Reisebericht Lissabon

Lissabon-Park

Entstehung und Geschichte

Lissabon (portugiesisch Lisboa [liʒˈβoɐ]) ist die Hauptstadt und die größte Stadt Portugals sowie des gleichnamigen Regierungsbezirks und liegt an einer Bucht der Flussmündung des Tejo im äußersten Südwesten Europas an der Atlantikküste der Iberischen Halbinsel.Es gibt unterschiedliche Erklärungen zur Namensentstehung. Lissabon wurde von den Goten und Römern Olissipona bzw. Olisibona genannt. Die Volksetymologie sieht darin einen Zusammenhang mit dem Helden Odysseus. Unter Julius Caesar hieß der zur Provinz Lusitania gehörende Ort Felicitas Julia. Andere leiten den Namen Lissabon von dem phönizischen Alis ubbo ab. Eine weitere Theorie erklärt die Namenschöpfung mit den vorrömischen Namen des Flusses Tejo, „Lisse“ oder „Lucio“.

Der Handelshafen an der Tejo-Bucht wurde vor der römischen Herrschaft Alis Ubbo genannt. Lissabon, eine Gründung der Phönizier, erhielt zu Zeiten Julius Caesars unter dem Namen Colonia Felicitas Iulia römisches Stadtrecht. 711 fiel der Ort wie der größte Teil der Iberischen Halbinsel an die Mauren; im Kontext des Zweiten Kreuzzugs wurde Lissabon 1147 portugiesisch und damit wieder unter christliche Herrschaft gestellt. Nach der Verlegung des Königssitzes von Coimbra wurde die Stadt im Jahr 1256 unter König Afonso III. zur Hauptstadt des Königreichs Portugal. Um 1500 erlebte Lissabon einen brillanten Aufstieg zu einer der glanzvollsten Handels- und Hafenstädte der damaligen Zeit. Ein gewaltiges Erdbeben besiegelte im Jahr 1755 den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt, der bereits Jahrzehnte zuvor schleichend eingesetzt hatte, und sorgte in ganz Europa für Aufsehen. Im 19. Jahrhundert erlebte Lissabon einen Wiederaufstieg. In den letzten Jahren ist die Stadt allerdings massiv geschrumpft (von über 800.000 Einwohnern um 1980 auf etwa 500.000 um 2010); viele Menschen sind in das Umland gezogen. Lissabon hat mit erheblichen strukturellen Problemen zu kämpfen, unter denen vor allem die marode Bausubstanz vieler Gebäude und das hohe Verkehrsaufkommen herausragen.

Lissabon befindet sich auf der Iberischen Halbinsel. Die Stadt liegt an einer Bucht am nördlichen Ufer der Flussmündung des Tejos im äußersten Südwesten Europas an der Atlantikküste. Der sich kurz vor seiner Mündung ausbreitende Tejo verengt sich auf den letzten Kilometern bis zum Atlantik. Dort zieht sich die Stadt am Ufer entlang. Vom Ufer aus steigt sie stufenförmig an mehreren Hügeln empor. In Lissabon gibt es hohe Hügel und tiefe Taleinschnitte. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet erreicht 226 Meter. Die Stadt hat sich lange Zeit nur am Tejo entlang entfaltet. Seit dem 20. Jahrhundert breitet sich die Hauptstadt beständig landeinwärts aus. Die Stadt wurde in ihrer Geschichte mehrfach von Erdbeben, Feuersbrünsten und Epidemien heimgesucht.

Die Stadt liegt auf sieben Hügeln, die kleineren Anhöhen nicht mitgerechnet. Im Atlantik auf der Höhe von Cádiz verläuft in ost-westlicher Richtung eine tektonische Verwerfung, die so genannte Gloria-Blattverschiebung. Zwei weitere tektonische Besonderheiten, die Gorringe-Bank und die Marquês-de-Pombal-Verwerfung, liegen auf Höhe der portugiesischen Südküste. Erdbeben sind eine Folge des Zusammenstoßens der nordwärts driftenden afrikanischen Platte mit der iberischen Halbinsel (eurasischen Platte). Des Weiteren deuten zahlreiche aktive Schlammvulkane im Golf von Cadiz auf fortwährende seismische Aktivitäten in der Region hin. Aufgrund der vergangenen Erdbeben wurden 2004 am Meeresboden Beobachtungspunkte angelegt. Sie sollen Temperatur- und Druckschwankungen messen, die auf Spannungen in der Erdkruste hindeuten, die sich in einem Erdbeben entladen können.

Als noch immer größte Stadt Portugals mit dem wichtigsten Hafen, dem Regierungssitz, den obersten Staats- und Regierungsbehörden, mehreren Universitäten und der Akademie der Wissenschaften ist Lissabon heute das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes.

In den letzten 30 Jahren hat Lissabon einen dramatischen Bevölkerungsrückgang erlebt. Trotz des Zuzugs von 53.000 Menschen zwischen 1996 und 2001 verließen im Jahr 2001 für jeden neu nach Lissabon gezogenen Bewohner zwei weitere die Stadt. Die Zuzügler sind vorrangig Familien, die dank ihrer finanziellen Mittel für die hohen Wohnraumkosten aufkommen können; vor allem junge Leute und Vertreter des Mittelstandes sind hingegen weggezogen. Der Tendenz zur Suburbanisierung, die in der Stadt zu beobachten ist, wird durch die sukzessive Verlagerung von Wohnraum in das Großstadtgebiet von Lissabon entgegengewirkt: Dies erhöht die Zahl der Berufspendler massiv, so dass Mobilitäts- und Transportprobleme inzwischen ein kritischer Faktor im Alltag der Stadt und in Hinblick auf die Lebensqualität ihrer Bürger geworden sind.

Die überwiegende Mehrheit der Lissabonner bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben. Das erste Bistum Lissabon wurde bereits im 4. Jahrhundert gegründet. Als die Stadt von den Mauren erobert wurde, existierte es als zum Teil vakantes Titularbistum der römisch-katholischen Kirche weiter. Daneben gibt es Hinweise auf namentlich nicht bekannte mozarabische Bischöfe von Lissabon. Nach der Zurückeroberung durch Alfons I. lebte es als römisch-katholisches Bistum unter seinem Bischof, dem Normannen Gilbert von Hastings (Bischof von 1147 bis 1166), wieder auf. Das Patriarchat von Lissabon wurde im Jahr 1716 errichtet.

Das Wappen ist in Gold und Grün geteilt und zeigt oben ein schwarzes einmastiges Segelschiff mit silberner nach linkswehender Mastflagge mit eingerolltem Rahsegel und auf den Schiffsenden sitzende sich ansehender schwarzer Rabe und schwarzer Krähe auf Heck im grünen Feld fahrend über drei silberne Wellenbalken.

Über dem Wappen schwebt eine fünftürmige goldene Mauerkrone und unten ein weißes Band mit der dreiteiligen Devise „MUI NOBRE E SEMPRE LEAL CIDADE DE LISBOA“ (dt. Sehr edle und stets treuergebene Stadt Lissabon) in schwarzen Majuskeln.

Den Wappenschild von Lissabon ziert ein Segelschiff mit zwei Raben. Die Abbildung bezieht sich auf eine Legende. Angeblich wurde der Leichnam des Stadtheiligen Vicente de Saragoça in einem führerlosen Boot begleitet von einem Raben und einer Krähe an der Algarveküste, am Cabo de São Vicente, angetrieben. Von diesem Ort wurde der Leichnam nach Lissabon gebracht und dort beigesetzt.[35] Die Stadt wurde mit dem Turm-und Schwertorden ausgezeichnet.

Das heutige Stadtbild von Lissabon geht vornehmlich auf Baumaßnahmen ab dem 18. Jahrhundert zurück. Das Zentrum von Lissabon ist die Baixa. Die Altstadt besticht durch ihre Fliesenfassaden und mittelalterlichen, engen Gassen. In den Innenstadtvierteln prägen auch Bausubstanzprobleme das Stadtbild. 1994 wurde die Gesamtzahl der Gebäude in Lissabon mit 62.041 angegeben. Davon stammten 30,73 % der Gebäude aus der Zeit vor 1919 und 21,37 % aus der Zeit zwischen 1919 und 1945. Nach Erhebungen des Zentrums für territoriale Studien der Stadt Lissabon aus dem Jahr 1992 fielen die veranschlagten Renovierungskosten des bestehenden Wohnraums mit einem Drittel auf die Gebäude zwischen 1850 und 1930.

