist. Die
nördlichen Teile der Nordinsel werden von einem subtropischen Klima geprägt, während im Rest
des Landes ein gemäßigtes Klima vorherrscht. Im Flachland schwanken die durchschnittlichen
Temperaturen im Norden zwischen etwa 15 °C im Winter und 25 °C im Sommer. Auf der Südinsel
liegen die Temperaturen etwa 5–10 °C darunter. Die höchste offiziell bestätigte Temperatur
Neuseelands betrug 42,4 °C und wurde im Februar 1973 sowohl in Rangiora, als auch in Christchurch
gemessen. Die niedrigste jemals bestätigte Temperatur des Landes wurde im Juni 1995 in Ophir
(Central Otago) erreicht und betrug -21,6 °C.
Neuseeland liegt in einer Zone starker westlicher Winde, den Brüllenden Vierzigern (englisch Roaring
Forties). Diese Winde treffen in ihrer Bahn auf dem 40. Grad südlicher Breite nur dreimal auf Land:
einmal auf die Südspitze Südamerikas, später teilweise auf Tasmanien und das dritte Mal auf
Neuseeland. Dadurch bedingt regnen sich die hauptsächlich über der Tasmanischen See
angesammelten Wassermassen an den Bergen der Südinsel ab. Der durchschnittliche
Jahresniederschlag liegt an der Westküste der Südinsel bei 7000 mm pro Jahr, auf der Ostseite der
Berge ist es erheblich trockener.
Insgesamt ist das Klima -dank der großen das Land umgebenden Wassermassen-zu großen Teilen
maritim geprägt. Einzig die östlich der Hochgebirge gelegenen Gegenden, wie zum Beispiel das
Mackenzie-Becken und Central Otago auf der Südinsel oder die Rangipo Desert auf der Nordinsel,
sind kontinental geprägt. Hier liegen die Sommertemperaturen nicht selten über 30 °C, und in den
Wintermonaten fällt regelmäßig Schnee.
Aus mehreren Gründen weist Neuseeland eine hohe Zahl an unterschiedlichen Vegetationszonen
auf. Zum einen sind über 1600 km Nord-Süd-Erstreckung im Vergleich zur relativ kleinen Landfläche
extrem lang. Deutschland ist zum Vergleich bei einer Landfläche von 357.000 km² nur etwa 880 km
lang. Ein weiterer wichtiger Grund für die Vielzahl an Vegetationszonen sind die großen
Höhenunterschiede in Neuseeland. Während zum Beispiel der „große Nachbar“ Australien die 28fache
Fläche umfasst, ist dessen größte Erhebung, der Mount Kosciuszko, nur 2.228 m hoch.
Hingegen erreicht Neuseelands höchster Berg, der Mount Cook, 3.754 m. Zu guter Letzt sorgt auch
die ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge bedingt durch die Lage der Gebirge für eine Vielfalt
an Vegetationszonen.
Während fast die gesamte Westküste der Südinsel von dichtem endemischem Regenwald
bewachsen ist, gehören die Südlichen Alpen zur alpinen Vegetationszone. Die Nähe dieser völlig
unterschiedlichen Zonen ist ungewöhnlich. So reichen zum Beispiel an keinem anderen Ort der Erde
Gletscher so nahe an Regenwald heran wie in Neuseeland. Die bekanntesten Gletscher sind der
Franz-Josef-, der Fox-und der Tasman-Gletscher. In den Ebenen wird intensive Landwirtschaft
betrieben, während an vielen anderen Orten extensive Weidewirtschaft vorherrscht. Östlich der
Zentralebene ist die Landschaft aufgrund des geringen Niederschlags steppenartig geprägt. Die
nördlichen Teile der Nordinsel liegen in der subtropischen Vegetationszone und sind an weniger
besiedelten Orten großteils mit Regenwald bewachsen.
Neuseeland umfasst eine große Zahl an großen und kleineren Seen. Der durch den in der Zentralen
Hochebene entspringenden Tongariro River gespeiste Tauposee (englisch: Lake Taupo) im Zentrum
der Nordinsel ist mit Abstand der größte See des Landes. Mit einer Fläche von 616 km² ist er größer
als der Bodensee. Der See befindet sich in der Caldera eines Supervulkans mit gewaltigen Ausmaßen
und ist folglich vulkanischen Ursprungs. Die nächstgrößeren Seen liegen allesamt auf der Südinsel
und wurden von Gletschern ausgeschoben. Der größte dieser Gletscherseen ist der Lake Te Anau mit
einer Fläche von 344 km², gefolgt vom 80 km langen und 291 km² großen Lake Wakatipu nahe
Queenstown sowie dem 192 km² großen Lake Wanaka. Ein interessanter Aspekt dieser als Southern
Lakes bezeichneten Region ist, dass viele der Gletscherseen tiefer sind, als ihre Höhenlage, somit
befindet sich der Grund der einzelnen Seen unterhalb des Meeresspiegels.
Neuseeland wird außerdem von zahlreichen Flüssen und Bächen durchzogen. Der längste Fluss des
Landes ist der auf der Nordinsel gelegene Waikato River mit einer Länge von 425 km, der aus dem
Tauposee entspringt und bei Port Waikato südlich von Auckland die Tasmanische See mündet. Der
Clutha River im Süden der neuseeländischen Südinsel bildet mit 340 km den zweitlängsten Fluss des
Landes. Er entspringt aus dem Lake Wanaka und mündet etwa 75 km südlich von Dunedin in den
Südpazifik. Der drittlängste Fluss des Landes, der 290 km lange Whanganui River, befindet sich
wiederum auf der Nordinsel und mündet bei Wanganui in die Cookstraße.
Die Tier-und Pflanzenwelt Neuseelands gehört zu den außergewöhnlichsten der Erde, da die
Inselgruppe schon seit sehr langer Zeit von allen anderen Landmassen getrennt ist und sich die
Vegetation unabhängig entwickeln konnte. Die größten Gemeinsamkeiten in der Entwicklung der
Flora und Fauna weist Neuseeland mit Neukaledonien und der Lord-Howe-Insel auf.
Etwa 85 % der neuseeländischen Pflanzenarten sind endemisch. Waren vor der Ankunft der MaorU
noch etwa 80 % des Landes mit Wäldern bedeckt, so wachsen heute noch auf gut 24 % der
Landesfläche einheimische Wälder, von deren Fläche rund 77 % unter Schutz steht. Auf rund 5 % der
Landesfläche werden von der neuseeländischen Forstwirtschaft schnellwachsende, nicht-
einheimische Baumarten wie die Monterey-Kiefer (Pinus radiata) und der Küstenmammutbaum
(Sequoia sempervirens) angebaut.
Die beiden wichtigsten einheimischen Waldtypen des Landes sind einerseits Nadelwälder,
beispielsweise aus Steineibengewächsen (Podocarpaceae) oder Kauri-Bäumen (Araucariaceae)
zusammengesetzt, sowie Laubwälder, die hauptsächlich aus Südbuchen (Nothofagus) bestehen. Die
meisten neuseeländischen Bäume sind immergrün. Vor allem die Nadelwälder werden durch
Epiphyten wie zum Beispiel dem Nordinsel-Eisenholz (Metrosideros robusta) in ihrer Erscheinung
geprägt, aber auch einige wenige, mit unseren Misteln verwandte Arten leben hemiparasitisch auf
Südbuchen. Unterhalb des dichten Walddaches kommen zahlreiche, meist endemische Farne vor.
Am imposantesten sind zweifellos die Baumfarne (Cyatheales), die bis über zehn Meter hoch
werden. Der bekannteste unter den Farnen ist der Ponga oder Silberfarn, er stellt die
neuseeländische Nationalpflanze dar. Des Weiteren konnten sich in Neuseeland verschiedene
Palmenarten wie zum Beispiel die Nikau-Palme (Rhopalostylis sapida) entwickeln. Besonders auffällig
sind schließlich noch der Pohutukawa (Metrosideros excelsa), das Südinsel-Eisenholz (Metrosideros
umbellata) und der sogenannte Cabbage Tree (Cordyline australis).
Ungefähr 10% der Landesfläche sind mit einheimischer Offenlandvegetation bedeckt. Dazu gehören
unter anderem Tussockgrasländer sowie Busch-und Heideland.
Wesentliche Teile der einheimischen Vegetation (etwa ein Drittel der Landesfläche) stehen unter
Naturschutz, zu guten Teilen in Nationalparks und so genannten Forest Parks.
Aufgrund der verhältnismäßigen Isolation hat sich in Neuseeland ein einzigartiges Ökosystem
entwickelt, dessen herausragendstes Merkmal vor der polynesischen Kolonisation das Fehlen
jeglicher Art von Landsäugetieren war, mit der Ausnahme von drei Fledermausarten (die zwei Arten
der Neuseelandfledermäuse und Chalinolobus tuberculatus).
Viele der Nischen, die normalerweise von Säugetieren besetzt würden, sind von Vögeln belegt
worden. So spielen hier flugunfähige Vögel eine besonders wichtige Rolle. Zu ihnen gehören der
Kakapo (Strigops habroptilus), der Kiwi (Apterygidae), der Takahe (Porphyrio mantelli), der Weka
(Gallirallus australis) und der ausgestorbene Moa (Dinornithiformes). Die Vögel wurden von
Greifvögeln gejagt, von denen der größte, der Haastadler (Harpagornis moorei), eine Spannweite
von bis zu drei Metern und ein Gewicht von bis zu 14 Kilogramm hatte. Einige der flugunfähigen
Arten kommen heute nur noch auf raubtierfreien Inseln vor der Küste Neuseelands vor. Weniger
Probleme haben die kräftigen Papageienarten Kea (Nestor notabilis) und Kaka (Nestor meridionalis).
Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vögel, die über die riesigen Weiten des Pazifiks fliegen, um Teile
des Jahres in Neuseeland zu verbringen, wie der Westlandsturmvogel (Procellaria westlandica). Auch
Königsalbatrosse (Diomedea epomophora) und Australtölpel (Morus serrator) nisten hier. Die Küsten
teilen sich verschiedene Pinguin-Arten wie der Dickschnabelpinguin (Eudyptes pachyrhynchus), der
Gelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes) und der Zwergpinguin (Eudyptula minor) mit
Neuseeländischen Seebären (Arctocephalus forsteri), Elefantenrobben (Mirounga) und
Neuseeländische Seelöwen (Phocarctos hookeri). Vor den Küsten schließlich sind Delfine und Wale
anzutreffen, wo es außerdem eine seltene Kleindelfinart gibt, die Hector-Delfin (Cephalorhynchus
hectori) genannt wird. In etwa zehn Generationen wird sie wahrscheinlich ausgestorben sein. Des
Weiteren ist Neuseeland die Heimat des Tuatara (Sphenodon punctatus), einer uralten Reptilienart,
der Neuseeländischen Urfrösche (Leiopelmatidae) und des Weta (Anostostomatidae), eines Insekts,
das bis zu 10 cm lang werden kann. Neuseeland ist eines der wenigen Länder der Erde, in denen es
keine terrestrischen Schlangen gibt (wohl aber drei Arten von Seeschlangen im umgebenden
Meer).[1]
Die Ankunft erst der Maori und später auch der Europäer hat aufgrund der Eingriffe des Menschen in
die Natur und wegen absichtlich und unabsichtlich mitgebrachter Tiere (Neozoen), vor allem von
Ratten, aber auch von Hunden, Katzen, Igel, Hermeline und anderer Wieselarten sowie dem
australischen Fuchskusu zu zwei spektakulären Aussterbewellen geführt. Die neuseeländische
Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen, die durch importierte Tiere in ihrer Existenz
bedrohten endemischen Arten, allen voran die vielen unterschiedlichen Vögel, vor dem Aussterben
zu bewahren. Zum einen wird durch Kastration, zum Beispiel von Katzen, deren Vermehrung
verhindert, und zum anderen ist Neuseeland weltweit führend in der Ausrottung eingeführter Tiere
und hat damit begonnen, kleinere Inseln vor der Küste wieder in ihren Zustand vor der Kolonisierung
zu versetzen und dort wieder einheimische Arten anzusiedeln, um in der nächsten Stufe das Projekt
auch auf die beiden Hauptinseln auszudehnen.
Bei der Volkszählung im Jahr 2006 lebten zum Stichtag 7. März 4.143.279 Menschen in Neuseeland,
das sind 8,4% mehr als bei der vorhergehenden Volkszählung im Jahre 2001 und doppelt so viele wie
1956. Der aktuelle, geschätzte Bevölkerungsstand beträgt 4.268.900 Personen zum 30. Juni 2008.
23% der Bevölkerung sind nicht in Neuseeland geboren. Der Bevölkerungszuwachs in den letzten
fünf Jahren geht zu etwa zwei Dritteln auf Einwanderungen zurück. Die Bevölkerungsdichte beträgt
ungefähr 16 Menschen pro km² (Deutschland: 231 pro km²). Damit gehört Neuseeland zu den
dünner besiedelten Ländern der Erde, wenn es auch um ein Vielfaches dichter besiedelt ist, als das
Nachbarland Australien (2,6 Einwohner pro km²). Dabei verteilt sich die Bevölkerung ungleichmäßig
auf die verschiedenen Landesteile. Während auf der größeren Südinsel nur gut eine Million
Menschen leben und große Landesteile – wie zum Beispiel Fiordland – so gut wie unbewohnt sind,
haben etwa 1,3 Millionen Personen alleine in der Metropolregion Auckland, der größten Stadt des
Landes, ihren Wohnsitz. Insgesamt leben über drei Millionen Menschen auf der kleineren Nordinsel.
Das Durchschnittsalter liegt (Stand 2006) bei 35,9 Jahren. Die Geburtenrate liegt bei 14,14 pro 1000
Einwohner (Stand 2003), während im gleichen Zeitraum 7,54 Todesfälle pro 1000 Menschen zu
verzeichnen waren. Durch Immigration wuchs die Bevölkerung um weitere 4,26 Personen pro 1000
Einwohner. Die Kindersterblichkeitsrate lag 2006 bei 5,76 pro 1000 Lebendgeburten, während pro
Frau durchschnittlich 1,79 Kinder geboren werden (Fertilitätsrate). Die Lebenserwartung liegt bei der
Geburt bei 78,32 Jahren (2003). Während Männer durchschnittlich 75,34 Jahre alt werden, erreichen
Frauen im Schnitt ein Alter von 80,44 Jahren.
Neuseeland gehört mit einem Urbanisierungsgrad von 86 % im Jahr 2005 zu den Ländern mit der
prozentual höchsten Stadtbevölkerung der Erde. Dabei lebt alleine in der Stadt Auckland fast ein
Drittel (32 %) der Gesamtbevölkerung des Landes.
Den größten Teil der Bevölkerung machen Neuseeländer europäischer Abstammung, genannt
Pakeha, aus. Diese Volksgruppe stammt größtenteils von den Britischen Inseln, aber auch aus
Deutschland, Italien, Polen, den Niederlanden und zahlreichen weiteren europäischen Staaten und
macht etwa 67,6 % der Gesamtbevölkerung aus. Die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe bilden die
polynesisch-stämmigen indigenen Einwohner Neuseelands, die Maori, denen sich 14,6 % der
Bevölkerung zugehörig fühlt. Zwischen 1996 und 2006 stieg der Anteil an Asiaten mit insgesamt
9,6 % zur drittgrößten ethnischen Gruppe auf. Dabei bilden Chinesen mit 2,8 % vor Indern mit 1,7 %
die Mehrheit. Die asiatische Bevölkerungsgruppe überholte bis 2001 die Gruppe von Menschen von
den Pazifischen Inseln, die 2006 etwa 6,9 % der Landesbevölkerung stellen. Die meisten der
Pazifischen Insulaner stammen aus Samoa, gefolgt von den Cookinseln sowie Tonga. Insgesamt sind
etwa 23 % der Gesamtbevölkerung nicht in Neuseeland geboren.
In Neuseeland leben vergleichsweise viele Konfessionslose – über 24 % der Gesamtbevölkerung
fühlen sich keiner Religion zugehörig. Die vorherrschende Religion ist das Christentum
Die meisten Maori sind heute Christen, zudem ist die neuseeländische Ratana-Kirche sehr beliebt.
Weitere kleinere Religionsgruppen sind der Buddhismus, dicht gefolgt vom Hinduismus sowie vom
Islam. Es gibt auch einige jüdische Gemeinden.
Während die anglikanische sowie die presbyterianische Kirche in den letzten Jahren an
Mitgliederschwund leiden, verzeichnen die meisten anderen Kirchen Mitgliederzuwächse, meistens
durch Einwanderer. Auch die Zahl der Muslime zum Beispiel erhöhte sich von 1996 bis 2001 um 74
Prozent. Die katholische Kirche ist in den Großstädten der Nordinsel bereits größte Konfession.
Durch den ausgeprägten Anteil an Presbyterianern im Süden der Südinsel kann man heute noch
erkennen, dass dieses Gebiet vornehmlich durch schottische Einwanderer besiedelt wurde. Die
katholische Bevölkerungsmehrheit in manchen ländlichen Distrikten ist zum Beispiel in Waitakere auf
Zuwanderung von Kroaten aus dem Kronland Dalmatien zurückzuführen. Die italienische katholische
Gemeinde stellt aufgrund sehr starker Zuwanderung die größte Gruppe innerhalb der
neuseeländischen Katholiken dar.
In Neuseeland genießen drei Sprachen den Status einer Amtssprache: Englisch, Maori und die
Neuseeländische Gebärdensprache. Während sowohl Maori als auch die Neuseeländische Gebärdensprache nur von einem relativ geringen Anteil der Bevölkerung verstanden oder gar aktiv verwendet werden, ist das
neuseeländische Englisch die wichtigste Umgangssprache, die im Jahr 2006 von 98 Prozent der
Bevölkerung gesprochen wird.
Die zweite Amtssprache, Maori (Eigenbezeichnung: Te Reo Maori), verlor bis in die 1970er-Jahre
immer mehr an Bedeutung, und die Anzahl der Maori-Sprecher nahm kontinuierlich ab. Am 1.
August 1987 wurde Maori aber zur Amtssprache erhoben und seit dieser Zeit wird an immer mehr –
öffentlichen wie privaten – Schulen Maori als Wahlfach unterrichtet, so dass auch Neuseeländer
europäischer Abstammung Zugang zu dieser Sprache erhalten. Seitdem nimmt die Zahl derer, die
Maori sprechen und verstehen, besonders in der Altersgruppe der drei-bis 25-jährigen, wieder zu.
Insgesamt konnten 2006 nach eigenen Angaben 4,2 Prozent der Bevölkerung Maori sprechen/
Zusätzlich zu den drei Amtssprachen werden noch zahlreiche andere Sprachen in Neuseeland
gesprochen, die von den vielen Einwanderern ins Land gebracht wurden, darunter Samoisch,
Französisch, Hindi, zahlreiche Chinesische Sprachen (vor allem Kantonesisch und Hochchinesisch)
und Deutsch.
Es gibt in Neuseeland keinen verpflichtenden Fremdspracheunterricht, nur circa ein Fünftel aller
Schüler an weiterführenden Schulen lernt eine Fremdsprache. Die beliebtesten sind Französisch,
Japanisch und Deutsch.[3]
Neuseeland wurde vermutlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts, spätestens aber in der ersten Hälfte
des 14. Jahrhunderts von Polynesiern entdeckt und in mehreren Einwanderungswellen besiedelt.
Neueste Untersuchungen von Knochen der Pazifischen Ratte und eingeführten Samen mit Hilfe der
Radiokarbonmethode grenzen diesen Zeitraum auf die Jahre 1280 bis 1350 ein.[4] Die Nachkommen
dieser ersten Einwanderer begründeten die Maori-Kultur. Aus der Besiedlung der Chatham-Inseln
östlich von Neuseeland ging die Moriori-Kultur hervor. Ob diese Besiedlung eigenständig oder von
Neuseeland aus erfolgte, ist umstritten, aber die Gemeinsamkeiten in der Sprache sind
beispielsweise eindeutige Anzeichen für eine Besiedlung vom Festland aus. Viele der
eingewanderten Maori – vor allem auf der Nordinsel – gaben dem Land den Namen Aotearoa, was
meistens als „Land der langen weißen Wolke“ übersetzt wird.Da sich die ersten Maori, die das Land erreichten, nicht durch Säugetiere ernähren konnten, waren
sie zu Beginn Moa-Jäger. Diese flugunfähigen Vögel hatten entfernte Ähnlichkeit mit dem
afrikanischen Strauß und waren binnen weniger Jahre ausgerottet. Ebenso verschwand der
Haastadler, der größte Greifvogel der neuzeitlichen Erde. Der letzte starb wahrscheinlich um 1700.
Die erstmalige Besiedlung des Landes durch die Maori führte so zum Aussterben vieler Tierarten.
Später ernährten sich die Maori durch die Kultivierung der Kumara (Süßkartoffel).
Der erste Europäer, der Neuseeland erblickte, war der niederländische Seefahrer Abel Tasman. Die
Aufgabe seiner Reise war es, das „Große südliche Land“ zu entdecken, in dem eine große Anzahl an
wertvollen Rohstoffen vermutet wurde. Auf seiner Reise entdeckte er im Jahr 1642 schließlich ein
„großes, hoch gelegenes Land“ – die heutige Region West Coast auf der Südinsel. Auch wenn er nicht
sicher war, vermutete er, dass er ein weiteres Stück Küste von Staten Landt entdeckt hatte. Als er in
der Golden Bay in der heutigen Region Tasman das Land aus der Nähe erkunden wollte, kam es zur
ersten blutigen Begegnung zwischen den „Ureinwohnern“ und den Europäern, bei der vier
niederländische Seeleute getötet wurden. Der „Entdecker Neuseelands“ setzte folglich niemals einen
Fuß auf neuseeländischen Boden. Als eine Expedition unter Hendrik Brouwer ein Jahr später
feststellte, dass der von Tasman besuchte Küstenstreifen nicht zu Staten Landt gehörte, wurde das
Land Nova Zeelandia (lateinisch) oder Nieuw Zeeland (niederländisch) genannt (wie die Provinz
Zeeland), weil Australien Nova Hollandia oder Nieuw Holland genannt wurde.
Erst 1769/70 wurden wieder Expeditionen in die Gewässer um die auf Englisch New Zealand
genannten Inseln gestartet. Der englische Kapitän James Cook sollte – ebenso wie Tasman – einen
vermuteten südlichen Kontinent finden. Im Oktober 1769 traf Cooks Schiff Endeavour am
südwestlichen Punkt der Poverty Bay genannten Bucht von Tahiti kommend auf Neuseeland. Nach
ersten feindseligen Begegnungen, aber auch gelungenen Annäherungsversuchen mit Maori
umsegelte Cook zunächst die Nordinsel sowie nach einem längeren Aufenthalt in den Marlborough
Sounds die Südinsel und konnte so nachweisen, dass es sich bei Neuseeland um Inseln und nicht
einen Teil eines Kontinents handelte. Cook und die ihn begleitenden Wissenschaftler
kartographierten das Land gründlich, erkundeten ausgiebig die Flora und Fauna des Landes, und
sammelten Informationen zu den Maori.
Nur wenige Wochen nach Cook entdeckte auch Jean-François-Marie de Surville Neuseeland. In den
folgenden Jahren wanderten großteils Walfänger, Robbenfänger und später auch Missionare nach
Neuseeland ein. Diese hatten mitunter ausgeprägte Kontakte zu den Maori. Beide Parteien
handelten miteinander, und einige wenige Europäer lebten direkt unter den Maori.
Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts führte die ungleichmäßige Verteilung von Schusswaffen, die die
Maori durch Tauschgeschäfte von den Europäern bekamen, zu den von 1829 bis 1835 gipfelnden
Musketenkriegen (englisch: Musket Wars), bei denen sich zahlreiche Stämme untereinander
bekämpften und – Schätzungen der Regierung zufolge – etwa 20.000 Menschen zu Tode kamen.
Durch die Europäer eingeschleppte Krankheiten, gegen die die Maori nicht resistent waren,
dezimierten ihre Anzahl nachhaltig. In den 1820er-Jahren schließlich kam es außerdem noch zu den
ersten bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Maori und Weißen. Im Jahr 1832 schickte die
britische Regierung den Gesandten James Busby nach Neuseeland und ernannten ihn zum
Residenten. Er sollte den britischen Handel überwachen und kontrollieren und zwischen streitenden
Weißen und Maori eine Vermittlerrolle einnehmen, war jedoch bei der Durchsetzung seiner Ziele
weitgehend auf sich gestellt. Nachdem ein neuseeländisches Handelsschiff wegen fehlenden
Herkunftssymbols im Hafen von Sydney beschlagnahmt worden war, aber nicht unter britischer
Flagge fahren durfte, da Neuseeland noch nicht zu Großbritannien gehörte, wählten am 20. März
1834 mehrere Dutzend Maori-Anführer unter seiner Aufsicht eine offizielle Flagge aus, die später
offizielle Flagge der United Tribes of New Zealand (deutsch: Vereinigte Stämme Neuseelands) wurde.
Aufgrund der in Neuseeland herrschenden Gesetzlosigkeit und der damit verbundenen Probleme
sowie der Angst, dass Frankreich an der Banks-Halbinsel eine eigene Kolonie gründen könnte, setzte
Busby einen Vertrag auf, der am 28. Oktober 1835 von über 30 Maori-Anführern unterzeichnet
wurde und als Unabhängigkeitserklärung (englisch: Declaration of the Independence of New Zealand)
sowie Gründung der „Vereinigten Stämme“ in die Geschichte.
Die Souveränität des Landes hatte jedoch schon wenige Jahre später, genauer gesagt 1840, ein Ende.
Zu diesem Zeitpunkt nämlich gab es in Frankreich tatsächlich konkrete Bestrebungen, auf der
Südinsel des Landes eine Kolonie zu gründen. Die britische Krone wollte dies unter allen Umständen
verhindern. Da man den neuen Staat der „Vereinigten Stämme“ als zu schwach ansah, seineInteressen zu wahren, wurde das Land im Januar 1840 offiziell vom Britischen Weltreich annektiert.
Um dieses Vorgehen für rechtmäßig erklären zu können, beeilte sich der damalige
Generalgouverneur des Landes, William Hobson, zahlreiche Maori-Häuptlinge nahe dem Ort
Waitangi zu versammeln, die am 6. Februar des gleichen Jahres den Vertrag von Waitangi
unterzeichneten. Dieses Dokument gilt als „Geburtsstunde“ des modernen Neuseelands. Der Vertrag
selbst band Neuseeland an die britische Krone. Auf der einen Seite gaben die Maori ihre
Souveränität auf, auf der anderen Seite bekamen sie aber Bürgerrechte zugesichert. Außerdem
durften sie alle Ländereien behalten, die sie vor der Unterzeichnung des Vertrages besaßen. 1975
wurde das Waitangi-Tribunal eingesetzt, um Unstimmigkeiten und Verletzungen des Vertrages
wieder gutzumachen.