Sehenswürdigkeiten

Im Jahr 1983 wurden der Torre de Belém und das Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.[38] Der Torre de Belém, der im gleichnamigen Stadtteil an der Tejomündung liegt, ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons. Der Wachturm wurde während der napoleonischen Invasion zerstört und 1846 rekonstruiert. Neben dem nahegelegenen Mosteiro dos Jerónimos gehört er zu den wenigen herausragenden Bauwerken des „manuelinischen Stils“, die das Erdbeben von Lissabon überstanden haben. Das Mosteiro dos Jerónimos liegt im Stadtteil Belém. Neben den Königsgräbern befindet sich hier auch die Grabstätte des bekannten Seefahrers Vasco da Gama. Das Kloster gilt als bedeutendster Bau der Manuelinik, einer portugiesischen Variante der Spätgotik, die auch einige Elemente der Renaissance enthält.

Zu den sehenswerten Bauwerken Lissabons gehört das Kloster São Vicente de Fora. Es wurde 1147 als Augustinerkloster von Alfons I. außerhalb der Stadtmauern gegründet und dem heiligen Vinzenz von Saragossa gewidmet. Unter Philipp II. erhielten die Kirche und das Kloster das heutige Aussehen. In der Kirche wurden viele Familienmitglieder der portugiesischen Königsfamilie aus dem Haus Braganza begraben.

Das Castelo de São Jorge, eine Festungsanlage mit integrierter Burgruine, wurde jahrhundertelang als Königsburg genutzt. In einem Turm der Burg, dem Torre do Tombo, befand sich die königliche Urkundensammlung. Die Burg wurde 1755 beim großen Erdbeben weitgehend zerstört. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten ist die Anlage wieder in einem guten Zustand.

Die Hauptkirche der Stadt Lissabon und die Kathedrale des Patriarchats von Lissabon ist die Catedral Sé Patriarcal. Die Bauarbeiten an der älteste Kirche der Stadt begannen im Jahr 1147. Ein Erdbeben beschädigte 1344 das Bauwerk. Im Jahr 1380 wurde die westliche Fassade im Stil der Romanik errichtet.

Im 17. Jahrhundert errichtete man die große Barockkirche Igreja de Santa Engrácia (dt. Kirche der heiligen Engrácia). Die Kirche konnte erst im 20. Jahrhundert vollendet werden. Sie wurde nie als Gotteshaus genutzt und dient heute als Panteão Nacional (dt. Nationales Pantheon). In dem Bauwerk wurden einige Staatspräsidenten und Schriftsteller begraben. Zudem befinden sich dort noch einige Kenotaphen für „Helden der portugiesischen Geschichte“.

Das Convento do Carmo ist ein in den Jahren 1389 bis 1423 von Nuno Álvares Pereira errichtetes Kloster des Karmeliter-Ordens. Die Karmeliter-Kirche galt als ein Prachtexemplar der Lissabonner Gotik. Durch das Erdbeben von 1755 wurde das Kloster stark zerstört. Heute sind nur noch die Ruinen zu besichtigen.

Das Aqueduto das Águas Livres hat eine Länge von 19 km und erstreckt sich von Queluz über Caneças bis zum Mãe d’Água das Amoreiras.[39] Dieser Aquädukt gehört zu den weltweit größten Bauten dieser Art. Am imposantesten ist das Aquädukt im Alcântara-Tal. Die Bogenbrücke hat eine Gesamtlänge von 941 m. Gestützt wird die 66 m hohe Brücke von 109 Bögen.

Der Elevador de Santa Justa, auch Elevador do Carmo genannt, ist ein 45 Meter hoher Personenaufzug, der im Stadtzentrum von Lissabon den Stadtteil Baixa mit dem höhergelegenen Stadtteil Chiado verbindet. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden manchmal auch die drei straßenbahnähnlichen Lissabonner Standseilbahnen Elevador genannt, was eigentlich ein senkrecht fahrender Aufzug ist.

Der Palácio de São Bento war anfangs ein Benediktiner-Kloster. Es wurde im Jahre 1598 errichtet. Die Benediktiner-Mönche lebten bis zum Jahre 1820 in dem Kloster. 1834 zog das portugiesische Parlament in das Bauwerk ein. Im hinteren Teil des Gebäudes befindet sich der Sitz des Premierministers.

Der portugiesische Außenminister ist im Palácio das Necessidades dem ehemaligen königlichen Palast aus dem 18. Jahrhundert untergebracht. Der Palast wurde unter der Regentschaft Königin Maria II. zur offiziellen Residenz der königlichen Familie. Nach der Ausrufung der Republik am 5. Oktober 1910 wurde das Bauwerk zum Sitz des Außenministeriums bestimmt.

Der Palacete Lambertini ist eine ehemalige Stadtvilla im Stadtzentrum.

António José Dias da Silva, ein portugiesischer Architekt, entwarf die Praça de Touros do Campo Pequeno (dt. Stierkampfarena) am Campo Pequeno. Die Arena wurde zwischen 1890 und 1892 errichtet, nachdem die ehemalige Lissabonner Stierkampfarena am Campo de Santana, die zwischen 1831 und 1891 in Funktion war, abgerissen wurde.

Das Entdeckerdenkmal Padrão dos Descobrimentos steht im Stadtteil Bélem am Ufer des Flusses Tejo. Es wurde 1960 unter dem Salazar-Regime erstellt, genau 500 Jahre nach dem Tode von Heinrich dem Seefahrer und soll die alten Zeiten der Seefahrernation Portugal glorifizieren. Dargestellt ist der Bug einer Karavelle auf dem, angeführt von Heinrich dem Seefahrer, weitere bedeutende Personen aus dem Zeitalter der Entdeckungen dargestellt sind. Der 54 Meter hohe Turm, seitlich mit stilisierten Segeln versehen, versinnbildlicht den Mast der Karavelle.

Der Torre Vasco da Gama ist ein 145 Meter hoher Aussichtsturm in Stahlfachwerkbauweise, der 1998 für die Weltausstellung erbaut wurde. Nach Plänen des portugiesischen Architekten Nuno Leónidas soll der Vasco-da-Gama-Turm in ein Luxushotel mit 178 Zimmern in 20 Stockwerken umgewandelt werden. Der Umbau war von 2007 bis 2012 und heßt jetzt MyRiad. In dem Bereich des ehemaligen Ausstellungsgeländes der Expo 98 steht ebenfalls das Oceanário de Lisboa. Es ist das zweitgrößte Ozeanarium weltweit und befindet sich dort im Park der Nationen.

Die 1959 errichtete 113m hohe Christusfigur Cristo-Rei (Almada) liegt zwar auf der südlichen Seite des Tejo, gilt aber als Wahrzeichen Lissabons.

Die Weltausstellung Expo 98 fand vom 22. Mai bis zum 30. September 1998 in Lissabon statt. Sie war die erste in Portugal und die vierte von bisher fünf auf der Iberischen Halbinsel (1888 Barcelona, 1929 Barcelona, 1992 Sevilla, 2008 Saragossa) und stand unter dem Motto „Os oceanos: um património para o futuro“, zu deutsch „Die Ozeane: Ein Erbe für die Zukunft“. An der Expo nahmen 143 Länder und 14 internationale Organisationen teil. Während der 132 Öffnungstage besuchten 10,12 Millionen Menschen die 340 Hektar[41] große Weltausstellung. Heute wird das populäre Ausstellungsgelände unter dem Namen Parque das Nações vermarktet.

Der Parque Florestal de Monsanto ist der größte Park Lissabons. Er liegt im Westen der Stadt und umfasst 800 Hektar. Angelegt wurde er erst in den 1930er Jahren. Der größte Park in der Innenstadt ist dagegen der Parque Eduardo VII. Er befindet sich in der Stadtgemeinde São Sebastião da Pedreira. Namensgeber des Parks war der britische König Eduard VII., der 1903 Portugal besuchte. Drittgrößter Park der Stadt ist der Jardim da Estrela aus dem Jahr 1852. Er befindet sich gegenüber der Basilika da Estrela. Offiziell heißt er heute Jardim Guerra Junqueiro, im Volksmund wird er aber weiter Jardim da Estrela genannt. Der Jardim do Campo Grande, zu deutsch „Garten des großen Feldes“, ist ein über 12,5 Hektar großer Park in der Stadtgemeinde Campo Grande.

Die Avenida da Liberdade ist eine am Vorbild der Pariser Avenue des Champs-Élysées orientierte Prachtstraße in Lissabon. Sie verbindet die nach dem Erdbeben von 1755 angelegte Baixa (Unterstadt) mit den höher gelegenen Stadtvierteln im Norden und fand ab Beginn des 20. Jahrhunderts in den Avenidas Novas ihre Fortsetzung. Ein erstes Teilstück der Avenida wurde 1882 zum 100. Jahrestag des Todestages des Marques de Pombal und des ihm gewidmeten Rundplatzes eingeweiht.

Mit Miradouro bezeichnet man im Portugiesischen allgemeinen einen Aussichtspunkt. Die Miradouros zählen zu den schönsten Plätzen der Stadt. Diese liegen auf den Erhebungen ringsum und geben Blicke auf die Altstadt oder den Tejo frei.