Auf der Südinsel Neuseelands scheiterte die Kolonialisierung durch Frankreich nur knapp. 1840 war
Jean Langlois zur Banks Peninsula aufgebrochen, um diese für Frankreich in Besitz zu nehmen. Als
der Plan bekannt wurde, sandten die Briten ihrerseits eine Expedition aus, um die Halbinsel für die
Krone zu sichern. Langlois erreichte die Gewässer vor dem heutigen Akaroa zuerst, konnte wegen
widriger Winde aber nicht an Land gehen. Als das Wetter die Landung zuließ, musste Langlois
erkennen, dass ihm die Briten zuvor gekommen waren. Die französischen Siedler durften sich
gleichwohl in Akaroa niederlassen (was noch heute an den französischen Straßennamen sichtbar ist).
Die 1839 gegründete New Zealand Company warb um neue Einwanderer. Diese errichteten
zahlreiche Städte und Dörfer und besiedelten große Teile des Landes. Sie lebten oft als Bauern in
Frieden mit den Maori und kultivierten die Landschaft. Als aber mehr und mehr Einwanderer das
Land erreichten und immer größere Landflächen benötigt wurden, kam es zu Zwistigkeiten zwischen
Siedlern und Maori. Mit der Zeit wurden die Missstände immer größer, und so kam es schließlich zu
offenen bewaffneten Konflikten, die in Northland bereits im Jahr 1840 zu einer kriegerischen
Auseinandersetzung anwuchsen. Bis 1860 hatten sich die Kämpfe, die als Neuseelandkriege in die
Geschichte eingingen, auf das ganze Land ausgedehnt. Nach diesen Auseinandersetzungen betrug
die Zahl der Maori 1891 nur noch 44.000 im Vergleich zu über 120.000 vor dem Jahr 1820.
Nach der Unterzeichnung des Vertrages von Waitangi wurde Neuseeland als Teil von New South
Wales verwaltet, bis das Land ab 31. Mai 1841 eine eigene Kolonie bildete. Die Europäer besiedelten
in den folgenden Jahrzehnten beinahe das gesamte Land und gründeten insgesamt neun Provinzen.
1861 wurden auf der Südinsel große Goldvorkommen entdeckt. Um separatistische Bewegungen auf
der aufstrebenden Südinsel zu verhindern, wurde die ursprünglich in Russell gelegene Hauptstadt
von Auckland im hohen Norden nach Wellington in die Mitte des Landes verlegt.
Schon vor der Jahrhundertwende setzte Neuseeland im Umgang mit bisher benachteiligten
Personengruppen Maßstäbe, was für den Rest der Welt zur damaligen Zeit noch unmöglich schien.
Als sich das Land seit 1852 aufgrund des New Zealand Constitution Act 1852 relativ selbständig
verwaltete, bekamen ab 1867 auch die männlichen Maori das Wahlrecht und Sitze im Parlament. Am
18. September 1893 wurde in Neuseeland – als erstem Land der Welt – das Frauenwahlrecht
eingeführt.
Das Land entschied sich 1901 gegen einen Beitritt zum Commonwealth of Australia und blieb bis
1907 eine Kolonie, als Neuseeland den Status einer Dominion erhielt und folglich fast unabhängig
von Großbritannien wurde. Über die gesamte Kolonialzeit bis in die jüngere Gegenwart hinweg
erwies sich das Land als besonders treuer Bündnispartner Großbritanniens. So entsandte Neuseeland
Truppen für den Zweiten Burenkrieg, den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Suezkrise.
Die Frage, seit wann Neuseeland ein eigenständiger Staat ist, ist nicht leicht zu klären, da das Land
nach angelsächsischer Tradition keine geschriebene Verfassung besitzt. Neben 1840 (Vertrag von
Waitangi) und 1907 (Entstehung der Dominion) gibt es weitere Zeitpunkte auf Neuseelands Weg zur
Unabhängigkeit: 1931 wurde von der englischen Regierung das Statut von Westminster erlassen, das
den Dominions die Möglichkeit zur Unabhängigkeit gab. Am 25. November 1947 akzeptierte das
neuseeländische Parlament im Statute of Westminster Adoption Act 1947 die angebotene völlige
Souveränität, die mit der Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations verbunden war. Am 25.
Dezember 1947 wurde es schließlich von Neuseeland unterzeichnet. Andererseits gab sich
Neuseeland erst 1986 eine vom neuseeländischen Parlament abgesegnete Verfassung, bis dahin galt
die Verfassung des noch vom britischen Parlament ausgearbeiteten New Zealand Constitution Acts
von 1852.
Die am Schwarzen Freitag 1929 eingeläutete Weltwirtschaftskrise traf das wirtschaftlich von
Großbritannien abhängige Land sehr hart und führte zur ersten Regierungsbildung durch die Labour
Party (Arbeiterpartei), welche den neuseeländischen Wohlfahrtsstaat etablierte und den
Wirtschaftsverkehr weitgehend kontrollierte. Diese Politik wurde über Jahrzehnte erfolgreich
praktiziert, bis veränderte Bedingungen zu einem erneuten radikalen Kurswechsel führten. Bereits in
den ausgehenden 1960er-Jahren schwächelte das hochsubventionierte Staats-und
Wirtschaftswesen des Landes und brach mit dem Beitritt Großbritanniens in die EG weitgehend
zusammen. Die bewährte enge wirtschaftliche Bindung zum einstigen Mutterland existierte plötzlich
nicht mehr. Das Land litt unter hohen Inflationsraten, überbordender Bürokratie und zu hohen
Staatsausgaben. Erst eine von der Labour-Regierung unter David Lange 1984 begonnene und unter
seinen konservativen Nachfolgern fortgesetzte durchgreifende Liberalisierung brachte auf längere
Sicht die Wende, wobei die Arbeitslosenzahlen die langwierigsten Probleme bereiteten. Doch Mitte
der 1990er-Jahre hatte der Aufschwung das ganze Land bereits an die
Spitze der Industrienationen katapultiert. Seit der Machtübernahme der Labour Party unter Helen
Clark 1999 wurde diese Wirtschaftspolitik erneut teilweise revidiert, privatisierte Staatsunternehmen
zurückgekauft und der soziale Ausgleich, v.a. zwischen dem Wirtschaftszentrum Auckland und dem
ländlichen Raum, trat wieder in den Vordergrund.
1951 verbündeten sich die drei Staaten Australien, die USA und Neuseeland zum ANZUS-
Sicherheitspakt, um im Hinblick auf den gerade vorübergegangenen Zweiten Weltkrieg zukünftige
Konflikte gemeinsam verhindern zu können. Wegen Differenzen über Neuseelands Anti-Atompolitik
erfolgte die Suspendierung des Pakts durch die USA im Jahr 1984. Im Zusammenhang mit dem
Widerstand gegen das französische Atomwaffen-Programm in Französisch-Polynesien wurde das
Greenpeace-Flaggschiff „Rainbow Warrior“ 1985 im Hafen von Auckland von französischen
Geheimagenten versenkt. Zwei Jahre später erklärte sich Neuseeland zur atomwaffenfreien Zone.
Die Sprache und Kultur der bis in die 1970er Jahre gesellschaftlich marginalisierten Ureinwohner, der
Maori, werden heute in krassem Gegensatz zur Politik des Nachbarn Australien, besonders
gefördert, so gibt es Radio, Fernsehen und Zeitungen in der Maori-Sprache, die Abgeordneten der
für die Maori reservierten Parlamentssitze werden in gesonderten Wahlkreisen gewählt, die
traditionelle Maori-Kultur wird auch touristisch vermarktet.
Neuseeland ist eine unabhängige parlamentarische Monarchie, die sich am britischen Vorbild
orientiert, aber nur eine Kammer hat, es gibt also kein Oberhaus. Nach dem Constitution Act 1986 ist
das Staatsoberhaupt der Monarch von Großbritannien und Nordirland in seinem Amt als König
beziehungsweise Königin von Neuseeland. Das Staatsoberhaupt wird, wie in jedem Commonwealth
Realm, von einem Generalgouverneur repräsentiert, der jedoch keine Macht auf das Parlament
ausüben kann. Regierungssitz und Sitz des Parlaments ist Wellington.
Vor der Bildung von politischen Parteien, gab es im neuseeländischen Parlament nur einzelne
Kandidaten zu wählen. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurden zunehmend stärker
werdende lose Interessengruppen gebildet, die sich zu Beginn meist nach geographischer Herkunft
der Kandidaten, später dann aber nach politischer Einstellung – Konservatismus oder Liberalismus –
zusammenfanden. Generell wird die von John Ballance gegründete und später von Richard Seddon
geprägte Liberal Party als erste wirkliche politische Partei Neuseelands angesehen. Sie stellte von
1890 bis 1912 die Regierungsmehrheit. Ab 1903 begannen zahlreiche Parlamentarier damit, sich zu
einer konservativen Alternativbewegung zusammenzuschließen, die seit 1909 offiziell als Reform
Party bezeichnet wurde und sich deutlich von der liberalen Partei unterscheiden sollte. Mit dem
Zusammenschluss von zahlreichen sozialistischen Gruppierungen zur Labour Party im Jahr 1916
begann der Niedergang der liberalen Partei, die in den folgenden Wahlen keinen Rückhalt mehr aus
der Arbeiterklasse hatte und schließlich auch noch auf ihre zweite Wählerbasis, Geschäftsleute und
Arbeitgeber, die über den Aufstieg der sozialdemokratischen Partei besorgt waren und sich
geschlossen der Reform Party mit ihrem „Anti-Sozialismus“-Programm anschlossen, verzichten
mussten. Letztere politische Vereinigung war bis 1928 an der Macht, bis sie von einem Bündnis aus
Labour Party und United Party, der Nachfolgepartei der Liberal Party, abgelöst wurde. Als die
Arbeiterpartei 1935 ohne Koalitionspartner die Regierung bilden konnte, fusionierten United und
Reform Party zur konservativen National Party, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts der
größte und einzige Konkurrent der Labour Party war. In den frühen 1990er-Jahren wurden zahlreiche
kleinere Parteien gegründet, die bekanntesten sind die Green Party of Aotearoa New Zealand (1990),
Alliance (1991) sowie New Zealand First (1993). Diese konnten wegen des Mehrheitswahlrechts trotz
großer Stimmenanteile nur wenige Parlamentssitze erringen. Erst nach der Einführung des
personalisierten Verhältniswahlrechts zu den Wahlen im Jahr 1996 waren kleinere Parteien in
größerem Umfang in der Lage, die Politik in Neuseeland mitzubestimmen.
Nach den Wahlen von 2005 dominieren zwar weiter die Labour Party unter ihrer Vorsitzenden Helen
Clark und die National Party unter ihrem Vorsitzenden John Key die neuseeländische
Parteienlandschaft und liefern sich bei Wahlen regelmäßig ein Kopf-an-Kopf-Rennen, doch neben
diesen beiden Parteien sind noch sechs weitere im Repräsentantenhaus vertreten: die
rechtsgerichtete, nationalistische und häufig als populistisch beschriebene Partei New Zealand First,
die linksgerichtete, grüne Green Party of Aotearoa New Zealand, die 2004 vom ehemaligen Labour-
Kabinettsmitglied Tariana Turia gegründete Maori Party, die sich insbesondere für die Interessen der
Maori einsetzt, die christdemokratische Mitte-Rechts-Partei United Future, die wirtschaftsliberale
ACT New Zealand und die demokratisch-sozialistische Jim Anderton’s Progressive Party (eine
Abspaltung der sozialdemokratischen Alliance).
Die Mitte-Links-Koalition der seit 1999 amtierenden Premierministerin Helen Clark wurde bei der
Wahl am 8. November 2008 von einer Koalition unter Führung der National Party abgelöst. Der neue
Premierminister John Key nahm am 19. November 2008 seine Amtsgeschäfte auf. Seine Regierung
wird neben der eigenen Partei von der Maori Party, Act New Zealand und der United Future Party
unterstützt. Die größte Oppositionspartei ist die Labour Party.
1917 wandelte der damalige König George V. den Namen seines Hauses von Sachsen-Coburg-Gotha
in House of Windsor um, um das britische Königshaus vom im Ersten Weltkrieg feindlichen
Deutschen Reich abzugrenzen.
Neuseeland ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und des Commonwealth. Weiterhin ist es
seit der Gründung am 6. Februar 1947 Mitglied des Sekretariats der Pazifischen Gemeinschaft, der
Organisationen der Weltbankgruppe (außer der MIGA), seit der Gründung 1966 der Asiatischen
Entwicklungsbank, seit der Gründung am 17. April 1973 des Pacific Islands Forum, seit dem 29. Mai
1973 der OECD, seit der Gründung 1980 des Pazifischen Rates für wirtschaftliche Zusammenarbeit,
seit der Gründung 1989 der APEC sowie seit dem 1. Januar 1995 der Welthandelsorganisation.
Die wichtigsten Zuständigkeitsbereiche der Regionen sind die Gebiete Umweltschutz und Transport
(zum Beispiel ÖPNV).
Die lokale Ebene des Staatsaufbaus stellen 16 Stadt-(englisch: City Councils) und 57
Bezirksverwaltungen (englisch: District Council) sowie die Verwaltung der Chathaminseln (englisch:
Islands Council) dar. Sie sind für Straßenbau, Kanalisation, Baugenehmigungen und sonstige lokale
Angelegenheiten zuständig.
In Neuseeland gibt es offiziell 16 Städte (City Councils). Die größten unter ihnen sind Auckland City
mit etwa 405.000, Christchurch mit knapp 350.000 und Manukau mit etwa 330.000, North Shore City
mit etwa 205.000, gefolgt von Waitakere und Wellington mit knapp unter 200.000 Einwohnern.
(Zahlen von 2006)[6]
Wenn in Neuseeland im allgemeinen Sprachgebrauch die Rede von Städten ist, sind meist
Agglomerationen gemeint. Offiziell bezeichnet der von der Statistikbehörde Neuseelands
festgesetzte Begriff eine städtische Agglomeration, die gesondert statistisch erfasst wird, obwohl sie
nicht mit den Grenzen der oben erläuterten Verwaltungseinheiten übereinstimmt. Der bei weitem
größte Ballungsraum ist die Metropole Auckland mit etwa 1,2 Millionen Einwohnern. Somit lebt circa
ein Drittel der neuseeländischen Bevölkerung in der Stadt, die sich aus den vier größten City Councils
der Nordinsel (Auckland City, Manukau, North Shore und Waitakere) zusammensetzt und fast so viel
Landfläche einnimmt wie ganz London (sieben Millionen Einwohner). Den zweitgrößten
Ballungsraum des Landes bildet schließlich die Hauptstadt Wellington mit etwa 360.000 Einwohnern,
die sich aus den City Councils Wellington City, Porirua, Upper Hutt und Lower Hutt zusammensetzt.
Drittgrößte Agglomeration des Landes und mit Abstand größter Ballungsraum der Südinsel ist die
„Gartenstadt“ Christchurch mit etwa genauso vielen Bewohnern, der Teile des Selwyn-Distrikts und
des Waimakariri-Distrikts zugerechnet werden.
Im Hinblick auf die dünne Besiedlung ist Neuseeland verkehrstechnisch sehr gut erschlossen.
Aufgrund seiner isolierten Insellage sind die Küstenschifffahrt, der Flugverkehr sowie der
Straßenverkehr die wichtigsten Transportmittel.
Neuseeland gehört zu den Ländern mit den meisten Flughäfen pro Kopf. Im Jahr 2002 gab es im Land
113 asphaltierte und nicht asphaltierte Flugplätze. Der Flughafen Auckland ist mit über 11 Millionen
Passagieren pro Jahr bei weitem der größte Flughafen des Landes. Darauf folgen die internationalen
Flughäfen von Christchurch und Wellington, die je etwa vier Millionen Passagiere pro Jahr
abfertigen. Die 1940 gegründete Air New Zealand ist mit Abstand die wichtigste Fluggesellschaft des
Landes. Pacific Blue, eine Tochtergesellschaft von Virgin Blue, hat sich auf billige Verbindungen
zwischen Neuseeland und Australien spezialisiert.
Die Ära des neuseeländischen Straßenbaus begann während der Neuseelandkriege mit der Great
South Road südlich von Auckland im Jahr 1861. Inzwischen stellt der Straßenverkehr das wichtigste
Transportmedium des Landes dar. Er genießt eine eindeutig höhere Priorität als der
Schienenverkehr. Das Rückgrat des Straßennetzes bilden die State Highways, durch die das Land zu
großen Teilen erschlossen wird. Abgesehen von etwa 150 km an Autobahnen, die sich nahe der drei
großen Städte Auckland, Wellington und Christchurch befinden, bestehen selbst die wichtigen
Überlandstraßen nicht aus mehr als zwei Fahrspuren. Die State Highways sind nicht höhenfrei und
führen durch Ortschaften, wenig befahrene Teilstücke der Highways sind sogar nur Schotterstraßen,
und insbesondere über Brücken finden sich immer wieder einspurige Streckenabschnitte. Das
gesamte Netzwerk umfasst 92.200 km, von denen etwa 54.000 asphaltiert sind. In Neuseeland gilt
Linksverkehr mit Rechtsvorrang. Das bedeutet, als Linksabbieger muss man dem Rechtsabbieger von
der gegenüberliegenden Fahrbahn Vorfahrt gewähren. Innerorts gilt eine Höchstgeschwindigkeit von
50 km/h, außerorts üblicherweise 100 km/h.
Die Schifffahrt in Neuseeland ist sowohl für den Personentransport als auch für den Gütertransport
wichtig. Die bedeutendste Schifffahrtslinie für den Personentransport ist der Interislander, eine
Fährverbindung, die die Nordinsel (Wellington) mit der Südinsel (Picton) verbindet und pro Jahr etwa
eine Million Menschen transportiert. Sie überquert auf ihrer drei Stunden langen Fahrt die nur 35 km
breite Cookstraße (diese Zeit wird benötigt, da das Schiff nicht nur die Cookstraße, sondern auch den
Tory Channel und die Marlborough Sounds durchqueren muss, insgesamt etwa 70 km). In
Neuseeland existieren 1.609 km an Binnenschifffahrtswegen, die aber in der heutigen Zeit keine
Bedeutung mehr haben.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde im großen Stil damit begonnen, ein ausgedehntes
Eisenbahnnetz zu errichten. Dabei wurden neben den drei Hauptstrecken (auf der Nordinsel: North
Island Main Trunk und East Coast Main Trunk; auf der Südinsel: South Island Main Trunk) zahllose
private sowie öffentliche Nebenbahnen gebaut, die vom New Zealand Railways Department
verwaltet wurden. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in vielen größeren Städten des Landes
unzählige Kilometer an Straßenbahnen gebaut, von denen nur noch die in Christchurch als
Touristenattraktion besteht.
Bis in die 1950er-Jahre waren zumeist Dampflokomotiven im Einsatz, außerdem bestanden einige
elektrifizierte Abschnitte. Sukzessive wurden Nebenbahnen geschlossen, zweispurige Linien zu einer
Spur zurückgebaut, vorhandene Elektrifizierungen wieder entfernt und Passagierverbindungen
eingestellt. Von den 3.900 Streckenkilometern sind seit der als „Think Big“ bezeichneten

Wirtschaftspolitik in den 1980er-Jahren etwa 500 km entlang des North Island Main Trunk
elektrifiziert.
Nachdem die staatliche neuseeländische Eisenbahn 1993 für 400 Millionen NZ$ (202 Millionen EUR)
verkauft war, investierte die Betreiberfirma Tranz Rail immer weniger in den Erhalt des
Eisenbahnnetzes und verlagerte nach und nach den Transport von Gütern von der Schiene auf die
Straße. Außerdem wurden zwischen 1995 und 2004 zahlreiche Passagierverbindungen aus
wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Als die Firma vor dem finanziellen Ruin stand, übernahm das
australische Infrastrukturunternehmen Toll Holdings den Eisenbahnbetrieb, der seitdem unter dem
Namen Toll Rail zusammengefasst ist, während der neuseeländische Staat das gesamte Streckennetz
im Jahr 2004 für den symbolischen Preis von einem Neuseeland-Dollar zurückkaufte und unter die
Verwaltung des staatlichen Unternehmens Ontrack stellte. Weil sich die neuseeländische Regierung
auf der einen und Toll Rail auf der anderen Seite nicht auf Nutzungsgebühren für die verstaatlichten
Schienen einigen konnte und der Staat Jahr für Jahr Millionen an Neuseeland-Dollar für den
Unterhalt des Netzes zuzahlen musste, entschied sich die Regierung 2008 dazu, den Bahnbetrieb von
Toll Rail für 665 Millionen NZ$ (336 Millionen EUR) zum 1. Juli zurückzukaufen.
Trotz dieser Veränderungen bestehen 2008 nur noch vier Personenfernverkehrsverbindungen, die
hauptsächlich touristische Bedeutung besitzen und unter dem Namen Tranz Scenic firmieren: der
Overlander fährt von Auckland nach Wellington, der TranzCoastal von Picton nach Christchurch und
der TranzAlpine überquert die Neuseeländischen Alpen von Christchurch nach Greymouth. Die als
Capital Connection bezeichnete Verbindung von Palmerston North nach Wellington ist vornehmlich
für Pendler gedacht. Daneben existieren noch einige weitere Betreiber, wie zum Beispiel die Taieri
Gorge Railway im Gebiet um Dunedin, die sich auf Touristenausflüge in historischen Waggons oder
auf historischen Strecken spezialisiert haben. Die Bedeutung des Schienenverkehrs für den
Gütertransport nimmt in den letzten Jahren wieder zu. Fast das gesamte Netz wurde in der Kapspur,
also einer Breite von 1067 mm erstellt.
In den beiden größten Ballungsräumen, Auckland und Wellington, existieren S-Bahn-ähnliche
Nahverkehrsnetze, wobei das System in Wellington besser ausgebaut und als einzige Vorortbahn des
Landes elektrifiziert ist. Signifikante Verbesserungen für Auckland sind aber geplant. So soll diese bis
2013 vollständig elektrifiziert sein, der unter dem Stadtzentrum verlaufende CBD Loop Tunnel in
mittelfristige Planungen einbezogen werden und der Flughafen besser an das System angebunden
werden. Für das Bildungssystem in Neuseeland ist das erst seit dem Jahr 1989 bestehende Ministry of
Education zuständig. In Zukunft soll die zentrale Verwaltung der Schulen und Universitäten gelockert
werden, und diese sollen sich zunehmend selbst verwalten. Des Weiteren existiert mit der Tertiary
Education Commission (TEC) eine Einrichtung, die über alle tertiären Bildungseinrichtungen wacht.
Die Kindererziehung bis zum fünften Lebensjahr ist privat. Trotzdem besuchen 60 % der Kinder bis zu
einem Alter von sechs Jahren eine vorschulische Bildungsanstalt, wie zum Beispiel Kindergärten
(kindergarten) oder Spielgruppen (playgroups). Dabei beträgt diese Prozentzahl bei dreijährigen
Kindern 90 % und bei vierjährigen sogar 98 %. Ab Vollendung des fünften Lebensjahres kann das Kind
in eine Grundschule (primary school) wechseln. Schulpflicht besteht von sechs bis 16 Jahren. Die
Ausbildung in der Grundschule erfolgt im Regelfall von Jahr eins bis Jahr acht, wobei das siebte und
das achte Jahr alternativ auch in einer intermediate school abgeleistet werden können. Ab der
neunten Jahrgangsstufe wird man an einer weiterführenden Schule (secondary school) unterrichtet.
Mit Vollendung der elften Klasse kann das National Certificate of Educational Achievement Level 1
(NCEA) nach einem Punktesystem erworben werden, was in etwa dem britischen GCSE entspricht.
Im darauf folgenden Jahr ist man dazu berechtigt, das Level 2 dieses Abschlusses zu erhalten, und
mit Vollendung des 13. Schuljahres, in der Regel mit etwa 18 Jahren, kann man schließlich den
höchsten Schulabschluss erlangen, das Level 3 des NCEA, oder die New Zealand Scholarship
qualification, wie der Abschluss seit 2004 heißt. Dieser entspricht dem deutschen Abitur oder dem
britischen A Level. Ein Schuljahr in Neuseeland beginnt normalerweise Ende Januar, dauert bis Mitte
Dezember und ist in vier Quartale eingeteilt. Je nach Region schwankt die Klassengröße
durchschnittlich von 19 bis 24 Schüler (2004).
In den PISA-Studien der OECD zeigt sich die große kulturelle Ähnlichkeit zwischen Neuseeland und
Australien: in beiden Ländern fallen dieselben Aufgaben den Schülern leicht oder schwer. Kritiker
weisen darauf hin, dass zum guten Abschneiden Neuseelands neben einer selektiven
Immigrationspolitik auch die Vertrautheit der Schüler mit dem Multiple-Choice-Format, die Herkunft
vieler Aufgaben aus dem englischsprachigen Raum und die Ausformulierung sämtlicher Aufgaben
durch ein australisches Testunternehmen beitragen dürften.
Insgesamt 36 tertiäre Ausbildungseinrichtungen gibt es in Neuseeland; Darunter acht staatliche
Universitäten (universities), 21 staatliche Fachhochschulen (polytechnics) und Technische
Hochschulen (institutes of technology), vier Pädagogische Hochschulen (colleges of education) und
drei Wananga (Hochschulen, die auf die Kultur der Maori ausgerichtet ist). Ein akademisches Jahr
dauert in Neuseeland von Februar bis November und ist normalerweise in zwei Semester aufgeteilt.
Manche Bildungseinrichtungen bieten auch ein Sommer-Trimester an. Die älteste Universität
Neuseelands ist die 1869 gegründete Universität von Otago. Erwähnenswert ist die Universität
Waikato wegen ihrer weltweit einzigartigen Fakultät für Maori-Wissenschaften. Von 1870 bis 1961
war die University of New Zealand die einzige Universität des Landes, die zu einem offiziellen
Abschluss führte. Nach ihrer Auflösung entstanden aus den einzelnen Campus (constituent colleges)
die heutigen Universitäten.
Offizielle Währung des Landes ist der Neuseeländische Dollar (auch „Kiwi-Dollar“; NZD, NZ$), der in
100 Cent (ct) unterteilt wird. Dieser ersetzte im Jahr 1967 das britische Pfund Sterling. Ab diesem
Zeitpunkt werden in Neuseeland Einheiten im Dezimalsystem verwendet. Seit 1999 ist der Kiwi-
Dollar nach dem Australischen Dollar die zweite Währung der Erde, die Kunststoffgeld verwendet;
alle Scheine bestehen aus Polypropylen. Im August 2006 wurden wegen steigender Materialkosten
und Verwechslungsgefahr kleinere Münzen eingeführt; die bis dahin gültige 50-Cent-Münze zum
Beispiel zählte mit einem Durchmesser von 3,2 Zentimetern zu den größten Münzen der Erde.
Bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Neuseeland ein Agrarstaat, in dem der Großteil der
Einwohner im primären Sektor tätig war. Mit Abstand wichtigster Handelspartner war das Vereinigte
Königreich, in das etwa die Hälfte der in Neuseeland produzierten meist landwirtschaftlichen Güter
exportiert wurde. Mit dem EU-Beitritt Großbritanniens im Jahr 1973 änderte sich die wirtschaftliche
Situation des Landes grundlegend. Im gleichen Jahr schließlich traf Neuseeland auch noch die
weltweite Ölkrise von 1973. Als Folge dieser äußerst negativen Einflüsse stürzte das Land in eine
tiefe Wirtschaftskrise. Es dauerte bis 1984, bis die Regierung größere Maßnahmen ergriff.