Das Bairro Alto (Oberstadt) ist ein Stadtteil von Lissabon, der sich oberhalb des Geschäftsviertels Baixa befindet. Es ist vor allem wegen seines Nachtlebens bekannt. Zu den ältesten und bekanntesten Cafés der Stadt gehört das A Brasileira. Das Café im Chiado-Viertel wurde am 19. November 1905 von Adriano Telles gegründet. Es war ein beliebter Treffpunkt von Intellektuellen. Dort verkehrten unter anderem der portugiesischen Dichter Fernando Pessoa und der Schriftsteller Aquilino Ribeiro. Seit 1988 steht vor dem Café ein Bronzestatue Pessoas.

Kultur und Kunst

In Lissabon gibt es zahlreiche Museen. Das Museu Nacional de Arte Antiga (Nationalmuseum für alte Kunst) gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen Portugals. Ein bedeutender Schwerpunkt der Sammlung sind Werke portugiesischer Künstler. Es besitzt unter anderem Werke von Hieronymus Bosch, Albrecht Dürer, Pieter Brueghel der Jüngere, Piero della Francesca, Hans Holbein der Ältere und Raffael. Zwischen 1964 und 1969 entstand das Gebäude des Museu Calouste Gulbenkian. Die Dauerausstellung des Museums umfasst ein breites Spektrum an Kunstobjekten aus allen Epochen. 1984 wurde es um das Museum für Moderne Kunst erweitert. Zu den wohl bekanntesten Exponaten des Museums zählen die Werke von Rembrandt (Porträt eines alten Mannes), Claude Monet (Stillleben mit Melone) und Édouard Manet (Die Seifenblasen).

Im Stadtteil Belém liegt das Museu da Marinha (Marinemuseum). Es befindet sich in einem Teil des Westflügels vom Mosteiro dos Jerónimos, zusammen mit dem Museu Nacional de Arqueologia. Das Museu de Etnologia (Ethnologisches Museum) besitzt Artefakte aus der ganzen Welt. Größtenteils stammen sie aus den ehemaligen Kolonien. 1904 wurde das Museu Nacional dos Coches (Kutschenmuseum) auf Initiative von Königin Amalia eröffnet. Es beherbergt eine beträchtliche Kutschensammlung. Die älteste ausgestellte Kutsche stammt von dem spanischen König Philipp II. aus dem 16. Jahrhundert.[46] Das von dem Industriellen und Kunstsammler José Berardo im Jahr 2007 eröffnete Museu Colecção Berardo ist im Centro Cultural de Belém untergebracht. Der Kunstsammler hat dem Museum eine beachtliche Sammlung moderner und zeitgenössische Kunst des 20. Jahrhunderts aus Europa und Übersee zur Verfügung gestellt.

1854 gab es in Lissabon sechs Theater. Aktuell gibt es neben den staatlichen Theatern einige unabhängige Festspielhäuser, die ein reiches Aufführungsprogramm bieten. Das Teatro Nacional D. Maria II (dt. Nationaltheater Dona Maria) ist das älteste Theater von Lissabon und liegt am Lissabonner Rossio Platz. Das Teatro Aberto befindet sich in der Nähe von der Praça de Espanha. Das Klassische Theater Teatro da Trindade findet man im Stadtteil Chiado. Dort befindet sich ebenfalls die Lissabonner Oper Teatro Nacional de São Carlos. Direkt neben der Oper liegt das städtische Theater Teatro Municipal São Luiz. Im Teatro Politeama, im Stil der 20er Jahre, kommen überwiegend Erfolgsmusicals zur Aufführung. Die Balletttruppe Companhia Nacional de Bailado CBN zog nach der Expo in das Teatro Camões ein. Dort gastieren auch andere Ballettensembels.[47] Weitere Theater sind u. a. das von Luís Miguel Cintra mitgegründete Teatro da Cornucópia, das Teatro da Comuna, das Teatro Municipal Maria Matos, das Teatro Taborda, das Teatro Tívoli, das von Raul Solnado gegründete Teatro Villaret sowie das Teatro Vasco Santana.

Von historischem Rang war das Cinema Roxy. Das Cinema São Jorge ist ein Premierenkino im Stadtzentrum, in dem auch die internationalen Filmfestivals Lissabons stattfinden, darunter Queer Lisboa, IndieLisboa, Doclisboa und Monstra. Ein weiteres altes Kino war das Animatógrafo do Rossio.

Die international bekannteste der traditionellen Musikarten in Lissabon ist der Fado, oft mit wehmütiger aber auch teils heiterer Grundstimmung gesungen, und meist nur von einer Klassischen Gitarre und einer Portugiesischen Gitarre begleitet. Fado wird abendlich vor allem in Kneipen der Stadtviertel Bairro Alto und Alfama dargeboten. Neben den traditionellen Fadolokalen wie O Faia, Café Luso, Senhor Vinho u.v.m. hat in den letzten Jahren der erst 1995 eröffnete Clube de Fado einige Bedeutung erlangt. Mit dem Fado verbindet sich international besonders der Name der populärsten Fado-Sängerin Portugals, Amália Rodrigues. Als Nachfolgerin der 1999 verstorbenen Künstlerin wird international häufig die Sängerin Mariza genannt, doch auch so unterschiedliche Namen wie Ana Moura, Mísia, Carminho oder Cristina Branco haben international bereits einige Bekanntheit erreicht. Unter den männlichen Sängern zählt der 1982 verstorbene Alfredo Marceneiro zu den stilprägensten Namen. Als bedeutendster lebender Sänger kann Carlos do Carmo gelten, während sich unter den folgenden Generationen insbesondere Camané einen Namen gemacht hat.

Seinen Ursprung hat der Fado in den Armenvierteln von Lissabon, wo er zunächst in den anrüchigen Kneipen im Stadtteil Mouraria auftauchte. Ob er sich ursprünglich aus den Gesängen der portugiesischen Seeleute entwickelte oder aus brasilianischen Musikrichtungen wie Lundum oder Modinha entstand, ist aus heutiger Sicht nicht mehr zweifelsfrei festzustellen. Das Museu do Fado im traditionsreichen Alfama-Viertel widmet sich ausführlich der Geschichte des Fados.

Seit 2011 steht der Fado auf der Liste des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO.

Das bedeutendste Opernhaus der Stadt ist das 1793 eröffnete Teatro Nacional de São Carlos. Daneben finden Konzerte und Aufführungen in einer Vielzahl weiterer Konzertorte regelmäßig statt, etwa im Centro Cultural de Belém. Zu den bedeutendsten Orchestern der Stadt zählen das Orquestra Metropolitana de Lisboa, das Orquestra Sinfonietta de Lisboa, das Orchester der Gulbenkian-Stiftung, und das Orquestra do Conservatóro Nacional, das Orchester des Nationalkonservatoriums in Lissabon, heute Teil der ESTC.

Lissabon beherbergt eine Vielzahl Clubs, Konzertorte und Bars aller Richtungen, darunter mit dem Hot Clube de Portugal den ältesten noch bestehenden Jazzclub Europas. Dank seiner Geschichte als Metropole des Portugiesischen Weltreichs ist Lissabon Heimat vieler afrikanischer Einwanderer und daher auch ein Zentrum afrikanischen Musikschaffens in Europa, mit Konzertlokalen, Bars und einer Vielzahl Musiker. In der international vielbeachteten Samplerreihe der New Yoker Red Hot Organization erschien 1998 zur Lissabonner Weltausstellung die CD Red Hot + Lisbon, die sich dieser vielfältigen musikalischen Einflüsse in Lissabon widmet.

Auch die verschiedensten Subkulturen wie Punk, Gothic, Rockabilly, Heavy Metal, Hip Hop u. v. m. sind hier präsent. Der Konzertklub Rock Rendez-Vous spielte in den 1980er Jahren eine besondere Rolle in der Entfaltung der verschiedenen Subkulturen, und förderte damit das Entstehen einer vielschichtigen Bandbreite von Bands in der Stadt.

Vor allem das Bairro Alto verwandelt sich allnächtlich durch seine Vielzahl Bars und Clubs in ein belebtes Ausgehviertel, aber auch in den alten Vierteln Alfama und Mouraria, am Cais do Sodré, oder im modernen Kneipenviertel in den ehemaligen Docks am Fluss in Alcântara, den Docas, existieren eine Reihe Musiklokale für jeden Geschmack. Zur lebendigen Musikszene der Stadt gehören auch eine Vielzahl Musiklabels, etwa das international renommierte Jazzlabel Clean Feed Records. Mit dem Super Bock Super Rock findet in Lissabon ein großes Rockfestival statt, zudem hat das international bekannte Rock in Rio-Festival mehrmals hier Station gemacht.

Seit 1984 treffen sich Jazz-Freunde jährlich beim internationalen Jazzfestival Jazz em Agosto der Gulbenkian-Stiftung in der portugiesischen Hauptstadt. Das Rockmusik-Festival Rock in Rio fand 2006 und 2008 in Lissabon statt. Außerdem findet, neben anderen regelmäßigen Messen, jährlich eine Tourismus-Messe in der FIL-Messe statt.

Die traditionsreichen Seebäder Cascais und Estoril liegen in der Umgebung von Lissabon. Estoril gilt als Rückzugsort der reichen Oberschicht Lissabons und liegt am Rand der Estremadura. Berühmt wurde der Ort wegen seines Casinos. Bei Estoril befindet sich auch das Autódromo, eine Rennstrecke, auf der jährlich der Große Preis von Portugal für Motorräder ausgetragen wird. Die Nachbarstadt Cascais liegt an einer sandigen Bucht des Atlantiks, etwa 25 Kilometer westlich von Lissabon. Ab 1870 verbrachte die königliche Familie regelmäßig den Sommer in Cascais, wodurch der Ort auch den Adel und gehobene Bürgerschichten anzog. Der Ort verfügt über einen Yachthafen mit etwa 600 Liegeplätzen. Das Naturreservat Serra da Arrábida in der Region Lisboa e Vale do Tejo erstreckt sich westlich von Setúbal an der vom Meer abgewandten Küsten. Dort gibt es eine Reihe von seltenen Pflanzen und Tieren. Der Naturpark erstreckt sich mit einer Fläche von 10821 ha auf einem bis zu 8 km breiten und 22 km langen Streifen entlang der Küste. Seine Begrenzung bilden die Städte und Dörfer Sesimbra und Santana im Westen, Azeitão und Quinta do Anjo im Norden sowie Palmela und Setúbal im Osten.

Restaurants und Lebensart

In den zahllosen Gaststätten und Restaurants und Lokalitäten werden Speisen aus internationaler und einheimischer Küche serviert. Es gibt jedoch nur wenige originäre Lissabonner Spezialitäten, die nicht auch anderswo angeboten werden. Die Portugiesische Küche basiert auf deftigen und traditionell zubereiteten Gerichten unter Verwendung von Fleisch, Fisch, Gemüse, Reis, Bohnen und Kartoffeln. Der Stockfisch ist sowohl Spezialität als auch ein Nationalgericht Portugals. Unzählige Rezepte gibt es auch für den gesalzenen und getrockneten Kabeljau. Beliebt sind ebenfalls Sardinen, gegrillt als Sardinhas assadas, außerdem Tintenfische, Langusten, Krebse, Thunfisch, Schwertfisch, Aal, Garnelen und weitere Meerestiere. Typisch ist auch Ameijoas na cataplana, ein Muscheleintopf mit Schweinefleisch, Speck und Zwiebeln. Neben Rindfleisch wird in Portugal häufig auch Ziegenfleisch (Cabrito) und Lammfleisch (Borrego) gegessen.

International bekannt ist der portugiesische Portwein, ein Likörwein, der vor allem zu Desserts getrunken wird. Zu den Spezialitäten gehört ferner das Pastel de Nata oder Pastel de Belém. Das Puddingtörtchen – bestehend aus Kuchen- oder Blätterteig, gefüllt mit cremigem Vanillepudding und bestäubt mit Zimt und Puderzucker – wurde vermutlich bereits vor dem 18. Jahrhundert von Mönchen des Hieronymus-Kloster in dem Lissabonner Stadtteil Santa Maria de Belém hergestellt. Nach der Säkularisierung der Klöster beschlossen die Mönche im Jahr 1837, Delikatessen zu produzieren, welche an die Lissabonner verkauft werden sollten. Heute besuchen viele Einheimische und Touristen die große Caféterie der dortigen Fabrik, um die Pastéis zu erwerben. Das Originalrezept kennen nur wenige Pâtissiers.

Lissabon-Stadt des Sports

Lissabon besitzt diverse sportliche Einrichtungen. Das Estádio da Luz und das José-Alvalade-Stadion sind die größten Stadien in der Stadt. Lissabon war im Laufe ihrer Geschichte immer wieder Austragungsort von Welt- und Europameisterschaften.

In Lissabon fanden die Fechtweltmeisterschaft 1947, die Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1991, die Kurzbahneuropameisterschaften 1999, die Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften 2001, die UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2001, die Fechtweltmeisterschaft 2002, die Handball-Weltmeisterschaft der Herren 2003 sowie die Fußball-Europameisterschaft 2004 statt.

In der Zeit von 1938 bis 1945 fand der Portugiesische Fußballpokal jährlich in Lissabon statt.

Seit 2004 wird die internationale Europameisterschaften im BJJ (Brazilian Jiu Jitusu) durch den IBJJF (International Brazilian Jiu-Jitsu Federation) in Lissabon ausgetragen. Sie ist die bedeutsamste europäische Meisterschaft dieser aus Brasilien stammenden Sportart.

Am 24. Mai 2014 fand im Lissaboner Estádio da Luz das Finale der UEFA Champions League statt.

Der Lissaboner Fußballclub Sporting Clube de Portugal (dt. Sporting Lissabon) war der Gewinner des Europapokals der Pokalsieger 1964. Die Fußballmannschaft von Sporting trägt ihre Heimspiele im Estádio José Alvalade XXI aus. Das Stadion mit 52.000 Plätzen war Austragungsort der Fußball-Europameisterschaft 2004. Das von der UEFA mit fünf Sternen ausgezeichnete Stadion liegt direkt neben der alten Anlage.

Der Fußballclub Sport Lisboa e Benfica (dt. Benfica Lissabon) ist mit über 235.000 Mitgliedern (2014)[51] der zweitgrößte Verein der Welt nach den Mitgliederzahlen. Der Austragungsort der Heimspiele ist das Estádio da Luz. Das Stadion mit einem Fassungsvermögen von 65.000 Zuschauerplätzen war Austragungsort von drei Gruppenspielen, einem Viertelfinale und dem Endspiel der Fußball-Europameisterschaft 2004. Für das Turnier wurde das Stadion komplett neu gebaut.

Das Estádio do Restelo ist das Fußballstadion des Clubs Belenenses Lissabon und befindet sich im Stadtteil Belém. Das Stadion wurde offiziell am 23. September 1956 eingeweiht und fasst rund 32.500 Zuschauer.

In der Basketball-Liga UZO spielen die Lissabonner Vereine SL Benfica und União Lisboa. Der Lissabon-Halbmarathon (pt. Meia Maratona de Lisboa) ist einer der größten und sportlich bedeutendsten Halbmarathons weltweit. Er findet seit 1991 in Lissabon statt, in der Regel im März. Der erste Transeuropalauf fand vom 19. April bis 21. Juni 2003 statt und führte in 64 Tagesetappen ohne Ruhetag von Lissabon nach Moskau. Ende Dezember 2005 begann die bekannte Rallye Dakar (vormals Paris-Dakar) zum ersten Mal in der Hauptstadt Portugals.

Donnerstag: 19. März- Ankunft in Lissabon

Wir erreichen gegen 17.30 unser Hotel in der Stadt. Wir sind relativ zentrumsnah untergebracht. Die kommenden Tage werden wir die Altstadt fußläufig erreichen.

Doch zunächst hat die portugiesische Küche ihr Vorrecht. Es gibt leckeren Fisch, gegrillte Sardinen…

Freitag: 20. März  2015- Citytour durch Lissabons Innenstadt

Nach dem Frühstück ruft die erste Stadtrundfahrt.

Wir gelangen über das Denkmal am Parque Eduardo VII. für den 25 de Abril, die Nelkenrevolution in die Hauptstrasse, Av. Da Liberdade und weiter zur Catedral Sé Patriarcal. Die Catedral Sé Patriarcal, auch Igreja de Santa Maria Maior benannt, ist die Hauptkirche der Stadt Lissabon und die Kathedrale des Patriarchats von Lissabon.

Das Gebäude befindet sich an dem Standort, an dem früher eine Moschee existierte. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1147, somit gilt die Catedral Sé Patriarcal als die älteste Kirche der Stadt. Im Jahr 1344 richtete ein Erdbeben einige Schäden an. Im Jahr 1380 wurde die westliche Fassade im Stil der Romanik errichtet.

Das Erdbeben des Jahres 1755 verursachte erneut Schäden, unter anderen wurde der gotische Chor zerstört. Im 18. Jahrhundert wurden die Türme mit Spitzen im Stil des Barock gekrönt. Die Spitzen wurden in der Zeit der Regierung von António de Oliveira Salazar abgebaut, um ein einheitliches Aussehen im Stil der Romanik zu erreichen. In derselben Zeit wurden die Zinnen wiederhergestellt sowie das einem Portal ähnelnde Fenster in der Westfassade durch ein Rosettenfenster ersetzt.