Von diesem Zeitpunkt an entwickelte sich Neuseeland von einer gelenkten Volkswirtschaft mit
Schwerpunkt Landwirtschaft zu einer liberalisierten Industrienation mit einem freien Markt, die mit
anderen westlichen Nationen konkurrieren kann und zu den am stärksten deregulierten und
privatisierten Volkswirtschaften der Welt zählt. Es wurden zahlreiche Subventionen, auch die
Landwirtschaft betreffend, gestrichen, des Weiteren wurde der gesamte Warenverkehr liberalisiert
und das Mitspracherecht des Staates in Bezug auf Löhne, Zinsen sowie Preise für Güter und
Dienstleistungen aufgegeben. Durch eine sparsame Finanzpolitik und große Bemühungen, das
Haushaltsdefizit zu verringern, konnte die Inflationsrate von 18 % im Jahr 1987 auf 3,9 % im Jahr
2005 reduziert werden. Zusätzlich wurden in den 1980er-und 1990er-Jahren fast alle Staatsbetriebe
umstrukturiert und privatisiert. Ein Beispiel dafür sind der gesamte Zugverkehr, der seit 1995 von
Tranz Rail betrieben wird (wegen des schlechten Zustands der Gleise und Bahnhöfe wurde zumindest
das Schienensystem 2004 aber wieder renationalisiert), oder die neuseeländische Telekom. Durch
die intensive Liberalisierungspolitik stieg die Arbeitslosigkeit im Land auf neue Höchststände. Die
Arbeitslosenquote stieg aufgrund verschiedener Maßnahmen kurzfristig zwar bis auf 15 %, Ende
2004 betrug sie allerdings nur noch 3,6 %, der niedrigste Wert innerhalb der OECD. Die Inflationsrate
lag bei 2,4 %, das Wirtschaftswachstum betrug von Juli 2003 bis Juni 2004 4,4 %. Da viele Reformen
wegen der geringen Einwohnerzahl des Landes schnell umgesetzt werden konnten, führten diese zu
einem ungeahnten Wirtschaftsboom in Neuseeland. Einer der Gründe, die den
Wirtschaftsaufschwung dämpfen, sind infrastrukturelle Defizite (Schienenverkehr,
Energieversorgung). Nachdem 1998 im Norden des Landes das Stromnetz für 66 Tage
zusammenbrach, wurden schrittweise ehemalige Staatsbetriebe wieder verstaatlicht, so unter
anderem die in Konkurs gegangene Fluglinie Air New Zealand.[12] Ebenso beschloss die Regierung
2008 für umgerechnet 336 Millionen Euro die Bahn von der australischen Firma Toll Holdings
zurückzukaufen. Der neuseeländische Finanzminister Michael Cullen sagte dazu: „Der Verkauf der
staatlichen Bahn zu Beginn der 90er Jahre und der danach folgende Niedergang des Vermögens war
eine schmerzliche Lektion für Neuseeland“.[13]
Neuseeland ist relativ arm an Bodenschätzen. An Metallen werden lediglich Eisensand, Gold und
Silber abgebaut. Obwohl das Land auch über Bauxit-, Kupfer-, Chromeisenstein-, Cinnabarit-,
Kassiterit-, Ilmenit-, Scheelit-und Uranvorkommen verfügt, werden diese nicht oder nicht mehr
abgebaut, entweder weil die Vorkommen zu gering sind oder weil der Import günstiger ist. An
fossilen Energieträgern verfügt Neuseeland über Braun-und Steinkohlevorkommen, wobei auf der
Nordinsel Steinkohle dominiert, die Südinsel verfügt über beide Formen. Insgesamt verfügt das Land
über 8,6 Milliarden Tonnen Braunkohle, von denen sich etwa ein Drittel in existierenden Minen
hauptsächlich auf der Südinsel befindet. Die Braunkohle stellt mehr als drei Viertel der
Gesamtressourcen. Die bedeutendsten Erdöl-und Erdgasfelder befinden sich im Taranaki-Becken in
der Tasmanischen See nahe der Stadt New Plymouth. Etwa die Hälfte des Erdgases fließt in den
petrochemischen Sektor und wird zum Beispiel zur Erzeugung von synthetischem Benzin verwendet,
ein Viertel wird zur Energieerzeugung benutzt, und der Rest geht an Privathaushalte und Firmen.
Darüber hinaus werden noch Tonmineral und Kalkstein abgebaut.
Seit Beginn der europäischen Besiedlung ist die Landwirtschaft in Form der Schafzucht ein wichtiges
Standbein der neuseeländischen Gesellschaft. Zunächst dienten Schafe ausschließlich als
Wolllieferant, seit den 1880er-Jahren, als der Export per Kühlschiff möglich wurde, zusätzlich als
Fleischlieferant. Zwischenzeitlich hatte Neuseeland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen
Goldrausch auf der Südinsel und eine Wirtschaftskrise wegen einbrechender Wollpreise miterlebt.
Dennoch blieb die Landwirtschaft über lange Zeit der bedeutendste Wirtschaftszweig. Der wichtigste
landwirtschaftliche Bereich ist heute die Rinderzucht. 2008 lebten 5,3 Mio. Milchkühe in Neuseeland,
90% der Milchprodukte werden exportiert, damit ist Neuseeland seit langem der weltweit größte
Exporteur von Milchprodukten. Die Rindfleischproduktion Neuseelands ist ebenso weltweit führend,
ca. 4 Mio. Fleischrinder leben aktuell auf den Inseln. Neben der Tierzucht spielen auch Obst-und
Gemüsebau eine große Rolle in der neuseeländischen Landwirtschaft. Innerhalb des 20.
Jahrhunderts wurde in Neuseeland der Anbau von vier Kulturpflanzen gestartet, die mit
unterschiedlichem Erfolg auf den Weltmarkt gebracht wurden: Macadamiapflanzen,
Kulturheidelbeer-und Kiwisträucher sowie Avocadobäume. Unter ihnen war zweifellos die
Kiwifrucht am erfolgreichsten. Die ursprünglich aus China stammende Pflanze wird seit den 1980erJahren
auch in anderen Teilen der Erde im großen Stil angebaut. So ist heute (2008) Italien der
größte Produzent der Kiwifrucht und verdrängte Neuseeland nach China auf Platz drei. Wichtigster
Handelspartner für Molkereiprodukte, Obst und Früchte war trotz der großen Entfernungen
Großbritannien. Ein Großteil der abgeholzten Gebiete dient als Weideland.
Von besonderer Bedeutung für die neuseeländische Wirtschaft ist auch der Tourismus. So gaben im
Jahr 2002 nach offiziellen Angaben des neuseeländischen Tourismusministeriums ausländische
Touristen über 6,1 Milliarden NZ-Dollar im Land aus. Direkt oder indirekt hängt nach Schätzungen
der neuseeländischen Regierung jede zehnte Arbeitsstelle im Land vom Tourismus ab.
Die Grundlage des neuseeländischen Tourismus bilden die Vielfalt der Landschaften – Küsten, Seen
und Fjorde, Hochgebirge und Gletscher, Vulkane und heiße Quellen –, die ebenso üppige wie
fremdartige Vegetation im Bush-wie im Tussockgrass-Country, die Nationalparks auf Nord-und
Südinsel, in den Waldgebieten wie im Hochgebirge, die gut ausgebaute Infrastruktur und die
aufgeschlossenen Bewohner Neuseelands.
Neuseeland zählt mehr als zwei Millionen Touristen pro Jahr und wird oft als sauberer und grüner
Abenteuerspielplatz (englisch: clean, green adventure playground) bezeichnet. Bis vor einigen Jahren
war der durchschnittliche Neuseeland-Urlauber Rucksacktourist oder Bungeespringer. Obwohl der
Abenteuertourismus immer noch eine extrem bedeutende Rolle einnimmt, bemüht sich die
neuseeländische Reiseindustrie seit einiger Zeit auch verstärkt um Kurzurlauber mit hohem Budget,
die sich als „interaktive Reisende“ sehen. Die Tage der europäischen Abenteuertouristen sind nicht
gezählt, aber es gibt eine klare Tendenz zu einem „luxuriösen Neuseeland“. Bislang wurden von
Qualmark, Neuseelands offiziellem Bewertungsservice für Unterkünfte, über 160 Hotels mit fünf
Sternen ausgezeichnet. Diese Entwicklung findet in den Kreisen von Abenteuerurlaubern und
Rucksacktouristen allerdings immer mehr Kritik, da das Land angeblich immer weiter zu einem
Pauschal-Urlaubsziel werde. Es ist zwar nicht zu erwarten, dass der Tourismus in Neuseeland in den
nächsten Jahren abnimmt, allerdings werden vermutlich in einigen Jahren wesentlich weniger
Abenteuerurlauber das Land besuchen.
Die Neuseeländische Regierung erteilt für viele Staatsangehörige westlicher Länder ein „Working
Holiday Scheme Visa“, welches in Deutschland oft Work-&-Travel-Visum genannt wird. Mit diesem
Visum sind Reisende (zwischen 18 und 30 Jahre) berechtigt sich bis zu zwölf Monate im Land
aufzuhalten und zu arbeiten.[14] Ein solches Visum wird von sehr vielen Europäern und
Nordamerikanern genutzt um eine mehrmonatige Reise durch das Land zu unternehmen und sich
zwischendurch mit Jobs wie beispielsweise Erntehelfer die Reisekasse aufzubessern.
Als normaler Tourist kann man sich als deutscher Staatsangehöriger bis zu drei Monaten im Land
ohne Visum aufhalten. Bis zu neun Monate Aufenthalt ist mit einem „Visitor Visa“ möglich. Eine
erneute Einreise ist aber erst nach einer Wartezeit in Höhe der letzten Aufenthaltsdauer erlaubt.
Die meisten Touristen kommen an den internationalen Flughäfen in Auckland, Wellington,
Christchurch und Queenstown an. Die beliebtesten Reiseziele sind Rotorua, die Waitomo Caves, die
Coromandel Peninsula, das Fjordland mit dem Milford Sound, Queenstown, Auckland, die Bay of
Islands, Dunedin und die Hawke’s Bay.
Nach dem EU-Beitritt Großbritanniens und der damit gesunkenen Nachfrage nach
landwirtschaftlichen Produkten musste Neuseeland nach neuen Märkten Ausschau halten.
Mittlerweile sind Australien, China, Japan sowie die ostasiatischen Tigerstaaten die wichtigsten
Handelspartner des Landes. Die Wirtschaftskrise in Ostasien 1998/99 hat daher auch Neuseeland
einigermaßen schwer getroffen. Neuseeland weist schon seit langer Zeit eine negative Handelsbilanz
auf, die etwa acht Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts darstellt. Alle Exporte Neuseelands
beliefen sich im Jahr 2005 auf 29,2 Mrd. US-Dollar, die gesamten Importe auf 35,8 Mrd. US-Dollar.
Die wichtigsten Ausfuhrindustrien des Landes sind die Agrarwirtschaft, Gartenbau, Fischerei und die
Forstwirtschaft. Weiterhin besitzt Neuseeland nennenswerte produzierende Tourismus-und
Dienstleistungsindustrien. Wichtige Einfuhrprodukte sind Automobile, Traktoren, sonstige
technische Geräte sowie medizinische Produkte. Deutschland nimmt als Importpartner mit einem
Anteil von 5,2 Prozent den fünften Rang ein.
Australien ist vor allem auch in wirtschaftlicher Hinsicht der wichtigste Partner Neuseelands. So
besteht zwischen beiden Ländern seit 1983 eine 24 Millionen Menschen umfassende
Freihandelszone mit dem Namen Closer Economic Relations, die in den darauf folgenden Jahren
immer weiter geöffnet und auf fast alle wirtschaftlichen Bereiche ausgeweitet wurde. In Zukunft soll
ein gemeinsamer Binnenmarkt Realität werden und zum Beispiel auch Steuern vereinheitlicht
werden.
Seit 2000 existiert auch mit Singapur eine Freihandelsvereinbarung. Diese wurde 2005 um Chile und
Brunei erweitert und ist nun unter dem Namen P4 Agreement (P4-Abkommen) bekannt. Neuseeland
sucht weiter nach ähnlichen Abkommen im pazifischen Raum. Seit 2005 werden Verhandlungen
über eine Freihandelszone mit China geführt.
Über 75 % des Elektrizitätsbedarfs Neuseelands wird durch erneuerbare Energien gedeckt. Während
der bei 67 % (1998) liegende Anteil der Wasserkraft vornehmlich auf der Südinsel produziert wird, ist
die Energieerzeugung durch die Geothermie, die bei etwa 6,5 % (1998) liegt, ausschließlich auf die
Nordinsel begrenzt. Den größten fossilen Brennstoff bildet Erdgas, das etwa 22 % (1998) des
Stromverbrauchs abdeckt. Weitere wichtige Brennstoffe sind Kohle (hauptsächlich Braunkohle) und
Grubengase. Obwohl das Land über eigene Gasfelder verfügt, ist Neuseeland nicht unabhängig von
anderen Fördergebieten der Erde, da das meiste Öl als Kraftstoff für Autos importiert werden muss.
Eine immer wichtiger werdende Rolle spielt neben der Solarenergie und der Energiegewinnung aus
Biomasse auch die Windenergie.
Der gesamte Stromverbrauch Neuseelands liegt bei etwa 37 Terawattstunden. Der durchschnittliche
Energieverbrauch pro Kopf beläuft sich auf relativ hohe 9088,0 kWh (zum Vergleich Deutschland:
6742,0 kWh; Stand: jeweils 2002), was sich zum Teil auf die – für mitteleuropäische Verhältnisse –
sehr niedrigen Strompreise (13,5 NZct/kWh; zum Vergleich Deutschland: 24,3 NZct/kWh; Stand:
jeweils 1998) zurückführen lässt.