Der Innenraum der Kathedrale ist in den Stilen der Romanik und der Gotik gestaltet, wobei die Gotik vorwiegend im Bereich des Chors anzutreffen ist. Die Decke der Kirche wurde in der Zeit des Barock bemalt. Dieser Zeit entstammt ebenfalls eine der Orgeln.

Die Umgestaltung einiger Kapellen in den Stilen des Barock, des Rokoko und des Neoklassizismus wurde im 20. Jahrhundert rückgängig gemacht.

Das Taufbecken, in dem der Überlieferung nach im Jahr 1195 der Heilige Antonius getauft wurde, entstammt dem 12. Jahrhundert. In einer der Kapellen befindet sich die von Machado de Castro erschaffene Weihnachtskrippe aus dem Jahr 1766.

Die Kathedrale verfügt über zwei Orgeln. Auf der Evangelienseite des Altarraumes befindet sich eine historische, einmanualige Orgel, die um das Jahr 1788 von dem Orgelbauer Joaquim António Peres Fontanes erbaut wurde.[1]

Die Orgel auf der Epistelseite wurde 1964 von der Orgelbaufirma Flentrop erbaut. Das Instrument hat 51 Register auf vier Manualen und Pedal.

Wir steigen weiter auf zum Castelo de São Jorge.

Das Castelo de São Jorge ist eine Festungsanlage mit integrierter Burgruine in Lissabon und gehört zu den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Die Burg wurde von den Mauren gebaut, die sie 1147 an Alfons den Eroberer verloren. Es wurde danach jahrhundertelang als Königsburg genutzt. In einem Turm der Burg, dem Torre do Tombo, befand sich die königliche Urkundensammlung. 1755 wurde die Burg beim Erdbeben von Lissabon weitgehend zerstört.

Das Gelände erstreckt sich auf etwa 6.000 m². Zur Anlage gehören mehrere Türme, Wachposten, ein Burggraben, Ausgrabungen aus phönizischer, römischer und maurischer Zeit sowie zwei große Plätze, die zum Verweilen, Boule- oder Dominospielen einladen.

Die Aussichtsplattform der Festung ermöglicht einen weiten Blick über die gesamte Stadt und den Tejo. Von historischem Interesse und sehenswert ist das so genannte Spitzbogen-Haus mit fünf Spitzbögen. Zu sehen sind unter anderem eine geschnitzte, mit Arabesken verzierte Tür aus dem 17. Jahrhundert. Außerdem war früher hier auch ein Gefängnis untergebracht.

1943 drehte der ehemalige UFA-Schauspieler Artur Duarte mit O Costa do Castelo eine erfolgreiche, im Burg-Viertel angesiedelte Komödie.

Wir verweilen einen Moment, trinken einen Espresso und fahren hinunter an den Tejo, wo wir unsere Mittagspause machen.

Wir sehen den Torre de Belém (deutsch Turm von Belém) im Stadtteil Belém an der Tejomündung, er ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons. Neben dem nahegelegenen Mosteiro dos Jerónimos gehört der Turm zu den wenigen herausragenden Bauwerken des manuelinischen Stils, die das Erdbeben von Lissabon überstanden haben. Die oberste, 35 Meter hohe, freiliegende Etage des Turms ist heute eine Aussichtsplattform.

Im Jahre 1515 wurde der Turm vom portugiesischen König, Manuel I., in Auftrag gegeben. Sechs Jahre später, im Todesjahr Manuels (1521) wurde er fertiggestellt. Er versinnbildlicht seitdem die Glanzzeit des portugiesischen See- und Handelsimperiums. Als Leuchtturm auf einem Felsen im Mündungstrichter des Tejo gelegen, begrüßte er die ankommenden Entdecker und Handelsschiffe. Ursprünglich gab es auf der gegenüberliegenden Seite noch einen zweiten Turm. Feindliche Schiffe konnten so ins Kreuzfeuer genommen werden. Dieser Zwillingsturm wurde jedoch durch das große Erdbeben von 1755 zerstört.

Als Schutzsymbol der Seefahrer blickt eine Statue Unserer Lieben Frau der sicheren Heimkehr auf das Meer. An der Nordwestseite des Turmes befindet sich zudem eine Plastik eines Nashornkopfes, welche die erste plastische Darstellung dieses Tieres in Europa ist. Es handelt sich dabei um eine Abbildung des Panzernashorns, welches Afonso de Albuquerque 1515 von seiner Indienfahrt mitbrachte und später auch Albrecht Dürer die Vorlage für den Holzschnitt seines „Rhinozeros“ lieferte. Die Bastion erhält ihren eigenen Charakter durch die reichen Ausschmückungen mit Schnurreliefen, schildförmigen Zinnen, durchbrochenen Balkonen und maurischen Ausgucken.

Das düstere Innere diente bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis und Waffenlager. Im 19. Jahrhundert kam es zu Aufschüttungen am nördlichen Tejoufer. Heute ist der Torre daher nur noch wenige Meter vom Land entfernt. Seit 1983 zählt der Torre de Belém zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Das Padrão dos Descobrimentos (deutsch Denkmal der Entdeckungen) steht im Stadtteil Belém in Lissabon am Ufer des Flusses Tejo. Es wurde 1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefahrer durch das Salazar-Regime errichtet.

Das Denkmal soll an das Zeitalter der Entdeckungen erinnern und zeigt 33 wichtige Persönlichkeiten dieser Zeit:

  • Prinz Heinrich der Seefahrer
  • Prinz Peter von Portugal
  • Königin Philippa von Lancaster
  • Fernão Mendes Pinto (Schriftsteller)
  • Gonçalo de Carvalho (Dominikaner)
  • Henrique de Coimbra (Franziskaner)
  • Luís de Camões (Dichter)
  • Nuno Gonçalves (Maler)
  • Gomes Eanes de Azurara (Historiker)
  • Pêro da Covilhã (Forscher)
  • Jehuda Cresques (Kartograf)
  • Pêro Escobar (Seefahrer)
  • Pedro Nunes (Mathematiker und Astronom)
  • Pêro de Alenquer (Seefahrer)
  • Gil Eanes (Seefahrer)
  • João Gonçalves Zarco (Seefahrer)
  • Prinz Ferdinand von Avis
  • König Alfons V. „der Afrikaner“
  • Vasco da Gama (Entdecker des Seewegs nach Indien)
  • Afonso Gonçalves Baldaia (Seefahrer)
  • Pedro Álvares Cabral (Seefahrer, nahm Brasilien für Portugal in Besitz)
  • Ferdinand Magellan (Seefahrer)
  • Nicolao Coelho (Seefahrer)
  • Gaspar Corte-Real (Seefahrer)
  • Martim Afonso de Sousa (Kolonisator und erster Gouverneur von Brasilien)
  • João de Barros (Historiker)
  • Estêvão da Gama (Seefahrer, Gouverneur von Indien)
  • Bartolomeu Diaz (Entdecker des Kaps der Guten Hoffnung)
  • Diogo Cão (Seefahrer)
  • António Abreu (Seefahrer)
  • Afonso de Albuquerque (Seefahrer, Militär und Politiker)
  • Sankt Franziskus Xavier (Missionar)
  • Cristóvão da Gama (Heerführer in Äthiopien)

Auf dem Boden vor dem Eingang befindet sich eine Windrose aus Mosaiksteinen. Die Windrose hat einen Durchmesser von 50 Metern und war ein Geschenk der Republik Südafrika. Eine Weltkarte im Zentrum des Mosaiks zeigt die Routen der portugiesischen Entdecker im 15. und 16. Jahrhundert.

Mit einem kostenpflichtigen Lift im Innern des Monumentes gelangt man zu dessen Spitze, von wo aus man einen Blick auf den Tejo, die Ponte 25 de Abril, das Mosteiro dos Jerónimos sowie den Torre de Belém hat.

Wir fahren weiter bis an den rand der Altstadt Lissabons.

Zu Fuss gelangen wir durch die engen Gassen der Altstadt bis hinunter zum Place du Rossio. Hier nimmt uns der Bus wieder auf und es geht zurück in‘ s Hotel…

Samstag, 21. März 2015- Ausflug nach Sintra

Ziel des heutigen Tages ist der Ort Sintra und die Atlantikküste.

Sintra ist eine Kleinstadt (Vila) in Portugal etwa 25 km westlich von Lissabon. Sie gehört zum gleichnamigen Município. Bekannt ist der Ort vor allem durch seine zum Teil jahrhundertealten Paläste, die Touristen aus aller Welt anlocken. Seit 1995 ist die Kulturlandschaft Sintra Weltkulturerbe der UNESCO.

Spuren der frühesten menschlichen Besiedlung führen hier bis in die Altsteinzeit, etwa die Funde von Penha Verde. Unter den jungsteinzeitlichen Funden ist die nahe dem Castelo dos Mouros ausgegrabene Siedlung São Pedro de Canaferrim zu nennen. Das Kuppelgrab von Monge stammt aus der Kupferzeit. In der Serra de Sintra finden sich weitere Spuren vorgeschichtlicher Besiedlung, bis zur Bronzezeit und bis zur Ankunft des Römischen Reiches. Aus römischer Zeit stammt u.a. der Staudamm Barragem romana de Belas, in Belas und die Römerstraße Calçada na Catribana. Aus den arabischen Aufzeichnungen nach der Landnahme durch die Mauren ab 711 wird eine bedeutendere Ortschaft namens Xintara oder Shantara erwähnt. So beschrieb der arabische Geograph Al-Bacr im 11. Jahrhundert den Ort als eine am Meer gelegene befestigte Siedlung, die Lissabon unterstand. Andere Quellen aus dem al-Andalus nannten den Ort als den nach Lissabon bedeutendsten in der Region.

Sintra erlebte seit dem 8. Jahrhundert eine Reihe christlicher Eroberungen und arabischer Rückeroberungen, bis Portugals erster König D.Afonso Henriques nach der Belagerung von Lissabon den Landstrich 1147 endgültig einnahm. 1154 erhielt Sintra erste Stadtrechte durch D.Afonso Henriques. Im Verlauf des 12. und 13. Jahrhunderts entstanden im Kreis Sintra eine Reihe Klöster, angelockt durch die ertragreichen Böden. Die Europa im 14. Jahrhundert heimsuchende Pestepidemie des Schwarzen Todes erreichte 1348 auch Sintra.

König D.Manuel I. nahm ab dem Ende des 15. Jahrhunderts weitreichende Neugestaltungen in der Stadt Sintra vor. Ab dem 16. Jahrhundert nahm die Beliebtheit Sintras bei den Oberschichten zu, und adlige Familien errichteten im Kreis Sintra einige Herrenhäuser. Das Erdbeben von Lissabon 1755 rief auch in Sintra erhebliche Zerstörungen hervor, denen in der Folge umfangreiche Arbeiten des Wiederaufbaus folgten. Ende 18. Jahrhundert entstand mit der Textildruckerei und -färberei Fábrica de Estamparia de Rio de Mouro die erste industrielle Einrichtung im Kreis.

Sintra wurde insbesondere seit dem 19. Jahrhundert auch zunehmend Ziel für Großbürger, insbesondere internationale Künstler und Industriellenfamilien suchten die Gegend auf. Schriftsteller wie Lord Byron, Eça de Queiroz oder Hans Christian Andersen haben ihre Begeisterung für Landschaft, Klima und Architektur Sintras literarisch festgehalten.

Cabo da Roca

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Cabo da Roca Küste. Westlichster Punkt Europas Festland.

Wir fahren weiter an den Atlantik und erreichen Cabo Da Roca.

Cabo da Roca ist der westlichste Punkt des Festlands des europäischen Kontinents. Er liegt in Portugal an der Atlantikküste westlich von Lissabon in einer Höhe von 140 Metern über dem Meeresspiegel. Cabo da Roca gehört zum Kreis Sintra. Von Sintra und von Cascais verkehrt ein Bus zum Cabo da Roca.

Es gibt dort ein Fremdenverkehrsbüro, in dem man sich gegen eine Gebühr den Besuch auf einer kunstvoll gestalteten Urkunde bestätigen lassen kann. Ansonsten gibt es noch einen Leuchtturm, eine Bar und einen Seefunksender.

Die Hänge sind invasionsartig mit der Essbaren Mittagsblume (Carpobrotus edulis) bewachsen. Diese wird dort als „gefährlicher Eindringling“ ausgewiesen. In den Felswänden nisten seltene Wanderfalken (Falco peregrinus) und Turmfalken (Falco tinnunculus).

Der portugiesische Nationaldichter Luís de Camões hat den Ort mit folgenden Worten beschrieben: Hier… Wo die Erde endet und das Meer beginnt… (Aqui… onde a terra se acaba e o mar começa). Als westlichster Punkt des europäischen Kontinents insgesamt gilt die Azoreninsel Ilhéu do Monchique mit dem Längengrad 31/16/30/W, wenn man von Grönland absieht. Der Bus bringt und weiter nach Cascais. Cascais ist eine Kleinstadt (Vila) in Portugal. Die Stadt liegt an einer sandigen Bucht des Atlantiks, etwa 25 Kilometer westlich von Lissabon. Cascais kann von Lissabon aus per Autobahn oder mit der Eisenbahn erreicht werden. Beide Verkehrslinien enden hier. Außerdem verfügt Cascais über einen Yachthafen mit etwa 600 Liegeplätzen. Am 29. September 2013 wurden die Gemeinden Cascais und Estoril zur neuen Gemeinde União das Freguesias de Cascais e Estoril zusammengeschlossen. Cascais ist Sitz dieser neu gebildeten Gemeinde.

Die Gegend von Cascais war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, wie Ausgrabungen bewiesen. Die Nekropole von Alapraia besteht aus vier Felskuppelgräbern, die teilweise unter den Häusern an einem Brunnenplatz im namengebenden Ort östlich von Cascais liegen. Aus der römischen Zeit im ersten Jahrhundert sind mehrere Villen nachzuweisen. Die arabische Zeit hinterließ verschiedene Ortsnamen in der Gegend. Der arabische Dichter Ibn Mukan, geboren in Alcabideche, war der erste, der Windmühlen in Europa erwähnte. Im Jahre 1153 eroberte der erste portugiesische König, Alfons I. die Gegend zurück. Die Ortschaft Cascais wurde 1159 urkundlich erwähnt und gehörte damals zu Sintra. Cascais bekam die Stadtrechte am 7. Juni 1364 von König Peter I.. Etwa um diese Zeit muss auch die Burg gebaut worden sein, die der König an Gomes Lourenço de Avelar übergab. König Johann II. ordnete 1488 den Bau eines Verteidigungsturms an. In der Zeit der portugiesischen Entdeckungsfahrten, etwa um 1537, bekam Cascais einen der ersten Leuchttürme des Landes. Heute steht an dieser Stelle der Leuchtturm Farol Guia, der 1810 errichtet wurde. Es handelt sich dabei um einen achteckigen Turm von 27 Metern Höhe. Ab 1870 verbrachte die königliche Familie regelmäßig den Sommer in Cascais, wodurch der Ort auch den Adel und gehobene Bürgerschichten anzog.

1888 fand in Cascais das erste offizielle Fußballspiel Portugals statt. Am 30. September 1889 wurde die Eisenbahnlinie von Lissabon eröffnet.

Ab den 1930er Jahren wurde Cascais, zusammen mit dem an der Bucht gegenüberliegenden Estoril, der Sammelpunkt der portugiesischen Oberschicht und vieler vermögenden Reisenden aus dem Ausland.

Cascais ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises und gehört zum Distrikt Lissabon. Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Sintra und Oeiras. Im Westen und Süden hat der Kreis Cascais Anteil an der Atlantikküste.

Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden mehrere Gemeinden zu neuen Gemeinden zusammengefasst, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor sechs auf vier verringerte.

Der Leuchtturm Farol de Guia liegt am westlichen Stadtrand von Cascais an der N247 (Avenida Nossa Senhora do Cabo). Neben dem Leuchtturm bietet auch die dortige Steilküste am Atlantik einen beeindruckenden Anblick.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Boca do Inferno, eine vom Meer unterspülte Steilküste; sie liegt etwa zwei Kilometer westlich von Cascais und ist zu Fuß oder mit dem Stadtbus zu erreichen.

Über Estoril bringt uns der Bus zurück nach Lissabon.

Sonntag, 22. März 2015- Ein freier Tag in Lissabons Altstadt

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Blick über die Innenstadt auf den Tejo.

Wir haben einen freien Tag. Es ist Sonntag! Wobei die Betonung auf Sonn liegt. Wir beschließen zu Fuss in das Stadtzentrum zu ziehen, gelangen vorbei an den Sehenswürdigkeiten, die wir vor 2 Tagen bereits zu Angesicht bekamen, in das Zentrum. Sonne, 22 °C, zunächst Zeit für eine Erfrischung in einem Strassenlokal.

Weiter geht es in‘ s Zentrum. Wir fahren mit der Strassenbahn No. 28 bis zur Basílica da Estrela, steigen aus und gehen über die Av. Enfante Santo hinunter an den Tejo. Eine gefühlte Stunde laufen wir am Tejo entlang und gelangen zum Praça do Comércio.