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts prägten größtenteils die europäischen Einwanderer die
Kultur Neuseelands. Die meisten Immigranten wanderten aus dem „Mutterland“ Großbritannien ein.
Dabei gibt es bedeutende regionale Unterschiede: Der Südteil der Südinsel zum Beispiel ist
vornehmlich schottisch geprägt. So soll es in Neuseeland mehr Dudelsäcke geben als in Schottland.
In den letzten Jahrzehnten erlebte schließlich auch die Maori-Kultur einen Aufschwung. Außerdem
verzeichnete das Land große Einwanderungsströme von den
Pazifischen Inseln und – vor allem in den letzten Jahren – aus Süd-, Ost-und Südostasien. Diese
ethnischen Gruppen leben hauptsächlich im Süden des Großraums Auckland. Folglich treffen in
Neuseeland verschiedenste Kulturen aus dem pazifischen Raum auf die westliche Lebensweise
Großbritanniens, zu dem das Land immer noch eine starke Bindung hat.
In Neuseeland gilt das metrische System.
Neben diesen landesweiten Feiertagen wurden 1981 die Provincial Anniversary Days eingeführt,
deren Datum jede (historische) Region Neuseelands selbst festlegen kann. Mit diesen Feiertagen
wird an die Gründung der Provinz oder die Ankunft der ersten Siedler in dem bestimmten Gebiet
erinnert.
Am 18. April 1840 wurde mit der New Zealand Gazette die erste neuseeländische Zeitung
veröffentlicht. Heute beherrscht der zur australischen Gruppe APN News & Media gehörige New
Zealand Herald aus Auckland mit einer täglichen Auflage von etwa 200.000 Exemplaren den
neuseeländischen Zeitungsmarkt. Dieser wird gefolgt von der erst im Jahr 2002 aus einer Fusion
entstandenen Dominion Post mit Sitz in Wellington (tägliche Auflage: 100.000 Exemplare) sowie von
The Press aus Christchurch mit etwa 90.000 Exemplaren täglich. Letztere gehören beide zur auch in
Australien tätigen Fairfax Group.
Seit 1925 wurde an der Entwicklung eines landesweit empfangbaren Radiosenders gearbeitet. Dieses
Vorhaben war bis etwa 1936 abgeschlossen. Seit 1962 war nicht mehr direkt die Regierung, sondern
die New Zealand Broadcasting Corporation (NZBC) für die Verwaltung der öffentlichen
Sendestationen des Landes zuständig. Seitdem wurden die Zuständigkeiten oft neu gegliedert, doch
ein unkommerzielles Sendeschema blieb integraler Bestandteil von Radio New Zealand, das seit 1995
ein eigenständiges Unternehmen ist, jedoch weiterhin eine Crown Entity darstellt. Neben Radio New
Zealand, das zahlreiche landesweite Radiosender betreibt, existieren zahllose private
Sendestationen.
Im Fernsehbereich war Neuseeland ein Spätzünder. Nachdem die BBC in Großbritannien schon im
Jahr 1936 ihren Betrieb aufnahm, folgten die USA nur drei Jahre später mit der NBC. Das erste
offizielle Fernsehprogramm in Neuseeland wurde ab dem 1. Juni 1960 ausgestrahlt und nur in
Auckland empfangen. In den folgenden Jahren wurde der Empfang auf den größten Teil des Landes
ausgeweitet. Weitere Meilensteine im neuseeländischen Rundfunkbereich folgten 1971, als das Land
erstmals Zugang zu Satelliten hatte und somit in der Lage war, Live-Sendungen aus allen Teilen der
Erde zu empfangen, und 1974, als das Farbfernsehen wegen der in Christchurch stattfindenden
British Commonwealth Games eingeführt wurde. Neben den beiden nationalen Sendestationen TV
One und TV2 wurden seit der Deregulierung 1989 einige private Sender eingeführt: Die zum
CanWest-Konzern gehörigen TV3 und C4 und zuletzt Prime TV. Des Weiteren gibt es zwei
Bezahlfernseh-Anbieter. Seit 2004 gibt es einen nationalen Sender, der überwiegend in Maori
sendet. Das auf der digitalen DVB-Technik basierende, frei empfangbare FreeView soll Platz für 18
Sender bieten und das analoge Fernsehen bis spätestens 2016 ablösen. Die 1960 eingeführten
Rundfunkgebühren wurden 1999 abgeschafft.
Von der Stummfilmära an gab es im Wesentlichen nur Dokumentarfilme, als bedeutende
Filmschaffende dieser Zeit sind mindestens John O’Shea (Pacific Films) und Rudall Hayward zu
erwähnen. 1978 trat der New Zealand Film Commission Act in Kraft.
Sam Neill filmte 1995 für das British Film Institute über seine Heimat und deren Filmkunst als das
„Kino der Unruhe“: „Alle Neuseeländer gehen gerne ins Kino“ (bezogen auf die 50er). Ihm zufolge
war 1977 Schlafende Hunde von Roger Donaldson beziehungsweise Ian Mune so etwas wie eine
Initialzündung für den neuseeländischen Film.
In den letzten Jahren ist Neuseeland, nicht zuletzt durch den weltweiten Erfolg der mit 17 Oscars
prämierten Trilogie Der Herr der Ringe (Lord of the Rings; Regie: Peter Jackson) zu einem bekannten
Filmland geworden. Neuseeländische Regisseure sind jedoch bereits seit vielen Jahren auch
international tätig: So wurde in Cannes bereits 1984 das Erstlingswerk Vigil von Vincent Ward
gezeigt. Im Jahr 1986 lief der Science-Fiction-Film Quiet Earth –
Das letzte Experiment (Regie: Geoff Murphy) in deutschen Kinos.
In den 1990er-Jahren erzielten erstmals auch Filme, die neuseeländische Themen zum Gegenstand
haben, internationale Erfolge. Herausragend war dabei das mit drei Oscars und der Goldenen Palme
preisgekrönte Drama Das Piano der Regisseurin Jane Campion. Etwa zur gleichen Zeit erschienen
auch Peter Jacksons Film Heavenly Creatures sowie Lee Tamahoris Romanverfilmung Die letzte
Kriegerin (Once Were Warriors), die auch dort sehr beliebt ist. Zu den bekanntesten Filmen der
letzten Jahre gehört der ebenfalls auf einem Roman basierende Film Whale Rider (Regie: Niki Caro).
Zwei weitere Filme, die neuseeländische Themen zum Gegenstand haben, sind Mit Herz und Hand
(The World’s Fastest Indian) von Roger Donaldson und River Queen von Vincent Ward.
Die international sehr erfolgreiche Fantasy-Serie Xena (1995–2001) wurde in Neuseeland gedreht.
Die Hauptdarstellerin Lucy Lawless ist gebürtige Neuseeländerin.
Zu den neuesten Filmen neuseeländischer Regisseure zählen King Kong (Regie: Peter Jackson) und
Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (Regie: Andrew Adamson). Für die Spezialeffekte in
zahlreichen internationalen Produktionen sorgt der in Wellington ansässige Weta Workshop.
Neuseeland dient auch in verschiedenen Filmen als Kulisse, so beispielsweise in Vertical Limit und
Last Samurai.
Die Maori besitzen eine ausgeprägte Erzählkultur mit zahlreichen Sagen und Geschichten, die rein
mündlich weitergegeben wurden. Seit der Verschriftlichung der Sprache wurden viele von ihnen
niedergeschrieben; sie sind teilweise auch in deutscher Übersetzung erschienen. Wichtige Motive
der Mythen sind unter anderen die Entstehung der Welt sowie Neuseelands. Letztere ist untrennbar
verbunden mit der Geschichte des Halbgottes Maui, der Neuseeland aus dem Meer angelte. Andere
Geschichten erzählen von der Reise Kupes, der Neuseeland für die Menschen aus Hawaiki entdeckte,
und der Besiedlung des Landes, aber auch vom Leben der Maori im modernen Neuseeland. Einer der
bedeutendsten Maori-Autoren der Gegenwart ist Witi Ihimaera. Weitere bekannte Autoren, die
Maori-Themen verarbeiten, sind Keri Hulme, Patricia Grace und Alan Duff.
Auch wenn Veröffentlichungen in der Sprache Maori zunehmen, ist ein Großteil der
neuseeländischen Literatur in Englisch geschrieben. Die frühesten Schriftstücke über Neuseeland
sind die Berichte der europäischen Entdecker, insbesondere die Tagebücher von James Cook, die er
bei seinen drei Reisen in den Pazifik führte, sowie der Reisebericht von Georg Forster, der Cook auf
dessen zweiter Pazifik-Reise begleitete. Als neuseeländische Autoren werden häufig auch
Einwanderer, die im Ausland geboren wurden, und Staatsbürger, die ausgewandert sind,
miteingerechnet. Zu letzteren zählt unter anderen Katherine Mansfield. Eine der bekanntesten
englischsprachigen Autorinnen Neuseelands ist Janet Frame.
In Neuseeland spielt Sport eine sehr große Rolle. In den wichtigsten Sportarten des Commonwealth
– Rugby, Cricket, Softball und Netball – gehört Neuseeland zur Weltspitze.
Nationalsportart des Landes ist Rugby Union. Die neuseeländische Nationalmannschaft heißt
aufgrund ihrer durchgehend schwarzen Spielkleidung All Blacks. Trotz der nicht übermäßig großen
Einwohnerzahl des Landes haben die All Blacks jahrelang die Weltrangliste angeführt und stehen
aktuell auf Platz 1. Sie sind die berühmteste und erfolgreichste Mannschaft in der Geschichte des
internationalen Rugby. Sie hat bei jeder Mannschaft gegen die sie gespielt hat eine positive
Gewinnbilanz, also mehr Spiele gewonnen als verloren. Zudem konnte die Mannschaft 1987 die
erste Rugby-Union-Weltmeisterschaft vor heimischer Kulisse gewinnen. Jüngste Erfolge waren 2008
der Gewinn der Tri Nations sowie die Verteidigung des Bledisloe Cups im selben Jahr, der Sieg in
allen drei Spielen gegen die British and Irish Lions (All-Star-Auswahl der Länder der britischen Inseln)
auf deren Tour im Jahr 2005 nach Neuseeland und jeweils ein Grand Slam in den Jahren 2005 und
2008, also die Siege auf der traditionellen Europatour im Herbst gegen alle Rugby-Union-
Weltmeisterschaft 2007 schied das Team aber bereits völlig überraschend im vier
Nationalmannschaften der britischen Inseln (England, Irland, Schottland, Wales). Bei der Viertelfinale
gegen Frankreich aus. Dies war die schlechteste Platzierung eines neuseeländischen Teams bei einer
Weltmeisterschaft. Neben ihrem sportlichen Erfolg sind die All Blacks auch für den Haka bekannt,
einen auf die Maori zurückgehenden Kriegstanz, der vor jeder Partie zelebriert wird. Vereinsrugby
spielt in Neuseeland eine unbedeutende Rolle und ist reiner Amateursport. Alle Profiteams sind
Provinzmannschaften. Im internationalen Provinzrugby spielen die neuseeländischen Franchise-
Teams Blues, Chiefs, Crusaders, Highlanders und Hurricanes in der Super-14-Meisterschaft
gemeinsam mit Teams aus Australien und Südafrika. Die professionelle neuseelandweite RugbyUnion-
Provinzmeisterschaft ist der Air New Zealand Cup.
Darüber hinaus gehört Neuseeland zu den führenden Nationen beim
Segeln. 1995 und 2000 gewann das Team New Zealand unter den Skippern Russell Coutts und Dean
Barker den America’s Cup und 2007 den Louis Vuitton Cup. Außerdem gewinnt Neuseeland
regelmäßig eine – für seine geringe Einwohnerzahl – relativ hohe Anzahl an Medaillen bei den
Olympischen Sommerspielen sowie bei den Commonwealth Games. In den 1950er-bis 1980erJahren
hat Neuseeland immer wieder einige herausragende Leichtathleten hervorgebracht, vor
allem Mittel-und Langstreckenläufer sowie Speerwerfer. Derzeit gehört die Kugelstoßerin Valerie Vili
zur Weltspitze.
Neuseeland hat zusammen mit Australien eine lebendige Motorsportszene und stellte in den 60er
und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit Denis Hulme und Chris Amon zwei erfolgreiche
Formel-1-Fahrer, Hulme wurde 1967 sogar Formel-1-Weltmeister. Bekannter jedoch ist
wahrscheinlich der Neuseeländer Bruce McLaren, der im Jahr 1966 das bis heute in der Formel 1
bestehende McLaren-Team gründete. Der Kiwi (Apterygidae) oder Schnepfenstrauß ist ein
flugunfähiger, nachtaktiver Vogel in den Wäldern Neuseelands. Die Familie gehört zur Ordnung der
Laufvögel (Struthioniformes) und besteht rezent nur aus der Gattung Apteryx mit je nach
Lehrmeinung drei oder fünf Arten. In der Ordnung der Laufvögel stellen Kiwis die mit Abstand
kleinsten Vertreter dar.
Der Kiwi ist das National-und Wappentier Neuseelands. Von ihm leitet sich die Eigenbezeichnung
der Bewohner Neuseelands als „Kiwis“ ab.

Fidschi-Inseln
Zum Regenerieren geht es noch 3 Tage auf die Fidschi-Inseln. Wir fliegen am Mittag von Auckland
nach Nadi.
Fidschi ist eine isolierte Inselgruppe im Südwestpazifik und liegt etwa 2.100 Kilometer nördlich von
Auckland, Neuseeland. Von Deutschland aus beträgt die Flugzeit auf die Fidschis ca. 20 Stunden. Die
Küstenlänge beträgt insgesamt 1.129 Kilometer. Der Archipel besteht aus 332 Inseln mit einer
Gesamtfläche von 18.333 Quadratkilometern, von denen 110 bewohnt sind.