Die Praça do Comércio [ˈpɾasɐ du kuˈmɛɾsiu] (dt. Platz des Handels) gehört neben dem Rossio und der Praça da Figueira zu den drei wichtigsten Plätzen innerhalb der Baixa Pombalina, des aufgrund des Erdbebens von 1755 neu gebauten innerstädtischen Bereichs der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Nahe am Hauptstadtfluss Tejo gelegen, ist der Platz noch immer unter seinem alten Namen, Terreiro do Paço, [tɨ’ʁeiɾu du ‚pasu], zu Deutsch etwa Palastgelände, bekannt, da sich bis zum verheerenden Erdbeben von 1755 das Paço da Ribeira, das königliche Uferschloss, dort befand. Nach dem Erdbeben erhielt das Gelände eine völlig neue Form im Rahmen der durch den Marquis von Pombal veranlassten städtischen Umgestaltung. Am südöstlichen Ende des Platzes befindet sich der Tejo-Fährenterminal Terreiro do Paço (offiziell Estação do Sul e Sueste) sowie der U-Bahnhof Terreiro do Paço.

Die städtische Entwicklung am Ufer des Tejo erhielt durch den Beschluss des portugiesischen Königs Manuels I. einen neuen Palast am Ufer zu bauen, den Paço da Ribeira, einen erheblichen Impuls. Dieser 1511 fertiggestellte Palast, der über 200 Jahre als Residenz der portugiesischen Könige diente, war umrahmt vom großen Lissabonner Hafen, Reedereien, Werften, der Casa da Índia und anderen Verwaltungsgebäuden, welche die Beziehung zwischen Portugal und seinen zahlreichen Kolonien in Afrika, Amerika und Asien regelten.

Am 1. November 1755 erschütterte ein verheerendes Erdbeben die portugiesische Hauptstadt. Die Auswirkungen waren auch in Nordafrika und bis nach Finnland zu spüren. In Lissabon forderte das Beben eine hohe Opferzahl, der königliche Palast und ein Großteil der Lissabonner Unterstadt wurden durch den darauf folgenden Tsunami und ein gewaltiges Feuer zerstört. Sebastião José de Carvalho e Mello, Marquis von Pombal und zugleich Premierminister unter der Regentschaft Josés I., beschloss daraufhin ein großes, städtisches Wiederaufbau- und Umbauprogramm. Die Praça do Comércio erhielt nun eine neue, rechteckige Form. Der vormals dort stehende Uferpalast wurde jedoch nicht wieder aufgebaut. Der Praça do Comércio bildete nun den Eingang zur Baixa Pombalina, der neu erbauten Innenstadt zwischen Tejo, Rua Augusta und Praça da Figueira beziehungsweise Rossio.

Die Reiterstatue auf der Mitte des Platzes stellt José I. dar, entworfen von Joaquim Machado de Castro

Die Gebäude um den 170 mal 170 Meter großen Platz entwarf der portugiesische Architekt Eugénio dos Santos in der Form eines rechteckigen U, das sich zum Tejo hin öffnet. Die von Arkaden gesäumten, viergeschossigen Gebäude besitzen zwei Flügel, die in zwei großen Türmen enden. Damit zitierte Santos den nicht mehr vorhandenen Uferpalast, um diesen weiterhin in der städtischen Architektur zu belassen. Seine Entwürfe wurden nahezu komplett verwirklicht, lediglich einige dekorative Elemente wurden geändert und der östliche Turm und die Torbögen zur Rua August erst 1875 vollendet.

Der Platz erhielt mit seiner Umgestaltung auch einen neuen Namen, Praça do Comércio, zu Deutsch Handelsplatz, um so auch die neue Funktion des Platzes zu verdeutlichen. Die Gebäude um die Praça do Comércio nahmen zahlreiche Büros für die Zoll- und Hafenverwaltung auf, ein Zeichen der wirtschaftlichen Stärke Lissabons. Hauptbestandteil des gesamten Ensembles bildete die Reiterstatue Josés I., die 1775 durch den Künstler Joaquim Machado de Castro entworfen wurde.

Die Rua Augusta, Bindeglied zwischen dem Rossio und der Praça do Comércio, eröffnete Santos durch einen überdimensionalen Triumphbogen, der allgemein als Arco da Rua Augusta bezeichnet wird. Dieser durch Veríssimo da Costa gestaltete Torbogen besitzt eine große Uhr sowie mehrere Allegorien der Bürgertugenden Ehre, Scharfsinn und Mut sowie Statuen des keltiberischen Führers Viriathus, des Nationalhelden Nuno Álvares Pereira, des portugiesischen Entdeckers Vasco da Gama und des Marquis von Pombal.

Am 1. Februar 1908 war die Praça do Comércio Schauplatz des Mordes an Carlos von Portugal, dem vorletzten Monarchen, durch die Republikaner. Carlos passierte in einer Kutsche den Platz, in der der König und der Thronfolger, sein Sohn Luís Filipe, reisten. Nachdem zwei Männer der späteren Republikanischen Partei, Alfredo Costa und Manuel Buiça, Schüsse abgaben, verstarb der König sofort an den Folgen des Attentats, sein Sohn erlag 20 Minuten später seinen Verletzungen. Der jüngere Sohn des Königs, Emanuel II. bestieg als letzter Monarch den portugiesischen Thron.

Während der Nelkenrevolution 1974 nutzte das Movimento das Forças Armadas den Platz unter anderem als wichtigen Treffpunkt und Aufmarschplatz beim Umsturz der Diktatur von Marcelo Caetano. Bis in die neunziger Jahre diente die Praça do Comércio als Autoparkplatz, Heute herrscht dort ein rigides Parkverbot, sodass der Platz sich zu einer beliebten Veranstaltungsfläche wandelte.

Nach einem Kaffee in der Rua Augusta gehen wir zum Elevator de Santa Justa und genießen nochmals den Überblick über Lissabon.

Der Elevador de Santa Justa, auch Elevador do Carmo genannt, ist ein Personenaufzug, der im Stadtzentrum von Lissabon den Stadtteil Baixa mit dem höhergelegenen Stadtteil Chiado verbindet. Errichtet wurde die markante Stahlkonstruktion im Jahre 1902 nach Plänen des Ingenieurs Raoul Mesnier de Ponsard. Der ursprüngliche Antrieb war eine Dampfmaschine, diese wurde jedoch 1907 durch Elektromotoren ersetzt.

Der Aufzug ist 45 m hoch und hat zwei original mit Holz dekorierte und mit Glasscheiben und Messingbeschlägen ausgestattete Kabinen, die je 24 Personen fassen. Ein Stockwerk über dem oberen Ausgang sind die zwei originalen Liftmaschinen im Betrieb zu sehen. Nochmals ein Stockwerk darüber ist ein Café mit spektakulärer Aussicht über die Stadt: Baixa, Chiado, Castelo de São Jorge.

Langjährige Bauarbeiten am oberen Ausgang machten ein Verlassen des Elevadors zum Largo do Carmo hin lange unmöglich, und er wurde in dieser Zeit nur als Aussichtsplattform genutzt. Seit der Wiedereröffnung des Verbindungssteges im Dezember 2005 kann er wieder im ursprünglichen Sinn benutzt werden.

Nach einem Abendessen am Rossio bringt uns ein Taxi preiswert zurück in‘ s Hotel.

Montag, 23. März 2015- EXPO Gelände Lissabon

Es heißt Abschied nehmen. Der letzte Tag bringt uns einen Ausflug in das Expo- Gelände der Weltausstellung 1998.

Die Expo 98 war eine vom Bureau International des Expositions anerkannte Weltausstellung, die vom 22. Mai bis zum 30. September 1998 in Lissabon (Portugal) stattfand. Die Weltausstellung, die erste in Portugal und die vierte (1888 Barcelona, 1929 Barcelona, 1992 Sevilla) auf der Iberischen Halbinsel, stand unter dem Motto Os oceanos: um património para o futuro, zu Deutsch „Die Ozeane: Ein Erbe für die Zukunft“. Heute wird das populäre Ausstellungsgelände unter dem Namen Parque das Nações vermarktet.

Die Idee für eine Weltausstellung in Portugal geht auf den Journalisten António Mega Ferreira und den Politiker Vasco Graça Moura zurück. Beide standen der Kommission für die Gedenkfeiern zum 500-jährigen Jubiläum portugiesischer Entdeckungen vor.

Nachdem die damalige Regierung unter Cavaco Silva ihre Zustimmung signalisiert hatte, arbeitete Mega Ferreira den Projektplan für die Bewerbung Lissabons beim Vergabekomitee des Bureau International des Expositions aus, Außenminister João de Deus Pinheiro stellt das Projekt am 9. März 1990 vor. Letztendlich gewann die portugiesische Hauptstadt 1994 gegen das kanadische Toronto, das sich ebenfalls beworben hatte.

Daraufhin gründete sich die staatliche Firma Parque Expo SA, die für die komplette Organisation der Weltausstellung verantwortlich war. Von Regierungsseite war das Projekt zunächst vom sozialdemokratischen Politiker António Cardoso e Cunha betreut. Nachdem die Sozialisten bei der Parlamentswahl 1995 gewonnen hatten, wurde dieser durch den sozialistischen José de Melo Torres Campos ersetzt.

Für den Ort der neuen Weltausstellung wählte die portugiesische Regierung den westlichsten Punkt im Stadtteil Olivais. Das 50 Hektar große alte Hafengelände mit dem Namen Doca dos Olivais war eine abgewirtschaftete, heruntergekommene Industriebrache, die sich aus stadtentwicklungs-technischen Gründen für eine derartige Weltausstellung eignete.

Die Regierung legte besonderen Wert darauf, nach den Erfahrungen bei der Weltausstellung 1992 in Sevilla, dass alle Bauten und Anlagen auch nach der Ausstellung genutzt werden können, um später das Areal nicht wiederum verwahrlosen zu lassen. Jedes Gebäude war deshalb bereits zum Voraus für die Nachnutzung verkauft.

Gleichzeitig begann die Ausschreibung großer öffentlicher Infrastrukturprojekte, darunter der Bau der 17,2 Kilometer langen Vasco-da-Gama-Brücke über den Tejo, der neue Fernbahnhof Gare do Oriente, sowie eine neue Metrolinie (Linha Vermelha), die das Ausstellungsgelände vom Bahnhof Gare do Oriente über 7 Haltstellen mit der Innenstadt verbinden sollte.

Die Wiederherstellung und Urbanisierung des Geländes kostete insgesamt 151,7 Milliarden Escudos, die inhärenten Kosten betrugen 128,6 Milliarden Escudos, die Investitionen in das Verkehrsnetz beliefen sich auf 8,4 Milliarden Escudos sowie in weitere städtebauliche Projekte auf 38,3 Milliarden Escudos.

Die Weltausstellung wurde am 22. Mai 1998 eröffnet, insgesamt nahmen 143 Länder und 14 internationale Organisationen teil. Neben den Ausstellungspavillons gab es zusätzlich 5000 verschiedene Shows auf insgesamt 14 verschiedenen Bühnen.

Während der 132 Öffnungstage besuchten 10,12 Millionen Menschen die Weltausstellung.

Als markantestes Wahrzeichen der Expo 98 entstand der 145 Meter hohe Aussichtsturm Torre Vasco da Gama. Der Turm soll als Denkmal an den Seefahrer Vasco da Gama erinnern: die Stahlkonstruktion stellt das Segel einer Karavelle dar, der Turmkörper (mit dem Aussichtrestaurant) ein Mast mit Ausguck. Eine Seilbahn führt am Ufer bis zum Turm.

Neben den einzelnen Länder- und Organisationspavillons, gab es auf dem Expo-Gelände dreizehn zusätzliche verschiedene Pavillons. Neben den neun thematischen Pavillons, gab es auch vier verschiedene Pavillons, die verschiedene (ehemalige) portugiesische Regionen thematisierten.

Die thematischen Pavillons waren Pavilhão do Futuro (Zukunftspavillon), Pavilhão da Realidade Virtual (Pavillon der virtuellen Realität), Pavilhão da Utopia (Utopie-Pavillon), Pavilhão de Portugal (Portugal-Pavillon), Pavilhão do Conhecimento (Wissenspavillon), Pavilhão dos Oceanos (Ozean-Pavillon), Pavilhão do Território (Gelände-Pavillon), Pavilhão da Água (Wasser-Pavillon) sowie die Exibição Náutica (Nautische Ausstellung).

Die vier regionalen Pavillons, stellten die portugiesischen Inselgruppe der Azoren (Pavilhão dos Açores) und Madeira (Pavilhão da Madeira) sowie die ehemaligen portugiesischen Kolonien Guinea-Bissau (Pavilhão da Guiné-Bissau) und Macau (Pavilhão de Macau) dar.

Für den Zutritt zum Expo-Gelände gab es verschiedene Typen von Eintrittskarten. Neben der Tageskarte (5.000$00 Escudos, etwa 25 Euro) und einer Abendkarte (2500$00 Escudos, etwa 12,50 Euro) waren auch Drei-Tageskarten (12.500$00 Escudos, etwa 62,35 Euro) und Drei-Monatskarten (50.000$00 Escudos, etwa 250 Euro) erhältlich.

Die Schweizer Uhrenfirma Swatch lancierte einige Monate vor der Ausstellung das Uhrenmodel Adamastor, das einen Chip erhielt, der als Tageskarte genutzt werden konnte. Für den Zutritt reichte es, die Uhr beim Eintritt an die Eingangssperren zu halten.

Die passende Musik zur Weltausstellung komponierte der Musiker Nuno Rebelo im Jahr 1996. Sein Stück Pangea, benannt nach dem gleichnamigen Urkontinent, stellte eine Mischung verschiedenster Musikstile dar, die angeblich aus allen Ecken der Erde kommen sollten.

Das Logo der Expo 98 entwarf der zuständige Marketingchef der Expo, Augusto Tavares Dias. Es zeigt eine Meereswelle und eine Sonne sowie darunter den Schriftzug EXPO ’98.

Das Maskottchen für die Expo entwickelten der Maler António Modesto und der Bildhauer Artur Moreira. Der Vorschlag des Schülers José Luis Coelho konnte sich bei dem landesweiten an Schulen ausgeschriebenem Maskottchenwettbewerb gegen 309 andere Vorschläge durchsetzen und erhielt letztendlich als Hommage an den portugiesischen Seefahrer Gil Eanes den Namen Gil.

Nach dem offiziellen Ende der Weltausstellung am 30. September 1998, schloss das gesamte Gelände für 15 Tage. Danach eröffnete es unter dem neuen Namen Parque das Nações. Das Ozeanarium, der Zukunfts- sowie der Wissenspavillon blieben bis zum Ende des Jahres weiterhin geöffnet.

In den folgenden Monaten fanden sich weitere Umnutzungen für die Themenpavillons und andere Veränderungen auf dem Ausstellungsgelände.

Der Haupteingang der Weltausstellung, der sich direkt vor dem Gare do Oriente befindet, wurde zum Einkaufszentrum Vasco da Gama (Centro Comercial Vasco da Gama), betrieben von Sonae, umgewandelt. Der internationale Nordteil der Weltausstellung wurde zum neuen Standort der Lissabonner Messe (Feira Internacional de Lisboa). Der Utopie-Pavillon erhielt den neuen Namen Pavilhão Atlântico und fungiert bis heute als Veranstaltungsort. 2007 fand in diesem Gebäude die Konferenz von Lissabon statt. Durch den Einbau eines temporären Konferenzzentrums wurde das Gebäude vorübergehend umgenutzt.[4] Der Wissenspavillon beherbergt ein Wissenschaftsmuseum, im Zukunftspavillon residiert das Lissabonner Casino. Der Ozean-Pavillon wurde in das große Ozeanarium umgewandelt. Lediglich der Pavillon der virtuellen Realität wurde abgerissen, der Vasco-da-Gama-Turm blieb, abgesehen von ein paar Zwischennutzungen, lediglich als markantes Gebäude ohne kommerzielle Nutzung erhalten.

Die restlichen Ausstellungsflächen konnten verkauft werden, sowohl als Büro- wie auch als Wohnflächen. Unter anderem haben heute verschiedene internationale Firmen ihre Vertretung (Vodafone, Sonae, Sony, die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs). Heute wohnen etwa 28.000 Menschen in dem Gebiet.

Wir besichtigen das Ozeaneum von Lissabon, ein Besuch, der sich wirklich gelohnt hat.

Das Gebäude erstreckt sich über zwei Etagen um das große Hauptbecken herum. Dieses beherbergt neben mehreren Arten von Haien und Rochen auch je einen Schwarm Thunfische und Sardinen sowie einen Mondfisch. Neben dem Hauptbecken sind in vielen kleineren Aquarien spezifische Meeresbewohner aus allen Ecken der Weltmeere zu sehen. Die vier Ecken des Oceanário nehmen Nachbildungen bestimmter Regionen ein, so gibt es beispielsweise eine Antarktis-Ecke mit Pinguinen und künstlichem Gletscher, ein Bassin mit einem Seeotterpärchen und eine „Mangrovenwald“-Ecke.

2011 kam ein zusätzliches Gebäude („edifício do mar“) hinzu, in dem sich nun der Eingang sowie ein Auditorium und ein Restaurant befinden. In den Aquarien werden wechselnde Themen präsentiert. Es ist mit einem Verbindungssteg mit dem Hauptbau („edifício des oceanos“) verbunden. te

Das Oceanário liegt im Park der Nationen, welcher das ehemalige Gelände der Weltausstellung Expo 98 beherbergt. Damals war das Meeresaquarium die Hauptattraktion.

Es geht zurück zum Flughafen. Adeus Lissabon, adeus Portugal!

 

Dieser Bericht wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Peter Janz, Wittenberge zur Verfügung
gestellt.
Die Bildrechte in diesem Bericht liegen ebenfalls beim Autor. Der Autor verwendet Auszüge u.a. von
Wikipedia.

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