Fidschi ist seit 1970 unabhängig und seit 1987 eine Republik mit der Hauptstadt Suva auf der Insel
Viti Levu.
Am 5. Dezember 2006 hat das Militär die Macht in dem Land übernommen und Premierminister
Laisenia Qarase unter Hausarrest gestellt. Am 4. Januar 2007 gab das Militär die Macht wieder an
Präsident Ratu Josefa Iloilo zurück. Im Anschluss an ein Gerichtsurteil, das die Militärregierung für
illegal erklärte, setzte der Präsident am 10. April 2009 die Richter ab und die Verfassung von Fiji
außer Kraft. Er erließ Notstandsbestimmungen und setzte die bisher amtierende Militärregierung
erneut als Übergangsregierung ein. Die Notstandsbestimmungen räumen der Armee und der Polizei
weitgehende Machtbefugnisse ein, u.a. sind Festnahmen ohne Anklage möglich.
Die Hauptinseln Viti Levu (10.429 km²) und Vanua Levu (5.556 km²) umfassen fast neun Zehntel der
Landesfläche und sind wie die meisten der Fidschiinseln vulkanischen Ursprungs, die kleineren
entstanden aus Korallenriffen. Auf den beiden großen Inseln liegen zerklüftete Gebirgsketten, die
sich über schmalen Küstenebenen und vorgelagerten Korallenriffen erheben. Der höchste Berg ist
mit 1.324 Meter der Mount Victoria (heutiger Name: Tomanivi) auf Viti Levu. Neben Viti Levu und
Vanua Levu sind noch Taveuni (470 km²), Kadavu (411 km²) sowie Gau und Koro (je 140 km²) von
gewisser Größe.
Es herrscht tropisch-heißfeuchtes Klima mit Temperaturen von 16 bis 32 Grad Celsius. In der
niederschlagsreicheren Sommerzeit von November bis April suchen tropische Wirbelstürme
(Zyklone) den Südpazifik heim. Statistisch wird die Inselgruppe in 10 Jahren von 10 bis 12
Wirbelstürmen betroffen, wovon 2 bis 3 schwere Schäden verursachen. In den Wintermonaten von
Mai bis Oktober bringen beständige Südostwinde kühlere Luft. Diese trifft auf warme äquatoriale
Luft (South Pacific Convergence Zone) und verursacht Wolkenbildung und Regenfälle. Diese durch
Passatwinde verursachten Wetterlagen bringen speziell der bergigen, dicht bewaldete Südostküste
der Hauptinsel (Viti Levu) starke Regenfälle. Die westlichen Hänge mit lichtem Baumbestand und
Grasland sind wesentlich trockener. Über zwei Drittel der Landesfläche von Fidschi sind bewaldet
und nur ein geringer Anteil ist Weideland.
Die größten Städte sind (Stand 16. September 2007): Nasinu 75.719 Einwohner, Suva 75.225
Einwohner, Lautoka 44.143 Einwohner, Labasa 33.397 Einwohner, Nausori 24.630 Einwohner und
Nadi 11.871 Einwohner.
An den Küsten finden sich Mangroven, während im Inneren der größeren Inseln natürlicherweise
entweder tropischer Regenwald (an den Luvseiten) oder aber Savannenformationen vorherrschen.
Aufgrund seiner isolierten Lage beherbergt Fidschi eine eigenständige Pflanzen-und Tierwelt, die
sich aus Arten zusammensetzt, die selbst oder deren Vorfahren die Weiten des Pazifischen Ozeans
vor allem von Westen her überqueren konnten. Dies geschah entweder aus eigener Kraft (etwa
Seevögel), passiv z. B. durch Drift mittels Treibgut oder möglicherweise auch im Zuge katastrophaler
Ereignisse wie Tsunamis oder tropische Wirbelstürme.
Die Süßgewässer von Fidschi werden von insgesamt 53 Arten von Süß-und Brackwasserfischen
bevölkert, dabei sind vor allem die Familien der Grundeln und der Schläfergrundeln, mit neun bzw.
mit sechs Arten vertreten. Der Milchfisch, drei Arten der Flaggenschwänze, vier Arten von
Meeräschen und drei Arten der Seenadelgattung Microphis leben küstennah im Brackwasser.
Raubfische sind die drei Arten der Flussaale, die ins Süßwasser wandernde Muräne Gymnothorax
polyuranodon und der Barramundi. Vom Menschen eingeführt wurden einige Karpfenfische,
darunter der Karpfen, der Silberkarpfen und der Blaubandbärbling, Lebendgebärende Zahnkarpfen,
wie Guppy, Schwertträger und Moskitofisch, sowie drei Buntbarscharten der Gattung Oreochromis.
Zur Vogelwelt Fidschis werden rund 150 Arten gezählt, darunter befinden sich 23 endemische, also
nur hier vorkommende Spezies. Zu diesen Endemiten gehören unter anderem der Fidschi-Habicht
(Accipiter rufitorques), Orange-, Gold-und Smaragdtaube (Ptilinopus victor, P. luteovirens, P. layardi)
sowie die Braunschwanz-Fruchttaube (Ducula latrans), fünf oder sechs Papageienarten der Familie
Psittacidae, darunter das Rothöschen (Charmosyna amabilis), drei Honigfresser (Meliphagidae), der
Kandavufächerschwanz (Rhipidura personata), vier Arten von Monarchen (Monarchidae), der
Langbein-Buschsänger (Megalurulus rufus) und der Laubhuscher (Cettia ruficapilla) sowie der
Layardbrillenvogel (Zosterops explorator) und die Schwarzstirn-Papageiamadine (Erythrura
kleinschmidti). Als kurz vor dem Aussterben stehende endemische Vogelart der Fidschis ist
außerdem der Macgillivraysturmvogel zu erwähnen.
Die Bevölkerung des Landes besteht zu 57 % aus Angehörigen der ursprünglichen melanesischen
Bevölkerung und zu etwa 37 % (schwankend) aus Indern. Seit dem Jahre 1987 haben viele Inder
Fidschi verlassen. Im Jahr 1996 bezeichneten sich 58 % der Einwohner als Christen, 34 % als Hindus
und 7 % als Muslime.
Die Amtssprachen sind Englisch, Urdu und Fidschi, das zu den austronesischen Sprachen zählt. Die
indischstämmige Bevölkerung spricht Fidschi Bat (auch Fiji Talk), eine Variante des Hindustani, das
ebenfalls Amtssprache ist. Rund 32 % der Bevölkerung des Landes ist unter 14 Jahre alt, 65 %
zwischen 15 und 64 Jahren und 4,5 % der Bevölkerung ist über 64 Jahre alt. Die Wachstumsrate
beträgt 2006 knapp 1,4 %, bei einer Geburtenrate von 22,55 Geborenen pro 1000 Einwohner und
Jahr einer Sterberate von 5,65 pro 1000 Einwohner und Jahr. Die Lebenserwartung liegt bei der
Geburt bei etwa 69,9 Jahren (67,3 für Männer, 72,5 für Frauen).
Die Analphabetenrate liegt bei etwa 6,3 % (4,5 % bei Männern, 8,1 % bei Frauen).
Tropenkrankheiten kommen nicht vor; etwa 0,11 % sind HIV-positiv (UNAIDS.org 2005). In Fidschi
praktizieren 290 Ärzte. 59.090.400 US-Dollar gibt der Staat jährlich für die Gesundheit der
Bevölkerung aus. Ein Fidschianer nimmt täglich durchschnittlich 12.020 kJ (2873 kcal) auf. Diese
Überversorgung sorgt bei einem Großteil der fidschianischen Bevölkerung für Übergewicht,
Fettsucht und Begleitkrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Der Archipel ist seit mehr als 3.000 Jahren von Melanesiern bewohnt, die vermutlich von
Südostasien aus einwanderten. Die Ureinwohner lebten von Bodenbau (Knollenanbau),
Schweinehaltung und Fischfang unter urgesellschaftlichen Bedingungen. Sie nahmen durch Kontakte
mit anderen Inselbevölkerungen viele Elemente polynesischer Kultur an. Im Zuge der Auflösung der
frühgesellschaftlichen Strukturen bildeten sich gentilaristokratische Häuptlingsdynastien heraus. Am
6. Februar 1643 wurde Fidschi von Abel Tasman gesichtet, 1774 von James Cook besucht und 1827
von Jules Dumont d’Urville erforscht. Nach gelegentlichen Besuchen von Sandelholzfällern zwischen
1801 und 1813 siedelten sich europäische Pflanzer an, die ab etwa 1860 Baumwolle anbauten. 1835
nahmen Vertreter britischer Missionsgesellschaften ihre Tätigkeit auf. Sie bereiteten durch
Beeinflussung von Oberhäuptling Seru Epenisa Cakobau die koloniale Annexion vor.
1871 wurde eine Scheinverfassung nach britischem Muster erlassen und am 10. Oktober 1874
Fidschi zur Kronkolonie erklärt. Australische und britische Firmen konzentrierten sich in der Folge auf
den Zuckerrohranbau. Sie holten am 14. Mai 1879 die ersten indischen Arbeitskräfte -bis 1916
insgesamt 61.000 -ins Land, deren Nachkommen zwischen 1946 und 1997 die
Bevölkerungsmehrheit bildeten. 1881 wurde die Insel Rotuma an die Kronkolonie angeschlossen. Im
Zweiten Weltkrieg war Fidschi eine bedeutende Versorgungsstation der Alliierten; es wurden
zahlreiche Luftwaffen-und Marinestützpunkte errichtet. 1960 kam es zu einem landesweiten Streik
der Zuckerrohrpflanzer. Nach innerer Autonomie 1966 errang Fidschi am 10. Oktober 1970 seine
Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth of Nations und wurde Mitglied der Vereinten
Nationen. Erster Premierminister des Landes wurde Ratu Sir Kamisese Mara.
Im Mai 1999 wurde Mahendra Chaudhry, der Vorsitzende der Fiji Labour Party (FLP), nach dem
Wahlsieg seiner Partei neuer Premierminister des Landes. Als wichtigstes innenpolitisches Ziel
formulierte der erste indischstämmige Regierungschef die Beendigung der Spannungen zwischen
den einzelnen ethnischen Gruppen. Chaudry und das gesamte Kabinett wurden am 19. Mai 2000 von
Putschisten unter Führung des Geschäftsmannes George Speight und mit der Unterstützung
konservativer Kräfte als Geiseln genommen. Frank Bainimarana, Chef der Streitkräfte, erklärte nach
dem Staatsstreich Präsident Ratu Sir Kamisese Mara für abgesetzt und sich selbst zum neuen
Herrscher des Inselstaates. Das Einschreiten des Militärs beendete zwar den Putsch, bedeutete aber
zugleich auch das vorläufige Ende der kurzen Phase politischer Entfaltung und Gleichberechtigung
der Indo-Fidschianer.
Am 5. Dezember 2006 (Fidschi-Zeit = GMT+12) hat das Militär mit dem vierten Putsch innerhalb von
nur 20 Jahren begonnen. Um die Hauptstadt Suva herum wurden Straßensperren errichtet,
Premierminister Laisenia Qarase sowie einige Minister unter Hausarrest gestellt. Militärchef Voreqe
(Frank) Bainimarama erklärte die Regierung Qarase für abgesetzt. Als Gründe gab er fortdauernde
Korruption innerhalb der Regierung Qarases trotz mehrfacher Warnungen sowie ein umstrittenes
Amnestievorhaben für die Beteiligten des Putsches von 2000 an, die damals versucht hatten, ihn
umzubringen. Zudem warf Bainimarama dem Premierminister vor, ethnische Spannungen zwischen
den einheimischen Fidschianern (Melanesier) und den indischstämmigen Fidschianern, die immerhin
mehr als 40 % der Bevölkerung ausmachen, zu schüren. Hierin seien »viel größere illegale
Aktivitäten« zu sehen als in dem durchaus illegalen Staatsstreich. Er sagte auch, Demokratie sei gut
für das Volk, dürfe aber nicht dazu benutzt werden, Korruption zu verstecken. Die Bewertung dieses
Coups als diktatorischer Putsch im klassischen Sinn ist auf der internationalen politischen Bühne
umstritten. Die Mitgliedschaft Fidschis im Commonwealth of Nations wurde am 8. Dezember 2006
erneut suspendiert.
Am 4. Januar 2007 gab Bainimarama überraschend die Macht an Präsident Iloilo zurück. Auch der
Übergangspremier Jona Senilagakali gab sein Amt auf. Iloilo billigte in einer Ansprache das Vorgehen
des Militärs und kündigte die Einsetzung einer Übergangsregierung und Neuwahlen an. Als neuer
Regierungschef wurde Bainimarama am 5. Januar 2007 vereidigt.
Im April 2009 erklärte ein Berufungsgericht die Militärregierung für illegal und forderte den
Präsidenten auf, eine neue Regierung zu bilden. Daraufhin setzte Iloilo die Verfassung außer Kraft
und entließ alle Richter. Er kündigte an, eine Übergangsregierung einsetzen, die bis 2014
demokratische Wahlen vorbereiten soll.[12] Entgegen der Vorgaben des Berufungsgerichts, weder
Bainimarama noch dessen Vorgänger Laisenia Qarase einzusetzen, wurde wiederum Bainimarama
Regierungschef.[13]
Das Staatsoberhaupt wird vom Großen Häuptlingsrat ernannt, der sich aus den Häuptlingen und
Repräsentanten der Provinzen zusammensetzt. Das Staatsoberhaupt bestimmt den Premierminister.
Das Kabinett wird vom Premier aus den Reihen der Parlamentsmitglieder ausgewählt. Das
Zweikammerparlament besteht aus dem Senat, einer Versammlung mit 32 Sitzen und dem
Repräsentantenhaus, das 71 Sitze hat.
Fidschi gliedert sich in vier Divisionen (divisions) und das Schutzgebiet (dependency) Rotuma mit der
Hauptstadt Ahau.
Die Divisionen unterteilen sich in 14 Provinzen.
Das größte Fest in Fidschi ist das Hibiskusfest, das im August eine Woche lang in der Hauptstadt Suva
gefeiert wird. Die gesetzlichen Feiertage des Landes sind Neujahr (1. Januar), Ostern (Karfreitag bis
Ostermontag), der National Youth Day (im März), Ratu Sir Lala Sukuna Day (im Mai oder Juni), der
Geburtstag der britischen Königin (gefeiert an einem Montag um den 14. Juni), Constitution Day (im
Juli), der Unabhängigkeitstag (an einem Montag um den 10. Oktober), der Geburtstag des Propheten
Mohammed (im Juli), das hinduistische Lichterfest Divali (im Oktober oder November), Weihnachten
(25. Dezember) und der Boxing Day (26. Dezember). Letzterer Feiertag geht auf eine britische
Tradition zurück, an diesem Tag Ladenbesitzer und Dienstboten zu beschenken.
Nationalsport auf den Fidschi-Inseln ist Rugby Union (15er-Rugby). Fidschi gehört zu den zwölf
besten Rugby-Nationen der Welt. Das Land nimmt regelmäßig an Rugby-Weltmeisterschaften sowie
am Pacific Nations Cup teil. Noch erfolgreicher ist Fidschi jedoch im 7er-Rugby, dessen Regeln auf
jenen des 15er-Rugby basieren. So gewann die 7er-Nationalmannschaft zwei der bisher vier
Austragungen der 7er-Rugby-Weltmeisterschaft und einmal die renommierte IRB Sevens World
Series.
Fidschi hat allerdings, ebenso wie die anderen Inselstaaten, mit einigen Problemen zu kämpfen: Da
die Republik recht klein ist, gibt es kaum Sponsoren, die eine professionelle Ausübung des Sportes
gewährleisten würden. Die größeren Nationen in Ozeanien, Australien und Neuseeland,
Scouts auf den Inseln ein und ködern die größten Talente mit Sportstipendien. So gehen Fidschi und
den anderen Inselstaaten zahlreiche Talente verloren, da diese vom jeweiligen Zielland eingebürgert
werden. Fidschi bemüht sich seit Jahren, ein Team in der Super-14-Rugby-Liga stellen zu dürfen. Die
Aufnahme wurde allerdings bisher abgelehnt. Die meisten Spieler Fidschis versuchen ihr Glück im
Ausland, da sie dort mit dem Sport Geld verdienen können. Hauptziele sind Australien, Neuseeland
und England. Vor allem englische Vereine gewähren den Fidschianern selten eine Freigabe für Spiele
der Nationalmannschaft.
Auch Fußball erfreut sich auf den Fidschi-Inseln zunehmender Beliebtheit. Hier nimmt Fidschi am
OFC-Nationen-Pokal teil (entspricht einer Europameisterschaft und der Qualifikation für die
Weltmeisterschaft in einem). Allerdings ist auch hier die Situation etwas verfahren, da sich
Neuseeland und Australien auch hier weigern, die Inseln zu besuchen. Entsprechend werden alle
Spiele im Turniermodus in Australien ausgetragen.
Zu den bedeutendsten Anbauprodukten gehören unter anderem Zuckerrohr, Ingwer, Kokosnüsse,
Reis, Kakao, Kaffee, Taro, Ananas und Tabak. Die Grundlage der Industrie des Landes ist die
Weiterverarbeitung von Erzeugnissen aus der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischerei.
Zuckerrohr ist seit der Kolonialzeit bedeutendster agrarischer Rohstoff Fidschis und in veredelter
Form neben Fisch, Textilien, Holz und Kokosnussöl wichtiges Exportprodukt. Die politischen Unruhen
mit dem Staatsstreich 1987 und die nachfolgende Wirtschaftskrise führten zu einer stärkeren
Diversifizierung des Exports. Heute sind die Zuckerwirtschaft, die Textil-und Bekleidungsindustrie

sowie der Tourismus die Haupteinnahmequellen des Landes. Mehr als 100.000 Beschäftigte sind in
den drei Sektoren beschäftigt, die Exporterlöse von 1,1 Milliarden Fidschi-Dollar erbrachten (2004).
Fidschi verfügt über große Goldvorkommen. Im Jahre 2000 belief sich die Jahresproduktion auf 3.675
Kilogramm.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs wächst zunehmend. Fidschi liegt im Bereich des
Südpazifik bei den Touristenankünften mit Abstand an der Spitze. Das an zweiter Stelle stehende
Französisch-Polynesien hatte 2003 nur etwa halb so viele Touristen (212.767) und Samoa weniger als
ein Viertel (92.313). Die Zahl der Touristen steigt und fällt mit der politischen Lage im Land. So sank
die Zahl der Touristen nach dem Putsch im Jahr 2000 auf 294.070 von 409.955 im Jahr zuvor. Im Jahr
2003 hatten sich die Ankunftszahlen wieder auf 430.800 erholt. Die meisten Touristen kamen aus
Australien (32,9 %), Neuseeland (17,4 %), dem Vereinigten Königreich (11,6 %) und aus Japan (5,4 %).
Die attraktivsten Ziele für Touristen sind kleine Resortinseln auf den Mamanucas, den Yasawas oder
Strände der Coral Coast auf der Hauptinsel Viti Levu. Auf Taveuni und Vanua Levu spielt außerdem
der Tauchtourismus eine Rolle.
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 1,50 Milliarden US-Dollar (2000). Der Dienstleistungssektor
hat daran einen Anteil von 53 Prozent, die Industrie von 29 Prozent und die Landwirtschaft von 18
Prozent. Daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 1.840 US-Dollar.
Die Währung in Fidschi ist der Fidschi-Dollar. Die Städte Nadi und Suva (Nausori) besitzen
internationale Flughäfen. Die Fidschi-Inseln haben eine eigene Fluggesellschaft, die Air Pacific, mit
der sie vor allem die umliegenden Inseln anfliegen. Der Staat Fidschi (51 %) und Qantas (46,05 %)
kontrollieren den Großteil der Anteile. Neben Air Pacific gibt es die Inlandsfluggesellschaften Sun Air
und Air Fiji, die die meisten größeren Inseln und Städte anfliegen. Die Länge des Straßennetzes in
Fidschi beträgt 3.440 Kilometer, das Eisenbahnnetz ist 595 Kilometer lang, beschränkt sich aber auf
Bahnen zum Transport von Zuckerrohr zur
Raffinerie in Lautoka. Personenzüge gibt es nicht; der öffentliche Nahverkehr wird mit dem Omnibus
abgewickelt. Fidschi ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im südlichen Teil des Pazifischen Ozeans.
Regelmäßige Schiffsverbindungen bestehen mit den USA, Kanada, Australien, Neuseeland sowie
einigen Pazifikinseln. Haupthafen ist die Hauptstadt Suva. Bedeutend ist auch der Hafen von Lautoka,
einem Zentrum der Zuckerindustrie.
Ursprünglich war das Schulsystem am britischen System orientiert. Jetzt erfolgt die Schulbildung
meist durch lokale Komitees. Zunehmend wird nach Volksgruppen getrennt unterrichtet. Erst seit
2002 sind Schläge mit der Gerte verboten. Schulpflicht besteht für die Dauer von acht Jahren. 99,2
Prozent der Bevölkerung können lesen und schreiben.
In der Hauptstadt Suva befindet sich die 1968 gegründete University of the South Pacific, in welche
außer Fidschi die Pazifikstaaten der Cookinseln, Salomonen, Kiribati, Marshallinseln, Nauru, Niue,
Samoa, Tokelau, Tonga, Tuvalu und Vanuatu eine gewisse Anzahl an Studenten entsenden dürfen.
Die Anzahl der Studenten beträgt 8.600. Die Ausgaben der Regierung für Bildung belaufen sich auf
105.955.200 US-Dollar pro Jahr.
Wir erreichen Nadi am Nachmittag gegen 17.00 Uhr. Es geht gerade ein tropisches Gewitter nieder,
es kracht gewltig. Auf Grund der Einschläge kommt es zu Stromausfällen, der Flughafen wird mit
Notbeleuchtung ausgeleuchtet, die Klimaanlagen sind komplett ausgefallen. An das Gewitter werden
wir uns gewöhnen müssen, es kommt täglich pünkltlich um 17.00 Uhr.
Wir werden freundlich mit Musik, Blumenkränzen und einem herzlichen Bula empfangen. Unsere
deutschen Begleiterinnen sind Monika (die uns am Folgetag bereits in Richtung Deutschland
vorausfliegt) und Karoline.
Mit dem Bus geht es 30 Minuten bis in unsere Hotelanlage nach Denerau.
Die Anlage ist sehr weitläufig auf eine Landspitze gesetzt. An einer Seite weisser Sand, an der
anderen Seite gibt es eine steilere Küste mit Felsen.
Es ist gerade noch Zeit, das Zimmer zu beziehen, danach geht es zum Essen. Sehr exquisit, aber auch
sehr teuer. Für die kommenden Tage werden wir in der Marina Denerau essen, heute wollen wir
nicht mehr los…Schlafen ist nur mit Klimaanlage möglich, ansonsten herrschen im Zimmer locker
auch nachts 28…30 °C.
Sonntag, 08.03.2009:

Denerau
Mit dem Denerau Shuttle geht es zur Marina. Heute ist Feiertag, es gibt keinen Alkohol zu kaufen,
nicht einmal ein Bier ist möglich. Wir erkunden die kleine Marina, Rene posiert vor „dem Fang seines Lebens“…
Am Nachmittag wird gebadet. Das Wasser hat auch so seine 28 , es ist nicht wirklich erfrischen.
Gegen 17.00 Uhr zihen dunkle Wolken auf und es geht das tägliche Gewitter nieder.
Am Abend fahren wir wieder mit dem Shuttle in die Marina, ein Service, den wir für 4 FD täglich
unbegrenzt nutzen können.

Montag, 09.03.2009:

Segeln auf dem Pazifik.
Wir haben einen Segelturn gebucht. Mit einem 2 Mast Schoner geht es zur Mystic Island. Es ist eine
gemischte Gesellschaft mit Australiern, Kanadiern…
Bereits in der ersten Runde gibt es ein Getränk, vor dem man uns schon in Auckland gewart hat:
Kawa-Kawa.
Das Kawa-Getränk wirkt tonisierend, leicht stimulierend, geist-und appetitanregend, kann aber auch
Nausea, Vomitus und Diarrhöe verursachen. Die Schweißsekretion und die Diurese werden unter
Druck in der Blasengegend vermehrt. Wurden mäßige Mengen des Getränkes genossen, dann hat
der Trinkende nach 1-2 Stunden das Gefühl glücklicher Sorglosigkeit und Zufriedenheit, wobei die
Sprache leicht und die Sinnesreflexe geschärft sind. Diese Euphorie klingt nach 2-3 Stunden wieder
ab. Nach größeren Mengen stellt sich Mattigkeit der Glieder, unsicheres Gehen und Nachlassen des
Wahrnehmungsvermögens ein, schließlich kommt es zu überwältigender Ermattung,
Bewusstseinstrübung und rauschähnlichem Schlaf mit häufig erotischen Träumen, der 2-8 Stunden
anhalten kann und währenddessen die Sensibilität herabgesetzt ist. Die narkotischen Wirkungen des
Kawa-Getränkes treten namentlich dann auf, wenn Wurzelteile und bestimmte Harzmengen mit in
die Trinkflüssigkeit gelangen; wird diese dagegen gut filtriert, so wirkt sie nur als teeartiges Getränk
ohne hervorstechende Eigenschaften. Bei chronischem Kawa-Gebrauch sollen geistige Schwäche,
Abmagerung, Sehstörungen und Abschuppungen bis Atrophie der Haut zu beobachten sein.
Rene kostet. Auf dem Foto sieht er sehr überrascht aus.
Vor der Mystic Island werden wir ausgebootet, mit flach gehenden Booten kommen wir an Land.
Wir erleben die wunderbare Unterwasserwelt, schnorcheln über Korallenriffe und haben ein
herrliches Picknik auf einer Südseeinsel.
Auf der Rückfahrt gibt es Musik von der Besatzung, einer der Matrosen öffnet eine Kokosnuss mit
der bloßen Hand…

Dienstag, 10.03.2009:
Letzter Tag in Denarau.
Meine Frau hat eigentlich keine Lust, nochmals in die Marina zu fahren. Also beschließen Steffen,
Rene und ich noch einen „Herrenausflug“ zu machen.
Ich wollte mir unbedingt noch eines von den bunten Party-Hemden kaufen, da das aber allein
keinen Spass macht, überrede ich Rene dasselbe zu tun. Also: Rene in blau/ gelb, ich in rot/ orange.
Hinzu kommt Steffen der für seine Mutter und Kerstin noch ein Kleidchen sucht, dieses auch findet
und nach 2 Bieren mit Hilfe der freundlichen Bedienung des Hard Rock Cafes auch anzieht.
Selten hat ein Lustkauf soviel Spass gebracht.
Der Abend bringt das Abschiedsessen von der Südhalbkugel, Monika wählt Hummer, mir ist es schon
zu dunkel dafür.
Der übliche Regen bleibt aus, dafür ist der Himmel diesen Abend besonders schön gefärbt. Tschüss
Neuseeland, mach’s gut Fidschi Island…./

Dieser Bericht wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Peter Janz, Wittenberge zur Verfügung
gestellt.
Die Bildrechte in diesem Bericht liegen ebenfalls beim Autor. Der Autor verwendet Auszüge u.a. von
Wikipedia.

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